Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten
Bearbeiten — das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.
Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter folgenden Bedingungen:
Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders.
Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt.
Hinweise:
Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und Schranken des Urheberrechts gedeckt sind.
Es werden keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet. Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen. Es können beispielsweise andere Rechte wie Persönlichkeits- undDatenschutzrechte zu beachten sein, die Ihre Nutzung des Materials entsprechend beschränken.
Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Massenet’s „
Bekanntschaft noch mit der Ueberschätzung von
Novitäten. In diesem Punkte kann man uns
nicht nachsagen, was Prosper
„Unbekannte“ aus gemüthlich, on prend tout ce que dit un Français
pour de l’esprit.“ Der „
in der engeren der Geist, der
die
ist darin nicht zu erkennen.
sein feines graziöses Talent zu dem Wuchs oratorischen
Styles zu strecken, etwa
nacheifernd; was er beabsichtigt, ist offenbar nichts Anderes,
als eine
leider mit unglücklichem Ausgang. Daß
Franzosen, überall theatralisch denkt und fühlt, beweist nicht
blos der Charakter seiner Musik, sondern obendrein die
scenische Anweisung vor jeder der drei Abtheilungen. So
zum Beispiel: „Ausgestirnter Himmel. Milde Sommernacht,
berauschend und duftig. In der Einsamkeit des Waldes geht
Schilderung paradiesischer Naturschönheit und schuldlosen
Liebesglücks zu thun war, hat
nicht schlecht gewählt. Die Landschaft ist verlockend, aber die
Staffage ist bedenklich. Welches Wagstück, die ersten
Menschen redend oder singend einzuführen! Wenn sie im
Augenblick ihres Werdens schon mit Vorstellungen und
Begriffen hantieren, die wir erst nach Tausenden von
Jahren allmälig erworben haben, so werden sie für unser
modernes Bewußtsein leicht komisch. Wie immer sie sich
ausdrücken mögen, ihr Gespräch ist unmöglich und viel un
begreiflicher als im Märchen die redenden Thiere. Nur
eine längst verlorene Naivetät fühlt nicht diesen Zwiespalt
in einem ernsten Kunstwerk. Je naiver, roher, holzschnitt
mäßiger
für uns. Wir hören dann ihre Gespräche ungefähr so an,
wie wir mittelalterliche kindliche Handzeichnungen vom
Sündenfall betrachten. In einem alten geistlichen Singspiel
„
das als Eröffnungsstück der ersten
burg
eben in Gegenwart des Publicums geschaffen, mit folgenden
Versen:
Das ist nicht viel komischer, als wenn
ruft: „Oh, séduisant mystère; quelle forme éclatante a
passé devant moi!“ Es thut Einem die Wahl weh. Louis
Gallet, der Dichter des
sich getrost Menschen aus der
beiden ersten.
Die erste („Erschaffung des Weibes“), von einem einfachen,
recht hübschen Chor eingeleitet, bringt ein gemäßigt zärtliches
Duett zwischen
dankbar für die Sänger, als für die Hörer. Wir hören
dann ein fein instrumentirtes Vogelgezwitscher und Blätter
rauschen, in welches unsichtbare Geister den Ruf „
mischen. Der Chor selbst, Frauenstimmen unisono, ist unbe
deutend, wird aber durch die Orchesterfarben belebt. „Die
Versuchung“ füllt die zweite Abtheilung. Der vierstimmige
Chor a capella in H-dur, überaus wohlklingend, zart und
stimmungsvoll, ist das Erfreulichste in dem ganzen Myste
rium. Er wurde von unserem „Singverein“ wunderschön
gesungen und hat weitaus am besten gefallen. Von da an
wird die Geschichte immer opernhafter und — langweiliger,
mag auch
so primadonnenhaft ins hohe H hinaufjubeln. Den dritten
Theil („Der Fall“) eröffnet eine moralisirende Arie des
singen. In schleppendem Neun-Achtel-Tact sucht es sich fort
während in die Höhe zu heben, sinkt immer wieder herunter
und entläßt uns schließlich, trotz der Verstärkung durch einen
vollstimmigen Chor, enttäuscht wie nach einem schlechten Opern
duett. Bis hieher ist die Musik fast durchaus weichlich senti
mental, opernmäßig, etwa auf das Diapason von
„
könnten ebenso gut
singen. Ja, die Stelle
hat ganz genau so
sungen. Gegen diese Süßigkeiten braucht nun der Componist
dringend einen kräftigen Contrast und Gegenschlag. Er hat
sich auch thatsächlich für den Epilog „Der Fluch“ eine
imposante Reserve an Effecten aufgespart. Zu dem Chor,
welcher, unisono oder in Octaven, fortissimo den Fluch auf
das sündige Paar schleudert, rasen die Geigen in chroma
tischen Accorden, schmettern die Hörner, Trompeten und
Posaunen, donnern die Pauken und — was wir zum ersten
male erleben — zwei große Trommeln! (Das dürfte in
den Partituren unserer Jüngstdeutschen Nachahmung finden:
große Trommeln divisi!) Außerdem läßt
Tantam ein wüthendes Kettengerassel vollführen. Nach
unseren Anschauungen paßt dieser Spectakel ebensowenig zu
einem
heit der früheren Theile. Freilich der moderne Opern
componist, der
Effectmittel verzichten, noch kann er, selbst bei guten Vor
sätzen, aus seiner Haut heraus. Wie aber soll er dann,
wird man fragen, Gar nicht!
Trotz des sorgfältigen Vortrages von Fräulein Mora,
Dicht neben
schieden wie möglich, erschien ein Fragment aus
Oratorium „ Sieg der Zeit und der Wahrheit“.
(
daß
thätigung dürstendes Talent zu bekommen und obendrein
seinen mächtigen Beschützer damit zu verbinden, unbe
denklich zugreift und das Gedicht componirt.
jedoch, der die künstlichsten Deutungen liebt, wo es die
Vergötterung
liche Bedeutung“ darin, daß gerade der junge Händel in
Aus diesem
zwei große Musikstücke herausgehoben: den Lobgesang auf
die Jagd, einen ungemein frischen, jubelnden Chor, und
hierauf die Tenor-Arie mit Chor: „Dryads, Sylvans with
fair Flora“. Beide Stücke machten prächtige Wirkung, ins
besondere durch die echt
des Chorsatzes. Die Tenor-Arie sang Herr von
(dessen Organ der Klangfarbe nach allerdings ein entschie
dener Bariton ist) mit tüchtiger Gesangstechnik und styl
gemäßen Vortrag. So hat denn Zeit und Wahrheit auch
in dem „gemüthlichen“
den jungen
Beifall entfesselte übrigens, was zwischen den beiden Ora
torien inmitten stand: das von Herrn Hugo
meisterhaft vorgetragene Brahms — der