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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H.
Siehe Nr. 11797 und Nr. 11799 der „
vom 27. und 29. Juni.
worden, pflegte
in
einigemale auch in
men. Aus allen diesen Orten erhielt ich Lebenszeichen von
ihm; Briefe oder Briefchen, die ohne den Anspruch auf
bedeutenden Inhalt doch so manche interessante persönliche
Mittheilung enthielten, manchen treffenden Ausspruch oder
liebenswürdigen Charakterzug. Ich habe die Empfindung
und folge ihr, daß unser Herz nach jedem schweren Ver
luste sich gern an die bescheidensten Erinnerungszeichen
klammert. Bei den nachfolgenden Briefen aus den Sechziger-
und Siebziger-Jahren dachte ich zunächst an
cielle Freunde und Verehrer, aber wo hätte er deren nicht!
Der erste Brief bezieht sich auf
zum Director der Wiener Sing-Akademie im Jahre
Mir schrieb er darüber im Sommer
lieber Freund! Du wirst dich wundern, daß die froheste,
dankbarste Erwiderung nicht eiliger kommt, als dein und
so mancher freundliche Brief zu mir. Ich komme mir aber
vor wie ein unverdient Gelobter und möchte mich lieber
eine Weile verkriechen. Habe ich doch beim Empfange der
telegraphischen Depesche (durch
Auftakt haben muß!) entschieden mit so ehrender Aufforde
rung zufrieden sein wollen und die Götter weiter nicht ver
suchen. Viel gewisser will ich jedoch jetzt annehmen und
kommen. Und da weiter bei mir nichts in Frage kommt,
als ob ich eben den Muth habe, „Ja“ zu sagen, so soll’s
eben passiren. Hätte ich abgelehnt, meine Gründe wären
nur fremd für die Akademie und für euch Wiener über
haupt gewesen. Großen Dank muß ich dir noch sagen für
dein vortreffliches Buch vom
genußreichste Stunden, Aufklärung, ja förmlich Beruhigung
verdanke. Jede Seite ladet ein, auf das Gesagte weiter
fort zu bauen, die schönsten Durchführungen zu versuchen
und da hiebei ja, wie du sagt, die Motive die Hauptsache
sind, so verdankt man dir immer den doppelten Genuß. Für den
aber, der seine Sache so versteht, gibt’s überall zu thun in
unserer Kunst und Wissenschaft, und will ich wünschen, uns
werde bald über Anderes so schöne Belehrung. Für heute
mit herzlichstem Gruß und Dank dein Joh. Br.“
Der folgende Brief vom August
gewidmeten
„Soeben den Titel zu vierhändigen
die nächstens erscheinen sollen, kam mir ganz wie von selbst
dein Name mit hinein. Ich weiß nicht, ich dachte an
die schönen Mädchen, mit denen du vierhändig spielst, an
dich selbst, den Liebhaber von derlei, den guten Freund und
was nicht. Kurz ich fühle die Nothwendigkeit, dir es zu
schreiben. Ist es dir recht, daß es dabei bleibe, so danke ich
gehorsamst; wünschest du jedoch aus irgend einem Grund
die Sache nicht, so wende ein Wort daran und der Stecher
kriegt Gegenordre. Es sind zwei Hefte kleiner unschuldiger
Walzer in
lieber deinen Namen auf einem gehörigen viersätzigen Stück,
„befiehl, ich folge“. Nächster Tage gehe ich in die
in
deutlicher sagen. In etwelcher Eile und alter Freundschaft
dein
Hermann Goetz, der Componist der „
„Liebster Freund! In der „
man, daß und ich die „
ergänzt haben. Dem ist nicht so;
Ouvertüre und den 3. Act nach den Skizzen orchestrirt,
ich habe nur seine Arbeit angesehen und mich aufs höchste
gefreut über den schönen Ernst und den Fleiß, den ich ihm
nicht zugetraut hätte. Schon bei Gelegenheit der „
spenstigen
gezeigt, damals und jetzt mit bestem Erfolg. Er ist wirklich
nicht genug zu loben für das, was er für
Götzen) gethan hat, und hättest du den vortrefflichen Men
schen und höchst schätzenswerthen Künstler gekannt, du
hättest deine helle Freude mit dem kleinen
allein
Leben verdankt. — Doch eben erwähnte Notiz findet sich
in vielen Blättern, ich aber schreibe nicht gern, möchtest du
nicht 2 Worte daran wenden? Daß ich’s so lange gehen
ließ, kann ich nur damit entschuldigen, daß ich, läge der
Fall anders herum, ich gewiß schweigen würde. ... Eigent
lich hatte ich so eng geschrieben, weil ich dir recht behaglich
plaudern wollte. Aber seitdem hat die Feder schon wieder
Stunden geruht. Ich bin zum Briefschreiben verdorben.
