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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Bisher durften nur Johann
gespielt zu sein. Nun ist dasselbe Glücksambo auch
Richard Heuberger zugefallen. Mit seinem „
Beginnen wir mit dem „ Opernball“. Das Libretto
Ball geht, ist eine wahre Schleuse von komischen Ver
wechslungen geöffnet. Die rosa Dominos schießen wie
Sternschnuppen durcheinander, und keiner der beiden
Lebemänner, so wenig wie der junge Neffe, weiß
nach der ersten Viertelstunde, welcher von den drei Masken
er den Hof gemacht. Zu Hause fallen die beiden Freundinnen
mit eifersüchtigen Vorwürfen über einander her, und die
mehr fähig, als plötzlich die sittenstrenge alte Tante ein auf
dem Ball gefundenes Armband ahnungslos als ihr Eigen
thum vindicirt und so die Reihe der Schuldig-Unschuldigen
auf das überraschendste vermehrt. Die eigentliche Urheberin
dieser Verwicklungen, das Kammermädchen
schließlich alle Zweifel, indem sie ihren Rosa-Domino Nr. 3
mit allerlei beweiskräftigen Merkmalen producirt. Was die
haben, ist nicht überall von feinster Sorte. Gibt es eine
gräßlichere Geschmacklosigkeit, als die drei Strophen,
in welchen man uns im ersten Act die Hand
lung der jüngsten Novität des Carl-Theaters paro
distisch erzählt? In
der
passender Zuthaten nicht zu gedenken. Die starke Seite der
Franzosen besteht gewöhnlich in der künstlichen und deli
caten Drapirung des Undelicaten. Die meisten
arbeitungen
möglichst zu entfernen. Auch die Verse hätten eine Säube
rung vertragen. Der Satz: „Man lebt nur einmal auf der
Welt!“ wird uns in dem Eingangsduett ein halbdutzendmal
mit dem Nachdruck einer neuen, großen Entdeckung ein
geprägt. „Chike Frauen“ (in dem Maskenchor) ist weder
vermögen dergleichen kleine Schönheitsfehler den Gesammt
eindruck der Operette nicht zu stören, der gewiß ein sehr
lebendiger und erheiternder ist. Man hat sich bei der ersten
Aufführung des „
wie wir hören, bei der zweckmäßig gekürzten zweiten noch
viel besser.
An diesem Erfolge gebührt selbstverständlich der Musik
ein sehr großer Antheil. Man dürfte neugierig sein, wie
Richard Heuberger, der mit Compositionen von stren
nicht gerade den hübschen G-dur-Walzer „Heut’ Abend hoff’
ich“, der wie ein Silberfaden einen großen Theil der
Operette durchzieht. Auch weniger originelle Walzer- und Polka
themen weiß
tirung zu heben und wenigstens den Schein des Individuellen
ihnen anzutäuschen. Am liebsten aber denken wir an
jene Stücke im „
motiv auszulangen wissen oder doch nur daran anklingen.
Dahin gehört das allerliebste Duettino zwischen
wiederholten neckischen Zwischenruf „Wer’s glaubt!“; ferner
die Ariette
leichte Bangigkeit von selbst jeden Walzergedanken abweist.
