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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H.
Siehe Nr. 11797 der „
und wol auch schönsten Theil in
sich hier keineswegs auf eigenes musikalisches Schaffen be
schränkt. Er entfaltete daneben eine vielfache praktische
Thätigkeit, welche der Kunst in
kam. Die fast verschwindend kleinste Rolle darin spielt das
Unterrichtgeben. Es ist diejenige Thätigkeit, welche, selbst in
bescheidenem Maß geübt, dem Tondichter die Kreise des
eigenen musikalischen Denkens am empfindlichsten stört, ihm
also qualitativ die unwillkommenste erscheint. Meines
Wissens ist die als Concertsängerin und Gesangslehrerin
rühmlich bekannte Frau Neuda-Bernstein das ein
Ein anderes musikalisches Amt, das sich nicht vor dem
Publicum, aber im Stillen ernst und einflußreich abspielt,
hat
der Commission für Ertheilung von Künstler-Stipendien
bekleidet. Das Unterrichtsministerium hatte im Jahre
diese neue Institution ins Leben gerufen: die Zuerkennung
von jährlichen Stipendien an mittellose talentvolle Künstler,
welche bereits mit selbstständigen Arbeiten hervorgetreten
sind. Durch diese Maßregel war in
mal ein eigenes bleibendes Budget gegründet, welches der
Staat zur Ausbildung und Unterstützung einzelner
Künstler bestimmt. Für jede der drei Sectionen (Poesie,
bildende Kunst, Musik) waren vom Unterrichtsminister drei
Commissionsmitglieder ernannt, welche gemeinschaftlich die
eingelangten Gesuche und Kunstwerke zu prüfen und zu
beurtheilen hatten. Das Referat über die musikalische Ab
theilung wurde mir anvertraut und ruht heute noch, seit
34 Jahren, in meinen Händen. Zuerst waren Esser und
„September
Lieber Freund! Gewöhnlich sind Sendungen wie deine
letzte derartiges Gestrüpp, daß ein vorläufiger freundlicher
Wegweiser wie der deine höchst angenehm und nöthig ist,
um nur einigermaßen durchzufinden. Diesmal ist’s nun doch
nicht so schlimm und wie mir scheint ziemlich einfach.
Dvořak und
noch sicherer holen. Von Uebrigen erscheint mir einzig N. N.
des Stipendiums so unwürdig, wie es in dem Fall unnütz
ausgegeben sein möchte. Sieh’ doch noch einmal seine kleine
und seine große Sünde an. Sie sind das Unmusikalischeste
im Paket. Wehe, wenn er noch mehr „fortschreitet“! Jeden
falls mußte er das Geld doch für Unterricht und nicht für
ein Libretto wünschen und verwenden!
Ich erlaube mir, der Sendung gleich einige Worte bei
zufügen. Ueber zwei junge Leute hoffe ich meine Collegen
gleicher Meinung mit mir. Sollten sie wünschen, einen
Dritten theilnehmen zu lassen, so bin ich mir nicht klar,
wen ich vorschlagen soll, und hoffe auf eine Besprechung.
Eine weitere Theilung der geringeren Summe möchte aber
nicht zu empfehlen sein. Das Stipendium soll doch
einigermaßen auszeichnen und nützen, darf nicht ein
Almosen werden. Weitaus am meisten zu loben erachte ich
Mandyczewsky, dessen Vorlagen ernstlich erfreulich
Als Zweiten nenne ich Perger, dessen
Schließlich ist noch N. N. der Einzige, gegen dessen
Betheilung ich mancherlei Besonderes einzuwenden hätte.
Mir sind seine Leistungen so unerfreulich wie seine Art,
sie und sich in Scene zu setzen. Seine Fortschritte sind die
ganz natürlichen des Menschen, der unverdrossen (oder
unverschämt) weiter schreibt, ohne zu wissen, um was es
sich handelt. Er charakterisirt sich übrigens selbst am besten,
wenn er von seinem „künstl. Ruf“ schreibt, welches Wort in
dieser Abkürzung nur künstlich, aber nicht künstlerisch be
deuten kann.“
„Januar
Ich sende dir heute das Paket zu und stimme für R.,
W. und Wg. ohne jegliches Vergnügen; ich wünschte, ich
könnte widersprechen und andere Namen nennen. R. scheint
jeden Versuch aufzugeben, auch nur der kleinste Robert
Vater Schmiedgeselle und dessen sechs Kinder; er liegt mit
seinem bischen Talent ganz auf dem Hintern. Wg. aber
mit seiner süßlichen Eitelkeit ist mir ganz unsympathisch.
