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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Zu Händel müssen wir immer wieder
singende Personen nur allegorische Figuren auf: die
die
Was sie einander sagen, gleicht einem förmlichen Proceß,
mit Klage und Einrede, Replik und Duplik. Den Richter
macht stets „die
solchem Umfang gehören einer ganz überwundenen Geschmacks
richtung an; sie lassen uns völlig kalt. Nicht ganz so un
ergiebig für die musikalische Phantasie und Empfin
dung, immerhin doch steif und gekünstelt ist die
Dichtung zum „
v. Perger (abgesehen von einigen Kürzungen) vollständig
weder den
beiden nur kaltes Wasser über den Kopf gegossen. Diese
Verklärung der beiden Gegensätze in einem vermeintlich
höheren Dritten kann musikalisch nur zur traurigen Negation
jeder starken lebendigen Empfindung werden, der schwer
müthigen sowol wie der fröhlichen. An
Zeitalter verschieden auf dieselben Reize reagiren. Für
unser an viel heftigere Erregungen gewöhntes Gefühl klingen
sowol der
sich so maßvoll, daß es einer herabstimmenden Correctur
der beiden durch einen eigens angestellten „
nicht bedarf. In wie viel stärkere und schärfere Contraste
hat sich unsere Musik in den anderthalb Jahrhunderten seit
der Composition von „
Es charakterisirt den „
eigentlichen (
schlossenes Ganzes wirkt, sondern in eine Reihe von Einzel
heiten zerfällt, von denen man ohne Gefahr für den Zu
sammenhang nicht wenige überspringen kann. Dazu entschließt
man sich auch um so leichter, als hier der Chor keine
selbstständige, dramatisch eingreifende Rolle spielt, sondern
hinter den Arien so im Hintergrunde steht wie im „
der Einzelgesang hinter den Chören. Die erste Abtheilung
(welcher keine Ouvertüre vorangeht) eröffnet der
indem er „den Trübsinn, den Freudenstörer“ weit weg von
sich scheucht. Wer dieses Recitativ hört, ohne die Worte zu
verstehen, könnte darauf schwören, daß nicht der
sondern der
Trübsinn zu verbannen, sich darin überaus wohl fühlt. Eine
der berühmtesten Nummern ist die Lach-Arie mit Chor;
in ihr steckt der größte, originellste Gesangseffect. Daß
dieser Effect — „das Lachen, das vor Wonne stöhnt“ (wie
es in
nicht herauskam in unserem Sonntags-Concert, lag an
dem Sänger. Die charakteristischen Staccato-Figuren dürfen
nicht mit trockenem Ernst, sondern ausgelassen lustig vorge
bracht, sie müssen mit Einem Worte gelacht und nicht ge
sungen werden. Der berühmte Tenorist Michael Kelly,
diesen Concerten,
in seinem keuschen Vortrag makellos. „Aber in den leb
haften Gesängen
die Lach-Arie singen, ohne einen Muskel zu bewegen, und
entschloß mich, obwol dies ein großes Wagniß war,
das Stück ganz nach meiner eigenen Weise vorzutragen.
Anstatt es mit der ernsten Zahmheit
lachte ich das Stück hindurch, wie ich glaubte, daß es ge
sungen werden müsse und des Componisten Absicht gewesen
sei. Das steckte an: die Majestäten wie die ganze Versamm
lung und das Orchester geriethen in schallendes Gelächter,
und aus der königlichen Loge wurde das Zeichen zur Wieder
holung gegeben, und ich sang es abermals mit noch gestei
gerter Wirkung.“ Der Chor unseres trefflichen „Singver
eins“ faßte die Sache schon herzhafter an, obgleich noch
immer zu bescheiden und verschämt. Eine bekannte Perle
des Werkes ist die Nachtigallen-Arie „Sweet bird“, einst
ein glänzendes Concertstück der Jenny
denkt man bei diesem sentimental-koketten Wetttrillern und
Wettschluchzen zwischen einer Flöte und einer Singstimme
an die geputzten und gestelzten Rococo-Schäferinnen des
achtzehnten Jahrhunderts. Chrysander preist diese Arie
der Schlummer sich allmälig auf die Augen der ermüdeten
Tänzer senkt. Ich finde ihn eigenartiger und musikalisch be
deutender als das eigentliche Fest selbst. Man kann eben
nicht vergessen, welchen ungeheuren Fortschritt
60 Jahre später auf gleichem Felde mit seinem „Winzerfest“
gethan — und 60 Jahre scheinen dafür eine kurze Zeit.
Wie das ländliche Fest in der ersten Abtheilung, so ist in
der zweiten die „Stadtscene“ berühmt mit ihrem rührigen
Treiben und heiteren Glanz. Ein stattliches kräftiges Musik
stück, dem nur für unsere heutige Empfindung der Puls
nicht rasch genug schlägt. Besonders der langsame D-moll-Satz
von den „holden kranzspendenden Frauen“ scheint sich aus dem
Repertoire des
irrt zu haben. Eine Bravour-Arie für Tenor („Deine Hand
kann Lust verleih’n“), von einer Trompeten-Fanfare ein
geleitet, erinnert mit ihrem aus den Intervallen des D-dur-
Dreiklanges gebildeten stolzen Thema an zahlreiche Seiten
stücke in
immer sicher; diese Wirkung allzeit und überall mit ganz
neuen Ideen zu erreichen, lag gar nicht in seiner Absicht.
Er hielt sich seinen ganzen großen Reichthum für alle Vor
kommnisse disponibel und konnte auch bei der außerordent
lichen Schnelligkeit seines Arbeitens (der ganze „
in 17 Tagen componirt!) auf gelegentliche Wiederholungen
nicht verzichten.
Je mehr wir uns der dritten Abtheilung nähern, desto
häufiger und einschneidender sehen wir in der Partitur den
Rothstift walten. Wir verklagen ihn nicht, denn er war
nicht zu entbehren. Nach dem schönen Schlußchor der zweiten
Abtheilung („Melancholie“) brach ein großer Theil des Publi
cums auf. Sehr ökonomisch war es nicht gewesen, drei
große Chöre und ein dreisätziges Violinconcert dem
schen
Mittagsconcert in Anspruch nimmt. Die stärkste Amputa
tion mußte natürlich der dritte Satz „Der Gemäßigte“
(Il Moderato) sich gefallen lassen; es blieb davon in unserer
Aufführung nur die Baßarie und der Schlußchor,
selbst hat in späteren Concerten den ganzen „Moderato“
als ein überflüssiges oder vielleicht gar schädliches Anhängsel
weggelassen. Man darf wol ohne Gewissensscrupel seinem
Beispiele folgen. Rein musikalisch betrachtet, bietet uns der
dritte Theil die auffallende Wahrnehmung, daß er, der „die
goldene Mittelstraße“ verherrlicht, noch viel schwermüthiger
klingt, als Alles, was zuvor der „
Die Aufführung des
R. v. Perger verdient, in Anbetracht ihrer großen
Eröffnet wurde das dritte Gesellschaftscon
cert mit drei großen Chören aus J.