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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H.
Gebiet, das, von Operncomponisten des vorigen Jahrhunderts
sehr fleißig betreten, seit siebzig Jahren immer mehr aus
der Mode gekommen ist. Am wenigsten fühlte
sich zu einem Welttheil hingezogen, mit dem es, im Gegen
satz zu
hatte. Vielleicht gewinnen wir eines Tages aus
neue
und
verflossen bis zu
dieser vor siebzig Jahren erschienenen Oper haben nur
sucht.
talen, speciell den Türken, gern als komische Figur; wie
viel ist nicht gelacht worden in
Algier
Nachzügler „
einzigen hervorragenden Ausnahme („
zwischen Europäern und Orientalen. Dieses Motiv beherrscht
auch die
am häufigsten zurückgekehrt ist zu
Ambroise
Contrast zu
Engländer und Indier gegen einander aus. Félicien
unter den Franzosen der musikalische Generalpächter des
diesen Contrast, und gleicherweise behilft sich
Oper, bei der wir nun wieder angelangt wären, ohne
Europäer.
Nur drei Personen bewegen die einfache Handlung von
„
dann sein Hausverwalter und ehemaliger Erzieher
endlich die Sklavin
schwenderisches Junggesellenleben. Gewarnt durch die unglück
liche Ehe seines Vaters, hütet er sich ängstlich, von einem
Weibe gefesselt zu werden. Daher sein streng eingehaltenes
Princip, keine Sklavin länger als einen Monat in seinem
Dienst zu behalten. Seine letzte Sklavin,
sinnige, tief empfindende Natur, verhehlt mühsam die leiden
schaftliche Liebe für ihren Herrn.
davon ahnt, behandelt sie gleichgiltig. Um so sicherer
rechnet
winnen. Er erinnert seinen Gebieter, daß der festgesetzte
Tag der Verabschiedung
neue Waare bringen soll. Während
Freunden sich am Würfelspiel ergötzt, verkündet
der armen
nur das Eine: daß sie noch einmal an Stelle der neuge
wählten Sklavin, in deren Tracht verkleidet,
dürfe. Vielleicht gelänge es ihr, in dieser Täuschung
Herz zu rühren.
aber in seinen Erwartungen. In dem entscheidenden Augen
blick fühlt
mächtig bewegt; er erkennt, wo das wahre Lebensglück ihm
winke, und denkt nicht mehr an eine Trennung.
Das Textbuch ist nach Alfred de
von L. Gallet geschickt bearbeitet. Dem Uebersetzer Herrn
Auch fühlen wir uns ob der Zukunft des
paares ungleich beruhigter, als über
ständigkeit.
Rahmen ein mit minutiöser Sorgfalt ausgeführtes an
muthiges Genrebild. Aus „
feinen, in exotischem Musikstyle besonders glücklichen Com
ponisten; gerade für sein Talent war
lockende Aufgabe. „
satteren Farben und breiterem Pinsel gemalt; doch
scheint uns manche Scene in „
Schattirungen, noch eigenthümlichere Züge aufzuweisen.
Diese kleine Partitur enthält reizvolle Musikstücke;
dabei eine wohlthuende Harmonie und Styleinheit des
Ganzen, welche durch keinen Einbruch in die Große Oper,
noch durch ein Herabsingen zur Posse zerstört wird. Mit
der Ouvertüre pflegen sich Componisten der
Opéra Comique nicht anzustrengen; auch die zur „
wiegt nicht schwer als selbstständiges Musikstück. Aber in
ihrem leichten frohbewegten Gang versetzt sie uns unmittel
bar in den Localcharakter der Oper und fesselt trotz häufiger
Wiederholungen unser Interesse. Daß wir auf melodisch
Seltsames, auf harmonisch Gewagtes gefaßt sein
mögen, das sagt uns die Erinnerung an „
„
Eigenart des Tondichters das
ersten Tact der Ouvertüre zupft eine harmonische Gewalt
samkeit uns am Ohr. Unwillkürlich erinnerte sie mich an
den reactionären Scudo und die
räuschvoll zur Thür hinaus. Wahrscheinlich wäre dieses weiße
Hermelin der alten Schule schon nach den ersten Tacten
der
ohne ihn beginnen. Gleich die erste Scene ist erfüllt von
poetischem Duft. Während
mend und rauchend ausgestreckt liegt, ertönt von ferne der melan
cholische Gesang der Nilschiffer. Ihn durchbricht nach den ersten
Strophen ein kurzes, leises Orchester-Intermezzo, während
dessen
das Gemach durchschreitet. Diesen träumerischen, eigenartig
schwebenden Charakter bewahrt die Musik in allen Solo
scenen der
Weib ein Engel“) an
merklich über das beliebte Niveau der Opéra comique.
