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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Dem Sänger Herrn A. Sistermans ge
in E-dur ein lichteres Gegenbild; dort ward der Tod als
bitter beklagt von dem Menschen, „der gute Tage und ge
nug hat und ohne Sorge lebet“, hier als Erlöser begrüßt
„von dem Dürftigen, der in allen Sorgen steckt und nichts
Besseres zu hoffen noch zu erwarten hat“. Der vierte und
letzte von
der nicht vom Tode handelt; er tritt aus dem engen Kreis
trostlos pessimistischer Lyrik, ein Stückchen Himmelsblau,
das sich aus dem schwarzen Gewölk hervorkämpft. Es ist
die oft citirte Stelle aus
brief
zungen redete und hätte die Liebe nicht, so wär’
ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.“
Auffallend heftig beginnt die Rede, etwa als wolle sie
mit „Ihr Halsstarrigen!“ anheben, echt
die zornig herabspringenden Bässe. Der eifrige, stellenweise
zu leichterer Figuration sich belebende Predigerton mildert
sich zu sanfter Betrachtung in dem Adagiosatz: „Wir sehen
jetzt durch einen Spiegel“ und vergönnt sich sogar zu den
Worten: „Die Liebe ist die größte unter ihnen“ einen
wärmeren melodischen Abschluß.
Kein Zweifel, daß diese neuesten
zu seinen tiefstempfundenen und künstlerisch vollendetsten ge
hören. Populäre Concertnummern oder Lieblingsstücke
unserer Dilettanten zu werden, das bleibt ihnen wol ver
sagt; sowol durch die niederdrückende Traurigkeit der Texte,
wie durch den herben Ernst der Musik und ihre strengen
Anforderungen an den Sänger. Ihr Styl erinnert zu
nächst an das
Dieser Styl ist
gleich seine Wurzeln zutiefst in
gilt ja auch von
doch, wie sehr unterscheiden sich auf den ersten Blick der
Psalter
dort nachwirkend in einer weichen, sanften Individualität,
hier in einer starken und herben. Von den „
Gesängen
finden, und so wecken sie in uns ein stilles Bedauern, daß
Seit
welche sich im Oratorium bethätigt haben und deren (wirk
licher und vermeintlicher) Glaubenseifer uns nur zu oft
ersetzen soll, was ihnen an musikalischer Schöpferkraft fehlt.
Die ganze Kunstgattung ist entschieden gesunken: die Chorvereine
müssen nach allen Versuchen mit Brahms allein
Die neuen
Anforderungen an den Sänger. Sie verlangen eine aus
giebige Stimme von beträchtlichem Umfange, vollkommene
Beherrschung des Athems, der Aussprache, der Declamation,
also, ganz abgesehen von der geistigen Potenz, eine meister
hafte Gesangstechnik. Herr Sistermans, bekanntlich ein
Ein ungewöhnlich glücklicher Anfang der Concertsaison
gab uns an zwei aufeinanderfolgenden Abenden ein neues
Werk von Brahms und ein neues von
zeigt uns
Gleichgewichte seiner Fähigkeiten. Gesund, klar und ein
präglich, ohne banal zu werden, geistreich ohne eitle Bi
zarrerie, gehört dieses Werk zu den besten dieses Autors.
Erstaunlich und erfreulich nennen wir die Fruchtbarkeit
über hundert Werke publicirt hat, fast genau so viel wie der
um ein Jahrzehnt ältere
reichere Natur,
cirende. Man hat manchmal die Empfindung, als ob Beide
einander ergänzten; der optimistische und volksthümliche
Grundzug in
sivere in
wie die andere. Unter den so rasch sich drängenden Com
positionen
alle gleich ausgereift sein; trotzdem darf man freudig zu
gestehen, daß seine neuen größeren Werke sich auf gleicher Höhe
erhalten, ja bei ungeschwächter Erfindung eine Verfeinerung
des Geschmacks aufweisen. Die
in seinem Leben mag
Entbehrung empfunden haben; ein Nachtheil für seine
musikalische Entwicklung war sie nicht. Er hat auch aus
den wunderlichen Naturproducten
Honig gesaugt und bereitet. Seine
neuen Welt“, sein reizendes
seines
für eine glückliche Fügung, daß
wieder bei Frau und Kindern auf heimischem Boden schafft,
in dem zärtlich geliebten Lande, das nur in
wohlige Behagen aus dem
hören. Nicht als ob
vordrängten — davon scheint sich
emancipirt zu haben — aber es ist auch nichts
nisch
stimmungsvolles Vorspiel führt zu dem feinen, liebens
würdigen Allegro in As-dur, durch das eine zierliche
Quintolen-Figur sich neckisch schlängelt. Es folgt ein in
kecken Octavensprüngen sich erlustigendes F-moll-Scherzo;
mit einem entzückend gesangvoll Mittelsatz in Des. Dem
Adagio (F-dur 3/4) möchte ich den Preis zusprechen unter
den vier Sätzen. Nur bei
von so entschieden idealem Zug. Welch süßer, ruhig sich ent
faltender Gesang in der Oberstimme; wie einheitlich die
Stimmung und doch nirgend ermüdend! Das Finale, ein
rascher Zweivierteltact, strömt ohne leidenschaftliches Pathos,
frisch und anmuthig dahin. Die Erfindung steht nicht ganz
auf der Höhe der früheren drei Sätze; die Durchführung
zeigt hin und wieder Lücken, die von etlichen kleinen Fugato-
Anfängen mehr verrathen als verdeckt werden.
Den Herren Rosé,