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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Neben der reichlich vertretenen Instrumental
musik, wie sie uns die Philharmoniker, die Streichquartett
vereine und die fast unzähligen Virtuosen-Concerte bieten,
besitzen die Gesellschaftsconcerte in ihrem gemischten Chor
den besonderen Vortheil, große cyklische Tonwerke (Ora
torien, Cantaten) abwechselnd mit kürzeren Chören uns
vorführen zu können. Nicht immer wird die richtige Wahl
getroffen, nicht immer das Vertrauen des zuströmenden
Publicums gerechtfertigt. Glücklicher als die letzten Pro
gramme (
„
(dritten) Gesellschaftsconcerts. Die Vorherrschaft übte
diesmal Brahms. Nicht weniger als fünf Stücke
während ich sie als eine schwerfällige, fast störende Unter
brechung des Oratoriums empfand. Ihm war jede dieser
uns hohl und starr anmuthenden Choralmelodien eine
theure Jugenderinnerung, hatte er sie doch alle als Knabe
unzähligemal in der Kirche mitgesungen. Die beiden das
Gesellschaftsconcert einleitenden
immerhin bewundern, auch ohne die darin als Cantus fir
mus erklingenden Choräle zu kennen. In großartigem Auf
bau erhebt sich insbesondere Nr. 7 der
in verschiedenen Stimmen auf, jede Zeile ist durch ein sechs
tactiges Zwischenspiel getrennt. Weltfreudiger, inniger be
rührt uns das zweite Vorspiel (Nr. 8) „Es ist eine Ros’
entsprungen“, eine duftige echt
schöner Wirkung variirt hier die Oberstimme den Choral;
das Pedal schweigt gänzlich. Max Kalbeck, dessen
Auf die beiden
Composition von
Jahre
bestimmte Beziehung zu Grunde. Die Klage „Alles Schöne
muß sterben“ galt dem in voller Manneskraft hingerafften
genialen Maler Anselm Feuerbach, der während seines
Frischer im Gedächtniß unseres Corncertpublicums lebt
„ Strauß — ist
unserer größten Dichter, aber diese Dichter,
weisend gegen Musik.
in Distichen geschrieben, hat für den Musiker neben ver
lockenden auch manche gefährliche Seite — vor Allem das
Metrum, von dem die kunstvolle Musik nicht viel übrig
lassen kann, und das dem Tondichter, heiße er auch
hat Goethe für Richard
gemerkt, wenn sie von wohlgeschulten und klangvollen,
frischen Stimmen vorgetragen werden.
Ein Meer von süßem Wohllaut ergoß sich aus
zwar mit Weglassung derselben drei Sätze, welche auch
heute gestrichen waren. Von den sieben Sätzen dieser
wie ich glaube; denn so viel Schönes die
enthält — das Adagio als Schönstes obenan —
so sind ihre Bestandtheile doch von zu ungleichem
Werth und wirkt die Klangfarbe der Harmoniemusik
(obendrein ohne Flöte und Trompete) auf die Länge
monoton und ermüdend. Die
vorgetragen wurde, erregte einen geradezu begeisterten
Applaus.
gesiegt. ...
Als einzige Novität (neben den
kamen wir einen dreistimmigen Frauenchor „
Zwerge Fuchs zu hören. Der Componist
Das Concert ist wegen plötzlicher Erkrankung des
Herrn
Herrn v. Perger, dirigirt worden. Es war keine
„Die „
schienen.“ So schrieb der alte Castelli nach der ersten
Jahre
hundertstem Geburtstag unter W. Jahn. Den
In ganz merkwürdigem Verhältniß finden wir die
Aufführungszahl der „
holungen erlebt, „blos hundert! Im
neuen Opernhause, also seit
elfmal gegeben worden. In zweiunddreißig Jahren! Einer
vorgefaßten Meinung oder ungerechten Laune des Publi
cums kann man diese geringe Zugkraft der „
unmöglich zuschreiben. Die Begeisterung der
den „
„
war, erlosch auch das Interesse an „
wie wir gesehen, immer sehr lange Zeit gebraucht, bevor
unsere Operndirection von neuem den Muth faßte, die aus
Mangel an Theilnahme abgesetzten „
lungen wieder aufzunehmen. Kein Zweifel, daß die Musik
neben ihren so glänzenden Vorzügen doch nicht mehr die
Frische und Natürlichkeit des „
weit größere Schuld, ja die entscheidende, lastet
auf dem Textbuch. Das empfinden wir bei jeder
Wiederholung. Man urtheilt in neuerer Zeit über Opern
texte viel strenger, als es vor siebzig Jahren der Fall war.
