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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Das Gesellschafts-Concert gewann ein besonderes
Interesse und individuellen Charakter durch die Mitwirkung
von Dr. Karl Reinecke aus
nennen wir mit gutem Gewissen unseren Julius Epstein.
prägt. Es wallt kaum ein
darin, und doch gehört dieser zu
Natur. Diese scheint der Componist in seiner neuesten
phonie
wollen. Aber nicht jeder Fortschritt nach jeder Richtung führt
zum Heile. Sehr wahrscheinlich schätzt
angelegte modernere
A-dur, die wir im Jahre
hier zu hören bekamen. Ich empfinde gerade umgekehrt und
gebe dem anspruchsloseren älteren Werke unbedingt den
Vorzug. Der Componist nahm darin keinen hohen Flug, aber
die Flügel waren ihm angewachsen. In der neuen
sind es künstliche
als Einer Stelle schmelzen sehen. Wie sich von einem er
probten Meister wie
seine
sehr tüchtiges Werk, stellenweise anmuthig, stellenweise
kräftig. Sie verdient manches Lob, nur das Eine
nicht, das wir seinerzeit der
gezollt: daß
strecken, als er gewachsen ist. Die trotzigen, zackigen Themen
des ersten und letzten Satzes, der mit Posaunen- und Pauken
donner erkünstelte Heroismus, die weit über die Bedeutung
des Inhalts hinausgedehnte Form, dies Alles verräth, daß
der Componist sich angestrengt hat, die Gaben, die er von
der Natur erhalten, gewaltsam zu vermehren, anstatt, wie
ehemals, damit vernünftig Haus zu halten. Als ein im Alter
geschaffenes Werk erzwingt
allerdings unsere Anerkennung, ja Bewunderung. Ueppig
quellende Erfindung und jugendlichen Reiz hatten wir ja
kein Recht, davon zu erwarten: Tondichter, die als Siebziger
noch jugendlich blühende Musik schreiben, wie Haydn in
Einen seltenen Genuß verdanken wir den beiden, vom
„Singverein“ so trefflich ausgeführten a capella-Chören:
„ Brahms und „
Goldmark. Nur die ungewöhnlich lange Dauer des
Im siebenten Philharmonie-Concert ist vorerst Gold
lebensvolle, glänzend ausgestattete „
Trotzdem konnte sie in letzterem doch ihren unvergleichlich
süßen, reinen Ton, ihre fein ausgemeißelte Technik und edle
Vortragsweise in helles Licht rücken. Ernst und tiefe Em
pfindung charakterisiren, zu ihrer ganzen Erscheinung stimmend,
das Spiel dieser Künstlerin. Daß sie beim Eintritte des
Passagenwerkes im ersten und dritten Satze das Tempo auf
fallend beschleunigte, schien weniger beabsichtigt, als durch
momentane nervöse Unruhe veranlaßt. Nach ihrem Erfolge
im Philharmonischen Concert darf Fräulein
zeit des besten Empfanges in
Ein hochinteressantes Werk, in welchem eigenartiges
Talent mit tüchtig erworbener musikalischer Bildung fast
gleichen Schritt hält, ist
phonie
gehörte in
bald in tiefste Melancholie, bald in wilde Verzweiflung über
springende, düster-leidenschaftliche Charakter ist beiden gemein.
Auch lauert hier wie dort ohne Frage ein verschwiegenes
Programm im Hintergrunde; zu machen befremdenden
Contrasten, geheimnißvollen Vor- und Rückblicken fehlt uns
der poetische Schlüssel; der musikalische schließt da nicht auf.
Die „
phonie
gedrängteren Form. Der Einfall, ein und dasselbe Haupt
motiv in allen vier Sätzen wiederkehren zu lassen — er
beherrscht auch
in neuester Zeit sich zum System ausbilden zu wollen. Wir finden
solche Reprisen, mehr angedeutet, schon bei
consequent, doch sehr maßvoll verwendet in
fassen der vier Sätze wird damit allerdings erzielt; die
Hauptsache bleibt jedoch immer, daß wir diese Wiederkehr
des Themas als eine nothwendige empfinden, nicht als einen
willkürlichen launischen Aufputz. Sobald diese Methode, wie
wir sie bei Mode würde, wären ihr Zauber und ihre überzeugende Kraft
auch gebrochen. In
dieses Leitmotiv eine Art Trauermarsch. Das lange, den ersten
Satz einleitende Andante beginnt damit; es mündet in ein
Allegro im 6/8 Tact. Das Hauptthema, mehr mürrisch als
heldenhaft oder tragisch, wird durch den daktylischen Rhythmus
sehr einpräglich; aber dieser Rhythmus hält den Componisten
fest umklammert, läßt ihn nicht los und macht uns endlich
ungeduldig, überdrüssig. Der zweite Satz, ein H-moll-Andante
im 12/8 Tact, versenkt uns in eine weichlich melancholische
Stimmung, der man sich schwer entwindet, ja um so williger
hingibt, als ein eigenartig poetisches Licht sie umfließt
und manch reizender musikalischer Gedanke auftaucht. Diese
beiden ersten Sätze scheinen mir die bedeutendsten, sie haben
am meisten überzeugende Logik und relativ auch den meisten
melodischen Gehalt. Das Thema des Scherzos, ein „Walzer“
in A-dur, ist nicht weit her, wirkt aber freundlich ab
spannend nach der tiefen Schwermuth der früheren Sätze und
macht uns fähiger, den Verzweiflungsausbruch des letzten
zu ertragen. Es ist der einzige Satz, der ohne eigentliche
Heiterkeit doch nicht schroff pessimistisch klingt. Eine gefähr
liche Eigenthümlichkeit des Componisten, das unersättliche
Wiederholen und Ausführen derselben Figur, stellt sich mehr
oder minder ermüdend in jedem der vier Sätze ein. Auch
der vierte beginnt mit einem Andante maëstoso; es über
geht in ein Allegro vivace, das in trotzigem Kraft
gefühl sich nicht genug thun kann. In seiner ersten
Hälfte interessirend, auch imponirend, wird das Finale
je weiter, desto betäubender und ermüdender. Da erinnert
manchen Finalsätzen auch die Kraft bis zur Rohheit, die
Klangfülle zum Getöse steigert. Welches Cyklopen-Spectakel
in diesem Finale die Trompeten und Posaunen im Sturme
gegen den Aufruhr der Streicher und Bläser vollführen,
läßt sich nicht beschreiben; man muß es selbst hören, wofern
man noch hören kann. Die Forte-Zeichen wachsen in der
Partitur vom f. und ff. zum fff. an, und endlich gar zum
vierfach gepanzerten ffff.! Abgesehen von dem stellenweise
betäubenden Lärm, ist die Instrumentirung der ganzen
Orchester von Virtuosen, und das hat sie in
Die philharmonische Elitetruppe und ihr tapferer General
Hanns Richter sind mit Ruhm bedeckt aus dieser Ton