Neue Bücher über Musik. II.
(
Spitta. F.
Pfohl.
Moszkowski.)
Ed. H. Rasch nacheinander mußten wir jetzt zwei
Männer verlieren, welche, jeder von einem anderen End
punkte vordringend, die musikalischen Kenntnisse der Gegen
wart rühmlichst vermehrt und vertieft haben: Helmholtz
und Spitta. Schwerlich dürfte heute unter den Ueber
lebenden sich Jemand zutrauen wollen, Ersatz zu bieten für
einen dieser beiden Forscher. Helmholtz war die genialere
Natur; nicht blos ein Erleuchter, sondern ein Entdecker,
ein Schöpfer. Als Naturforscher beherrschte er ein ganz
erstaunlich weites Reich, in welchem die Musik nur eine
Provinz bedeutete neben der Optik, der Nervenphysiologie
und anderen Wissenschaften. Gegen diese universelle Thätig
keit erscheint Spitta’s Arbeitsfeld enger begrenzt; neben
Helmholtz’ sprühendem Feuergeiste leuchtet Spitta’s Licht in
bescheidenerem, milderem Scheine. Für die Musikwissen
schaft hatte Helmholtz mit seinem grundlegenden epoche
machenden Werke über die Tonempfindungen abgeschlossen:
die Arbeit seiner letzten dreißig Jahre gehörte anderen
Zweigen der Naturwissenschaft. Spitta hingegen ist bis zum
letzten Athemzug für die Tonkunst, und nur für diese,
thätig geblieben; sein letztes Buch erschien wenige Tage nach
seinem Tode. Es heißt „Musikgeschichtliche Aufsätze“
und bildet eine Art Fortsetzung seines im vorigen Jahre
hier besprochenen Sammelwerkes: „Zur Musik“. Die
zwölf Essais in diesem Buche gehören zu dem Gediegensten,
auch in der Form Vollkommensten, was wir Spitta verdanken.
Für einen großen Leserkreis und auf sensationelle Wirkung
sind sie nicht berechnet: aber was immer Spitta schreiben
mochte, wir legen es mit dem dankbaren Glücksgefühl aus
der Hand, etwas gelernt zu haben. Und gerade das ist in
der heutigen Musik-Schriftstellerei äußerst selten. Vielen
Lesern wird dieses Buch sogar sympathischer sein, als
Spitta’s berühmte zweibändige Bach-Biographie, die wir
(zumal gegen Jahn’s „Mozart“ gehalten) mehr ein un
fehlbares Nachschlagebuch nennen möchten, als eine fesselnde
Lectüre. So ungewöhnliche Breite und Ausführlichkeit
mußte ohne Frage einem Buche gestattet sein, das seinen
Gegenstand nach allen Seiten hin vollständig erledigt und
durchgehends auf eigener mühevoller Forschung beruht. Trotz
dem mochte diese Breite im Zusammenhang mit noch einem
andern charakteristischen Zug ihm manchen Leser stellenweise
entfremden. Ich meine das stark ausgesprochene protestantisch-
religiöse Pathos, das mitunter das rein Musikalische über
tönt. Spitta ist nicht umsonst der Sohn eines geistlichen
Liederdichters, des frommen Sängers von „Psalter und
Harfe“. Pries er doch in der Vorrede zu seiner Bach-
Biographie als einen Charakterzug unserer Zeit, daß sie
„von neuem festeren kirchlichen Formen zustrebt“. Die
„Zeitigung der Keime, aus denen die Musik neuen
Idealen entgegenwächst“, erwartet er nur von der Reli
gion. Ja, er geht, auf die deutschen Siege von 1870 an
spielend, so weit, zu behaupten, daß „mehr noch als jene
glänzenden politischen Errungenschaften die mächtigen
religiösen Bewegungen, welche das tiefste Wesen unseres
Volkes aufwühlen, das Herannahen einer neuen großen Zeit
verkündigen“ — eine Anschauungsweise, in die wir uns
nicht einzuleben vermögen. Daß Spitta noch zwanzig
Jahre später nicht nachgelassen hat in emsiger Erforschung
Bach’s, bezeugen auch drei „Bachiana“ überschriebene Auf
