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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Mit dem „
ein neues Stück kennen gelernt, sondern auch einen neuen
Mann: den Operncomponisten Joseph
Eigenschaft war der Tondichter der „
sammelten Zuhörern, ja auch deren Eltern und Großeltern
höchstens dem Namen nach bekannt.
hat deren 19 geschrieben — sind längst so gut wie ver
schollen. In
nicht einmal sein Name vor. Schon zu seinen Lebzeiten
wurden
feiert. Er selbst lehnte ein Ansuchen der
Direction mit der Motivirung ab: „weil alle meine Opern
zu viel an unser Personale (zu Esterhaz in
bunden sind und außerdem nie die Wirkung hervorbringen
würden, die ich nach der Localität berechnet habe“.
Man täuscht sich gern, aber vergeblich mit der An
nahme,
den Glanz seiner Symphonien und Quartette, der
„
frei von jeder bedrückenden Nachbarschaft, geben diese Opern
nur ein sehr bescheidenes Licht, und dieses Licht ist größten
theils ein abgeleitetes. Der unsterbliche Schöpfer unserer
modernen Symphonie und Kammermusik, er ist als Opern
componist ein Nachahmer der Italiener. Als ich mit all
der Liebe und Ehrfurcht, die ich für
erstenmale in der Hofbibliothek seine Opern studirte, gerieth
ich in eine Art trostloser Verwunderung.
Die
della Luna
berühmteste, für Orfeo“, die
weichlich, süß, von Rouladen schier erdrückt, ein wahres
Castrum doloris der dramatischen Musik. Daß
Arien meistens sorgfältiger instrumentirt und harmonisirt,
bietet uns wenig Ersatz für die Dürftigkeit ihrer
Erfindung. Die naive Sinnlichkeit und Leidenschaft
eines echten Italieners bewegt uns doch stärker,
als so ein
unabsehbare Höhe. Eine aus
stammende Oper, wie dieser „
Nachahmer die bedenklichste Wirkung üben. Sie wähnten,
eine dramatische Neuheit zu schaffen, indem sie ihren
Schlafrock pomphaft mit dramatische Werke sind übrigens ohne Nach
wirkung geblieben. Hingegen hat der Charakter seiner übrigen
Musik, der anmuthige Fluß und naive Humor in den Sym
phonien und Quartetten ohne Frage eingewirkt auf die
jüngeren Operncomponisten seiner Zeit: auf
Wenzel
mitunter bis auf directes Anlehnen, nachweisbar. Wie
„ Armida“ (insbeson
kühlen Grab’“) singt
ganze Tacte Rouladen und schließt mit dem hohen C und D.
splittern, das Weltall erschüttern“). Das Ganze also eine
tragisch-heroische Oper mit eingelegtem
kein dramatischer Componist. Und doch explodirt in seinen
Oratorien stellenweise eine eminent dramatische Kraft;
man denke an das Winzerfest und die Jagd in den „
zeiten
frei, war er ganz er selbst; sobald er das Theater betrat,
verfiel er der conventionellen
empfindlichsten im pathetischen Styl. Sein Naturell neigte
entschieden zur Heiterkeit, zu Frohsinn und Scherz. Darum
singt auch der Hanswurst
sein großartig edler Ritter
komische Opern, soweit wir sie kennen, echter und indivi
dueller, als die tragischen. Charakteristisch für
seine Vorliebe für die komischen Singspiele von Wenzel
nach
das er als ein in seiner Art classisches Werk bezeichnete.
„ Der Apotheker“ — zu dem ich auf diesem Umwege
Titelheld unserer Oper ist der Apotheker
ein bornirter Alter, der, nach Gewohnheit aller Lustspiel
vormünder, sich um Herz und Hand seiner schönen Nichte
zwei jungen Leuten gehindert, die Beide in
liebt sind. Der Eine ein reicher Geck, Namens
der Andere,
ist. Die beiden Nebenbuhler, sowol der begünstigte
als der verschmähte
des passionirten Zeitungslesers
hand Possen zu spielen. Zuerst erscheinen sie als
Notare, um
kommt
ja die Hauptsache in einer richtigen Opera buffa;
und immer wird bei dem Gefoppten eine schier unmögliche
Dummheit und Blindheit vorausgesetzt. Natürlich führt
schließlich der glückliche
Handlung, die sich im Apothekerladen abspielt, entwaffnet
uns durch die Anspruchslosigkeit ihrer possenhaften Komik.
