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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Wer einmal in
den runden alten Thurm „Daliborka“, welcher vom
schin
soll der als Hochverräther eingekerkerte
Geige ausgebeten und darauf meisterhaft zu spielen gelernt
haben. Die Sage erzählt, sein wundervolles Violinspiel habe
stets lauschende Zuhörer herangelockt, welche dem Gefangenen
durch die Gitterstäbe Münzen hinabwarfen. In der Sage,
im Bilde, im Bewußtsein des Volkes bleibt der gefangene
es nicht unbegreiflich, daß der Textdichter und sein Componist
dieses poetische, die Musik geradezu herausfordernde Moment
sich konnten entgehen lassen? Die verkleidete
doch eigens dem
dankt entzückt, legt aber das Instrument unberührt beiseite.
Die Beiden verlieren sich in einem langen Liebesduett; von
der Geige ist nicht mehr die Rede. Hingegen schildert
sein Freund Zdenko so herrlich auf der Geige gespielt
Professor
findung und, wie man sieht, keine von den besten. Das
Historische daran beschränkt sich etwa auf Folgendes. Der
kowitz
ihren Gutsherrn Wenzel Adam v.
Die mit Letzterem befreundeten Bürger von
gegen
ihn zur Bestrafung an den König
ließ den Landfriedensbrecher nach längerer Gefangenschaft
im „Weißen Thurm“ des
In
von
das Drama. Wir sehen den König
und
führen gegen
mit welcher er seinen Freund gerächt. Die Richter ver
urtheilen ihn zu ewigem Kerker. Vergebens fleht jetzt
lada
Gnade für
in dem muthigen Zuspruch eines Landmädchens
welches, durch Dankbarkeit an
freiung plant. Im zweiten Acte sehen wir
Jüngling verkleidet in der Behausung des Kerker
meisters
allmälig gewonnen hat. Ganz wie
dem Alten sogar die Erlaubniß ab, zu
Kerker hinabzusteigen und ihm die Geige zu überbringen.
Die Neue und aufopfernde Liebe
Widerklang im Herzen
fällt der Vorhang. Den dritten Act eröffnet wieder eine
feierliche Gerichtsscene unter dem Vorsitz des
Fluchtversuch
dessen Hinrichtung gesühnt werden.
Rüstung, wagt, von
gewaltsamen Versuch zu seiner Rettung. Sie wird tödtlich
verwundet und stirbt in
Das Textbuch, im Geschmack verstaubter Ritterstücke,
ist von dürftiger Erfindung und leidet überdies an auf
fallendem technischen Ungeschick, zumal im scenischen Auf
bau. Einheitlich entwickelt sich nur die Exposition, ähnlich
wie im ersten Acte von „
sammenhängenden Finales. Die Musik wirkt hier durchaus
schön und bedeutend. Von den pianissimo einsetzenden Trom
petenstößen steigert sich die gemessen vorschreitende Intro
duction zu großer Kraft in dem Chorsatze: „Heut’ hält der
hell aufjauchzenden Gesang der
verpönten Schmuck einer Schlußcadenz nicht scheut, folgt
der Einzug des
Bühne unterstützte feierliche Musik in langsamem Dreiviertel
tact. Hier frappirt uns eine schon in
Opern bemerkte Eigenthümlichkeit; ich meine sein langes,
allzu langes Verweilen bei ein und demselben Motiv. Durch
etwa fünfzig Andante-Tacte hören wir, unverändert in
den Bässen wie in der Melodie, dasselbe kurze Motiv, das
nur dynamisch gesteigert wird durch allmälige Anschwellung
und Abnahme. Echt dramatisch ist
dem nächtlichen Ueberfall; ritterlich kraftvoll
gegnung. Da erklingt auch seine zarte, von einem Violinsolo
anmuthig umspielte As-dur-Cantilene, welche als Erinne
rungsmotiv an
Act durchschneiden recht ungeschickt drei Verwandlungen:
ein Wirthshaus im Freien, dann die Wohnung des
meister
Soldatenchor vor dem Wirthshaus mit dem sich anschließen
den Duett zwischen
in äußerst losem Zusammenhange mit der Handlung. Wir
heißen sie trotzdem willkommen als die einzigen heiteren
Lichtpunkte in der beklemmend düsteren Atmosphäre dieser
Oper, die sonst nur zwischen dem Gerichtssaal und
dem Kerker sich bewegt. Die nächste Scene bringt
einen trübseligen Gesang des sein Los beklagenden
meister
schweigt. Im Kerker erscheint dem schlafenden
todter Freund
Begleitung ist von wundervoll süßem Klang, die Vision selbst
etwas altmodisch; mehr zart empfunden als originell er
funden klingt der ihr nachträumende Gesang
der folgenden großen Scene zwischen
gibt der Componist sein Bestes. Trotz seiner großen Länge
wirkt dieses Liebesduett mächtig ergreifend auf den Zuhörer.