sätze in dem neuen Buche. Darin ist unter Anderm erzählt,
wie Bach eine für den Fürsten von Anhalt componirte
dramatische Neujahrs-Serenade später zu einer Kirchen-
Cantate („Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß“) um
gestaltet hat — eines der sehr vielen Beispiele, welche in
einseitiger Hervorhebung des religiösen Ausdrucks bei
Bach und Händel zur Vorsicht mahnen. Das Studium
Bach’s lenkte Spitta’s Forschungen überwiegend zu der
Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Brahms aus
genommen, dem er (1892) eine gründliche liebevolle Studie
gewidmet hat, bezeichnen Spohr, Loewe und Schumann so
ziemlich die Grenze, bis zu welcher Spitta’s Betrachtungen
an die Gegenwart hinanreichen. Die neuesten Strömungen
der Musik ließ er beiseite und vermied es, über Wagner
und die Zukunftsmusik, die ihm unsympathisch waren, sich
öffentlich auszusprechen. Eine ruhige Gelehrtennatur,
hat Spitta daran wohlgethan, seine ernste productive Arbeit
sich nicht durch kleinliche Guerillakriege unterbrechen zu
lassen. Die Wagnerianer, welche durch einen ihrer Vorreiter
das letzte Buch Spitta’s beiseite schieben ließen, weil der
Name Wagner nur vier- bis fünfmal darin vorkam, werden
sich von dem neuen Werke noch viel mehr „gelangweilt“
fühlen, denn nur ein einzigesmal (in dem Schumann-Artikel)
wird Wagner als Schriftsteller flüchtig erwähnt.
Der erste, zugleich längste der „Musikgeschichtlichen Auf
sätze“ handelt von Heinrich Schütz. Bekanntlich hat
Spitta dessen Tonwerke in 16 Bänden herausgegeben und
sich damit ein unvergängliches Verdienst geschaffen. In der
vorliegenden Abhandlung weist er nach, wie H. Schütz, dessen
eigene Kunst tief in die italienische eingewurzelt war, durch
seine concertmäßigen Compositionen wol eigentlich den deut
schen Musikstyl des 17. Jahrhunderts bestimmt hat. Als
Vermittler zweier Kunstperioden von fundamentaler Gegen
sätzlichkeit, hat Schütz einen schweren Stand gegenüber dem
Verständniß unserer Zeit; dennoch hofft Spitta, das nächste
Jahrhundert werde das Genie dieses Meisters vollständig
erkennen und innerlich ganz sich wieder aneignen. Eine un
schätzbare Quelle des Studiums ist uns in Schütz erschlossen;
ob auch eine Musik von unmittelbarer, allgemeiner Wirkung,
möchten wir bezweifeln. Diesem Großen stehen zwei Größere
im Wege: seine Nachfolger Händel und Bach. Vortreffliche,
mehr für einen engeren, gelehrten Leserkreis berechnete
Aufsätze behandeln „Die Anfänge der madrigalischen
Dichtung in Deutschland“, „Die Musikalische Societät zu
Mühlhausen im 17. Jahrhundert“ und drei kleinere
Beiträge zur Bach-Biographie. In dem Aufsatze über
Hunold wird anschaulich gezeigt, wie die Poesie sich
damals im Schlepptau der Musik befand und selbst
in der kleinsten Form, im Liede, abhängig von dieser.
Es ist ein überraschend wahrer und geistreicher Aus
spruch Spitta’s, daß es einer gründlich unmusikalischen
Person bedurft hat, um die Poesie endlich aus den Banden
der Musik zu befreien. Gottsched war eine solche, und
unter seinen Verdiensten um das Gedeihen einer selbst
ständigen deutschen Poesie ist diese negative Eigenschaft keines
der geringsten, daß er gegen den in der Verbindung von
Tonkunst und Dichtkunst liegenden Reiz ganz unempfindlich
war. Werthvolle Aufschlüsse enthält der Aufsatz über Ri
naldo von Capua und dessen Oper „Die Zigeunerin“.