Einige schöne Herbsttage will ich noch hier in Liechtenthal
(bei
dauern und die Karlsgasse und die Andern haben mich
wieder.
auch wenn er neue Noten von mir sieht. Nun aber grüße
schönstens in deinem und andern Häusern. Auf baldiges
frohes Wiedersehen!“
Aus Pörtschach am
Ein anderer Brief aus
bezieht sich auf das Hamburger Musikfest, womit
„ Pörtschach am See, September
Trotz dieser stark zweifelhaften Antwort ist
doch zu dem Fest gekommen, das glänzend und genußreich
verlief. Clara Schumann, damals sechzig Jahre alt,
Im Frühjahr
von Militärmusiken nach
Gelegenheit nicht versäumen, auf dem Rückweg ein Stück
Brahms dort
„Lieber Freund! Ich habe ein unglückselig schlechtes
Gedächtniß für Personen und Namen. Das ist mein kleinster
Fehler, aber er ist am stärksten ausgebildet. Wie viel freund
liche liebe Leute stehen mir jetzt, mehr oder weniger deutlich,
vor der Seele. Ernstlich beschämt fühle ich mich, roh und
undankbar — ich suche vergebens ihre Namen.
Nun wirst du dich in
aufhalten, da glaube ich, daß inliegende Karten dir alles
Nöthige auf die angenehmste Weise schaffen werden.
Verhulst (M. Dr. in
Für
gute Führer: Herr Sillem (Junggeselle, höchst liebens
Wenn du irgend behagliche Tage in
so wird Herr
führen, wo es dir so wohlig sein muß wie nur irgendwo.
Wenn du ihm zum Beispiel den Namen des größten Kaffee
händlers entlocken könntest — ohne mich allzusehr zu
blamiren — bitte, frage so unter der Hand, als ob ich dir
erzählt hätte und du der Vergeßliche wärst! Die Karten
an
schreibst dein Hotel und eine Stunde dazu? Zunächst könnten
sie, falls
vertreten. Röntgen (von
worden. De Lange ist einer der besten
Dir sagt nun mein langes Schwätzen, daß mich deine
Fahrt genug interessirt und beschäftigt. Daß ich nicht mit
Namen um mich werfen kann, ist eine Schande. Aber ich
hoffe und meine, mit inliegenden Karten kommst du schon
weiter und auch zu Menschen weiter! Ich denke, du wirst
nachher Land und Leute loben.
Mit besten Grüßen und Wünschen den herzlich er
gebener J. Brahms.“
Im Mai
zückt über das „
antwortete mir aus
„Voller Vergnügen muß ich dir für deinen Brief
danken, denn er war mir wirklich ein ganz besonderes, und
ich bin höchst gut gelaunt durch den gut gelaunten! Unser
einer kann nicht ein großes NB. dazu machen, wenn er —
meint, in der Lage zu sein, aber es ist die angenehmste
Schmeichelung, wenn’s ein And’rer thut.
Und diesmal triffst du in mein Schwärzestes! Für
das eine Lied gebe ich die andern alle und noch das
W.-Album dazu. Von dir aber ist mir die Bestätigung
ernstlich werth! Ich weiß lange, daß dein vortreffliches
Schnüffel-Organ sich keinen wirklich guten Bissen entgeh’n
läßt (beim Austernessen ist das schon ärgerlicher).
Mit Widmungen bin ich nun schlimm daran, ich
schulde so viele, mehr oder weniger, daß ich mich scheue,
mit dem Auszahlen anzufangen. Ich muß mir einen be
sondern Modus ausdenken, vielleicht einen thematischen
Katalog herausgeben, wo neben jeder Nummer ein schöner
Name steht!? Besprich das einmal mit
Das wäre nun sehr schön, wenn du nach
es ist doch prachtvoll hier und höchst genußvoll zu spazieren.
Ob ich wol eigentlich nach
verführen oder fragt mich vielmehr, ob ich mich anschließen
will. Wenn du etwa zuweilen im Begriff bist, eine
reuth
ein Kreuzband darum und schicke sie hieher; uns ist so was
exotisch und interessant.
Sängerin noch schöner. Du aber sei nochmals herzlichst
bedankt für deine freundlichen Worte.“
Gleichfalls aus
dankt für das dritte und vierte Heft seiner vierhändigen
„
oft dort gespielt. In diesen beiden Heften wirkt
thatsächlich kleine Wunder der Harmonisirung und Rhythmik,
welche die Kunst des „Setzers“ hoch über die des un
bekannten „Sängers“ dieser einfachen Volksmelodien erhebt.
Man gebe irgend einem andern Componisten diesen melo
dischen Rohstoff, wie er
der Andere daraus macht. Es sind übrigens zwei dieser
Stücke vollständig
es für wichtig genug hielt, sich dessen zu berühmen.
antwortete mir aus
vergnügten und lieben Worte, daß ich dir’s gleich sagen
muß. Du weißt, daß mir die Sachen ausnahmsweise selber
einigen Spaß machen. Wie freut’s mich also, wenn’s
Anderen auch so geht und wenn sie gar so lieb sind, es nicht
zu verschweigen! Mit besten Grüßen an dein zweites Selbst
und an dein zweites Händepaar herzlichst den J.