Den dritten Act spaltet wieder ein Zwischenvorhang in zwei
Theile: zuerst die feierliche Gerichtssitzung, die, mit
Verurtheilung schließend, zu dem ersten Act ein unwill
kommenes Duplicat bildet, sodann der Angriff auf die Burg
und Mahler eine ungemein glückliche Abänderung und Verbesse
Die Bereicherung unseres Opern-Repertoires mit
tana
Musikfreunde. Das
nur aus der Theater- und Musikausstellung vom Jahre
es neu für uns und neben der „
„
im Besitzstande des Hofoperntheaters. Hoffentlich fügt man
auch eines Tages „
komische Oper, deren Besetzung und Studium wenig Mühe
verursacht. Gegenüber diesen heiteren, idyllischen Stücken
legte
schen „
Braut
sprechen, zu welcher nicht Ehrgeiz, sondern Trotz gegen
seine Gegner ihn veranlaßt habe. Diese hätten nach seinem
Erstlingswerke „
ein Nachahmer
nale Oper zu Stande bringen. Nicht immer unfehlbar richtet
der Autor in eigener Sache; von seinen Kindern ist das eine
nun einmal sein Liebling, ein anderes das
Maß des daran gewendeten Eifers und Ehrgeizes bestimmt
häufig sein Urtheil. Uns gilt trotzdem die „
als das Beste, Originellste, was
geschrieben. Das national-
seiner Musik am lebhaftesten anspricht, ist in keiner seiner
übrigen Opern so rein und schön ausgeprägt, wie in der
„
überaus günstig der Musik vorgearbeitet. „
handelt zwar auch einen national-
Musik hat jedoch nichts von dem köstlichen unverkennbaren
Erdgeruch der „
daß in der von Violinfiguren umspielten As-dur-Melodie
Als Kunstwerk höheren Styles und gereifter Technik
durfte
aber die Erfindung fließt darin nicht so leicht, so reiz
voll und ursprünglich, wie in der kleineren Oper.
Die bereits oben erwähnte Eigenheit
Motiv durch eine lange Reihe von Tacten unerbittlich zu
wiederholen, drückt auf mehr als Einem Musikstücke in
„
einer einmal angefaßten Figur nicht losmachen und ladet
dadurch auf ganze Scenen eine Wolke von Monotonie.
sehr langsamem Tempo durch volle fünfzig Tacte ununter
brochen mit derselben Staccatofigur in Sechzehnteln be
gleitet — wer sollte da nicht ermüden! Wie denn über
haupt
lang anhaltende rhythmische Eintönigkeit verfällt. Wie
solche eigensinnig festgehaltene Monotonie den musi
kalischen Reiz abschwächt, so wird andererseits die
dramatische Wirkung vieler Scenen durch zu reichlich
eingeschobene Orchester-Zwischenspiele gehemmt. In der Er
zählung
Zuhörers ein rascheres Fortschreiten, desgleichen in der
langen Vertheidigung
wird unterbunden durch das so häufig dazwischenredende
Orchester. Das sind unter Anderm die Ursachen, warum wir
in „
hoben und gefesselt, aber am Ende doch ermüdet fühlen
und schließlich der Natur in der „
Braut
„
meisternden Musiker verräth allerdings jede Nummer.
Strenge und doch zwanglos schmiegt die Musik sich der
Scene an, charakterisirt die Personen, trägt und färbt die
Stimmung durch den Zauber des Orchesters. Dabei maßt
die Instrumental-Begleitung sich keine Vorherrschaft über die
Singstimmen an; nirgends wird der Gesang zu nebenher
laufendem Schatten einer unendlichen Orchester-Melodie ver
kümmert. Daß man ehedem in
einen Abklatsch
ist uns heute kaum mehr begreiflich. Als „
stand (zwischen
und „
ein aufrichtiger Verehrer
etwas von dem berauschenden Geist dieser Werke
mit einsog. Das für den eigentlichen
scheidende Werk, „
bezeichnet, welches seinen „strengsten Anforderungen ent
spricht“ — den „
kannt, ebensowenig wie die „
„
an
bau des ersten Actes, der vom Textbuche aus ein ebenso
unverhülltes Seitenstück zu „
zweite Act zum „
weder das eine, noch das andere jener Vorbilder erreicht
hat, unterliegt keinem Zweifel. In seinen dramatischen
Grundsätzen trifft
sammen; hingegen ist die musikalische Erfindung im
„
Anleihe bei
vom „
deren Gegner etwas zu fürchten.
„
nehmendster Andacht gehört, mit lebhaftestem Beifalle auf
genommen. An diesem Erfolg hat die treffliche Aufführung
kaum geringeren Antheil als die Composition selbst. Für
die eigentliche Heldin der Oper, Sedl
wie geschaffen. Nicht nur ihre imposante Er
Ganz besonders hat Herr Director Mahler sich um