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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. „
wunderlich an. Volle dreißig Jahre lang nach seiner Erstauf
führung in
laß erhielt ins
kannte
den „
bevor es „
Eroberung verdankte man nur der rückwirkenden Kraft von
nachhaltige Wirkung erzielt, so regt sich hinterdrein die Neu
gierde nach Allem, was er früher geschaffen. Als Erstlingswerk
eines unbekannten jungen Componisten — denn zwei verschollene
Jugendopern, „
nicht mit — war „1841 in
Aufführung gelangt. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen.
Aber die abschreckenden Berichte über ganz enorme Kosten,
Mühen und Schwierigkeiten der Aufführung stimmten alle
übrigen Bühnen bedenklich. Ueberdies präsentirte sich die
Partitur in einem so abenteuerlichen Umfang, daß man in
Oper auf zwei Abende zu vertheilen. (Ein hübsches, einziges
Gegenstück zu
kanntlich Kaiser
singen ließ.) Die
borenen Höflichkeit, es doch bald satt, heute zwei Acte
und morgen erst die drei letzten zu hören. Da kam
denn der Prophet zum Berge und kürzte die Oper
auf die Dauer Eines Theaterabends. In dieser redu
cirten, noch überlebensgroßen Gestalt gewann „
nach und nach auch andere
keine Eile; ein sonderlich guter Ruf ging dem Werke
nicht voran. Erst nachdem „
„
ausgedehnt hatten, verlangte die allgemeine Neugierde auch
nach dem „
bevorzugten Vorläufer wollte ihm jedoch niemals und
nirgends blühen. In
ersten Jahren (
im nächsten Jahre nur mehr fünf. Dann ging es
rapid abwärts auf drei und zwei Wiederholungen;
endlich begnügte man sich mit einer einzigen und in
gar manchem Jahre mit gar keiner. Im Laufe
von vierundzwanzig Jahren hat „
nur sechzig Aufführungen erlebt. Was hat das zu bedeuten
gegen die zweihundert Wiederholungen des „
die zweihundertfünfzig des „
raume! Das Publicum war eben besseren Geschmacks ge
worden, indem es den „
Opern messen gelernt hatte. Heute will die Aristokratie der
Wagnerianer eigentlich nichts mehr davon wissen, und der
Meister selbst theilte ihre Meinung. „Den
geben wir Ihnen preis,“ schrieb Bülow schon im Jahre
Was Herrn Director
Auferweckung dieser halbvergessenen Oper so aufreibende
Mühe und Sorgfalt zu wenden? Zunächst wol die zärtliche
Rücksicht auf das zur eminenten
herrschaft neun Repertoire-Opern!
— auch noch als zehnte den „
mochte. Interessant ist es immerhin, den Anfängen
eines Componisten zu lauschen, welcher durch seine
späteren Schöpfungen so bedeutend gewirkt hat; über
raschend obendrein, ihn weitab von seinem späteren hohen
Isolierschemel in großer Gesellschaft auf der breitesten
Fahrstraße anzutreffen. Schon vor dreißig Jahren nannte
ich dieses biographische Interesse „so ziemlich das einzige,
welches
Schwerlich möchte ein Theater-Director
Aufführung annehmen, wäre sie von einem ganz unbe
kannten Componisten eingeschickt. Der Name
den Schwimmgürtel, auf dem sich „
dem Wasser erhält. Der Name
— denn von dem Manne selbst, dem leibhaftigen Richard
wir den Componisten des
thümlichkeit verräth, ist es keine von seinen guten.