Aber zurücklegen für einen besseren Jahrgang kann man das
Geld wol nicht — also heucheln wir Interesse; schließlich
können die schlechten Musikanten ganz gute Menschen sein.
Die Stipendien-Geschichte ist diesmal einfacher als
gewöhnlich und noch unerfreulicher. Die meisten Eingaben
enthalten wieder kein deutsches Wort, was ich nicht
„December
Unser
erfreuliches, hübsches und gutes Perger.
Lieber Freund! Ich sende hier die Stipendien-Arbeiten
zurück. Es wird immer trauriger! Von einer Betheilung
kann wol nur bei G. P. und C. M. überhaupt die Rede
sein. Lass’ mich aber sogleich schweigen, denn sonst widerrufe
ich auch sogleich! Bei dem Einen spricht das Concert, beim
Andern das Liederheft von einigem Talent, die folgenden
Sachen (Trio und Romanzen) zeigen aber gleich, daß sie
mit ihrem Talent rascher fertig werden als mit unserem Geld.
Lieber Freund! Erlaube in aller Kürze, daß nach
meiner Meinung V. Novak für drei Hefte
B. 0, S. 0, L. 00, V. 0000! Letzterer ist übrigens
unmündig, also verdiente sein Lehrer die Ohrfeige dafür,
uns seine Arbeit vorgelegt zu haben!
„ Wien,
So hat
herrliche Tondichtungen der ganzen Welt geschenkt, er
ermüdete auch nicht, speciell seinem Adoptiv-Vaterlande
reich
dienen. Es geschah zu allgemeiner freudiger Genugthuung,
daß
Dr. v. Gautsch, im Sommer
erhielt. Als ich
mit etwas geheuchelter Ueberraschung) brieflich gratulirte,
erhielt ich von ihm nachstehende Antwort:
„ Ischl,
Ueberrascht und verwundert hat mich — deine Verwun
derung und Ueberraschung meines Ordens wegen und daß
man „in hohen Regionen einen so gescheiten Einfall hatte“!
Letzteres ist mir nun gar nicht eingefallen, als ich dachte,
wem ich den Orden wol eigentlich verdanke. Es sind ja sehr
complicirte Maschinen im Staat; diesmal glaubte ich dich
vor Allem mitwissend und mitveranlassend. Sonst sehe
ich mich vergebens um, wer irgend angeregt und gefördert
haben könnte. Für gewöhnlich gehört aber doch mehr
dazu und Anderes, als blos künstlerische Leistungen, und
an all diesem Anderen, was es für Namen haben mag,
habe ich es doch durchaus fehlen lassen.
Zum erstenmale war ich diesmal wenigstens hinterher
artig, indem ich die vielen Telegramme, Briefe und Karten
erwiderte! Ich hatte einen so freundlichen Eindruck, daß
die Oesterreicher als solche sich freuten, daß ich noth
wendig artig danken mußte. Recht sehr möchte ich dich
bitten, mir zu sagen, wie ich mich jenen „höheren Regionen“
gegenüber zu benehmen habe?! Ich darf doch jedenfalls die
directe officielle Anzeige abwarten? Habe ich dann an das
Unterrichtsministerium oder an Se.
schreiben? Oder muß ich um eine Audienz einkommen?
Mich findest du hier, bis — ich doch wol zum Musik
feste nach
Abenteuer war doch gar zu schön und erfreulich mit Allem,
was drum und dran hängt. Ich erschrecke aber, da ich mein
Telegramm an den
klingt gar albern, „das Schönste, was nur von Menschen
kommen kann“ — als ob ich außerdem etwa an die ewige
Seligkeit gedacht hätte! Mir ist aber der liebe
nicht eingefallen, ich dachte nur beiläufig an die sogenannten
Götter, und daß, wenn mir eine hübsche Melodie einfällt,
mir das lieber ist, als ein
gar eine Symphonie gelingen ließen, dies mir doch noch lieber
ist, als alle Ehrenbürgerrechte. Seid Beide herzlichst ge
grüßt und kommt nur recht bald!“