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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Mit überraschender Eile und Beflissenheit hat
man den „
seiner
ters verpflanzt. Mochte die Direction fürchten, daß andere
war unbegründet. Die Novität hatte in
mäßigen Erfolg, und
raschen Verschwinden von
Basoche
zweiten. Die Oper „
Jahr lang unbeachtet im Arbeitszimmer unseres Hofopern-
Directors ruhte, würde eine Aufführung in
mehr verdient haben. Auch kein Meisterwerk, ist sie doch
musikalischer, lustiger, lebhafter, auch ein wenig melodien
reicher, als der „
Armuth von „reich“ und „reicher“ gesprochen werden kann.
Sehen wir uns die Handlung der neuen Oper an.
Den Mittelpunkt der Intrigue bildet die vom Fürsten
Cellamare gegen den Regenten
verfügen konnte und die er deßhalb zum Helden des
Stückes machte. Die Oper beginnt mit einem Masken
feste bei der
Seele der Verschwörung ein, verschwindet aber sofort
wieder aus der Handlung. Der junge Chevalier
mental
gleichzeitig in eine ungenannte junge Sängerin, welche
bei der allegorischen Festvorstellung als
auftritt. Wer sie ist, erfährt
Bilde“.
In sechs Acte, im Textbuch und
Clavierauszug deren drei, auf dem vier.
Thatsächlich sind die „sechs Bilder“ richtige sechs Acte.
Studenten der Theologie in dieselbe Pension einziehen, die
seine „
bewohnt. Das Liebesverhältniß mit
gleichen Schrittes vorwärts mit dem politischen Complot.
Die Verschwörer — außer
sammeln sich Nachts in enger Straße vor dem Hause
einer Dame, welche den
Hier lauern sie ihm auf, um ihn zu entführen. Der
gent
Folge einer übermüthigen Wette den Weg nach seinem
Palais über die Dächer. Der nächste Act spielt wieder in der
gemüthlichen Pension der Frau
und
Häuptern sich bereits das Gewitter zusammengezogen.
Erzbischof
allmächtige Spion, in der
mißlungenen nächtlichen Handstreich entdeckt und die Schul
digen dem
gefesselt in seine Wohnung gebracht, wo er verrätherische
folgen soll. Um
liefert sich
aus. Der dritte Act spielt im königlichen Palast.
fällt dem
Brief von seiner eigenen Hand. Darin wird ihre ver
storbene Mutter, die Witwe eines braven Officiers, der
dem
zeit um Schutz und Hilfe an diesen zu wenden.
bittet um das Leben
der
kundgemacht, doch wolle er eine Unterredung der Liebenden
nicht hindern, ja ihre Vermälung unmittelbar vor
tal
in einer langen Audienz dem
öffnet sich der Hintergrund und zeigt uns die hell erleuchtete
Capelle. Die Vermälung ist vollzogen und
Das Textbuch charakterisirt jene abenteuernde Keckheit
und zugleich praktische Geschicklichkeit, welche so vielen Werken
der
auch bei schwächerer Musik, sichert. Der „
d’Harmental
bei der
plot), endlich eine überraschende, bis zum letzten Augen
blicke hingehaltene Lösung. Letztere, der Haupteffect des
Stückes, ist freilich nicht neu: im „ Massenet wird gleichfalls auf hohen Befehl eine Ver
nicht zutreffen können. Vieles zur Erklärung Nothwendige
mußte in der Oper wegfallen oder bis zur Unkenntlichkeit
comprimirt werden. So viel ich in der Generalprobe und
bei der Aufführung beobachten konnte: die Rathlosigkeit in
Bezug auf die Handlung war allgemein. Zahlreiche Opern
von Auber,
technische Mache, namentlich im Orchester, kann das fehlende
musikalische Genie nicht ersetzen, kann nicht verhindern, daß
wir, von Act zu Act ungeduldiger werdend, am Schlusse
todtmüde gelangweilt sind. Dankbare lyrische Ruhepunkte
bietet dieses verwickelte Intriguenstück nur wenige; um so
energischer hätte der Componist alle melodische Kraft darauf
concentriren müssen. Leider warten wir in dem langen
Verlaufe der Oper vergeblich auf eine erquickende musikalische
Oase. Der einleitende Festchor im ersten Acte ist banal,
das Männerseptett „Wir grüßen dich“ ebenfalls,
Strophenlied „Ich bin die
und reizlos. Unwillkürlich denkt man an das Garten
fest in „
sprudelnde Arie der
Doch ich vergesse, daß die neuesten dramatischen Keuschheits
gesetze Triller und Verzierungen verbieten, sogar in einem
Festconcert bei der
lichen Scenen im zweiten Act spinnen sich ohne Humor
zähe fort. Nicht einmal in seinem D-dur-Andante („Sie war
so schön“) am Schluß des zweiten Actes findet
zwingende Töne der Sehnsucht und Zärtlichkeit. Man muß
die lyrischen Sologesänge
merksam verfolgen, um zu begreifen, wie es möglich ist, so
unendlich lang fortzusingen ohne einen einzigen musikalischen
Gedanken. Das Beste in der Oper ist die nächtliche Straßen
scene, die auch dramatisch den lebendigen Mittel- und Höhenpunkt
des Ganzen bildet. Ohne eigentliche Originalität wirkt doch
die Musik hier durch virtuose Technik. Nach dieser Scene
geht es wieder stark abwärts im Hause
rhythmisch lahmes, ermüdendes Liebesduett, das trotz aller
hohen B und As nicht zünden will, schließt den zweiten
Act; ein noch reizloseres singen
vor der Trauung. In dem Gespräch
gesetzt, denen der Componist leider nicht folgt; die ganze
Scene, trübselig und pathetisch, hält den Schluß der Oper
ungebührlich auf. Ich wüßte aus dieser ganzen sehr langen
Oper kein einziges Musikstück hervorzuheben, an dem man
aufrichtige Freude hätte und das man wieder zu hören
wünschte. Einem Operncomponisten auf melodischem Halb
sold, wie Herrn
weg zu statten, lange recitativ-ähnliche Dialoge über eine
„unendliche Melodie“ spazieren zu führen. Niemand wird
dem Autor des
Athem mit
daß die neuesten
auch die
vorhandenen Kräfte reichen“. Zu dem halb declamatorischen,
halb cantilirenden formlosen Singsang auf der Bühne
spinnt das ruhelose Orchester seine angeblich „selbstständigen“
Melodien. Dieses Gespinnst ist die seidene Schnur, mit
welcher der Gesang erdrosselt wird.
wicht auf die dramatische Ausmalung seines Textbuches.
Will man aber wirklich auf den Reiz musikalischer Formen
und musikalischer Schönheit verzichten, dann scheint es uns
einfacher, anstatt der
spiel
wirksamer.
Ein geistreicher
schreibt über die
weilig gewesen, daß er sich „beinahe“ nach Auber gesehnt
oder Bizet’s „
Die Aufnahme der neuen Oper war, wie untrüglich
vorauszusehen, sehr lau. Was bei der Première an Beifall
sich hervorwagte, dürfen die mitwirkenden Künstler getrost
auf ihre Rechnung schreiben. Für die
Herr van Dyck mit allem ihm eigenen Talent und Feuer.