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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Es mag vier Wochen her sein, daß verschie
dene recht weltkundige Musiker
der neugierigen Frage stürmten, wer denn der fremde
Mönch sei, welcher da in allen möglichen Formaten und
unzähligen Exemplaren im Schaufenster mitten unter den
bekanntesten Sängerinnen und Schauspielern prangt?
Einige Belehrung mit neuem Erstaunen brachten die riesigen
Anschlagzettel mit der Ankündigung von drei aufeinander
folgenden Aufführungen eines Oratoriums „
ciscus
saale. Gleich drei Aufführungen eines Oratoriums, das,
wie der Componist selbst, hier kaum dem Namen nach
bekannt war! Welches Wunder! Man denke nur ein wenig
zurück und male sich das ungläubige Erstaunen aus, wenn
etwa Felix
führungen seines bereits in der ganzen Welt gefeierten,
nur in
angekündigt hätte! Immerhin — die Billette zur ersten
Aufführung des „
her ausverkauft. Was konnte dem Componisten im vor
hinein diesen unerhörten Antheil und Zulauf sichern?
Offenbar sein geistliches Gewand und der exotische Reiz,
einen Mönch sein eigenes Werk dirigiren zu sehen. Mit
dieser Vermuthung möchte ich selbstverständlich dem hoch
würdigen P.
echt bescheidenes Wesen ich voll aufrichtiger Freude
kennen und hochschätzen gelernt. Nur die weih
rauchduftende Anticipando-Ekstase schien mir sehr auf
fallend als ein merkwürdiges Zeichen der Zeit, wie
es namentlich in frommen höheren Gesellschaftskreisen
mit dem Abbate Perosi erlebt. Von der päpstlichen Curie
Wie P. Perosi, so erinnert er durch den Stoff seines Oratoriums
das weltfreudige Vorspiel von
das
mit zartem Bleistift andeutet. Für den reinen keuschen
Sinn P.
gleich als heiligen Mann einführt und auf das effectvolle
Vorspiel
in beiden Oratorien, wenn auch nicht das Wort, ist völlig
identisch. „Voll von Gottes Erleuchtung“ vertheilt
ciscus
und erwählt zu seiner Braut — die Armuth. Er stiftet
den Fransiscaner-Orden. Von da an besteht sein ganzes
Leben in Beten, Fasten und Predigen. Die zweite Ab
theilung zeigt uns den Heiligen, der Welt völlig abge
storben, beseligt von dem Wunder, daß die Wundmale
des Oratoriums füllt ausschließlich des Heiligen Sterben
und Begräbniß.
Tondichter und Franciscanermönch zugleich, fühlte
P.
seinen Ordensstifter und speciellen Heiligen in einem
Oratorium zu verherrlichen. So fromme Absicht konnte
aber nicht hindern, daß die breit ausgedehnte Dichtung in
eine Monotonie verfiel, welcher die Kunst kaum irgend
eines Componisten gewachsen erscheint. Liszt hat, wenigstens
passiver Charakter, welchen kein Kampf für seinen Glauben
aus der Ruhe seines Klosterlebens hinausruft. Der hoch
würdige Componist wollte eben ein von allen weltlichen
Momenten losgelöstes, rein beschauliches Oratorium
schreiben; mehr für die Kirche als für den Concertsaal.
Diese Tendenz, der eminent ultramontane Charakter, äußert
sich auch noch darin, daß P.
in lateinischer Sprache singen läßt, obgleich der Partitur
eine brauchbare
P.
ist wie seine
keineswegs zum Vortheil, wenn es in einer fremden,
obendrein todten Sprache gesungen, also dem Verständniß
und intimeren Antheil des Hörers gewaltsam ent
zogen wird.
Näher herantretend an die Musik von P.
Oratorium, sehen wir uns abermals an dessen Verwandt
schaft mit dem „ Tinel gemahnt. Letzterer
weiters, bleibt aber einig in sich und fern von jeder Gefall
sucht. Sein „
sie seit
gebildet hat, als vielmehr Kirchenmusik. Allerdings
bringen die katholische Messe und das Requiem in viel
engerem Rahmen doch weit mehr und stärkere Contraste
(man denke blos an das „Dies irae“!), als der
„
konnte. Von P.
ohne Begeisterung, aber mit einem harmonischen, würdigen
Eindrucke. Die unerbittlich strenge, einheitlich geschlossene
Haltung des ganzen Werkes macht es schwer, fast auch
überflüssig, einzelne Stücke daraus losgelöst zu besprechen.
P.
möchte überhaupt (wie einst
sagte) seine Zuhörer nicht ergötzen, sondern bessern. Dennoch
ist mehr als Ein Vorzug an dem Oratorium her
vorzuheben. Zunächst die schöne, stimmgemäße Führung
der Singstimmen, denen Unsangliches nirgends zugemuthet
wird. Sodann die klangvolle Instrumentirung, die gleich
falls nicht durch vordringliche Soli zu gefallen
sucht — man denke an die unermüdliche Trompete bei
Don Perosi! Nur ganz zum Schluß, bei dem
Die Aufführung des Oratoriums hat allgemein sehr
befriedigt. P. Hartmann bewies als Dirigent eine