Richard
Wagner und Wendelin
Weißheimer.
Ed. H. In einem eben erschienenen Buch von
vierhundert Seiten erzählt uns der Componist und
Musikdirector Wendelin Weißheimer seine Erlebnisse mit
Richard Wagner.
„Erlebnisse mit R. Wagner, Liszt und vielen
anderen Zeitgenossen nebst deren Briefen.“ Mit Facsimiles von
Briefen Wagner’s, Liszt’s und Bülow’s. Von W. Weißheimer.
(Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart. 1898. Zweite Auflage.)
Man kennt den Verfasser als einen der
werkthätigsten Anhänger und Bewunderer des Meisters von
Bayreuth. Trotzdem wird sein ungemein interessantes Buch
die Wagnerianer verdrießen, weil es Thatsachen enthält, die
wieder einmal ein unerfreuliches Licht auf Wagner’s Cha
rakter werfen. Warum, so fragen wir, hat Mr. Chamber
lain, der streitbare Bischof der Wagner-Gemeinde, das Buch
nicht einstampfen lassen, wie Ferdinand Präger’s
„Wagner, wie ich ihn kannte“? Das war ja die einfachste, handlichste
Methode, einen Bericht aus der Welt zu schaffen, der Un
günstiges, angeblich Irriges über Wagner enthielt. Die
literarisch correcteste, nobelste Art der Widerlegung ist das
freilich kaum. Nicht einmal die vortheilhafteste. Das Wagner-
Syndicat hätte doch besser gethan, alle Unrichtigkeiten in
Präger’s Buch standhaft zu widerlegen und das Endurtheil
dem Publicum zu überlassen. Warum ein Buch mit der
Stampfmühle vernichten, wenn man es mit der Feder ver
mochte? Unwillkürlich denken wir an Heine’s Klage:
„Schließlich stopft man mir den Mund mit einer Handvoll
Erde — Aber ist das eine Antwort?“
Herr Weißheimer, gegenwärtig in Freiburg i. Br. an
sässig, war als Student in Darmstadt durch die Auf
führungen von „Tannhäuser“ und „Lohengrin“, „in ein
völliges Wagner-Delirium gerathen“. Nur schwer erlangte
er die Zustimmung seiner Eltern, sich ganz der Musik
widmen zu dürfen. Nach absolvirten Studien am Leip
ziger Conservatorium reiste er im Sommer 1858 mit einer
Empfehlung Schindelmeisser’s zu Wagner nach Zürich. Zum
letztenmale hat er Wagner im Juni 1868 in München in
der Königsloge des Hoftheaters gesehen. Den Inhalt dieser
zehn Jahre bildete für Weißheimer die unermüdlichste, fast
ausschließliche Thätigkeit im Interesse Wagner’s. Wir wollen
hier in Kürze und möglichst wortgetreu das Wichtigste
aus Weißheimer’s Erlebnissen mit Wagner nacherzählen.
Zunächst beginnt Weißheimer seine Thätigkeit mit einer
Reihe von Aufsätzen über „Tristan und Isolde“ für
Brendel’s Musikzeitschrift. Dann hilft er dem von Paris
nach Deutschland zurückgekehrten Wagner bei dessen Ueber
siedlung von Mainz nach Biebrich. Das war keine Kleinig
keit, denn eine ganze Wagenburg kam angefahren mit
Wagner’s Kisten und Koffern. Nicht die Hälfte davon fand
Raum in Wagner’s aus drei Zimmern bestehender Woh
nung. Im ganzen Hause war kein Platz, und so brachte
denn Weißheimer mit Hilfe des Wirthes die Kisten in einem
benachbarten geräumigen Kelterhaus unter. Wagner ließ
von einem Tapezierer die Fenster seiner Wohnung mit Vor
hängen und die Thüren mit Portièren versehen, schlüpfte
in einen seiner berühmten Sammtschlafröcke, setzte ein dazu
passendes Barett auf und begann an den „Meister
singern“ zu arbeiten. Mitten in dieser erregten
Productionszeit wurde er durch den Besuch seiner
Frau überrascht. Die gute Minna wollte ihm eine Freude
machen und kam unvermuthet aus Dresden an, wo er seit
einiger Zeit sie bei Tichatscheks untergebracht hatte. Wagner
verhehlte nicht, wie ungelegen dieser gutgemeinte Ueberfall
ihm komme. Was bei der großen Verschiedenartigkeit beider
Ehehälften vorauszusehen war: schon nach Verlauf einer
Woche reiste Frau Minna wieder zurück nach Dresden,
um sich nie wieder sehen zu lassen. In Mainz
besorgt Weißheimer alle erdenklichen Commissionen
für Wagner, der in zahlreichen Briefchen ihn stets
mit Liebster Wendelin, Liebster Freund, anredet.
