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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Der „
Opernbühnen lebendig werden. Eine glückliche Idee von
Joseph
alte Stück aus den sechzig Fastnachtsspielen des unerschöpf
lichen
poniren. Auch ganz abgesehen von der Musik ein köst
liches Sittenbild. Bald heiter gemüthlich, bald satirisch
sprudelt es in seiner alterthümlich derben, zutreffend naiven
Sprache auffrischend in unser modernes Opern-Repertoire.
Die erste Scene spielt nur zwischen den beiden Hauptpersonen.
Der
schmollt mit seinem
holten „Mein lieber
sucht. Sie rühmt sich ihrer großen Liebe und will ihm,
wenn er stirbt, ihren rothen Rock in den Sarg mitgeben.
Schließlich versöhnen sich die Beiden aufs zärtlichste, und
das
Im Traum sieht er den Himmel sich öffnen; Engelein
tanzen zierlich auf und nieder und der heilige
ihn in Person. Da kommt sein
nachgelaufen; der heilige
stellt ein gedecktes Tischchen vor die Beiden, welche
tapfer schmausen und die Malzeit mit einer liebe
vollen Umarmung beschließen. (Dieses durchaus pan
tomimische Zwischenspiel steht nicht in Hans
Original, sondern ist vom Componisten geschickt
eingeschoben, um einige Abwechslung und eine längere
Pause zwischen dem Abgang und der Wiederkehr der
zu gewinnen.) Der Traum zerrinnt. Der
wird nachdenklich und beschließt, um die Liebe seiner
zu erproben, sich todt zu stellen. Das
hält ihn wirklich für todt und stößt einige Rufe des Er
schreckens aus. Sie möchte die
käme sie in dem Wirrwarr nicht mehr zum Essen. „Soll
ich vor (zuvor) wein (weinen) oder vor essen?“ Sie wählt
das Letztere, denn „Nüchtern tanzen und nüchtern weinen,
ist gar nie wol bekummen Keinen.“ Die
dann der
dann kommt ihr Geiz und Egoismus immer lauter zu Wort.
Ihren rothen Rock, den sie dem Todten ins Grab mitzugeben
versprochen, will sie für eine zweite Heirat sich aufbewahren,
den
Vieh, versichert sie den
sehen, „Vogel, Hund und Katze, Mäuse und ein Dutzend
Ratzen, Wanzen, Flöh’ und Läuse — die wollt’ ich alle
darumb geben, das mein lieber
will aber für das Begräbniß kein Geld opfern — keine Kränze,
kein Glockengeläute, weil er kein Gepränge liebte. Der
hält in seiner Verstellung nicht länger aus, springt zum
Schrecken aller Umstehenden plötzlich auf und macht sich
Luft in zornigen Worten. Charakteristisch ist, was ihn
zuerst und am meisten betrübt:
Die Handlung steht hier auf dem gefährlichen Punkte,
ins Tragische zu überschlagen. Da rettet ein köstlicher Ein
fall die Stimmung und führt sie heil zum Frohsinn zu
rück. Schlagfertig antwortet das
ihres
Comödie spiele; durch ihr Betragen dachte sie ihn nur zu
necken und zu strafen. Ja, wenn er wirklich stürbe, da
wollte sie sich ganz anders benehmen. „Versuchs nur!“
lautet die köstliche Pointe ihrer Vertheidigungsrede. Die
er glaubt ihnen und Alles löst sich in Zufriedenheit und
Wohlbehagen auf.
Es ist seit Hans
spielmotiv, daß Einer sich todt stellt, um die Anderen zu
beobachten oder zu foppen. In der Opernliteratur finden
wir es bei C. M. Abu
“ — wie trefflich war unser Georg
„
mit seinem „ Goethe, der in dem Gedicht
Herr Joseph
lange bei seinem Textdichter verweilte. Ist doch Hans
weitaus nicht in so deutlicher Erinnerung, wie der gottlob
lebendig und rüstig unter uns weilende Componist der
beiden erfolgreichen Ballette „
mann
vedra
des Herzogs
120 Concurrenten davongetragen. Der „
ist mir lieber. Wie in der „
„
Messer, welches den unentwirrbaren Knoten der Handlung
durchschneidet. Die Leichen liegen beim Fallen des Vor
hanges nur so herum. Ich erlaubte mir damals den Vor
schlag, es wären bei künftigen Preisausschreibungen
die Handlungen, deren Lösung durch das Messer erfolgt,
ausdrücklich vom Wettbewerb auszuschließen. Im „
Mon
Titelheld ist ebensowenig todt oder todtkrank wie
Musik. Diese erfreut sich im Gegentheile rother Wangen
und rüstiger Glieder. Schade nur, daß der hübschen Oper
eine Ouvertüre vorausgeht, die in ihrer anspruchsvollen
Länge und Vornehmthuerei eine falsche Vorstellung gibt
von dem heiteren Fastnachtsspiel. Ihre pathetische Ein
leitung klingt, als käme
dern mit vier Schwänen herangezogen. Ein anderes Stück
übel angebrachter
als der
ein sich fünfmal auf immer höherer Tonstufe wieder
holendes einschneidend chromatisches Motiv, etwa im Ton
von
Componisten einsehen, daß wir solch bekannter
Klänge aus zweiter Hand längst überdrüssig ge
worden sind.
Mit dem ersten Duett bringt uns der Componist
wieder in die allerbeste, in die allein richtige Stimmung.
Das reizende Thema: „Du lieber
klingt auch in unauffälliger, geistreicher Anwendung als
Erinnerungsmotiv an einigen Stellen der Oper. Dieses
Eingangsduett in seiner warmen, durchsichtigen Klarheit
ist die Perle des ganzen Werkes, das noch manches Hübsche
bringt, aber doch häufig aus dem so glücklich angeschlagenen
einfach naiven Ton herausfällt. Nur zu oft verschlingt
das Orchester mit seinem unermüdlich geigenden und
blasenden Hochmuth das Wort und den Gesang. Die
Orchester-Begleitung in
wäre für solche Aufgaben mit Vortheil zu studiren. Als ein er
freuliches Seitenstück zu jenem Duett wäre allenfalls das kleine
Terzett in Es-dur hervorzuheben, welches dem unerwarteten
zornigen Aufspringen des Todtgeglaubten vorangeht. Die
hier besonders wichtigen Worte des
leider unter den unbarmherzigen Deckfarben des Orchesters.
Der Schlußgesang „der Weiber Lieb’ darf nit durch List
und Ränke wern angfacht“ biegt wieder glücklich in die
schlichte Gemüthlichkeit des Anfangs ein. Es ließe sich
noch manches gelungene Detail hervorheben, aber auf
„schöne Einzelheiten“ war der Componist offenbar nicht
ausgegangen. Ja, er ist so besorgt um den einheitlichen
Charakter seiner Musik und den historischen alten Adel
der Dichtung, daß er die beiden Chorlieder („Dort nieden
an dem
Tabulaturbüchern aus dem
entnimmt.
Wir kennen die Melodie aus dem ehemals beliebten Sing
spiel „
einen sich todtstellenden Ehemann zum Helden hat. Diese Melodie
erscheint auch in dem Virginalbuch der Königin
gesetzt von William Bird. Sie ist in
Ob
möchte ich fast bezweifeln; er hätte gewiß minder steife,
frischere Melodien selbst erfunden, — und ist doch alles
Uebrige modern
Die von Director Mahler liebevoll einstudirte
Forster’s „