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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Dämon in Verbannung schwebte
So lauten die ersten Verse von
ganz ähnlich die Anfangsworte, mit denen bei Robert
Peri schmerzbefangen“ auftritt. Also hier
Für eine dreiactige Oper bietet
nur sehr dürftigen Stoff.
rung volksthümlicher Tänze und Lieder aufgeschmückt, auch
(mit weniger Glück) dramatisch zu erweitern gesucht. Die
Einleitungsscene bringt symbolisch den Kampf des bösen
mit dem guten Princip zur Anschauung: der
sich höhnend gegen den mahnenden
der stürmischen Gespensternacht gelangen wir plötzlich in
sonnige Landschaft und heiteres Menschentreiben.
die Tochter des
Burg zum Fluß herab, wo ihre Mägde Wasser schöpfen. Der
unsichtbar, und behaucht ihr argloses Herz mit berückenden
Schmeichelworten. Wieder wechselt die Scene. Wald, Abend
dämmerung. Fürst
seinem Gefolge angeritten; er rastet, um bei Tagesanbruch
die Reise zu seiner Braut fortzusetzen. Der
gelauert, läßt die Karawane durch Tataren überfallen, und
dal
vorbereitungen in
finden da ein jähes Ende: unter den dumpfen Klängen
eines Trauermarsches bringt man die Leiche des ermordeten
Bräutigams. Auch durch diesen Jammer dringt die
schmeichelnde Stimme des
an
sie zu ihrem Vater, sie ins Kloster ziehen zu lassen. Dort
in ihrer Zelle finden wir sie als Nonne zu Anfang des
dritten Actes. Wieder naht ihr der Versucher und gewinnt
endlich Macht über sie. Als
kaum mehr widerstehend, von seinem Kuß berührt wird, er
scheint der
Boden und wird von Engeln zum Himmel emporgetragen.
Der
In der incommensurablen Figur des
sich dem Componisten die größte Schwierigkeit entgegen.
Welche Aufgabe, ihn dramatisch und musikalisch überzeugend
zu machen! Ein Teufel, haßerfüllt, verderbenbringend und
dabei unwiderstehlich bezaubernd; ein Unsterblicher und doch
zum Sterben verliebt! Nachdem er „jahrtausendelang“ die
Menschen verflucht und vernichtet hat, sinkt er plötzlich einem
jungen Mädchen schmachtend zu Füßen. Er bewegt uns
nicht zu sympathischem Mitgefühl wie die sagenhaften Ge
stalten Hans
absolut Böse. Das wird uns noch recht absichtsvoll durch
die wiederholte Erscheinung des ihn bekämpfenden
des absolut Guten, eingeprägt. Die Widersprüche, welche
der Held unserer Oper in sich vereinigt, sind nicht zu lösen.
Für ein so unberechenbares, zwiespältiges Fabelwesen gibt
es keine Psychologie, keinen moralischen Werthmesser,
keine logische Motivirung. Vollends auf der Bühne,
wo wir sehen wollen, was wir glauben, und nur
glauben, was wir sehen. Der Charakter des „Dämon“
widerstrebt der festen Form; sie zerbröckelt, ob er nun
seinen diabolischen Trotz uns zukehrt oder seine irdische
Liebessehnsucht. So läßt uns denn Beides im Grunde gleich
giltig. Mit Recht suchte
stalt des
dem Vorgang
den
den stolzen, unbeugsamen Geist der Kritik, ja den Geist der
Freiheit auf. In diesen genialen Dichtungen eine imposante,
unbegreifliche Macht, kann der „
mehr werden als eine — dankbare Baritonpartie. Und das
ist er bei
Liebhaber nicht die ergreifenden Töne Hans
noch als Dämon die geheimnißvollen des Fliegenden
länders
Der Train, mit welchem
sind verflossen, seit
burg
und seinen Freund Mosenthal ersuchte, das Stück für
lockender Dämon. Es folgten auf „
bäer
dramatisch wie musikalisch flügellahme Werke. Den „
hielt
und konnte es nicht sein, weil ihr jene einzige Kraft fehlt,
die seine früheren Opern theilweise gerettet hatte: das
stein
Den „
„
kalische Erfindung, mehr Farbe und Natürlichkeit, als in
jenen beiden weit größer und anspruchsvoller angelegten
Opern. Was dem „
der nationale
lende Handlung bietet in den zwei ersten Acten solchen Me
lodien ungezwungenen Eingang. Vorher müssen wir uns
freilich durch das lange Vorspiel durcharbeiten, in welchem
unsichtbare gute und böse Geister, Chöre der Gewässer, der
Bäume und Winde ihr redselig Wesen treiben, um endlich
dem
abzutreten. Für dergleichen Scenen hat
seinem „
lichen Ton zurechtgemacht, der in seiner stylisirten Farblosigkeit
jedenfalls dem Oratorium besser entspricht als der Oper.