Gegentheil von
herrscht die Gesangsmelodie, am liebsten die bedenklich popu
läre, das Orchester liefert nur eine „Begleitung“, eine recht
lärmende, im herkömmlichen Sinn; der Bau gliedert sich
übersichtlich symmetrisch, die Modulation, noch unberührt von
harmonischen Mysterien, erlaubt sich kein Wagstück, die her
kömmlichen Formen (Ouvertüre, Arie, Duett, Terzett) sind
im Wesentlichen beibehalten. „Ist das wirklich
flüstern die mit „
Nein, es ist ein Gemisch von
beer
in den Formen jener Operncomponisten ist veraltet, und
sie heute als veraltet empfinden. An den alten Formen
liegt es aber nicht, daß uns „
den „
schweigen) quillt als ein Frisches, Eigenes, Ursprüngliches,
was in „
Auf letzterem drückt eine Mittelmäßigkeit, die nur durch eine
erstaunlich kühne Anhäufung materielle Effect zu blenden
vermag. Wer sich darüber der kürzesten Täuschung hingab,
war der Componist selbst. Ein so feiner kritischer Geist wie
Richard diesem Felde keine
weiteren Lorbeern sprießen. Im Schaugepränge und
Orchesterlärm noch weiter zu gehen, war unmöglich; in den
alten Formen durch Reichthum und Schönheit musikalischer
Ideen zu entzücken, erlaubten seine Mittel nicht — was
blieb übrig, als einen neuen Weg zu suchen? Wie er diesen
gefunden und mit Erfolg behauptet hat, ist bekannt. Seinen
„
wir dürfen also ein Gleiches thun. Nur hat
diese Oper verworfen, weil sie einer angeblich überwundenen
Kunstgattung angehöre; wir, weil sie ein überwundenes Indi
viduum dieser Gattung, weil sie schlechte Musik ist. Das nach
dient das Lob geschickter Mache, insoferne es den Stoff
zweckmäßig gliedert und eine Reihe effectvoller Situationen
herbeiführt. Die vorwiegende Absicht auf diese Masseneffecte
vereitelte aber jede feinere Motivirung; nicht nur die psycho
logische der handelnden Personen, sondern auch die logisch-
pragmatische der Handlung. Wer
sicherem Gedächtniß bewahrt hat, bleibt über manche Haupt
wendung der Oper vollständig im Unklaren.
Die Musik hat uns auch in der heutigen Aufführung
keinen besseren Eindruck gemacht, als damals in ihrer ge
kürzten Form vor dreißig Jahren. Mit Ausnahme der Panto
mime der Frauen vor dem Waffentanz wird jetzt kein
Musikstück gestrichen. Die überlange Oper entläßt uns
ermüdet und betäubt. Wo
dies gelingt ihm häufig in den ersten drei Acten),
da ist er die von
Ursache“. Alltäglichen, zum Theile ganz trivialen Ideen wird
hier durch derbste sinnliche Mittel der Schein des Groß
artigen angetäuscht. Solch unausgesetztes Brüllen von
Posaunen und Tuba, so unermüdliches Trommeln und
Beckenschlagen. So erbarmungslose Anstrengung der Chor-
und Solosänger verlangt keine zweite Oper. Der Hörer
wird förmlich niedergeworfen und der Triumph des Com
ponisten zur totalen Niederlage des Zuhörers. Gleich in der
Ouvertüre, diesem Monstre-Potpourri mit der Prätension
eines einheitlichen Charakterbildes, sehen wir unter der
sinnlichen Gewalt der Töne den Geist erliegen. Bessere
Hoffnungen erregt die Introduction (Entführung der
mit dem Dazwischentreten
zwischen
oper gehalten und meines Erachtens die werthvollste Nummer
des Ganzen. Was nun folgt, kann man abgesehen von
einigen flüchtig vorüberleuchtenden Stellen, füglich unter zwei
Kategorien zusammenfassen: lärmende Trivialität und senti
mentale Trivialität. Zur ersten Classe gehören alle „Glanz
nummern“ der Oper: das erste Finale, der große Einzugs
marsch, die Balletmusik, endlich der Schlußchor im zweiten
Act. Man glaubt nicht, daß der Lärm des Finales noch
steigerungsfähig sei; er wird aber noch weit übertroffen von
dem Marsch und Schlachtgesang im dritten Act. Da
arbeitet neben dem tobenden Orchester und Chor noch eine
grausame Militärmusik auf der Bühne, große und kleine
Glocken läuten hinter der Scene, und die wackeren Römer
schlagen dazu tactweis mit den Schwertern auf ihre
Schilde. Als Seitenstück zu diesem Profanlärm bringt der
vierte Act ein geistliches Spectakel: den Bannfluch mit
obligatem Miserere der Mönche. Noch schlimmer als die
Musikstücke von der Lärm- und Glanztrivialität sind die von
der sentimentalen. Sie sehen einander erschreckend ähnlich
mit ihrer flachen süßlichen Melodie und steifen, dürftigen
Harmonisirung. Das B-dur-Terzett im ersten Act mit dem
sich anschließenden Liebesduett, die empfindsamen mordent
gezierten Cantilenen des Helden
kraftlos und abgetragen klingt das Alles! Was uns heute
noch theilweise mit dieser Musik versöhnt, ist ihr jugend
liches Feuer und ihre zukunftverheißende dramatische Energie.
„
müdem Enthusiasmus des Publicums in Scene. Die Vor
stellung währte bis gegen ½12 Uhr Nachts. In noch
höherem Grade sehens- als hörenswerth wirkte sie vornehm
lich durch die Pracht der neuen Decorationen von
durch die blinkenden Costüme und das effectvolle Ballet.
Herr Schmedes, der als Volkstribun, umgeben von