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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Wieder ein neuer Blüthenzweig von
unverwüstlicher Jugend. Kaum ein Jahr, nachdem er
zu seinem „
neue Oper! Und, gottlob, eine durchaus lustige.
zählt nicht zu den Componisten, die im Alter kirchlich fromm
werden oder wenigstens fromme Kirchenmusik schreiben, wie
Gounod,
Auf einer Landpartie wird eine lustige Gesellschaft von
plötzlichem Unwetter überrascht und flüchtet in eine Mühle.
Sämmtliche Damen, die in jedem Sinne vielbeklatschte
Sängerin
näßte Toilette mit den Bauernkleidern der Müllerin zu
vertauschen. Der Müller scheint gleichfalls eine unge
wöhnlich stattliche Garderobe zu besitzen, denn auch
die Herren der Gesellschaft, meistens Forstzöglinge, er
scheinen alsbald in Müllerburschen umgewandelt. Diesen
etwas undisciplinirten jungen Forsteleven folgt der erzürnte
Ober-Forstrath
er kann seine Strafpredigt nicht anbringen, da die Schul
digen sich alle rechtzeitig versteckt haben. Nur die muntere
entschlossen, als Müllerin sich für die bösen Nachreden zu
rächen, welche der gestrenge
die Sängerin geführt hat. Sie legt es darauf an, ihn
schleunigst verliebt zu machen, was ihr nicht allzu schwer
fällt. Während die Beiden sich zärtlich umschlungen halten,
nähert sich leise die ganze Gesellschaft zum Triumph der
noch ist in der Mühle eine andere Figur aufgetaucht, die
nicht zur Landpartie gehört: der
Botaniker Herr
lächerlich, im Lustspiel immer. Unser Gelehrter trieft vom
Regen; auch für ihn ist in dieser wunderbaren Rothberger-
Mühle noch ein passender Anzug vorhanden, in welchem er
für den wirklichen Müller gehalten wird. Was nun der
zweite Act an Verwicklungen und Ueberraschungen producirt,
läßt sich hier blos andeuten; diese drolligen Mißverständ
nisse sind nur auf der Bühne ganz verständlich und
von unfehlbar komischer Wirkung. Es treten da neue
Personen auf: der Amtshauptmann
willig ihre Verlobung mit dem ihr durchaus unangenehmen
die vermeintliche Müllerin, eintritt! Sie setzt unerschrocken
ihre Comödie fort: nach dem Tête-à-tête mit
sie von ihrem Manne verstoßen worden und eile nun dem
Geliebten nach, um sich nie mehr von ihm zu trennen. Der
Spaß ein und spielt, Genugthuung fordernd, den beleidigten
Ehemann. Diese Verwirrungen benützt der junge Forsteleve
Botho v.
mit gewünschtem Erfolge seine Liebeserklärung. Zu rechter
Zeit wird ein Maitrank gebraut, der die ganze Gesellschaft
bald in übermüthigste Heiterkeit versetzt. Man singt und
tanzt und jubelt — ungefähr wie in der berühmten Ball
scene der „
Gesellschaft, wie sie von ihrem Waldmeisterrausch sich am
Kaffeetisch ernüchtert. Dabei nehmen die Liebesaffairen den
günstigsten Fortgang. Die in den früheren Acten verwickelten
Verhältnisse werden heiter gelöst, und die Comödie der
Irrungen schließt mit einer dreifachen Heirat:
geräth für immer in das Netz der schönen
und
Das Libretto des Herrn Gustav
dem gemüthlichen Tempo und heiteren Behagen des älteren
deutschen Lustspiels. „
neuen Operettentexten, von denen ja die meisten vergessen,
daß witzloser Blödsinn ebensowenig unterhaltend ist wie
stofflose Witzjagd. Unter den Personen des Stückes finden
wir wenig neue Originale, aber zum Glück auch keine
widerwärtigen. Im „
Komik der Charaktere als die der Situationen, Verwick
lungen und Ueberraschungen. Diese wachsen reichlich und
ungezwungen aus der recht glücklichen Exposition. Für den
stellers zu sorgen; für die Handlung ist er ein fünftes Rad
am Wagen, thut aber seine komische Schuldigkeit, wenn die
anderen versagen. Noch gibt es da ein sechstes Rad, das uns
weniger Achtung abzwingt: die für Botanik schwärmende
Frau Amtshauptmannin
liche alte
der Declamation
Passion der Frau schwarzen Waldmeister zu entdecken, ist doch noch viel
uninteressanter. Im Ganzen hat das Textbuch trotz mancher
Längen und Lückenbüßer doch den werthvollen doppelten
Vorzug, weder in sentimentales Pathos noch in lascive
Gemeinheit zu verfallen. Wie wenige unserer Operetten
wissen sich ohne diese beiden fatalen Gewürze zu behelfen!
Der gemüthlich heitere Charakter des Textbuches hat
auch sehr günstig auf die Composition eingewirkt. Wie be
reits erwähnt, schlägt
wieder den Grundton der „
Ton, bei aller einschmeichelnden Süße, im „
doch nicht mehr ganz so neu und üppig klingt, wie
in jener unverwüstlichen Operette, wird Niemanden er
staunen. Genug, daß der siebzigjährige Johann
heute sämmtliche lebenden Operetten-Componisten übertrifft.
Er ist wirklich jünger, als sie alle, nur nicht mehr so jung,
wie seinerzeit der junge
zweifachen Glückes rühmen, daß man seine Jahre weder ihm
selbst anmerkt, noch seiner Musik. Der Duft des „
meister
Abliegen milder geworden; er hat uns nicht toll berauscht,
wie die Gesellschaft des Herrn
belebt, erwärmt und erheitert.
Gleich der erste Act ist voll Leben und graziöser Me
lodie. Das beherzte Jagdlied, mit dem sich
noch mehr ihr Duett mit
Auch das Entréelied Herrn Streitmann’s „Im Walde,
gleichmäßige Rhythmus eines Stückes monoton zu werden
droht, schiebt
zwischen, oder eine Pizzicato-Figur der Geigen, oder einen
unerwarteten hellen Accord der Waldhörner. Längere ge
sprochene Scenen im dritten Acte werden von einer so feinen
melodramatischen Musik begleitet, daß man fast mehr darauf
achtet, als auf die Reden der Schauspieler. Mit welchem
Vergnügen haben wir wieder im „
vollen, stets vornehmen und natürlichen Instrumentirung
gelauscht, welche jede, auch die kleinste Composition von
Johann
Majestäts-Beleidigung, wenn wir behaupten, es herrsche in
seinem Orchester Mozart’scher Goldklang.
Die Aufführung des „
des Theaters an der Wien. Fräulein Dirkens — um