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„ Vom Musikalisch-Schönen. Ein Beitrag zur Revi
Seit Jahrtausenden hat man über „das Schöne“ in den Künsten ge
schrieben, und noch haben wir keine Erklärung dieses Phänomens, der man
Allgemeinheit zugestehen könnte. Auch bei dieser allerneuesten Deduction des
„Musikalisch-Schönen“ werden sich Wenige beruhigt fühlen. Worin liegt
der Grund dieses vergeblichen Ringens? Er ist schon von
Aesthetik und von
Schöne suchen zu wollen. Das Schöne aber ist in allen Künsten, auch in der
Musik, nur das eine Moment, die gefallende Form der Erscheinung, das zweite
Moment ist die Wahrheit in der Darstellung eines Objectes. Die Nachah
mungsobjecte für die Musik wohnen in der Menschenbrust und können von dem
Componisten so versinnlicht werden, daß sie die Hörer sympathetisch mitempfin
den müssen. Wir fühlen wol, daß der Verf. diese Gedanken nur für eine Wie
derholung der alten falschen Ansichten erklären wird, die er eben bekämpfen
will. Es steht indessen zu hoffen, daß dem gefährlichen Satze, der unserer
Kunst kaum mehr als die Bedeutung eines Ton-Kaleidoskops zugestehen will,
ausführlichere und gründlichere Widerlegungen entgegentreten werden, als hier
zu geben der Raum erlaubt. Hat indessen der Verfasser unserer Meinung
nach die Gefühlsseite der Tonkunst mehr als billig beeinträchtigt, so ist ihm
dagegen die Aufhellung eines andern Punktes, der bisher noch in tiefem Dun
kel lag, auf’s Trefflichste gelungen: die Bestimmung des Verhältnisses der Mu
sik zu der anschauenden Phantasie. Das Meiste, was der Verf. darüber sagt,
ist überzeugend und wird künftigen Aesthetikern sehr zu Gute kommen. Es
hat uns überhaupt wohlgethan, das ästhetische Gebiet, auf welchem sich heut
zutage so viele kenntnißlose und unklare Köpfe mit ihrem „modernen Bewußt
sein“ und ihrem
tummeln, von einem Geiste betreten zu sehen, der mit gründlichen Kenntnissen
und umfassender Belesenheit ausgerüstet, das Concrete scharf ins Auge faßt und
selbständige Gedanken mit überall deutlichen und allgemein begreiflichen Wor
ten auszudrücken und zu entwickeln versteht. Möge Keiner, der sich für un
sere Kunst interessirt, das Schriftchen unbeachtet lassen. Es ist jedenfalls mehr
werth, als aller Zukunftsjammer, womit wir seit einigen Jahren bis zum
Ueberdruß heimgesucht werden.