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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Er sollte durchaus kein Glück haben mit seinem
Jubiläum, der arme
Jahres fiel sein hundertster Geburtstag — und zwei der
glänzendsten Pflegestätten
Hofoperntheater und die
schwiegen bis auf den heutigen Tag; geschwiegen, weil sie
sich außer Stande sahen, irgend ein Werk ihres ehemaligen
Lieblings-Componisten würdig aufzuführen. Zu dieser merk
würdigen und beschämenden Thatsache gesellte sich noch der
scandalöse Verlauf der „Festvorstellung“ in
Geburtsstadt
entrüsteten Publicum mit Müh’ und Noth zu Ende gespielt.
Also das Denkmal ist da, aber die Sänger fehlen!
Jetzt erst vollzieht sich in
würdige
Sängern in der Hofoper, sondern von einer im Carl-
Theater gastirenden Marcella Sembrich an der Spitze. Ihr allein verdankt also
Schönheit.
wenigstens in seinen Hauptwerken, unmittelbarer, weil er
verschwenderischer mit Zündstoff umgeht und sparsamer mit
Coloratur.
„
Pasquale
Die Theaterstatistik verzeichnet „
und verbreitetste aller
wurde sie Ende der Dreißiger-Jahre oft an demselben Abend
in zwei Theatern gesungen: in der
(
unverwelkt sind ihre Schönheiten, Perlen lyrischen Gesangs,
zu welchen wir nicht blos das berühmte Sextett, sondern
vor Allem auch
der
Werk nie recht erwärmen können, überhaupt nicht für die
tragische Muse
geistreicher und seelenvoller der vierte Act (leider nur dieser)
der „
lieber als der pathetische; jener ist natürlicher, stylvoller,
genialer. Schade, daß Marcella
und der „
fügt! Mich dünkt er die frischeste, duftigste Blume in dem
ganzen
Partie der
ignorirt, wahrscheinlich als nicht hinreichend effectvoll. Weder
die
pertoire. Als ich Letztere einmal recht eindringlich dafür zu
stimmen versuchte, antwortete sie fast unwillig: „Nein! Ich
bin keine Buffa!“ Und doch ist der „
mehr und nicht weniger Buffomusik als „
oder „
Mit Freuden begrüßen wir jedes Erscheinen der
brich
Gastspiele (
dem weichen Silberklang ihrer Stimme, der makellosen
Reinheit, dem Glanz und der Treffsicherheit ihrer
Bravour, endlich an der edlen Plastik ihrer Canti
lene. Das ist der Segen einer musikalisch strengen Methode,
insbesondere in vollkommener Gymnastik des Athmens.
Dem Charakter ihres streng begrenzten Repertoires wie ihrer
künstlerischen Individualität entspricht es, daß die eminent
musikalische Natur der
neben oder über der dramatischen Aufgabe. Damit soll
keineswegs gesagt sein, daß sie letztere vernachlässige. Ihre
Rollen sind im Gegentheil auch nach der charakteristischen
Seite hin auf das sorgsamste ausgearbeitet, doch immer nur
so weit, als in den Grenzen des bel canto Raum ist für
individualisirenden Ausdruck. Die
Darstellerin weder ihrer
Gesetz ist ihr jedoch das musikalische und in diesem das
edle Maß, die Schönheitslinie. Auf neue „Auffassungen“
und verblüffende Effecte geht sie nicht aus, es erscheint
jede ihrer Rollen in sich harmonisch vollendet. Deshalb fällt
es schwer, Einzelheiten hervorzuheben aus ihren Darstellungen.
Wir lauschen mit gleichem Entzücken ihrem Gesang in der
ernsten wie in der komischen Oper. Welch rührende
meiner Vorliebe für
diese Vorstellung als Ganzes mich am vollständigsten befrie
digte. Hier findet die
in einem Ensemble von echt
Laune. Wie unwiderstehlich komisch ist der Signor Tra
als Doctor
Als
treffliche Musikkritiker Oskar Comettant schickte mir
Als virtuose und anmuthige Gesangsleistung der
zurück hinter ihrer
mir nur die Empfindung, daß der bedenkliche, katzenfalsche
Charakter dieser
sei und von ihr nur mit einer gewissen Anstrengung ver
körpert werde. Diese jugendliche Egoistin nimmt keinen An
stand, unter gleißnerischer Maske sich den Alten förmlich zu
erschmeicheln und zu erlügen, blos damit er alle Qualen
und Impertinenzen, die sie ihm nach Abschluß des Contractes
sofort zufügt, ihr mit einer erklecklichen Summe abkaufe.
Das einzige Motiv, das einen mildernden Schein auf diese
Gaunerei werfen könnte, ihre Liebe zu
Dichter und Componisten nur sehr schwach accentuirt. Man
kann sich einiger Besorgniß nicht erwehren, wie es eines
Tages auch dem armen
Pantoffel
eine Heilige daneben — ist doch sie die Gequälte, die aus
Nothwehr und nicht ohne Vergnügen einen tyrannischen
Vormund hintergeht, der sein vom Leben abgesperrtes Opfer
nun auch zu Tode heiraten will. Uebrigens ist auch im
„
deutet.
und Esprit, aber keinen Atemzug Gemüth gegeben. — Noch
weniger vermag eine Sängerin diesem Unband
Gemüth einhauchen. Die
Charakters nach Kräften zu mildern. An ihr lag es nicht,
sondern an dem Darsteller des Travecchia,
Das Gastspiel der
drei Vorstellungen. Wir haben alle Ursache, uns zu beeilen
und auf diese letzten Abende uns ganz besonders zu freuen.