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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Von den unter gleichem barbarischen Titel
rivalisirenden zwei Opern haben wir nun auch die
von Leoncavallo gehört. Mit der „
sondern nur das Ungehörige eines falschen Gegensatzes empfinden.
ihr zweiter wie ihr dritter Act im Freien spielt, während
wir bei
Wänden befinden; für theatralische Wirkung nichts Gleich
giltiges. In Einem Punkte treffen die beiden Componisten
zusammen: sie legen
in den Mund. Aber wenn man unseren Johann
noch so langsam dehnt und streckt, er bleibt doch erkennbar,
und die Seufzer des also Massirten klingen uns noch immer
lieblicher, als die unvermischt eigene Lustigkeit der Herren
und
— ein Walzer trotz des Sechs-Achtel-Tactes — zu den
hübschesten Stücken der Oper. Im zweiten Act wendet
netten Einfall H.
schuldigen Miethzinses gepfändet, findet ihre gesammte
Zimmer-Einrichtung unten im Hofraume ihres Hauses
deponirt. Schnell entschlossen, bittet sie ihre geladenen Gäste,
ohneweiters im Hof Platz zu nehmen und sich zu amüsiren.
Ungleich seiner
Hölle auf, um colossale Heiterkeit zu beschaffen, aber ab
foltern lassen wir uns das Lachen nicht. Jeden Augenblick
leisten die Personen auf der Bühne das im Libretto vorge
schriebene Ha ha ha!, aber im Parquet bleibt Alles ernst
haft. Wiederum credenzt uns
verzwickten langsamen Walzer in D-dur; das Wasser dazu
schöpft sie aus der blauen
in den
Walzer recht pikant. Hingegen darf man die „Hymne der
Bohème“ ohneweiters für einen Chor gereizter Menschen
fresser ausgeben. Noch einen Trumpf hält der Componist
bereit:
„Einfluß des Blauen in den Künsten“, eine Parodie auf
Rossini. Just an
stets leicht und natürlich.
sagt. Zu diesen lustigen Scenen überall ein gespreiztes,
zerhacktes Singen, ein lärmendes, aufgeregtes Orchester.
Obendrein, die ganze Oper hindurch dasselbe Hausmittel,
womit
füllt: eine Reihe von Sext-Accorden, durch zwei Octaven
hinauf und herab hüpfend, mitunter auch chromatisch oder
in Gegenbewegung. Zum Schlusse des zweiten Actes häufen
sich noch die ordinärsten Spässe: einem vorübergehenden
Herrn wird ein Teppich unter den Füßen weggezogen, daß
er der Länge nach hinfalle, ruhig heimkehrende Familien
werden verhöhnt, aus den Fenstern Zuschauende mit Aepfeln
beworfen; zuguterletzt allgemeine Prügelei! Wenn das Alles
nur leicht und lustig vorüberrauschen würde; aber der kleinste
Spaß wird mit Posaunen gemästet und bis auf den letzten
Tropfen ausgepreßt. Ich kenne keine einzige moderne große
Oper, in welcher, auch nur vorübergehend, ein so brutaler
Lärm vorkäme, wie er die ganze zweite Hälfte dieses klein
bürgerlichen Actes der „
Auf diese beiden Buffo-Acte, denen wir nicht einen
Augenblick herzlichen Lachens oder glücklicher Heiterkeit
danken, folgen der tragische dritte und vierte Aufzug. Von
einem bekannten Kritiker rührt der kühne Vorschlag, die
beiden mittleren Acte der Oper zu streichen, die doch nichts
wesentlich Neues zum ersten und vierten hinzubringen;
damit wären die zwei contrastirenden Bilder (der erste und
der vierte Act) wirksam an einander gereiht und dem Hörer
viel langweilige Wiederholung erspart. Den dritten Act be
herrscht durchaus die Sentimentalität. Der zerhackte Lust
spieldialog weicht hier mehr der breiten, getragenen Melodie.
Sie kommt uns regelmäßig mit wohlfeiler Unisono-Begleitung
von Geigen, Violoncell oder Horn auf den Leib gerückt.
cavallo
die Originalität; sie erinnern fast immer an bewährte
Abschiedsduett zwischen
Schluß des dritten Actes. Und jetzt noch dieser
vierte Act: die todtkranke und sterbende
Wie Ambroise
„
citirt Murger und Alfred de
wie bei
greifenden Scene aus, nicht von der Musik der beiden Com
ponisten. Musikalisch Hervorragendes oder Eigenthümliches
bietet dieser Schlußact
„
Wirkung der Sterbescene;
Melodien seinen Segen als Musiker dazu gegeben.
Und der Gesammteindruck von
Ich gestehe, daß nach zwei gewissenhaft verfolgten Gesammt
proben es mich Ueberwindung gekostet hat, auch noch die
Aufführung selbst mitzumachen. Ich fürchte mich vor Un
gerechtigkeit und blättere jetzt nochmals in der Partitur der
„
würdigen Componisten vor mir liegt. Aber ich kann außer
vereinzelten feinen Charakterzügen, glitzernden Orchester-Effecten
und dankbar einschlagenden Gesangsphrasen nichts entdecken,
was meinen ersten Eindruck umgestimmt hätte. Viel Orchester
technik, viel Bühnenverstand, einiger Esprit — aber keine
schöpferische Kraft, keine Individualität, kein Schönheitssinn.
Symptomatisch merkwürdig bleibt aber das Zusammentreffen
der beiden neuesten Operncomponisten
unsauberen Stoffe und in demselben formlosen, krankhaft
exaltirten Styl. In letzterem gleichen sie einander (wenig
stens in diesem Werke) so sehr, daß ich ganze Stellen aus
meinem Urtheil über Puccini’s „
Alexander Moskowski, der liebenswürdige Humorist,
Richtungen sehen wir sie heute auseinanderstreben. Die
Einen flüchten in die entlegensten Zeiten, womöglich zu
prähistorischen oder symbolischen Fabeln (
„ Weingartner’s „
Kehren wir zurück zu Mahler hat diese Erbschaft bekanntlich von seinem Vorgänger
Die Aufführung der Novität im Hofoperntheater war
so gerundet und effectvoll, daß Herr
Grund hat, damit sehr zufrieden zu sein. Seine Partitur
steckt voll ungewohnter stacheliger Schwierigkeiten für Sänger,
Chor und Orchester. Dank dem außerordentlichen Eifer der
Künstler wie des Directors, die „
viel (eigentlich noch mehr) Wirkung erzielt, als überhaupt in
ihr steckt. Mit der Hauptrolle, Renard einen neuen Triumph. Mit ihrem Spiel in den