Fast alle Compositionen dieses vielgenannten Meisters
scheinen aus der Welt verschwunden; trotz seiner wahrschein
lich nahen Beziehungen zu Wien besitzt unsere Hofbibliothek
kein Werk von ihm. Darum ist doppelt interessant, was wir
hier von Rinaldo’s Intermezzo, „La Zingara“, erfahren,
das 1752 von einer italienischen Truppe in Paris gegeben
wurde. Darin befindet sich die allbekannte Ariette „Tre
giorni“, welche Pergolose zugeschrieben wird, aber nach
Spitta’s Nachweis von Rinaldo ist. Einen werthvollen Ein
blick in den deutschen Hausgesang im 18. Jahrhundert er
öffnet uns der Aufsatz: Sperontes, „Singende Muse an der
Pleiße“. Der weltliche Hausgesang vom Beginn des 18. Jahr
hunderts ist ein fast unbekanntes Gebiet; wir wissen viel
mehr von dem Haus- und Gesellschaftsgesang des 16. Jahr
hunderts. Eines der beliebtesten Gesangbücher war das oben
genannte von Sperontes, das, 1736 in Leipzig erschienen,
100 Oden enthielt. Dies sind Gedichte, welche zu
bereits vorhandenen Musikstücken gemacht oder ange
paßt waren. Wer der pseudonyme Dichter „Spe
rontes“ eigentlich gewesen, war bis heute unbekannt oder
streitig. Nach Spitta’s sehr genauer Beweisführung hieß der
Mann Johann Sigismund Scholze und ist als Advocaten
schreiber 1750 in Dürftigkeit gestorben. Die culturgeschicht
liche Bedeutung seiner „Singenden Muse“ liegt darin, daß
sie uns über 200 kleine Musikstücke aufbehalten hat, welche
in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für Leipzig und
Mitteldeutschland dasjenige waren, was man vor 50 Jahren
bei uns „Favoritstücke“ zu nennen pflegte. Anknüpfend an
Elben’s bekanntes Buch, gibt Spitta einen kurzen Abriß der
Geschichte des Männergesanges in Deutschland.
Er leugnet mit Recht jeden Zusammenhang desselben mit
dem Minne- und Meistergesang. Unsere heutigen Männer
gesang-Vereine wurzeln vollständig in dem neuen Aufschwunge,
welcher am Ende des vorigen Jahrhunderts Wissenschaft,
Kunst und Nationalbewußtsein in Deutschland nahmen.
Spitta lobt die Studenten-Gesangvereine, welche ihrem
Sang bis heute einen besonderen Charakter von Frische und
Ursprünglichkeit bewahrt haben, und will nichts wissen von
den Männer-Massengesängen. Das Lied bleibt die
Grundform des Männergesangs. „Ein Unding nennt
es Spitta, für den Vortrag solch kleiner Kunst
gebilde einen großartigen Apparat aufzustellen.“ Zwei
biographisch-kritische Aufsätze beschäftigen sich mit dem
französischen Musikschriftsteller George Kastner und dem
Schweizer Componisten Schnyder v. Wartensee. Ein
noch allgemeineres Interesse dürften die beiden letzten Ab
handlungen erregen, welche übrigens aus Rodenberg’s
„Deutscher Rundschau“ bereits einem größeren Leserkreis
bekannt sind: „Die Ballade“ und „Robert Schumann’s
Schriften“. Mit der gewissenhaften Vollständigkeit, die den
Verfasser überall auszeichnet, verbindet er in seiner Würdi
gung des Balladen-Componisten Karl Loewe und des
Schriftstellers Robert Schumann eine besonders wohl
thuende, nicht gewöhnliche Wärme des Ausdrucks. Ich nehme
Abschied von Spitta’s reichhaltigem letzten Buche, dankbar,
aber zugleich schmerzlich bewegt. Wie Schönes und Großes
dürften wir von dem Manne noch erwarten, den in der
Blüthe männlicher Kraft, auf der Höhe seines Schaffens der
Tod ereilt hat!
