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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. So bekamen wir sie doch noch zu hören, die
„ Chinesische Ouvertüre“, bevor sie ihre nachgeborene Actualität
wunderung als Gefallen. Darüber gab sich
Täuschung hin. „Trommeln und Pfeifen,“ schreibt er selbst,
„tragen die seltsam bizarre Melodie vor, die dann, vom
Orchester ergriffen, in verschiedenen Formen, Figuren und
Modulationen festgehalten und ausgeführt ist. Gefälligen
Eindruck kann es, ohne sich ganz an die Tendenzder Sache zu halten, nicht hervorbringen; aber
ein ehrenwerth gedachtes Charakterstück mag es sein.“ ...
Die Ouvertüre ist überhaupt selten gegeben worden; in
„ Mahler für diese unverhoffte, gerade jetzt so witzige Aus
bei den Philharmonikern, war uns bereits aus einer früheren
nicht glücken, viel Neues über diese „
die
daß auch die Kritiken sich ziemlich gleichen müssen. Wie in
den anderen Symphonien von
in dieser
trockenen, auch brutalen Stellen, oft ohne erkennbaren Zu
sammenhang. Wie helle Blitze leuchten hier vier, dort acht
Tacte in eigenartiger Schönheit auf; dazwischen ver
wirrendes Dunkel, müde Abspannung, fieberhafte
Ueberreizung. Auch in der
missen wir das logische Denken, den geläuterten
Schönheitssinn, den sichtenden und überschauenden Kunst
verstand. Sie hat, meines Erachtens, weniger sinnlichen
Reiz und Originalität als die
E-dur; weniger Gesang und tiefe Empfindung als (nament
lich im Adagio) die
dürfte sie ihre Schwestern noch übertreffen: in ihrer er
müdenden Länge. Director Mahler, ein warmer An
abgesehen von kleineren Weglassungen, einen großen Strich
über ganze 82 Tacte, im Adagio sogar über 85 Tacte!
Trotzdem empfanden wir auch diese neueste
als eine starke Geduldprobe. Die
leistung unseres Orchesters, wurde mit jenem unersättlich
lärmenden Enthusiasmus aufgenommen, welcher von jeder
In bescheidenen, reingehaltenen Grenzen, ohne die
Prätension des „Uebermenschen“, aber desto menschlicher,
erquickender, liebenswürdiger erklingt
für Blasinstrumente
hat sie jetzt ihre erste Aufführung im Philharmonischen
Concert erlebt und stürmischen Beifall errungen. Die
Serenaden (auch „Cassationen“, „Nocturnos“, „Diverti
menti“) gehören zur musikalischen Charakteristik des acht
zehnten Jahrhunderts. Da hatte jeder Fürst und jeder
reiche Edelmann seine kleine Musikkapelle, die an Sommer
abenden im Park Musik machte. Auch in den Städten war’s
noch gemüthlicher; zu
klangen Nachts die Straßen und Plätze in
sanften Huldigungsmusiken, welche das Namensfest der
Angebeteten oder, wenn der Liebhaber Raison ver
stand, ihrer gestrengen Mama feierten. Bekanntlich
hat
Harmoniemusik, theils für ganzes Orchester. Das waren
wirkliche Gelegenheitsmusiken, und die besondere Veranlassung
wirkte bestimmend auf die Form des Stückes und Zu
sammensetzung des Orchesters. Die „Serenaden“ zählten
sechs bis acht Sätze, worunter zwei bis drei Menuetts.
Spohr’s Notturnos für Harmoniemusik gehören in diesem
Dvořak begnügt sich weislich mit vier Sätzen; eine länger
Wenige Tage nach der „
zweites größeres Werk des sonst in
behandelten Requiem op. 89. Dasselbe ist
tung, denkt auch
Concertsaal als an die Kirche. Das bedeutet keinen Vor
wurf, nur eine Richtung der Zeit. In der Kirche sind wir
fromme Christen und lassen uns die Musik dazu gefallen;
im Concert sind wir Musiker und vertragen uns mit der
Frömmigkeit. Immer kleiner wird die Zahl der für die
Kirche schaffenden Meister. Die gottesdienstlichen Com
positionen selbst eines
schollen. Sie leben nur in der Kirche fort, also für das nicht
eigentlich musikalische Publicum. Dem Tanzlustigen ist bekannt
lich leicht aufgespielt; dem frommen Kirchengänger auch. Unsere
heutigen Componisten begnügen sich nicht mit solcher Nebenrolle;
wenn sie einmal sich zusammennehmen und Kirchenmusik
schreiben, so hegen sie einen größeren, sagen wir einen andern
Ehrgeiz. Wie die Todtenmessen von
mehr für den Concertvortrag als für den Gottesdienst ge
dacht, schon ob seines großen Umfanges und der bedeuten
den technischen Anforderungen. Was wir an dieser gewissen
haften, gediegenen Arbeit vermissen, ist das uns liebgewordene
persönliche Gepräge des Autors. Auch für
erkennt man die Beiden sofort. Nicht so
Zwang der feststehenden Form und der kirchlichen Tradition
hält Wache vor seinem Schaffen; sie lassen nichts Fremdes
herein, aber auch nicht sein Eigenstes.
An der Spitze des
Motto eine aus kleinen halben Tönen zusammengesetzte
Figur, welche als Leitmotiv durch das ganze Werk sich
hindurchzieht. Wir vermissen an dieser glücklichen Idee
nur einen prägnanteren Charakter dieses Leitmotivs selbst.
Auf den edlen, klangschönen Chorsatz „Requiem aeternam“
folgt das „Dies irae“, welches
staunen, wie maßvoll
malung dieses Stückes sich beschränkt hat, das ja meistens
zu stark theatralischen Effecten verleitet. Postirt doch
Verdi an den vier Enden des Saales Trompeten, die
leichte Aufgabe. Herr Director Loewe, welcher ein sehr