Die nächste Scene zwischen
im Orchester mit dem schwermüthigen Andante, welches das
erste stumme Auftreten
mung erheitert sich in dem von leichter Fröhlichkeit ange
hauchten Terzett, mit welchem die Drei sich zu Tische
setzen. Der sich anschließende Gesang
Mandoline biegt wieder in den ernst sinnenden Ton
nell, nur die Benennung „Ghazel“ ist falsch. Diese
Ballade vom König
gemein mit der lyrischen Gattung des „Ghazel“, das bekanntlich
aus zweizeiligen Strophen besteht, welche durch einen gleichen
Reim der zweiten Zeile miteinander verbunden sind. Es
folgt ein gleichfalls zart empfundenes und interessantes
Melodram (
um den Hals) und hierauf der lebensfrische Chor der
Spieler, „
melodiösen Charakters, würde durch ein weniger schleppen
des Tempo gewinnen. Die Maschen dieses Gewebes
sind an sich zu weit, um ohne Nachtheil noch ausgedehnt zu
werden. Den Einzug des Sklavenhändlers mit den neuen
Sklavinnen begleitet das pikante Marschmotiv aus der
Ouvertüre. Eine Perle ist der „Tanz der Almer“ mit be
gleitendem Männerchor; echt
Dur und Moll sich klagend durchwindende Melodie über der
im Baß festgehaltenen leeren Quinte a—e. Wie die Musik
sich dann dem beschleunigten Tanz anschmiegt, ihn anfeuert
und schließlich wieder lethargisch zusammensinkt, das Alles
ist mit einer genial zu nennenden Technik gemacht. Es folgt
nunmehr noch ein unbedeutendes komisches Lied des
diano
deinem süßen Munde“) durch die lieblich auf und nieder
gleitende Violinfigur interessirt und mit seinem glänzenden
Aufschwung der Singstimmen effectvoll abschließt. Die eigen
thümlichsten, werthvollsten Nummern der Oper sind diejenigen,
welche der Componist aus der Seele des
empfunden und gestaltet hat — eine Vereinigung von Geist,
Feinheit und Charakteristik, welche dicht an der Schwelle des
Schönen steht.
George
Als Wunderkind angestaunt, dann mit dem ersten Preise
des
keinem Werke durchzudringen. Zwei komische Opern, „
Perlenfischer
(
Man verurtheilte sie als „
darin an
sich an
Concert. Von seinen beiden letzten Opern, „
(
Vorstellung erlebt, aber nicht das letzte Wort. Dieses wurde
erst nach seinem Tode vom Publicum und der Kritik ge
sprochen, und zwar in
Oper ging (unter
voran; durch Pauline Lucca, an die keine frühere oder
Frivolität der
Maßstabe, „
Wiederausgrabung dieses in
den Anfang gemacht hat. Eine hinreißende Wirkung vermag
nach allem bereits Gesagten „
bringen; darauf sind weder die Handlung noch die Musik
angelegt. An die Stelle von populären Melodien und
schlagend dramatischen Effecten treten hier feine charakte
ristische Züge, reizvolle Wendungen, entzückende Orchester
klänge, einheitlich zusammengehalten von einer geistreichen,
meisterlichen Technik. „
musikalische Feinschmecker, als für ein großes Publicum;
aber auch dieses hat, wie die Erfahrung lehrt, nach wieder
holtem Hören oft an dergleichen Leckerbissen Geschmack ge
funden und ihn beibehalten.
Die Novität wurde im Hofoperntheater ohne lärmenden
Enthusiasmus, aber durchaus freundlich, antheilvoll begrüßt.
Ueberaus dankbar erwies sich das Publicum gegen die ge
lungene Aufführung. Fräulein Renard, die als