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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Tschaikowsky’s „
Störenfried ganz überflüssig, denn ohne den mindesten Nach
theil läßt sich das Stück leicht in den Sechsachteltact ein
lenken. Die beiden folgenden Sätze stellen wieder die bisher
allgemein festgehaltene Ordnung auf den Kopf. Der dritte
Satz der
den Charakter eines Finale: rauschend, heroisch, im Ver
lauf zu immer heftigerem Sturm, zum äußersten Aufgebot
aller Orchestermittel anschwellend. Und nun der vierte
Satz, das Finale? Ein „Adagio lamentoso“! Wir sind
nicht so pedantisch, uns daran zu stoßen. Die gewöhnliche
Aufeinanderfolge der vier Sätze einer Symphonie ist zwar
psychologisch begründet und historisch anerkannt, immerhin
aber keine eiserne Schranke, welche für ewige Zeiten jede
Ausnahme oder Umwandlung verböte. Entscheidend bleibt
immer, ob die gewählte Anordnung einen psychologischen
Grund, einen inneren Zusammenhang nicht vermissen läßt.
Der
verschwiegenes poetisches Programm zu Grunde; gleich der
erste Satz mit seinem rhapsodischen Wechsel von Adagio und
Allegro, von Dur und Moll deutet auf eine leidenschaftliche
Herzenstragödie. Den meisten Zuhörern wäre wahrscheinlich
ein Programm erwünscht, das sie des Rathes überhebt;
ich erblicke darin eher einen Beweis für die musikalische
Natur des Componisten, daß er seine Musik für sich sprechen
und uns lieber rathen läßt, als durch eine gebundene Marsch
route sich selbst und uns zu vergewaltigen. Die „
pathétique
gar kein national-
triviale Kosakenlustigkeit mußten wir uns in den Finales
seiner
gefallen lassen! Nichts dergleichen in seiner Symphonie, welche,
im Charakter durchaus west
und innigeren Herzensantheil verräth. Insbesondere der erste und
der letzte Satz, die mir weitaus die besten scheinen, enthalten
Momente von rührender Empfindung und reiner Schönheit.
Im zweiten Satz ist nichts außerordentlich, als der leidige
Fünfvierteltact; der dritte, glänzend und feurig in seiner
größeren ersten Hälfte, verliert leider gegen den Schluß hin
jedes Maß dafür, was ein normales Ohr an Lärm und
Ausdehnung eines Stückes ertragen kann.
stein
danken wir Herrn Hofcapellmeister
schaft mit diesem originellen und geistreichen Werk, welches
trotz vieler unschöner, rein opernmäßiger Züge und einer
erbarmungslosen Länge doch eine starke Wirkung hervor
gebracht hat. Der Erfolg, den
Dame
operntheater auf diese Novität aufmerksam machen.
Aus
jährige Pianist Markus Hamburg, der unmittelbar
Während im Philharmonischen Concert Dvořak mit
Volksmelodien wie
eines viel unmusikalischeren fremden Elementes: der Neger
lieder. Es ist merkwürdig, wie
Melodienbrocken, die ihn in dem fremden Welttheil wahr
scheinlich bis zum Ueberdruß umschwirren, künstlerisch
zu verwerthen und zu gestalten weiß. Naturlaute, die der
Europäer zu verachten pflegt, sind ihm zu ergiebigen künstlerischen
Motiven geworden. Damit hat er seinen Compositionen ein
ganz neues originelles Element eingeimpft, welches reizt und
anregt. Ausdrücklich wollen wir die Hoffnung aussprechen,
daß diese „
nur eine Episode in
daß er, heimgekehrt, wieder Musik ohne Transfusion von
Negerblut schaffen werde. Vorläufig geben wir uns diesem
neuen wildfremden Zauber mit rückhaltlosem Vergnügen hin.
Schade, daß uns die Philharmoniker nicht
Symphonie
gen, welche schon durch ihren Titel „
ihren exotischen Charakter andeutet. Dafür sind wir von
Herrn
schädigt worden. Man spielte vorgestern
quartett
Themen und Motive aufgefallen, auch die neue Art der Ver
arbeitung? Nach einer Mittheilung des Musikforschers
Mr.
dem Volksgesang der Neger des
nachgebildet; Eingeweihte wollen in diesen Negerliedern
aus der alten Welt importirte, hauptsächlich dem
verwandte Volksweisen wiederfinden. Ungeheuer ist der Er
folg dieses
im Neujahrstage Kneisel’
sich bereits ein dankbares Auditorium geschaffen hat. Der erste
Satz ist nur leicht
und bewegt sich in festeren Formen. Das Scherzo hingegen,
das effectvollste Stück, ist auf ein echtes Negermotiv von
gleichen Viertelnoten aufgebaut, zu welchem die acht Bässe die
originelle rhythmische Begleitung einer Handpauke imitiren.
Wer in
sie allabendlich in St. James-Hall tanzen und singen, der
sieht hier die komischen schwarzen Kerle leibhaftig vor sich.
Aber mit welcher genial einfachen Kunst ist dieses natur
wüchsige Thema behandelt, umgestaltet, von einem
gemäßigteren Mollsatz unterbrochen und schließlich in
reicherem Schmuck wieder zurückgeführt! Es folgen Varia
tionen über ein elegisches Thema im Dreiachteltact, voll
köstlicher Einfälle und schöner Klangeffecte. Das Finale, ein
lustig einherspringendes Allabreve, ähnelt in Haltung und
Charakter dem Finale des früher genannten
Es ist die einfachste, naivste, zufriedenste Musik, die viel
leicht seit
gnügt sich daran, ohne daß unser Geist sich einen Augen
blick langweilt. Tiefere Saiten unseres Gefühlslebens wer
den freilich nicht berührt, Seelenkämpfe und Leiden
schaften haben kein Wort dareinzusprechen. Man wird auch
keine philosophischen Offenbarungen aus dieser Musik her
aufholen können, wie es jetzt Mode ist. Die Wagnerianer
finden bekanntlich in jeder Oper ihres Meisters den ganzen
reicher Nietzscheaner — geistreich sind sie Alle — in
Chopin den Vorläufer — Friedrich
wir sie studirt haben, einen Revolver kaufen, um unsere
Meinung über sie zu vertheidigen. Ich denke es mir wonnig,
wenn wieder einmal ein Musiker käme, über den man sich
ebensowenig zu streiten brauchte, wie über den Frühling.“
Noch eine andere Novität von
jüngst bei
stehendes
Darüber weht noch nicht das
schon der Titel bekennt die südslavischen Farben. Dumky
ist die Mehrzahl von „Dumka“, was beiläufig Elegie oder
Klagelied bedeutet. Wir kennen diese fremdartig klagenden,
langgezogenen Töne, in die sich
hat. Eine solche „Dumka“ steht schon in seinem schönen
an Stelle des Adagio. Das neue Clavier-Trio, welches kürz
lich unsere treffliche Marie Baumayer mit den