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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Des Dichters Spruch erwahrt sich auch an
er am 15. April
„
achtzigjährigen Meister in der Hofloge wie einen Souverän
zwischen dem König
sitzend, von endlosem begeisterten Jubel des Volkes um
braust. Alle Kehlen jauchzten, alle Herzen schlugen dem alten
Herrn entgegen, der nie ein anderes Gefühl als das inniger
Liebe, Verehrung und Dankbarkeit in seiner Nation erregt
hat. Als ich dann, seiner freundlichen Einladung folgend, ihn im
„Hôtel Quirinal“ besuchte, gedachte er flüchtig der so stillen
ärmlichen Jugendzeit, die ihn seine späteren Glückstage nimmer
mehr hätte träumen lassen. Er stimmte mir zu, daß
berühmtes Wort — es gebe keinen größeren Schmerz, als
im Elend sich verflossenen Glücks zu erinnern — auch um
gekehrt zutreffe. Denn ein höheres Glücksgefühl durch
strömt uns, wenn wir in vollem Sonnenschein an über
standene dunkle Zeiten zurückdenken.
aussichtslos engen Verhältnissen langsam emporgekommen.
Am 9. October
ehemaligen Herzogthums
Ausbildung seines früh aufkeimenden musikalischen Talentes
hoffen. Es ist bekannt, wie er in dem benachbarten Städtchen
seiner Studien erhielt. Wie es dann seinen Gönnern gelang,
ihn nach Basily, dem
Durch „
bekannt worden, wo noch in den Vierziger-Jahren eine
regelmäßige
stand. Wenn man das damalige
halb
die Hälfte der Wahrheit. Die vormärzlichen Wiener haben auch
die schwächsten, mitunter durchgefallensten Opern
lich verdaut, Jugendwerke, welchen zeitlebens das ganze
Langweile gemischten Empfindung denken wir an die Abende
im Kärntnerthor-Theater zurück, wo
„
herrschten, neben drei musikalischen Travestien von
„
Miller
d’Arco
erster, bis zum „
„
hatten schon in seinen früheren Opern ein dem modernen
wittert, das den Deutschen weder auffiel noch zusagte.
Im „
und ausgebildet hervor; eine im Vergleiche zu
packende Kraft. Mochte auch diese Kraft- und Lebendigkeit
oft bis zur Rohheit übertrieben sein; immerhin war damit
gegen die verschwommene Weichheit
tändelnde Eleganz
Eklekticismus
die Musik dieser Componisten bereits zu welken begann. Ein
halbwegs neuer und vortheilhafter Seitenweg war nach
nun einzuschlagen, indem man alles Gewaltsame, Leiden
schaftliche, Materielle in dessen Musik steigerte, hingegen die
bereits langweilende Wehmuth des bel canto noch weiter
unterdrückte. Auch mußte das Orchester voller, der drama
tische Ausdruck energischer, der Chor häufiger verwendet
werden. In diesem Streben schlummerte unzweifelhaft die
Ahnung eines Richtigen: die Weiterführung der
Oper vom blos musikalischen Wohlklang zum Dramati
schen. Mit dem „
Eine ansehnliche Perlenschnur von Mißerfolgen reihte
sich nun für
Jahre nach dem „ Rigoletto“ (1851)
keit des Orchesters schöpfen konnten. Durch die Anlehnung
an
überhaupt und in unzähligen technischen Handgriffen hat
sich
sichtsvoll und erfolgreich entfernt. Im „ Rigoletto“
In „
den drei Opern, welche
siren, steht seine natürliche melodische Erfindungskraft so
ziemlich im Gleichgewicht mit dem
einer sorgfältigeren und raffinirteren Arbeit. Sie sind die
beliebtesten von allen Opern
vollsten, wenn ich auch für meinen Theil den minder erfolg
reichen „ Ballo in maschera“ ihnen mindestens gleich
Schönheiten — das geradezu wüste, unverständliche Sujet
untergräbt überall den Erfolg dieser Oper. In der gleichen
Richtung hat
„ Don Carlo.“ Noch anspruchsvoller und mühsamer in der
Wir haben
Bedeutsamkeit des Dramatischen sich emporarbeiten sehen;
immer sorgfältiger wird seine Arbeit, immer länger die
Pause zwischen seinen Novitäten. Im Jahre
seine „
merkwürdiges, echt künstlerisches, nach
Opern höchst überraschendes Werk, das auch in
mit Vorliebe gegeben und gehört wird. Ein Verdienst
der Musik, nicht des Textbuches. Während einzelne hin
reißende Melodien uns entzücken, drückt der fatalistisch
düstere Charakter des Stoffes uns wie mit unsichtbarer
Hand allmälig nieder. Die beiden Grundgebrechen, welche
den Totaleffect der „
im Textbuche: nach Innen die ununterbrochene Elegik der
Handlung, nach Außen das
Sinn des Wortes. In der „
„
wieder zu größerer Einfachheit und ruhigerem Ausdruck
zurückgekehrt. Losgesagt von allen äußerlichen Rücksichten
folgt er hier nur seiner besten, geklärten Einsicht; er denkt
nicht an den bloßen Tageserfolg, sondern an die „Unsterb
lichkeit“, wie man schmeichelhaft die Aussicht nennt, daß
ein Werk sich relativ lange erhalten werde.
Noch zwei neue Opern hat uns
seines rastlos arbeitenden Lebens geschenkt : „ Otello“ (
Stücke im „
gedichtet. Der Gesammteindruck ist der einer sorgfältig aus
gearbeiteten feinen und lebhaften Conversations-Musik. Die
Musikgeschichte kennt kein Beispiel von einer solchen Bühnen
schöpfung eines Achtzigjährigen.
Unverzeihlich wäre es, wollten wir, festgehalten, ja
überwältigt von
duction, an zwei kirchlichen Compositionen des
Meisters vorbeigehen. Ganz ohne Kirchenmusik ist noch
kein
lichsten, wie
einen mäßigen musikalischen Tribut entrichtet. Sein
Requiem hat
Nach dem „letzten Glück“ ist ihm nun auch der „letzte
Tag“ angebrochen. Nicht ohne tiefe Bewegung lesen wir
von der erschütternden Theilnahme, mit welcher das ganze
Volk
Arbeiter, nach dem letzten Atemzuge
wie heute die ganze Stadt, das ganze Land Trauer anlegt,
um den Mann, der nicht blos als Künstler hochberühmt, son
dern ebenso sehr verehrt und geliebt war als edler Mensch,
als treuer Freund und großmüthiger Wohlthäter im
ganzen Lande.