Ich hätte darauf verzichten müssen, Spitta’s neues Buch
unseren Lesern zu beschreiben und zu empfehlen, wenn es
dem gelehrten Verfasser beigefallen wäre, Jedem, der nicht
Musiker von Fach ist, ein Urtheil darüber abzusprechen. Eine
solche Verwahrung hat meines Wissens auch noch kein
Musikschriftsteller an die Spitze seines Buches gestellt. Es
war Herrn Ferdinand Pfohl vorbehalten, vor seine Kritiken
sammlung „Die moderne Oper“ (Leipzig, 1894) die Warnungs
tafel aufzustecken: Nichtmusikern ist hier der Eintritt ver
boten! Er erhebt im Vorwort sehr nachdrücklich den An
spruch, es sollen sein Buch „die sämmtlichen deutschen
Nichtmusiker zwar lesen, aber nur die Musiker
darüber sprechen, darüber richten“. Daß nur musikalische
Kenntnisse — je mehr und tiefer, desto besser — zum Ur
theil über Musik und Musikliteratur berechtigen, ist so selbst
verständlich, daß es Herrn Pfohl gewiß nicht einfallen konnte,
dies in Form einer ausdrücklichen Verwahrung eigens her
vorzuheben. Was er sagen will und auch meint, ist offen
bar dies, daß nur Fachmusikern im engeren Sinne,
schaffenden oder ausübenden Tonkünstlern über seine
Opernkritiken ein Urtheil zusteht. Da mir leider
mein Beruf nur die Feder in die Hand gedrückt,
nicht aber ein Clarinett in den Mund gesteckt oder ein
Violoncell zwischen die Beine geklemmt hat, so darf ich, ohne
Auflehnung gegen Herrn Pfohl’s Verbot, hier nichts über
sein Buch sagen. Und doch muß dasselbe, nach jener stolzen
Verwahrung zu schließen, offenbar wichtige Entdeckungen
technisch-musikalischer Natur und nur den Eingeweihten zu
gängliche Formgeheimnisse enthüllen, die man den Lesern
nicht unterschlagen darf. So schickte ich denn das Buch ver
schiedenen Fachmusikern mit der Bitte um ihr Votum zu.
Zuerst einem unserer ersten Capellmeister. Er antwortete,
daß das Buch keinerlei Aufklärung über die Zusammen
stellung und Leitung eines Orchesters, über die Technik der
einzelnen Instrumente, über streitige Tempi oder Vortrags
zeichen, überhaupt nichts enthalte, was speciell an die Kennt
nisse oder Erfahrungen eines Orchester-Dirigenten appellirt.
Mit ganz analogen Antworten erhielt ich das Buch zurück
von einem Primgeiger, einem Flötisten, einem Clavier
virtuosen, einem Orgelspieler. Ich wendete mich nun an
einen berühmten Sänger und Gesanglehrer. Er bedauerte,
von Herrn Pfohl nichts über Stimmbildung und Vortrag
gelernt zu haben, könne aber die Vermuthung nicht unter
drücken, daß ein so schrankenlos für Wagner schwärmender
Autor nicht viel vom Gesang verstehen dürfte. Jetzt blieb
mir als letzte Instanz nur noch ein hochgeschätzter
Componist meiner Bekanntschaft. Seine Antwort klang
etwas gereizt: ich könne es ohneweiters meinen
Lesern zu beurtheilen überlassen, ob Pfohl’s „Moderne
Oper“ ein wirklich eminent musikwissenschaftliches, an tech
nische Kenntniß appellirendes Werk sei oder nicht, vielmehr
eine für junge Wagnerianerinnen bestimmte Blüthensamm
lung? Ich möge nur einige beliebige Stellen daraus
citiren, zum Beispiel folgende aus dem Vorwort: „Licht
strahlen aus fernem, räthselhaftem Aether zaubern auf unsere
Netzhaut das flimmernde Bild eines Sternes hervor, obwol
