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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H.
rouge
den heutigen Repertoirestücken als eine Respectperson von
ehrwürdigstem Alter. Man hat in
30 Jahren ihre Wieder-Erweckung aus dem langjährigen
Schlafe versucht. Damals ist sie beiweitem nicht so gut ge
spielt und gesungen worden, wie von unseren heute wirken
den Künstlern; hingegen kam der intimere Raum des alten
Kärntnerthor-Theaters, diese heute noch nicht ersetzte werth
volle Stätte der Spieloper, dem Eindruck besser zu statten.
Der Erfolg jener Wiederbelebung war ein kühler Succès
d’estime. Seitdem sind wieder dreißig Jahre verflossen —
und was für Jahre!
jahren doppelt zählen; doppelt in der Bewegungsschnelligkeit
des Opernstyls wie in der musikalischen Ueberreizung des
Publicums. Die Wirkung blieb, wie vorauszusehen, heute noch
unter jenem Niveau von
sah die junge Generation diesem
von dem die Großeltern so gern erzählt hatten. Die Jugend
um mich her schien auf das bekannte alte
weder das naive
Wolf die Hauptrolle hat, noch das künstlich lallende, alt
kluge
sprechen und Wolf und Hund philosophische Gespräche
führen.
dirend auf das Märchen an, dessen Vorgänge die mit vielen
Worterklärungen gespickte Ouvertüre scherzhaft ausmalt.
Hier ist
Kind, sondern ein achtzehnjähriges unschuldiges Bauern
mädchen, das leicht unschuldig sein kann, weil sein
Talisman, ein rothes Mützchen, gegen jede Anfechtung
schützt. Auf dieses
sondern ein vornehmer Verführer von Profession, der ritter
liche Baron
so leicht, wie dem
hat seinen Talisman: einen Ring, dessen Glanz jedes Mäd
chen berückt. Im Walde lauert
Von seinem Zauberring tapfer attaquirt, wird sie von ihrem
Talisman noch tapferer vertheidigt — hübscher wäre es,
wenn sie sich selber vertheidigte. Beschämt über diese schmäh
liche Niederlage, eilt
wohin
List zu entfernen und erwartet nun, in dessen Kutte ver
mummt, den Besuch
seine Beute beinahe schon erfaßt — da tritt der echte
artigen Worte: „Es ist
war ihre Mutter!“ Also Onkel und Nichte! Mit dieser
zerschmetternden Entdeckung ist der
Schäfer und Tenor bereits ihr Herz gewonnen.
Die große Einfachheit der Handlung und deren Moti
virung aus einer hier ganz unnöthigen und widersinnigen
Zauberwelt ist unserem Geschmack sehr ferngerückt. Ins
besondere für Opern-Eremiten haben wir nicht mehr das
rechte Verständniß. Der im „
wunderlicher Kautz; trotz seiner zweihundert Jahre hat er
ein fabelhaftes Gedächtniß, verräth aber früher nichts von
der vornehmen Herkunft
schon im ersten Acte ein Ende hätte. Als ein umgekehrter
Bühne, so oft der Tugend Gefahr droht. Offenbar stammt
dieser
d’amour
räth sich in Text und Musik; er findet auch eine historische
Bestätigung in der ungeheuren Beliebtheit
bei dem damaligen
Bestreben
Genre zu überflügeln.
