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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Es ist genau sechsundvierzig Jahre her, daß
Robert
städtischer Musikdirector in
aus seinen Briefen, wie er während der beiden ersten Jahre
sich dort wohl und zufrieden gefühlt und nur über die un
gewohnte Anstrengung des Dirigirens geklagt hat. Bekannt
ist aber auch, daß bald ein qualvoller Zustand nervöser
Ueberreizung immer beunruhigender sich seiner bemächtigte,
daß er an Wahnvorstellungen litt, von Stimmen und Tönen
verfolgt wurde und endlich in einem Anfalle von überwäl
tigendem Angstgefühl plötzlich das Haus verließ und sich von
der
gebracht, erholte er sich bald, doch war dieses rasche Sich
selbstwiederfinden nicht von Dauer.
von der nervösen Ueberreizung, welche seinen Geist zu um
schleiern begann, so sehr beängstigt, daß er selbst in eine
Heilanstalt gebracht zu werden verlangte. Da sein Zustand
in der That unausgesetzte Ueberwachung nothwendig machte,
führte man
heilanstalt des Dr.
er bis zu seinem Tode (29. Juli
lassen sollte.
Ueber den Zustand
haltes in
nahmslos wahrzunehmen Gelegenheit hatte, sehr irrige Vor
stellungen verbreitet. Es ist begreiflich, daß der Gedanke an
eine solche Heilanstalt bei den meisten Menschen gleich die
gräßlichsten Bilder heraufbeschwört. Sie entsprechen aber
keineswegs immer der Wahrheit. Nichts unrichtiger, als sich
Funke von Denkvermögen ausgelöscht, jeder mit seiner Um
gebung ihn verbindende Faden abgerissen ist, wie bei dem
unglücklichen
die furchtbarste Erinnerung lebenslang eingeprägt hat. Nichts
dergleichen bei
theilsamer als in gesunden Tagen unterhielt er sich mit den
ihn besuchenden Freunden Brahms und
Ich denke, es müßte allen Verehrern
dieses großen Künstlers und herrlichen Menschen, willkom
men sein, ein tröstlicheres Bild von seinen letzten Tagen zu
empfangen. Dieses freundlichere Bildniß kann ihnen Nie
mand getreuer liefern, als Schumann selbst in den
War es nicht längst eine Pflicht, diese Zeugnisse von
verklärtes, geläutertes Bild des Verewigten seiner großen,
ihm liebevoll anhängenden Gemeinde zu überliefern? Es
sind sieben Briefe
stimmung der beiden letztgenannten Freunde und der ältesten
Tochter
erstenmale veröffentliche. Die Briefe liegen mir zur Hälfte
im Original vor, zur andern in Abschriften von der Hand
daran erlaubt, nur einzelne, offenbar in der Eile ausge
lassene Worte in Klammern supplirt.
Den hier folgenden Briefen an
nothwendige Erläuterungen voraus.
seine Freude darüber, daß seine
solchem Tage“ schrieb. Das Zusammentreffen wichtiger
Kalendertage hat
empfunden. So preist er im zweiten Briefe „die Freuden
botschaft, daß Juni einen
geschenkt“. Der 10. Juni war
Der
mann
eigener Aberglaube
wenn das Kind den Namen seines Pathen erhalte. Felix
gestorben und hat seinen
poetisch veranlagt; eines seiner Gedichte: „Meine Lieb’ ist
grün“, ist durch
berühmt geworden.
hat den Feldzug vom Jahre
Folge der Kriegsstrapazen gestorben. Nur der älteste von
den drei Söhnen,
einer Heilanstalt. Von den Töchtern
Die jüngste Tochter,
lehrerin. Die beiden älteren,
und Pflegerin ihrer
v.