Aus Crefeld sendete mir
„ Crefeld, 26. Februar
tiger Gruß sein und dir nebenbei sagen; daß sich der Weg
nach Haus leider noch ein wenig hinzieht! Mitte März —
früher komme ich nicht zurück. Eigentlich ist es schade, daß
ich dir nicht Allerlei erzähle und beschreibe. Da du mich
doch gewiß nicht für eitel hältst, so würdest du Freude
haben, wenn ich dir von den manchen ernstlichen und schönen
Freuden erzählte, die ich so unterwegs erlebe. Hier am
wie in
Von
senden — könnte ich nur behalten, für welchen geistlichen
Braten und Schnaps du so besondere Neigung hast. Von
spendirst du eine Karte? Im Uebrigen bin ich kein Schwarz
seher und denke, du und ganz
weiter, wie wir es trotz Allem gewohnt sind. Sei recht vom
Herzen gegrüßt. Dein J.
Im Sommer
suchte. Er versprach, auf unserer Rückfahrt nach
im Bahnhofe von
aber. Darauf beziehen sich die folgenden zwei Billette und
die Nachschrift des dritten aus
„Liebster Freund! Da steh’ ich nun mit Rosen und
Gelbveigelein, das heißt mit einem Körbchen voll Früchten,
Liqueuren und Kuchen! Er und Sie sind aber wol mit dem
früheren sonntäglichen Extrazug durchgefahren? Ich habe
am Bahnhofe schönen und seltenen Effect gemacht als artiger
Mann! Jetzt jubeln die Kinder über den Kuchen — für die
nationalen Schnapse aber opfert sich dein
„Liebster Freund! Deine Karte freut mich besonders,
weil ich dir doch endlich sagen kann, wie schlecht ich den
Tag eurer Durchreise verlebte. Ihr habt euch vielleicht so
beiläufig vergebens und verdrießlich nach mir umgesehen.
Mir aber war es so selbstverständlich, daß ich euch am
Bahnhofe sehen würde — ich konnte mir doch nicht Mühe
geben wollen, daran zu denken, es konnte mir nicht bei
fallen, mich besonders daran erinnern zu wollen — ja,
leider war es so selbstverständlich, daß — ich eine Viertel
stunde zu spät daran dachte!
Wie so eine Dummheit Einem den Tag verderben und
hernach der Gedanke daran immer wieder kommen und
Einen plagen kann; hoffentlich kennst du das nicht so
gründlich wie ich, der ich mir nur zu oft so ärgerlichen
Katzenjammer bereite. Es wäre gar freundlich, wenn du
eure nächste Durchfahrt meldetest, vielleicht ruht ihr gar
hier eine Nacht aus?
Vom Herzen dein Brahms.“
„Lieber Freund! Wenn dich dieser Tage Herr Robert
Hausmann aus
Ich hoffe, die Damen vom Professor
dern meine Promenade mit dem Körbchen nicht gar zu
lebhaft in
wenig verwöhnten Freundinnen aufhören, so anspruchslos
zu sein.“
Für den September drei
tägiges Musikfest in
und bedenkst nicht, daß ich nur gern gerade jetzt eine kleine
Aufmerksamkeit zeigte und dazu die Worte, der Inhalt der
Sprüche geeignet ist. Dich aber als Nicht-Lutheraner und
Nicht-Norddeutscher kann nicht einmal dieses interessiren!
Vielleicht kann ich dir indeß einen andern kleinen musikali
schen Spaß in
Dem Bülow aber gehen die Einfälle nicht aus! Einst
Deine Rührigkeit beschämt mich und deine Reiselust
weckt vielleicht meine. Bis jetzt suche ich nur nach einem
Vorwand, wegbleiben zu dürfen! ... Willst du mir die
Freundschaft thun und in Rein
aufsuchen oder durch Karte von deinem Kommen
Weit mehr noch hatte ich zu bedauern, daß es mir
nicht vergönnt war, einer sehr lockenden Einladung nach
Meiningen zu folgen.
„Ich habe die Tage über viel und herzlich an dich ge
dacht — „
Die Oper von Johann
und sie wären dir ein Genuß gewesen in jeder Beziehung.
Ich will dich nicht neidisch machen — nur deßhalb beschreibe
ich nicht ausführlicher, was dich Alles interessirt und er
freut haben würde. Nur das Eine melde ich, daß ich erst
vierzehn Tage später (am 14. December) anfangen kann,
dir zu erzählen. Das kommt daher, daß
fräulichkeit seines Quartetts meiner neuesten Sache preis
gegeben hat. Bis jetzt hat er das keusche Heiligthum sorglich
gehütet, und jetzt, so sehr ich dagegen gesprochen, verlangt
er, daß ich mit Clarinett und Clavier eindringe, mit Trio
und Quintett. Am 12. December passirt das, und zwar
mit dem
Mandyczewski sage (oder lass’ ihn lesen), daß