An die Composition des „
Jahre rastloser Arbeit verwendet. Sie durften ihn nicht
reuen, denn der Erfolg der Oper war ebenso glänzend, wie
nachhaltig. Wir begreifen ihn vollkommen. Man denke nur
siebzig Jahre zurück und stelle sich gleichsam auf den histo
rischen Isolirschemel jenes Zeitpunktes, wo all die reizenden
Blüthen des späteren
spiels noch nicht aufgebrochen waren und „
rouge
Oper in
von vornehmster Einheit des Styls, von feinem Geschmack,
niemals trivial und überall melodiös im Charakter jener
musikalischen Conversation, welche die Franzosen vor Allem
lieben. Diese Musik hat etwas Akademisches, und nicht um
sonst nannte man das „
de réception“, indem der Componist seine Aufnahme in die
Akademie damit gleichsam legitimirte. Anmuth und Eleganz
walten vorherrschend, die Empfindung wird nur leicht
gestreift, nirgends ins Herz getroffen; die Charaktere locken als
scharfgezeichnete lohnende Contouren die ausmalende Hand
des Schauspielers. Neben kleinen Romanzen und Couplets
(wie die allerliebsten der
„
welche die damaligen Normalmaße der Opéra comique
(„
terten. Ich brauche blos an
an sein zweites Duett mit
erinnern, dieselbe, die Julius Stockhausen mit Vorliebe
wußt und hören Vieles daraus, insbesondere den dritten
Act, mit aufrichtigem Vergnügen. Als Ganzes hat sie die
Zaubermacht über uns verloren, denn wir vermissen darin,
was uns unmittelbar ergreift und festhält, was uns nicht
blos freundlich anregt, sondern auch ein wenig aufregt. Wir
hören heute rascher und ungeduldiger, fühlen accentuirter
und energischer als unsere Vorgänger Anno
Instrumentirung dünkt uns allzu zart und gleichförmig,
die Melodie nicht warm, die Harmonie nicht reich genug.
Der Puls der ganzen Oper geht uns zu langsam. Ja,
wie eine artige Auseinandersetzung klingt uns mitunter,
das unsere Großeltern als glühende Leidenschaft empfanden:
serem Verstande, als zu unserem Herzen, und gar an dem
Lockenhaupte des salbungsvollen
vor siebzig Jahren Niemand gewahrte — ein böses An
hängsel. In der Original-Partitur hat der
(hier mit Recht gestrichene) Arie, in der er sich beklagt, daß
er, der Zweihundertjährige, noch immer nicht sterben kann.
— Der Tondichter, welcher zuerst das gefeierte „
käppchen
Reihe der komischen Opern zurückwarf, war
selbst mit sein „
dem „
Garten gegen eine grün angehauchte, schüchtern knospende
Frühlingslandschaft.
Die Ausgrabung des „
wol kaum um des Werkes willen, das man ja nicht wieder
jung und zugkräftig machen kann. Den Anlaß lieferten viel
mehr die Renard als
schnitt noch auf einsichtsvolle, aufrichtige Theilnahme rechnen.
Ein Lieblingstraum — nicht von mir allein — war von
jeher eine kleine Opernbühne, eigens bestimmt für das
Beste des älteren
ein „classisches“ oder „historisches“ Operntheater, das in
periodischen Cyklen grundsätzlich nur Altes bringt, etwa wie
die
principiell nur Allerneuestes. Dieser Traum wird sich
schwerlich je erfüllen. Aber die Festvorstellungen in
gaben einen kleinen Vorgeschmack davon und ganz besonders
das „
köstlichen Leistung willen verlohnte es sich,
der Verschollenheit zu entreißen. Fräulein
rothen Käppchen über den blonden Locken sieht reizend aus,
singt und spielt die Rolle ganz vortrefflich, sowol
in den kindlich einfachen Scenen der beiden ersten Act,
wie in dem dramatisch gesteigerten letzten Duett mit
in der Klause. Wenn vielleicht etwas dem Charakter
und der Musik widersprach, so war es nur der gezierte,
durch kokette Ritardandos und Stockungen in den Parlando
stellen verkünstelte Vortrag der ersten Couplets. Die kleinere
Rolle der
die liebenswürdige Persönlichkeit und den reinen, schlichten
Gesang der Frau Forster. Die dankbarste, zugleich
Maske des
ruhig, im gedämpften Erzählerton vortragen, später erst
darf seine Leidenschaft allmälig hervorbrechen und den
„Wolf“ verrathen. Herr
Strophe mit voller Stimmkraft und pathetischer Erregung,
so wie ungefähr die letzte Strophe zu singen wäre. Noch
weniger vertragen die Liebesscenen so schwere Gewichte, und
wenn es selbst goldene wären. Dem Grafen
sanglich und dramatisch stark hinter
lieh Herr Schrödter seine süße Tenorstimme und schau
Die durchwegs sehr beifällige Aufnahme der Vorstellung
haben wir gestern bereits constatirt. Trotzdem wird wol
Niemand das „
wollen, welche unserem Repertoire am dringendsten noththat.
Von neueren
„ Bizet’s „