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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H.
So beginnt ein zartes
ungefähr ebenso die Handlung von „
brauchen den Stoff nicht eigens nachzuerzählen, ist doch
Moreto’s Lustspiel „
(1890) sich rasch die meisten
Director
außerhalb unseres Vaterlandes so beliebte Werk eines Oester
reichers endlich auch den Wienern vorzuführen.
Das Libretto hat
des Originals wörtlich beibehalten. So mancher Reiz konnte
den Componisten verlocken: der romantische Vorgang, das
charakteristische Hauptfiguren:
hingegen dem vollen Einströmen der Musik sich entgegen
stellt, ist die klare, scharfe Kälte, das Ueberwiegen des
Geistes in
Charakter eines psychologischen Experimentes aufprägt. Die
Wortgefechte zwischen
Dialog sich rasch vollziehen, werden schleppend im Gesang
und ebenso gefährlich wie die neckenden Wechselreden in
„
in der „
duette, und doch hat jedes einen Componisten unwiderstehlich
angelockt: Berlioz und Hermann
Treten wir näher an die Musik heran, so fühlen wir
uns gleich von der Ouvertüre angenehm überrascht und
unterhalten. Sie rollt mit außerordentlicher Lebendigkeit
und buntem Farbenwechsel in Einem Zug dahin. Ihr
prickelndes Hauptmotiv in Drei-Sechzehntel-Tact beherrscht
später das Ensemble am Schlusse des ersten Actes. Noch ein
zweites Thema zärtlichen Charakters erfreut uns bei seiner
häufigen Wiederkehr: das zuerst von
scene gesungene „Ist’s Laura, ist’s Fenice?“ Für eine einzelne
duftige Blume, die sich aus kargem Erdreich erhebt, sind
wir doppelt dankbar. Wir sind freilich bald fertig mit der
Aufzählung solcher Blumen; unser Componist ist durchaus
kein Melodien
kommen weiß er gut Haus zu halten, auch dasselbe aus
dem
glänzt nicht durch reiche, originelle Erfindung, wol aber
durch sein Talent für das Aeußerliche, Bühnenmäßige.
Darum wirkt er auch als Instrumental-Componist weit
stärker als in seiner Vocalmusik. Die Gesangspartien, ins
besondere die lyrisch-sentimentalen der
Cäsar
und Frische; sie bewegen sich zumeist in dem durch
aufgekommenen Zwittersang von Declamation und Cantilene.
Da sehnen wir uns oft ebensosehr nach einem rasch er
klärenden Recitativ, wie nach einem selbständigen Arioso.
Schon in dem einleitenden Monolog
sich die Neigung des Componisten zu übermäßig pathetischer
Behandlung, zur Rede in Superlativen, zu starkem,
den Gesang deckendem oder durchkreuzendem Accompagnement.
Das widerstrebt dem Styl des Lustspieles, der komischen
Oper. Auf einen herrschenden Grundton muß jedes Bühnen
stück, trotz seiner mannigfaltigen Bestandtheile, gestimmt sein.
Die heiteren Scenen in einem ernsten Drama dürfen nicht
in die Lustigkeit des Possenstyls verfallen, ebensowenig die
sentimentalen Nummern einer komischen Oper in das
Pathos der Tragödie.
so gewaltsamen Modulationen, und das Orchester zollt ihnen
so stürmisches Beileid, daß wir gründlich aus jeder Lust
spielstimmung herausgeworfen sind. Ja, das Orchester! Das
ist die glänzendste Seite und zugleich gefährlichste dieser
Partitur.
entzückt und peinigt uns mit dieser Virtuosität.
Seinem Werke schadet nicht blos der Lärm, sondern noch
öfter die Unruhe der Orchestrierung. Der Componist hat jedem
Instrument seine Geheimnisse abgelauscht, leider möchte er
sie am liebsten alle zugleich ausplaudern.
