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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Von
vor achtzehn Jahren siegreich und verheerend über die
Trompeter von Säkkingen
und anhaltenderen Erfolg und blies den
beiseite. „Behüt’ dich
Decennien, erscheint der wohlbekannte Sänger und viel
gereiste
berühmte Stadt ihn ganz besonders nöthig hat“? Ich möchte
es bezweifeln; zum mindesten hat er die rechte Zeit verpaßt.
Was ihn trotzdem hier noch immer begünstigt, ist das
Interesse der Neugierde. Den
doch ein Blatt neuester Operngeschichte, so lange sie den be
rühmten
spielen hören. Schade nur, daß er als halbe Mumie
zu uns kommt, nachdem obendrein der Stoff hier durch
neuere Bearbeitungen bereits aufgerollt und abgenützt wor
den ist; ich erinnere an das Ballet „
Joseph Förster in der Hofoper und Joseph
schlichte Sage mit allerlei Nebenfiguren und Seitenhandlungen
umwickelt, die so wenig mit der Hauptsache zu thun haben,
daß wir eigentlich erst am Schluß des dritten Actes, wo
Mühsam, unter lauter Stockungen und Ritardandos bewegt
sich die Oper vorwärts und dauert in der Originalgestalt
länger als die „
es obendrein nothwendig, mitten in der Ouvertüre den
Vorhang aufziehen und „die Sage“ einen langen,
melodramatisch begleiteten Prolog sprechen zu lassen. Man
war in
könig vor dem „
vers hat wol noch kein Mensch verstanden: „Und steigt der
Sänger im Triumph zur Höhe, ihn hüllt der Berg in
ew’ge Grabesnacht.“
Der erste Act bringt in unerträglicher Breite die
Exposition: vor den über Schulden und Steuern lamen
tirenden Rathsherren erscheint der
unter schauerlichen Posaunenklängen und dröhnenden Becken
schlägen seine „Bedingungen“. Man bewilligt ihm das ver
langte Honorar von 100 Mark, und nun ist durch dritt
halb Acte von der Sache nicht mehr die Rede. Es folgt
eine lange Familienscene im Garten des
Sein Töchterlein
während ihre Base
das Klingen im rechten Ohr, im linken Ohr und in
beiden Ohren bedeute. Endlich kommt der
kommt der
seinem unausstehlich meckenden
Sextett complet und kann in gefühlvollem Andante sich be
quem ausbreiten. Zweiter Act: Volksscene mit Heisa und
Hopsasa; erstes Lied des
überfrechem blonden Haar“. Ein Bürgermädchen,
kommt des Weges. Wie gebannt bleibt
und
ist die Maid, das ist der Mann! Das ist das Antlitz, das
ist die Gestalt, vom Himmel mir geweiht!“
Das ist der Unsinn — ergänzen wir — der unter frei
williger Mitwirkung des Chors sich sofort zu einem großen
Adagio-Ensemble aufbaut.
Der
„O Ränzel und Stab“, ein schwerfälliges Andantino, von
dem
Sänger spornstreichs davonläuft. Ihr
Schmiedgeselle Namens
Jüngling ist übel daran. Wir sehen ihn im nächsten Act
seiner
sehr viel Zeit, aber kein Gehör, „O du junger, o du bunter,
stolzer, stolzer Sängersmann!“ singt sie schmachtend. Der
Ersehnte ist augenblicklich zur Stelle und producirt mit
dauert, wenn nicht noch mehr. In
dem energischen Rothstift, nur sehr lange. Gewundert
hätte es uns, wenn jetzt nicht eine Keller- und Trinkscene
gekommen wäre. Richtig, ein dicker
dem
die Handlung noch länger aufzuhalten, theils um
abermals Gelegenheit zu einem Lied zu geben: „Wenn dem
Wächter das Horn einfriert“. Nachdem wir auch
noch ein Schmiedelied von
entschließt sich
schwörung der Ratten und Mäuse“. Was nun folgt, ist bald
erzählt, aber nicht so leicht begriffen. In voller Rathsver
sammlung wird
aus Rache holt er wieder ein Lied aus seiner riesigen
Sammlung (diesmal mit Harfenbegleitung) und bezaubert
damit die unschuldige
ihm, den sie bisher gar nicht bemerkte, liebestrunken an
den Hals. Der
und morgen auf das Hochgericht!“, was uns doch
für ein Lied sammt Kuß eine etwas harte Strafe dünkt.
Den fünften Act eröffnet der Hinrichtungszug, das Armen
sünderglöckchen ertönt, der Scheiterhaufen ist für
bereit. Da stürzt
mein; ich will sein Leben!“ genügt, um „nach Kaiser
Gebot“
verwiesen;
fällt der Vorhang und wieder hebt er sich. Während ein
Festmarsch in C-dur die Lungen aller Bläser zu sprengen
droht, scheint der Componist sich zu besinnen, daß er noch
immer keine Orgel angebracht hat. Also ein Andante
religioso mit Orgelklang hinter der Scene. Während die
ganze Gemeinde in der Kirche weilt, lockt
Schalmei die Kinder von allen Seiten zu sich auf die Brücke,
welche auf sein Zauberwort einstürzt.
Der „
zur Gattung der breiten Bettelsuppen, denen schon
„ein großes Publicum“ zugesteht. Die Ingredienzien
stammen aus der bewährten
biederer stattlicher Rathsherr, dann sein holdes Töchterlein
mit ihrer unausweichlichen schwatzhaften Base, als Held und
Liebhaber ein Ritter oder Sänger, ihm gegenüber ein ver
schmähter eifersüchtiger Geselle, endlich die unentbehrlichen
komischen Figuren des albernen Rathsschreibers oder täppi
schen Lehrjungen. Auch das musikalische Recept ist so ziemlich
feststehend: vor allem recht viel Strophenlieder, dazwischen
je ein komisches und ein sentimentales Duett; nach einer
mondbeschienenen langen Liebesscene ein optimistischer Bier-
oder Weinhymnus von drei oder vier Trinkern; womöglich
in jedem Act ein breiter ausgeführtes Quintett oder Sextett
mit zwei Frauenstimmen. Diese Gattung romantisch-komischer
Opern ist dem großen Publicum der
märchenhafte Elemente hineinspielen. Solch echt
Mischungen von Sentimentalität und Philisterthum, von
biederer Herzlichkeit und stereotyper Komik, von Gottes
furcht und Zauberspuk — Lortzing hat sie uns mit
Glanzpunkte im „
den Situation so natürlich herauswachsende Abschiedslied
„Behüt’ dich
ist uns doch lieber, als alle die Lieder, mit welchen
der „
Diesen fehlt, was sie eigentlich auszeichnen und erklären
soll: lebensvoller Rhythmus und Wärme der Empfindung.
Langweilig ist die Musik in beiden Opern. Allein Werner,
Das Theater an der Wien, welches doch kein eigent
liches Opernpersonal besitzt, hat mit der Aufführung des
recht schwierigen und umfangreichen „
Ehre eingelegt. Für die
wärtige Kraft gewonnen werden, und keine bewährtere hätte
man wählen können, als den Bulss. Mit lebhaftem Vergnügen gedenken wir seines hin
Dem Umfange und der Bedeutung der
beherrschte Herr
Vorstellung. Es will nicht wenig sagen, daß die einheimischen Mit
glieder sich neben diesem Gaste sehr beifällig behauptet
haben. Ganz besonders die Damen Fräulein
( Stein (