Dem Componisten bot sie manche dankbare Situation und
hübsch charakterisirte Personen. Die Musik leuchtet von
naiver Heiterkeit und Anmuth. Im Styl der
Buffo-Oper gehalten, bei übrigens mäßigem Coloratur-
Aufputz, ist sie dem von uns gekannten
unähnlich, nicht unwürdig. Glücklich erfunden und von
solider Meisterhand ausgeführt, sind die (im Original als
Finale dienenden) Ensemble-Nummern: das Quartett mit
den beiden falschen Notaren und die durch einen kleinen
Männerchor verstärkte Türkenscene. Von den Arien muthen
uns am freundlichsten die erste des
bereitet. Heutzutage sind wir recht dankbar für anspruchs
losen Frohsinn selbst altmodischer Façon, seitdem so selten
eine Oper auftaucht, die nicht mit dem Kopfe an die Wolken
stößt und mit den Füßen im Blute watet. Zum Repertoire
stück eines großen Opernhauses taugt freilich der allzu be
scheidene „
Handlung, seinen gemächlichen Tempos, seinen gleichmäßigen
Rhythmen und Harmonien, seiner dürftigen Instrumen
tirung vermag er ein modernes Publicum nicht zu fesseln.
Diese Musik hat weder Gegenwart noch Zukunft, aber ein
buntes, lebendiges Bild der Vergangenheit rückt sie uns vor
Augen. Drei bis vier Aufführungen des „
den unserem Hofoperntheater wahrlich nicht geschadet haben,
das jetzt, bei bedenklichen Lücken im Personalstand und im
classischen Repertoire, förmlich in Monotonie einschlummert.
Der Ruhm, den Wienern zum allererstenmale
Operncomponisten vorgeführt zu haben, war doch auch nicht
zu verachten. Freilich bedarf
vielfach veraltete Oper, um heute zu wirken, einer so
vortrefflichen Aufführung, wie die vom letzten Sonntag.
Es war eine Mustervorstellung der
Hofoper im Carl-Theater. Frau Schuch-Proska und
eigentlich virtuosen Aufgaben stellt, so fordert doch das
rasch und fein anschmiegende Accompagnement der Secco-
Recitation eine vollkommene Einübung. Es ist uns sehr
werthvoll, die Bekanntschaft dieses gefeierten Dirigenten ge
macht zu haben, welchem die
künstlerisches Ansehen verdankt. Gerne hätten wir sein Talent
an einem größeren Werke sich bewähren sehen, aber auch
im bescheidenen Rahmen offenbarte sich der Meister.
Für
doch Keiner von uns mehr gehofft, jemals eine Oper von
Werk, aber es führt uns einen großen Mann in ganz
eigenartiger glänzender Umgebung vor Augen: den
als Operndirector des Fürsten
Der bloße Anblick des Theaterzettels macht die wunderlichsten
Erinnerungsbilder in uns lebendig. Das prachtvolle Esterhaz,
mit seinem Schloß und Park, das der
Sumpfe in ein zweites Versailles verwandelt hatte; das
Schloßtheater, dessen Vorstellungen die höchste Aristokratie
Grotte mit dem berühmten Marionetten-Theater, für das ja
Orchester im beständigen Dienst des
Capellmeister von
Mögliche componirend und dirigirend! Diesen einen
Luxus kennt unser reicher Adel längst nicht mehr: den
musikalischen. Das Hof- und Kunstleben in Esterhaz dünkt
uns als sociale und künstlerische Erscheinung in unabseh
barer Ferne und liegt doch erst ein Jahrhundert hinter uns.
Wir achten es als einen unverhofften großen Gewinn, in
würdigen Zeit angeschaut zu haben. Die Wiedererweckung
des „
wir genossen sie als einen historischen Leckerbissen. Diese
Erfahrung und diesen Genuß verdanken wir der unermüd
lichen patriotischen und künstlerischen Thätigkeit der Fürstin
des
auf eine