Aber die heute viel schärfer betonte Unzufriedenheit mit
dem Libretto der Hermine v. Chezy ist keineswegs neuen
seine Kunst daran verschwenden können. Nicht blos ein
wenig Dunkelheit ist in dem Text, sondern ermangelt
durch und durch der Klarheit, die ein Kunstwerk haben
muß.“ In einer langen Abhandlung führt nun der Ver
fasser diese seine Bedenken an den einzelnen Personen und
Scenen überzeugend aus.
Was mich betrifft, so habe ich in meiner innigen,
früher geradezu maßlosen Verehrung für
wie auf ein Fest gefreut, wenn „
mal zur Aufführung kommen sollte. Und jedesmal — auch
heute — mußte ich an mir erfahren, daß ich das Theater
beiweitem nicht so beglückt verließ, wie ich es betreten
hatte. Der „
In der „
samer Ueberspannung seines Talents. „Die „
schrieb er, „muß etwas ganz Neues werden, muß ganz
allein auf ihrer Höhe stehen!“ Sie ist auch etwas ganz
Neues geworden, schon dadurch, daß sie neben der im
selben Jahre erschienenen bescheideneren „
Dialog verzichtet. „Ueberboten“ hat sie den „
auch wirklich nach allen Richtungen, ihn aber in seiner
reinen volksthümlichen Wirkung nicht erreicht. Die ange
strengte Tendenz nach Neuem, Großem brachte auch neue
und große Gefahren. In der „
frühere Innigkeit
mentalität, den Ausdruck der Leidenschaft zu gewaltsamer
Uebertreibung gesteigert. Freilich, gegen den „
halten, welcher undenkbar ist ohne das Vorbild der „
erscheint uns letztere noch maßvoll; aber man vergesse
nicht, daß aus Wagners Individualität Manches
ein Räthsel. Der eine Vers der verstorbenen
dem der ganze dramatische Vorgang fußt: „Nicht
eher find ich Frieden, bis diesen Ring der Unschuld
Thräne netzt, im höchsten Leid und Treu dem
Mörder Rettung beut für Mord“ — er könnte eine Oper
umbringen. Die zweideutigen Orakel des Altertums
wurden wenigstens nachträglich, wenn sie erfüllt waren,
klar; über den Ausspruch der
beim Herausgehen aus dem Theater. Wir werden in ein
Netz von häßlichen Widersprüchen, welche jedes Kind lösen
könnte, eingesponnen und so lange festgehalten, bis es um
unsere Sympathie mit den zwei „idealen“ Charakteren,
in „
kindisch (wie im „
verletzt unser sittliches Gefühl von der ersten Scene
an, der brutalen Wette, auf die
bis zur Erniedrigung der unschuldigen
vor dem ganzen Hofe wie ein gehetztes Wild gemartert und
dann von ihrem herz- und kopflosen Geliebten zur Ab
schlachtung geführt wird. Nach einer solchen Kette ver
letzender Auftritte vermag schließlich selbst der „gute Aus
gang“ keine glückliche, befreiende Wirkung auf uns zu üben.
Das blitzschnelle Ende des Bösewichterpaares
nicht besser die von
dies Alles, was die guten Leute und wir mit ihnen den
Abend hindurch erduldet haben, nur geschah, damit die
Geister des uns unbekannten Pärchens
jenseits vereint würden. Man muß nur immer wieder
staunen, wie viel große und schöne Musik
dieses Textbuches in der „
„
Später wuchs das Verständniß und die Anerkennung immer
höher; ja man ist in dem Bestreben, Versäumtes gutzu
machen, mitunter so weit gegangen, die „über den „
namentlich begegnet man dieser Anschauung. Nach dem
Eindruck, den ich von allen „
von der gestrigen) empfing, scheinen die Ansichten des
Publicums wieder zur richtigen Mitte zurückzukehren.
„
Wunderblumen aus allen Himmelsrichtungen. Ein voller,
frischer, immergrüner Kranz ist nur — der „
Die Liebe zu
mächtig in uns. Wenn ein Biograph Schillers den „
Zu der gestrigen Aufführung der „
sehr zahlreiches und dankbar anerkennendes Publicum herbei
geströmt. Director Mahler hatte die Oper mit rühmens
Die virtuos ausgeführte Ouvertüre, ein echt
sches Glanz- und Prachtstück, wurde stürmisch applaudirt.
Durchaus exact functionirten die Chöre und das Ballet.
An die vier Solopartien der Oper darf man heute nicht
mit allzu hohen Ansprüchen herantreten; sie erfordern un
gewöhnliche Stimmkraft und Gesangstechnik. Das wärmste
Lob verdient das böse Paar in der Oper. Fräulein
v. Mildenburg, als