Weißheimer arbeitet für Wagner einen vierhändigen Clavier
auszug des „Meistersinger“-Vorspiels aus, begleitet bei dem
Besuch des Sängers Schnorr die Tristan-Scene aus der
Partitur und was es sonst noch gab an musikalischen Freund
schaftsdiensten. Aber diese waren noch die geringsten. Wagner
befand sich fortwährend in Geldverlegenheit, was ihn freilich
nicht hinderte, Champagner aufzutischen, dem Kutscher für
eine Spazierfahrt einen Louisd’or zu geben u. s. w. Als
Wagner nach Karlsruhe reist, um dort dem Großherzog
die Meistersinger-Dichtung vorzulesen, schüttet ihm Weiß
heimer beim Einsteigen vorsichtshalber den ganzen Inhalt
seines Portemonnaies in den Hut. Der Verleger Schott
war des ewigen Vorauszahlens müde geworden und Wagner
saß bald auf dem Trockenen. Weißheimer, der ihm wieder
holt mit kleineren Beträgen ausgeholfen, sollte es nun mit
einer größeren Summe. „Wagner wünscht eine General-
Anleihe von 5000 fl.“ „Zunächst, liebster Freund,“ schreibt
er an Weißheimer, „bedarf ich auf das dringendste 1500 fl.
Sehen Sie, was Sie über ihren lieben Vater vermögen!
Strengen Sie das Aeußerste an!“ Weißheimer reist eiligst
nach Osthofen zu seinem Vater, dann nach Worms zu
seinem Onkel; Beide können diesmal nicht aushelfen. Endlich
erhält er zum Glück das Gewünschte von dem Bankier
Bamberger und eilt nach Mainz zurück, wo bereits Wagner
ungeduldig im Café Paris seiner harrt. Bei Empfang
des Geldes fällt er seinem jungen Freunde weinend um den
Hals. Zunächst mußte Wagner seine Wohnung in Biebrich
bezahlen, denn ohne Zahlung durfte er in dieselbe nicht
wieder hinein. Aber jede Summe zerrann in Wagner’s
Händen. Kaum acht Tage später dringt er in Weißheimer,
ihm um Himmelswillen noch etwa 300 fl. vorzustrecken;
auch Bülow solle ein paar hundert Gulden auftreiben.
Weißheimer reist nach Wiesbaden zu wohlhabenden Freunden
(Wilhelmy und Rosenträger), welche geneigt schienen, Wagner
zu helfen, falls er nicht zu hohe Anforderungen stellen würde.
„Einmal in Wiesbaden,“ berichtet Weißheimer, „wollte ich
es nicht versäumen, Alles aufzubieten und auf gut Glück
für Wagner sogar auf den — Bettel zu gehen.“ So
schwer es ihm wurde, Weißheimer sprach in der Nähe des
Curhauses allerhand distinguirt aussehende Persönlichkeiten
zu Gunsten Wagner’s an — holte sich aber lauter Körbe.