Wort, daß bei Jean
herumspringen, paßt vollständig auf
Effecte. Flötentriller, Harfenglissandos, zuckende, juckende
Geigenpizzicatos, concertante Clarinettpassagen, grelle
Trompetenstöße, Alles wie auf einer Treibjagd hinter
einander her! Man kommt zu keiner einheitlichen Stimmung
und möchte doch einmal acht Tacte lang aufathmen. Gewiß
hat es seinen Reiz, dieses Durcheinander von Orchester-
Bonmots zu verfolgen, aber der Schaden ist größer als der
Reiz. Durch solche Begleitung wird die Singstimme gedeckt,
das Wort unverständlich und bestenfalls die Aufmerksamkeit
abgelenkt von der Hauptsache: dem Gesang. Wo diese
schädliche Concurrenz vollständig ausgeschlossen ist, da wirkt
der Componist und genießt der Hörer am reinsten. Seltsam
genug in einer Oper, daß wir uns auf die Scenen freuen,
wo der Gesang gänzlich schweigt! Da ist das Orchester
alleiniger Herr und sofort ein liebenwürdiger Herr,
während er gegen den Gesang den Haustyrannen spielt.
Die reinen Instrumental-Nummern — Tänze, Aufzüge,
Zwischenspiele — bieten uns in „
Gesangstücke an Originalität und Formschönheit uns
schuldig geblieben. Da steckt vor Allem die Balletmusik voll
Reiz und Leben. Daß sie fast durchgehends auf original-
Gegentheil, wir danken es ihnen, daß sie Temperament und
Localfarbe in die Oper bringen, welche sonst an schleichender
Declamation und fieberheißen Interjectionen ersticken würde.
Volksweisen gelten so ziemlich überall als herrenloses Gut,
und wer sie wirksam und geistreich zu verwerthen weiß, wie
hat sein volles Occupationsrecht erwiesen. Wir rühmen
außer der eigentlichen Balletmusik die feurigen Introductionen
zum zweiten und dritten Act, vor Allem das bei offener
Scene erklingende zarte Orchester-Zwischenspiel, das frühere
Motive in einen wahren Klangzauber einfüllt. Nach dem
Intermezzo in der „
daß in
holung verlangt wurde. Wie unvergleichlich wird es aber
auch vorgetragen!
In den Gesangstücken der Oper herrscht überwiegend
der aufgeregte
mit der „unendlichen Melodie“ im Orchester, weil ihnen
selber die endliche abgeht. Von diesem Styl lenkt der Com
ponist in der zweiten Hälfte der Oper wiederholt in popu
lärere Bahnen. Er entledigt sich der schweren
Rüstung und verkehrt fast freundschaftlich mit
Ich hab’ von allen!“ sagt
weis’.
gefälliges Ständchen hinter der Scene;
mit Trompeten und Pauken. Es folgt ein Bolero für
drei Frauen- und drei Männerstimmen in Drei-Achtel-Tact.
Da sie meistens unisono singen (auch die Verzierungen in
Zweiunddreißigstel-Noten), so macht das lästig ausgedehnte
Stück einen schwerfälligen Eindruck, etwa wie ein plumper
Vogel, der fliegen möchte und nicht kann. Man sieht, daß
der dritte Act durch lauter Lückenbüßer bei schon stockender
Handlung künstlich ausgedehnt wird. Endlich explodirt ein
leidenschaftlicher Monolog
ist complete Wagnerianerin geworden. Bei allem Aufgebote
von exaltirten Aufschreien und wüthender Orchester-Figura
tion bringt es das Stück doch zu keiner echten Empfindung.
Dieser Mangel haftet erkältend an allen Scenen (insbe
sondere
gen. Mit der sehr billigen „edlen Verachtung“ selbstständig
schöner Melodie ist das freilich schwer zu erreichen. Darunter
leiden ebenso schwer die Sänger wie die Hörer.
Dankbare Aufgaben haben in „
das Orchester und die Ballettänzerinnen. Ihnen wurde auch
der lebhafteste Beifall zu Theil. Die schwierigsten, zugleich
undankbarsten Partien sind die der beiden Hauptpersonen
Nacht — nichts, was uns Vergnügen macht. Ihnen selbst
auch nicht.
passiv, kann in der zweiten nur durch starke Ausbrüche der
Leidenschaft wirken.
muß, hat nicht einmal diese. Thatsächlich wirken beide
sympathischer und stärker, wenn sie, wie in dem Lustspiele
des Burgtheaters, blos gesprochen werden. Fräulein
Renard, die in ihren verschiedenen kostbaren Costümen