Hier erwarten wir stärkere, individuellere Charakteristik. Auf
der Bühne lohnt es sich schlecht, einen Engel singen zu lassen
oder einen Teufel; beide bleiben conventionell oder werden
lächerlich. Nach diesem nächtlichen Geistervorspiel beginnt mit
der aufgehenden Sonne auch die Musik zu leuchten und zu
wärmen. Wie hübsch ist gleich der einleitende Chor der
Mädchen beim Wasserschöpfen, dann das Lied
endlich die Ballade der Amme mit dem tactweise wieder
kehrenden Refrain im Orchester! Gegen diese liebenswürdige
Seite des Volksthümlichen contrastirt effectvoll die schwerfällig
melancholische der folgenden Scene: Chor der im Wald lagern
den Karawane. Innig, sehnsuchtsvoll, dabei durch eine pikante
Rhythmik gewürzt, klingt die As-dur-Cantilene des
Es folgt der Männerchor in Es-moll „Finstere Nacht“, den
wieder die süße Melodie des
mir!“ schmeichelnd ablöst. Diese ganze nächtliche Waldscene
erfüllt ein einheitliches, durchaus stimmungsvolles Bild,
welchem wir einige Längen gerne nachsehen. Den zweiten
Act eröffnet eine reizende Balletmusik von national-
Charakter. Nach diesem Höhenpunkt der Partitur geht es
aber zusehends abwärts. Die Chormassen schwellen an, aber
die Erfindung ist ausgetrocknet. Ermüdend schleppt sich das
breite Ensemble in H-moll („O du Geliebter“) vorwärts,
in banalen Phrasen das Geständniß des
Segel“. Wie längst bekannt, klingt
„O Gott, wie leidet meine Seele“, und endlich der Chor
„Ruh’ im Kloster!“ Da hat den Componisten, wie so oft in
seinen größeren Tonwerken, plötzlich die Inspiration verlassen;
er behilft sich mit Hergebrachten, „Altbewährtem“ und scheint
es kaum zu merken. Wohlklang herrscht allerdings in diesen
Chören und Finales — ein leerer Wohlklang, den kein
individueller Geist erfüllt. Der Act schließt im Original mit
einem Chorfinale: nachdem
angetreten, erhebt sich der alte
Vasallen, um blutige Rache an dem Mörder
nehmen. Wer dieser Mörder gewesen und wo er zu finden
sei, davon hat er freilich keine Ahnung. Offenbar empfand
hier
beleben und den Act mit einem leidenschaftlichen Chor zu
schließen. Von Director
gestrichen. Mit Recht; der nichtssagende Lärm dieses Finales
zerstört die poetische Wirkung von
statt sie zu steigern. Auch für zahlreiche kleinere Striche,
mit welchen
seligen Componisten beseitigt hat, sind wir ihm auf
richtig dankbar. Wir wünschten ihrer noch viel mehr.
Am meisten im dritten Act, dessen musikalischen Wolken
schleier ein einziges holdes Sternlein erleuchtet:
schlichtes Lied in E-moll „Ach, wie schwül ist die Nacht“.
Voraus geht eine neuerliche Disputation zwischen dem mah
nenden
beiden Geistern nichts Neues bringt. Im Uebrigen ist der
ganze dritte Act ein ermüdend langwieriges Duett zwischen
dem bedrängenden
kung nicht durch den musikalischen Gedanken, sondern lediglich
durch die materielle Wucht des Orchesters und die unbarm
herzige Anstrengung der Singstimmen erreicht wird.
Der Erfolg der Oper ergab sich günstiger, als ich bei
der Fremdartigkeit des Stoffes und der Ungleichheit der
Composition erwartet hatte. Am schönsten wirkten (wie bei
allen
sämmtliche Scenen, in welchen das musikalische Interesse
mit dem ethnographischen verbunden oder, richtiger, daran
gebunden erscheint. Keine Frage, daß wir die reizendsten
Stücke seiner Opern weniger der individuellen Erfindung
Volksstammes. Daß auch der dritte Act stellenweise nicht
ohne starken Eindruck blieb, ist zur guten Hälfte das Ver
dienst von Fräulein v. Mildenburg (