Hierauf faßt er die Idee zu einer National-Sub
scription für Wagner und correspondirt darüber eifrig
mit Bülow. Dieser verhehlt sich nicht die vielen Bedenk
lichkeiten der Sache, sieht aber doch keinen andern Ausweg
und verspricht seine Mitwirkung. Inzwischen hilft Weißheimer
immer wieder aus. „Sie sind wahrlich der Einzige,“ schreibt
ihm Wagner, „der sich noch um mich bekümmert! Selbst
Hans (Bülow) scheint’s aufgegeben zu haben.“ Letzterer hatte
ihn keineswegs aufgegeben, stand aber den unaufhörlichen
Geldforderungen Wagner’s rathlos gegenüber und nennt
es unglaublich, was Wagner in vierzehn Tagen
an Geld consumiren kann! „Haben Sie denn keine
Idee,“ fragt Bülow, „wo er das Geld, das er sich
immer im Nothfalle zu verschaffen weiß, so schnell hinbringt?“
Weißheimer gesteht, es nicht zu begreifen. Heute sei Wagner
im Besitze von mehreren hundert Gulden und im Hand
umdrehen seien sie fort. Seine Kunst im Geldausgeben sei
räthselhaft. „Und mir ist räthselhaft,“ fährt Bülow fort,
„daß er sich allemal das Nöthige wieder zu verschaffen weiß.
Am Ende ist er ein noch größeres Finanzgenie, als er
Dichter- und Musikgenie ist.“ Zunächst erprobt sich das
Finanzgenie allerdings wieder an Weißheimer. „Machen Sie
ihre Sachen gut,“ schreibt ihm Wagner, „erleichtern Sie
mein Herz und beschweren Sie meinen Beutel!“ Durch
Weißheimer, der seinen Vater neuerdings für Wagner an
pumpt, erhält er schnell hundert Thaler, mit denen er nach
Leipzig abreist, zur Veranstaltung eines Concertes Anfangs
November 1862.
Nun folgt als interessante Episode Wagner’s Besuch in
Wien. Hier gilt es, die Aufführung von „Tristan und
Isolde“ und gleichzeitig ein paar Orchester-Concerte im
Theater an der Wien vorzubereiten. Wagner braucht Geld
und immer wieder Geld! Aus dem Hotel „Kaiserin
Elisabeth“ schreibt er an Weißheimer, der in Leipzig die
Copiaturen für ihn besorgt: „Geld kann ich bis dahin
nicht zur Bezahlung der Copisten schicken. Sehen Sie doch
um des Himmelswillen, wie Sie das machen!“
Wendelin’s Vater muß abermals Geld schaffen, und der
Sohn reist Ende December 1862 selbst nach Wien,
um Wagner von Früh bis Abends behilflich zu sein.
Er studirt täglich mit Ander die Partie des Tristan und
zugleich heimlich mit Walter; denn Ander’s schwankende
Gesundheit machte eine Doppelbesetzung nothwendig, von
welcher er aber nichts erfahren dürfe. Auch mit Hrabanek
studirt er den Kurvenal und soll Beck in den König Marke
einweihen. Beck ahnt aber, daß aus der „Tristan“-
Aufführung nichts würde und ist nie zu Hause
oder läßt sich verleugnen. Die beiden Concerte Wagner’s
erregten unbeschreiblichen Jubel und brachten ihm
eine Einnahme von 3000 Gulden. Außerdem schickte
ihm die Kaiserin auf Veranlassung Dr. Standhartner’s
1000 Gulden. Und immer jammert er noch: „Ich armer,
geplagter Mann!“ Da Ander’s Erkrankung den „Tristan“
ins Unbestimmte hinausschob, reiste Wagner nach Peters
burg, wo seine Aufführungen von glänzendstem künstlerischen
und pecuniären Erfolg gekrönt waren. Auch Wagner’s Con
certe in Prag und in Pest (er selbst rühmt ihren „un
glaublichen Erfolg“) hatten große Summen eingebracht.
„Aber eine Summe, mit welcher jeder Andere einige Jahre
sorgenfrei leben und schaffen konnte, ward von Wagner in
wenigen Wochen verbraucht.“ Von Petersburg wendet sich
Wagner wieder nach Wien oder genauer: nach Penzing.