Die am Schlusse des ersten Briefes erwähnten
über ein Thema in Es-dur haben eine merkwürdige Ge
schichte, die nur den nächsten Freunden
geworden. Eines Nachts, zu Anfang Februar
hatte Licht verlangt, da ihm Franz
geschickt, das er sogleich aufschreiben müsse. Ueber dieses
Thema in Es-dur begann er bei schon anbrechender Krank
heit
seligen 27. Februar mitten im Aufschreiben der fünften,
stürmisch bewegten Variation, als er plötzlich aufsprang,
barhaupt das Haus verließ und sich in den
Aus den Fluthen gerettet und heimgebracht, setzte er sich
sofort schweigend an seinen Schreibtisch und schrieb an der
Variation weiter, genau wo er aufgehört hatte. Die
Supplementband seiner gesammelten Compositionen aufge
nommen. Dasselbe Thema hat eine rührende Auferstehung
und Verklärung erlebt in den vierhändigen
op. 23 von
Die anderen in demselben Brief erwähnten
schen Compositionen sind: Der Balladencyklus „
und der Königstochter
gewidmete
„
langt, sind keine Lieder, sondern fünf
„der hohen Dichterin
Brief vorkommende platt
Fritz Joachim in der gedruckten Ausgabe seiner „
Die Freunde, nach denen
sind: der Componist Woldemar Bargiel, ein Stief
Die „Tagesfolge im August: Clara, Aurora, Eusebius“
(im fünften Brief) bedeutet auch eine von
vollen Kalender-Erinnerungen. Der Name Clara fällt
auf den 12. August, Eusebius auf den 14. August.
Die „Aurora“ und ihre specielle Bedeutung für
konnte ich nicht entdecken.
In dem letzten Briefe vom 6. Januar
dritte dämonisch“
bezeichnete, während
den blauen Himmel ziehen, machte seine Umgebung sofort
ängstlich, und die Absicht,
herauszunehmen, wurde wieder aufgegeben.
neigt mehr zu der Anschauung
Briefe von Robert Schumann an seine Frau.
und die liebenswürdige
ich dein wundervolles Spiel einmal hören! War es ein
Traum, daß wir im vorigen Winter in
und daß du überall so glänzend aufgenommen, namentlich
in
wie du in den Concerten das
aus
noch eines Themas in Es-dur, was ich in der Nacht
einmal hörte und
sie mir beilegen und vielleicht etwas von deinen Compo
sitionen mit?
So viele Fragen und Bitten hab’ ich — könnt’ ich zu
dir und sie dir aussprechen. Willst du den Schleier über Dieses
oder Jenes, worüber ich dich gefragt, werfen, so thue es.
So leb’ denn wohl, geliebte
und schreibt mir bald. Dein alter getreuer
Endenich, 18. September
Abends 8 Uhr. Eben komme ich von
immer
Wie ich vor ihr stand, erklang die Orgel in der Münster
kirche. Ich bin jetzt viel kräftiger und sehe viel jünger aus,
als in
daß du Herrn Dr.
zu geben, was ich wünsche, und ihm wieder ersetztest. Oft
bitten mich arme Leute, und dann dauert’s mich. Sonst ist
mein Leben nicht so bewegt, als früher. Wie war das sonst
ganz anders! Gib mir doch Mittheilung über das Leben
unserer Anverwandten, Freunde und Freundinnen in
du kennst sie Alle.
Nun möchte ich dich an Manches erinnern, an ver
gangene selige Zeiten, an unsere Reise in die
unsere Reise in den
dann an die nach
Musikfest in
erstenmale und am dritten Tage das
mir, so herrlich von dir gespielt, mit glänzendem Beifalle,
die
Erinnerst du dich auch, wie in der
die
scharfen Trab gerieth und du etwas ängstlich wurdest. Ueber
alle unsere Reisen, auch über die, die ich als Schüler und
Student gemacht, habe ich kurze Notizbücher geführt — oder
viel besser — willst du mir die Freude machen, einen Band
deiner Tagebücher zu senden und vielleicht eine Abschrift von
den Liebeszeilen, die ich dir von
Hast du noch das kleine Doppelporträt (von
spreche ich dir den Wunsch aus, mir die Geburtstage der
Kinder mitzutheilen, sie standen im blauen Büchlein.