der Lichtborn, dem sie entquollen, längst versiegt und der
Fixstern, der sie einst in den unendlichen Weltraum ent
sendet, seit Aeonen erloschen ist. Ist die moderne Oper
nicht ein Märchen, jenen Sternen zu vergleichen, jenen schönen
optischen Täuschungen, die uns eine Gegenwart glauben
machen wollen, während hinter ihren Lichtstrahlen, diesen
letzten Zuckungen einer sterbenden Welt, die öde Leere des
ungeheuren Nichts gähnt und das „Es war einmal“ der
Vergangenheit sich verbirgt? ... Das Alpha und das
Omega der modernen dramatischen Musik im Sinne der
eindringlichsten Ausdrucksfähigkeit, des tiefsten, wahrsten und
innerlichsten, von aller Convention losgelösten Empfindens
unserer Zeit, im Sinne einer vollständig ursprünglichen,
lediglich aus ihrem Inhalt herausbestimmten Formengebung
ist das Musikdrama R. Wagner’s. Es existirt in der
gesammten Kunst des neunzehnten Jahr
hunderts (Goethe’s „Faust“ ausgenommen) kein Werk
großen Styls, das mit seinen der wunderbar innigen Ver
einigung des großen Dichters, des großen Musikers und des
tiefen Denkers entstammenden Accenten in ähnlicher Weise
den innersten Lebensnerv unserer Zeit berührt, wie Wagner’s
„Nibelungen“, dieses gigantische, erschütternde, eine Welt in
Trümmer schlagende und eine neue Welt gebärende Werk.“
So habe ich denn, mich selbst versteckend, die von Herrn
Pfohl verlangten Fachmusiker und schließlich ihn selbst sprechen
lassen. Ich denke, man kann nicht loyaler vorgehen.
Sträflicher Undank wäre es, wollte ich eines geist
reichen und liebenswürdigen Musikschriftstellers vergessen,
der mich nach so mancher ernster, auch schwerfälliger und
langweiliger Lectüre in helle Fröhlichkeit versetzt hat:
Moriz Moszkowski. Er hat sich mit zwei neuen
Büchlein eingestellt. In „Anton Notenquetschers
lustigen Fahrten“ wechselt Poesie mit Prosa. Unter
den musikalischen Gedichten glänzt „Meine Weihnachts
bescheerung“ durch eine fast abenteuerliche Reimvirtuosität;
unter den prosaischen Humoresken „Die räthselhafte Pia
nistin“. Höchst ergötzlich sind ferner die „Reichsmusikalischen
Zukunftsbilder“ vom Jahre 1910, welche uns die Verstaat
lichung der Musik in allen Zweigen vorführen, und vieles
Andere. „Anton Notenquetschers heitere Dich
tungen“ (so heißt das zweite Buch Moszkowski’s) be
schränken sich durchaus nicht auf musikalische Stoffe; ja
unter den nichtmusikalischen finden wir die witzigsten der
ganzen Sammlung. Drei kleine Proben aus den „Liedern
der Unliebe, frei nach Heine, im Geiste Tolstoi’s“ mögen
für die übrigen sprechen:
1. Auf Flügeln des Gesanges,
Kätinka, jag’ ich dich fort,
Fort nach den Fluthen des Gesanges.
Ich bitte dich, bleibe nur dort!
Und läßt du dich je wieder sehen
Vor meinem strafenden Blick,
So treib’ ich dich mit dem Bambus
Nach Indien zurück.
2. Nur Einmal möcht’ ich sie sehen
Und sinken vor ihr aufs Knie
Und sprechen: „Sie glauben gar nicht,
Wie wohl mir ist ohne Sie!“
3. Du bist wie eine Distel, so häßlich, eklig und rauh,
Du bist, mit Einem Worte, das Ideal einer Frau.
Mit ist, als ob ich die Hände aufs Haupt dir legen müßt’,
Betend, daß Gott dich erhalte so unbeliebt wie du bist!