Dort miethet er die leerstehende Villa des Baron Rochow
und läßt sie vollständig neu einrichten. Inzwischen ist der
treue Wendelin unausgesetzt für ihn thätig, in Frank
furt, in Darmstadt, in Rotterdam, um in Vorberei
tung von Concerten den Boden für Wagner zu ebnen.
Noch wähnt er diesen in Penzing ruhig bei der Arbeit,
als ihn (in Leipzig) ein Telegramm Wagner’s plötzlich
nach Stuttgart beruft. Wagner war im März 1864 heimlich
von Penzing geflüchtet. Den Miethzins, die kostspielige Ein
richtung und sonstige Schulden für ihn zu bezahlen, überließ
er ohneweiters seinen ahnungslosen Freunden, die, wie
z. B. Karl Tausig, für ihn Bürgschaft geleistet hatten.
Von da an wird die Geschichte immer romanhafter; die
Begebenheiten überstürzen sich in immer schnellerem Tempo.
Wagner eilt von Wien zunächst nach Zürich zu Frau Wille,
von da nach Stuttgart. Ihm nach — nicht seine Gläubiger,
sondern sein Retter: der bayrische Hofsekretär v. Pfister
meister, der im Auftrage des jungen Königs Ludwig II.
Wagner ausfindig machen und nach München bringen soll. Er
sucht den Flüchtling vergebens in Wien, vergebens in Zürich;
endlich erhascht er ihn in Stuttgart, gerade als Weißheimer
ihm die Koffer packen hilft zur raschen Weiterreise. „Ich
bin am Ende,“ sagt Wagner, „ich muß irgendwo von der
Welt verschwinden. Können Sie mich nicht davor be
wahren?“ Diesmal ist es Weißheimer zu seinem Leidwesen
unmöglich, da er noch nicht in dem Besitz seines zu er
wartenden Vermögens und sein Vater der vielen Opfer
müde geworden war. „Nun, so muß ich auf einige Zeit ver
schwinden, aber Sie müssen mich begleiten!“ Wendelin sagt
dies zu; Wagner möge unter allen Umständen auf ihn
rechnen. „Nun so verschwinden wir in die Rauhe Alb!“ —
Da erscheint als rettender Engel der königliche Abgesandte
und nimmt Wagner sofort nach München mit. Noch in der
Abschiedsstunde vermag Wendelin ihm einen letzten Dienst
zu erweisen. Wagner war nämlich eiligst in den Waggon
eingestiegen, ohne eine Fahrkarte gelöst zu haben; da rennt
Wendelin zur Kasse, löst das Billet nach München und reicht
es noch rechtzeitig Wagner durchs Waggonfenster.
Wir finden Wagner als allmächtigen Günstling des
jungen Königs wieder. Nun hat er die Dienste seines treuen
Wendelin nicht mehr nöthig, und so ist denn auch schnell
vergessen, was dieser durch volle zehn Jahre in unermüd
licher Aufopferung für ihn geleistet. Als Wendelin seinen
Besuch in Starnberg anzeigt, antwortet ihm Wagner, er
könne ihn nicht aufnehmen, da seine Gasträume in den
nächsten Tagen besetzt sein würden. Zu Weißheimer’s Hoch
zeit verspricht Wagner nach Augsburg zu kommen; ja er will
nach der Trauung sogleich mit dem jungen Ehepaare nach
München fahren und ihm hier das Hochzeitsdiner geben.
Wendelin ist entzückt über diese Auszeichnung, erhält aber
im letzten Augenblicke ein Telegramm von Wagner, daß er
nicht kommen könne, und daß auch das versprochene Hoch
zeitsdiner in München unmöglich sei. So schmerzlich Weiß
heimer diese grausame Ueberraschung treffen mußte, er unter
drückt jede Empfindlichkeit, hofft er doch, Wagner werde ihm
wenigstens einen einzigen, für seine ganze Zukunft entscheidenden
Freundschaftsdienst nicht versagen. Es handelte sich um die
Annahme seiner Oper „Theodor Körner“ am Münchener
Hoftheater. Eine einfache Empfehlung Wagner’s hätte hin
gereicht, um vom König den gewünschten Auftrag zu er
wirken. Ein Wort von Wagner war genügend, um Weiß
heimer wenigstens eine Audienz beim König zu ver
schaffen. Wagner hat beides abgelehnt. Ja, er ließ
sich nicht einmal herbei, sich von Weißheimer
einige Hauptpartien der Oper vorspielen zu lassen.
