Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten
Bearbeiten — das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.
Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter folgenden Bedingungen:
Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders.
Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt.
Hinweise:
Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und Schranken des Urheberrechts gedeckt sind.
Es werden keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet. Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen. Es können beispielsweise andere Rechte wie Persönlichkeits- undDatenschutzrechte zu beachten sein, die Ihre Nutzung des Materials entsprechend beschränken.
Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Als im Juli
Jubiläum der
unter den musikalischen Festlichkeiten ein Oratorium von
Peter Benoit „
Die Aufführung von
diesen Zweck ein weitläufiger, an 6000 Personen fassender
Holzbau errichtet war. Auf dem Podium stand eine impo
sante Sänger- und Musikerschaar von 800 bis 1000 Köpfen.
Peter
breitgezogenem, aber ausdrucksvollem Gesicht, das unter dem
langen, glatt herabfallenden Haar gar kühn dreinschaute. So
mochten wir uns einen streitbaren
etwa Jacob van
(der Hauptsitz der
Componisten) war im Concertsaale mitwirkend oder zu
hörend versammelt, der Beifall enthusiastisch, vom Patrio
tismus förmlich erhitzt.
Krieg; nicht einen
Krieg, den Krieg an und für sich. Der Poet (van
hatte es leider verschmäht, seinem Gedicht irgend einen be
stimmten localen oder historischen Hintergrund zu geben. Anstatt
ein so realistisches Ding wie der Krieg durch reale Kräfte vor uns
entstehen und bezwingen zu lassen, umgibt uns der Poet mit
Armeen von Erdgeistern, Lichtgeistern, Spottgeistern und
dergleichen altmodischem Pack. Dieser geschmacklosen Chimären
bedarf es wahrlich nicht, um die Schrecken des Krieges noch
zu erhöhen. Der erste Theil des „
ling; mit geschickter Tonmalerei, ohne rechte Frühlings
stimmung. Im zweiten Theil bereitet sich der Krieg vor.
Der Spottgeist verhöhnt die Ueberhebung des sich mächtig
dünkenden Menschen; er entsendet gegen sie seine Dämone
Eifersucht und Mißtrauen. Der Friede entflieht. Nun
entfesselt der dritte Theil alle Gräuel des Krieges;
Schlachtenmalerei in großem Styl und grellsten
Farben. Vergebliche Hoffnung, es werde wenigstens der
vierte und letzte Theil uns von diesem Alp des Entsetzlichen
befreien. Neues Hohngelächter des Spottgeistes. Leichenraub
auf dem Schlachtfeld, Röcheln der Verwundeten und so fort,
bis endlich, ganz zuletzt, ein Engelchor mit der Verheißung
„ewigen Friedens“, dem Gräuel ein Ende macht. Der
„
einzelner Schönheiten mit einem peinlichen Eindruck entlassen.
Es herrscht darin eine Maßlosigkeit und Uebertreibung, die
Einem jede Freude an dem unleugbaren Talente des Com
ponisten verdirbt.
Das jetzt in Lucifer“,
recht. Die Wogen des nationalen Enthusiasmus machen
aber merkwürdigerweise immer vor den Thüren der Ver
leger Halt; diese fürchten, die großen Kosten nicht herein
zubekommen von dem relativ kleinen „nationalen“ Publicum.
eine gute Weile warten, ehe sie im Stiche erschienen.
Wahrscheinlich hätten wir auch jetzt, nach dreiunddreißig
Jahren, den „
wäre nicht vor Kurzem der verdienstvolle
Musikdirector Julius Buths mit einer
zum „
lang und etwas weniger langweilig. Es schildert den „Kampf
des Lichtes mit der Finsterniß“. Vortreffliches Thema für
eine Predigt oder ein Erbauungsbuch, aber als bloße
Allegorie doch etwas dürftig für ein großes Concert. Ein
dreitheiliges Oratorium, in welchem gar keine Menschen auf
treten, sondern nur Engel und Teufel, berührt uns moderne
Sterbliche gar fremdartig. In
dritten Theil
schildert, ist bei
ausgestreckt. Da bleibt von Anfang bis zu Ende der
die einzige handelnde Person; Alles um ihn her ist Chor,
nur von wenigen Solostellen unterbrochen. Das wirkt auf
die Länge ermüdend; der Text bietet keine Abwechslung,
sogar die Disposition der drei Theile bleibt die gleiche. Im
ersten Theile commandirt
der Erde! Auf, Geist des Wassers! Auf, Geist des Feuers!“
Sie sollen die Menschen zur Empörung gegen
treiben. Im zweiten ruft er abermals: „Erde, Feuer,
Wasser!“ Die Gerufenen erscheinen und melden, daß sie
nichts ausgerichtet haben. Den dritten Theil eröffnet
ohne die geringste Besorgniß, langweilig zu werden,
abermals mit dem Aufrufe: „Erde, thürm’ Berge!
Wasser, spei’ Ströme! Feuer, dem Schlund entsteig’!“
Statt des anbefohlenen Vernichtungsspectakels ertönt aber
ein frommer Chor: „Hosianna!
Der
Anfang gewußt hat, also jetzt ohne besondere Ueberraschung
von den jubilirenden Engeln erfährt. Das ist der vollstän
dige Inhalt des Gedichtes, das sich durch eine bewunde
rungswürdige Dunkelheit der Diction bei allereinfachstem
Inhalt hervorthut. Keine Frage, daß diese traurige Eintönig
keit des Poëms auf die Phantasie des Componisten drücken
mußte. Ueberraschende Contraste, leuchtende Farben, sinn
licher Reiz waren hier fast ausgeschlossen. Zu der gewissen
haftesten Treue gegen diese undankbare Dichtung gesellt sich
bei
bei übermäßiger Ausdehnung der einzelnen Musikstücke.
Trotzdem erfüllt uns
zeugung und bedeutendes Können mit aufrichtiger Hoch
achtung. Als Meister beherrscht er die musikalische Form,
das Orchester und den Gesang. Als besten Vorzug seines
Werkes empfinden wir den Wohlklang und Vollklang seiner
Chöre. Da ist Alles stimmgemäß und chorgemäß gedacht.
Ebenso schön klingen die Solo-Quartette. Mit melodischen
Blüthen wirthschaftet Lucifer sehr sparsam, und die wenigen
hervorstechenden wird man schwerlich originell finden. Am an
sprechendsten wirkte das zarte Tenor-Solo in A-dur und das
Frauenduett in H-moll. Beides in der zweiten Abtheilung,
die überhaupt am meisten Frische athmet. Was wir an
noit
die Ursprünglichkeit der Erfindung. Er mahnt oft nach
drücklich an
empfänglichsten Jugendjahre des jetzt 66jährigen Componisten
fällt. Was die Zuhörer wol am begierigsten erwarten mochten,
der national-
Ich konnte davon im „
früher im „
Componisten schienen mir die eigenthümliche Topographie
Musik hört man weder
oben und unten
In unserem Gesellschaftsconcert wurde „
großer Aufmerksamkeit gehört und achtungsvoll, ohne beson
deren Enthusiasmus, aufgenommen. Aufrichtigen, warmen
Beifall fand das von Herrn Naval reizend vorgetragene