Vortrefflich wirkt ferner die Hauptnummer des ersten Actes,
das Dictir-Terzett der drei Frauen, worin das Walzerthema
„Heut’ Abend“ dramatisch motivirt und überaus geschickt
verwendet ist. Im zweiten Acte bewegt sich
„Wo, wo — ist mein Rosa-Domino?“ in zierlichstem Lust
spielton. Ganz besonderen Anklang fand das Duett „Geh’n
wir ins Chambre separée“, an dem wir die klangvolle In
strumentirung hervorheben. In dem lebensvollen Finale
stoßen wir mit Vergnügen auch endlich auf ein Tempo
moderato: „Jetzt geht die Sache über’n Spaß“. In den
Scenen des zweiten Actes hat der Componist nur die
starke Familienähnlichkeit mit der „
Der dritte Act drängt die Musik stark zurück hinter den
gesprochenen Dialog, doch erzielt das muntere „Ver
führungsduett“ eine gute Wirkung. Noch mehr wird
ein feiner aufhorchendes Ohr sich an dem geistreich aus
malenden Melodram erfreuen, das die Erzählung der
vom Ball athemlos heimkehrenden
haupt schillert
Klangfarben reizender Orchester-Effecte, welche die mitunter
geringere Originalität der melodischen Erfindung verkleiden,
auch selbst ersetzen. Von der glänzenden Aufführung und
Aufnahme der Novität im Theater an der Wien hat eine
kurze Notiz bereits das Nothwendigste gemeldet. Viel
Schönheit und Talent sah man da beisammen. Die Sän
gerinnen Dirkens,
Die zweite Novität
Voraussetzungen erwartet, und deßhalb wol auch mit stren
geren Ansprüchen. Während nämlich der „
einer allerersten Aufführung in
erkämpfen mußte, ist der „ Struwwelpeter“ bereits mit
hangs mitten in der Hölle. Als feuerflammende Hausfrau
kauert auf einem Schemel des
wir bisher nur vom Hörensagen zu kennen so glücklich
waren. Sie ist mit Ausbessern rothwollener Strümpfe be
schäftigt, worin sie von ausgelassenen jungen Teufelchen
fortwährend gestört wird. Die liebe Höllenbrut, so meint sie,
brauche artige Gespielen. Damit einverstanden, entsendet
sie soll den Erdenkindern allerlei Unarten einflüstern und sie
dadurch höllenreif machen. Daß unbeschnittene Haare oder
„Daumenlutschen“ ewige Höllenstrafen wie etwas Selbstver
ständliches nach sich ziehen, hat uns sehr überrascht. Dafür
bekommt man doch sonst nur einen Schlag auf die Hand.
Und wenn der „
stehen läßt, weil ihm ein Teufel Assa foetida hineingestreut
— ich glaube, Herrn
welcher das Textbuch gewidmet ist, würde ganz ebenso
handeln. Doch heute nur nichts von Kritik! Unser
weiser Vorsatz, uns im „
verwundern und alle Logik beherzt in das erste Bild,
d. h. zum Teufel zu schicken, bleibt fest, es geschehe weiter,
was da wolle.
compagnie von Teufelchen an die Oberwelt. Sie trifft da
gleich auf das richtige Dorf, welches sich einer auserlesenen
Schaar ungezogener Kinder erfreut. Diese spielen denn ein
jedes sein schmutziges Stücklein ab und werden dann mit
sammen zur Hölle befördert. Ebenso einfach, wie der Autor
die Kinder da hineinspedirt, führt er sie auch wieder heraus.
Von rothen Teufeln umdrängt, bekommen die Kinder Angst
und kriegen das Beten — da weichen die bösen Dämonen
schaudernd zurück und Engel geleiten die Kleinen wieder in
ihr Heimatsdorf.
Der Schmuck, welcher diese Scenen glänzend aufputzt,
ist die decorative Ausstattung — der Kitt, der sie zusammen
hält, die gefällige und charakteristische Musik
In einem Ballet wie „
den pantomimischen Vorgängen Schritt vor Schritt, und
zwar mit sehr kurzen Schritten nachfolgen muß, vermag die
Musik nicht so selbstständig aufzutreten, noch so frei sich zu
entfalten, wie in der Operette „
muß sich meistens begnügen, als Uebermalung einer vorliegen
den Zeichnung zu dienen. Diese Mission hat
Partitur gewissenhaft und so wirksam als möglich erfüllt.
Wir können hier nur im Allgemeinen auf den gefälligen
Charakter der Melodien und auf ihre reiche, effectvolle In
strumentirung hinweisen. Unter den selbstständigen Musik
nummern von geschlossener Form ragen als besonders ge
fällig der Tanz der Hasen und die Puppenscene
hervor. Von den (leider nur spärlich vorkommenden) Tänzen
wirkt am lebendigsten der G-dur-Walzer im Finale, ein stark
mit Waldmeister gewürzter süßer Schaumwein. So können
wir denn heute in ein und demselben Feuilleton zwei theatra
lische Erfolge
dem „
Zeiten in die Musikgeschichte einkauft, das weiß
selbst so gut wie wir. Aber er hat dem Publicum Vergnügen
gemacht und eine günstige Aussicht auf seine nächsten hei
teren Bühnenwerke eröffnet. Und dazu sei ihm vom Herzen
gratulirt.
Der „
führungen des Hofoperntheaters. Die prächtigen, ganz origi
nellen Decorationen haben ebenso bewundernde Anerkennung
gefunden wie die virtuose Durchführung des choreographi
schen Theiles. Eine wahre Sehenswürdigkeit! Für tanzende
Solistinnen bietet die Novität allerdings sehr wenig Spiel
raum. Der Schwerpunkt liegt theils in der Pantomime,
theils im Ensemble. Immerhin fanden die Tänzerinnen
Bessoni,