Nur in das Textbuch hatte er Einsicht genommen und
dessen „revolutionäre Tendenz“ getadelt. Und doch muß
Wagner, wie zahlreiche Stellen in seinen Briefen beweisen,
von dem Talent Weißheimer’s eine sehr günstige Meinung
gehegt haben. Als Liszt die Oper auf das wärmste an die
Berliner General-Intendanz empfiehlt, schreibt Wagner am
15. Januar 1868: „Herzlichen Dank, lieber Wendelin!
Alles Glück sei mit Ihnen und Herrn Körner.
Es kann ein sehr glücklicher Fall sein und — ich hoffe es!“
Selbst rührte er aber keinen Finger für seinen früheren
Wohlthäter. Wir wollen hier nicht dem ganzen Leidens
weg des immer von neuem hingehaltenen und getäuschten
armen Wendelin schrittweise nachgehen — genug, daß er
nach unsäglicher Mühe und Zeitverlust von Frau Cosima
schließlich die gnädige Entscheidung empfing: Wagner werde,
falls der König die Aufführung der Oper aus freien
Stücken bewilligen sollte, nicht dagegen sprechen!
Thatsache ist, daß Weißheimer’s Werk, das an einer andern
Bühne einen guten Erfolg errungen, in Münchennicht
zur Aufführung gelangt ist. Das also war der Lohn für
Weißheimer’s zehnjährige unermüdliche Aufopferung.
Er sah nunmehr ein, daß von dem mächtig ge
wordenen Wagner durchaus nichts zu hoffen sei, und verließ
München, um eine Capellmeisterstelle in Augsburg, dann in
Berlin (bei Kroll), in Düsseldorf und Würzburg anzu
nehmen. In jeder dieser Stellungen galt sein schönster Eifer
der Aufführung von Wagner’s Opern! Von Wagner selbst
empfing er nie wieder ein Lebenszeichen, seit er diesen zuletzt
1868 flüchtig in München gesehen — neben dem König in
der Hofloge bei der Première der „Meistersinger“.
Verschiedene Kritiker rügen an Weißheimer, daß er auch
von seinen eigenen Compositionen spricht und von der Aner
kennung, die Männer wie Liszt, Bülow, Tausig, Cornelius,
Dräsecke und Perfall ihnen gezollt haben. Es ist ihm, nach
meiner Empfindung, die einzige bescheidene Genugthuung
vom Herzen zu gönnen;
Eine zweite Oper Weißheimer’s „Meister Martin und seine
Gesellen“, hat in Frankfurt am Main einen großen Erfolg errungen
unter der Leitung Dessoff’s, der die Novität seinerzeit angelegent
lich zur Aufführung in Wien empfahl.
ja, die Berufung auf das Lob
der genannten Künstler war fast nothwendig, um den Leser
vor dem Irrthum zu bewahren, Weißheimer sei eben nicht mehr
und nichts Anderes gewesen, als in Einer Person der Lohn
diener und der Geldgeber Wagner’s. Die geschworene
Parteigänger des Letzteren werden tadelnde Worte voraus
sichtlich nur gegen Weißheimer erheben. Für sie bleibt ja
Wagner der Idealmensch, ja nach Zeugniß des Herrn
v. Wizewa schlechtweg der Heiland. Sie ignoriren den
kleinen Unterschied, daß dieser „Heiland“ immer Andere sein
Kreuz schleppen und die Dornenkrone tragen läßt, ohne daß
es ihm beifiel, die armen Schächer dann mit sich ins Para
dies zu nehmen.