Nun will ich noch an M. und E. [
schreiben, die mich so herzlich angesprochen.
Adieu, herzlichste
bald deinem
Endenich, 26. September
Doppelbild. Meine Phantasie war durch die vielen schlaf
losen Nächte sehr verwirrt, nun seh’ ich dich wieder in
deinen edlen ernsten Zügen.
Was du über — — schreibst, hat mich aufs herzlichste
erfreut. So auch über
Compositionen. Das wundert mich, daß
punktische Studien treibt, was ihm gar nicht ähnlich sieht.
kennen lernen; erinnerst du dich „
Pianoforte, dieses furchtbaren Stückes! Auch
grüße vielmals.
Des Bildnisses
noch besinnen, meines aber nicht. Dank für die Mittheilung
der Geburtsjahre der Kinder; welche Taufzeugen für den
Kleinsten und in welcher Kirche soll er getauft werden?
Schreibe mir mehr von den Kindern und von dir, herzlich
geliebte
Endenich, 10. October
Nun habe herzlichen Dank für die Abschrift der kleinen
Verse, die ich dir aus
Umkehrräthsel von
Ich wünschte manchmal, daß du mich am Flügel phanta
siren hörtest; das sind meine schönsten Stunden. Die
lernen; ich schreibe selbst an ihn.
Könnte ich vielleicht durch deine Güte das Manuscript
der „
kommen? Wie steht es mit dem Verlage des
in D mit Orchester, das du in
schön spieltest, und des
Nun nimm, geliebte
der Ernennung in
das ich erhalten. Schreibst du an Verhulst, so
12. October
Ich empfange eben deinen neuen herzlichen Brief mit
dem Daguerreotyp von
der Erinnerung vorschwebt. Auch für die Cigarren nimm
meinen Dank, wie für den vierten Band des
An das
und es freut mich, einige noch unaufgelöste Spiele zu lösen.
Die
Willst du den beifolgenden Brief ihm übergeben? Es freut
mich auch, daß du von Becker in
Schreibe mir noch mehr, theure
dern.
vom
und immer so fröhliche Nachrichten. Dein in alter und
neuer Liebe ergebener
Aus einem Briefe vom 27. November
Die
ersten Durchsicht gleich und bei tieferer Erkenntniß immer
mehr entzückt. An
sein von de
Studirzimmer? Er ist einer der schönsten und genialsten
Jünglinge. Mit Entzücken erinnere ich mich des herrlichen
Eindrucks, den er das erstemal durch seine
und später
machte. O könnte ich ihn wiederhören! Auch seine
möcht’ ich.
6. Januar
Nun wollte ich dir, meine
für die Künstlerbriefe danken und
und
erinnere ich mich sie von ihm gehört zu haben — und so tief
ergriffen; überall genial, tief, innig, wie Alles in einander
verwoben. Und die
neu; nur das doppio movimento wie bei der zweiten versteh’
ich nicht, wird es nicht zu schnell? Der Schluß schön-eigen
thümlich! Die zweite wie anders, wie mannigfaltig, die
Phantasie reich anzuregen; zauberhafte Klänge sind darin.
Das Schluß-Baß-Fis scheint die dritte Ballade einzu
leiten. Wie nennt man die? Dämonisch — ganz herrlich
und wie’s immer heimlicher wird nach dem pp. im Trio;
dieses selbst ganz verklärt und der Rückgang und der Schluß!
Hat diese Ballade auf dich, meine
Eindruck hervorgebracht? In der vierten Ballade wie schön,
daß der seltsame erste Melodieton zum Schlusse zwischen moll
und dur schwankt und wehmüthig in dur bleibt. Nun weiter
zu Ouvertüren und Symphonien! Gefällt dies dir, meine
die enthusiastische Wirkung und großes Aufsehen macht,
bringt am schnellsten und auch alle anderen Compositionen
vorwärts. Er muß.
Nun grüße
meine Herzensliebste, erinnere dich deines in alter Liebe
ergebenen