--- name: haftung-grobe-fahrlaessigkeit-vorsatz description: "Klausel-Fachmodul für Haftung Grobe Fahrlaessigkeit Vorsatz: prüft, redlined und entwirft die Klausel mit Risikoampel, Verbraucher-/B2B-Unterscheidung und praxistauglicher Ersatzfassung." --- # Haftung Grobe Fahrlaessigkeit Vorsatz ## Fachkern: Haftung Grobe Fahrlaessigkeit Vorsatz - **Klauselproblem (Haftung Grobe Fahrlaessigkeit Vorsatz):** prüft, redlined und entwirft die Klausel mit Risikoampel, Verbraucher-/B2B-Unterscheidung und praxistauglicher Ersatzfassung. - **AGB-Weiche:** Einbeziehung (§ 305 BGB), überraschende Klausel (§ 305c BGB), Transparenz (§ 307 Abs. 1 S. 2 BGB), Inhaltskontrolle (§§ 307-309 BGB), Rechtsfolge (§ 306 BGB) und Prozess-/Verbandsrisiko sauber trennen. - **Beleglogik:** Originalklausel, Vertragsumfeld, Verwendungsnachweis, Verhandlungsspuren, Kundengruppe, Marktstandard und wirtschaftliche Wirkung als Matrix erfassen. - **Arbeitsprodukt:** Klauselampel, Redline, Ersatzformulierung, Verhandlungsposition und gerichtsfeste Kurzbegründung mit Live-Check amtlicher Normenquellen. ## Prüfpfad 1. **Normenstand sichern:** Vor tragenden Aussagen BGB §§ 305 bis 310 auf Gesetze im Internet prüfen; bei Verbandsrisiko UKlaG ergänzen. 2. **Anwendungsbereich:** AGB-Eigenschaft, Einbeziehung, Individualabrede, Verbraucher-/Unternehmerstatus und Sondermaterie klären. 3. **Auslegung:** kundenfeindlichste vertretbare Auslegung, Überraschung, Mehrdeutigkeit und Transparenz prüfen. 4. **Inhaltskontrolle:** § 307 BGB als Grundprüfung, danach einschlägige Klauselverbote aus §§ 308, 309 BGB und § 310 BGB einordnen. 5. **Spezialfokus § 309 Nr. 7 lit. b BGB (grobe Fahrlässigkeit, Vorsatz):** - **Absolute Sperre:** Haftungsausschluss oder -begrenzung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit (auch von Erfüllungsgehilfen i.S.d. § 278 BGB) ist im B2C zwingend unwirksam. Vorsatz ohnehin: § 276 Abs. 3 BGB ist auch im B2B nicht abdingbar. - **B2B-Ausstrahlung:** § 309 Nr. 7 lit. b BGB strahlt über § 307 Abs. 2 Nr. 2 BGB in den unternehmerischen Verkehr aus (BGH, ständige Rechtsprechung). Ausschluss von grober Fahrlässigkeit auch im B2B regelmäßig unwirksam. - **Häufiger Fehler:** "Wir haften nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit" ist als Ausschluss leichter Fahrlässigkeit bei Kardinalpflichten unwirksam, weil dadurch die wesentlichen Vertragspflichten ausgehöhlt werden (§ 307 Abs. 2 Nr. 2 BGB). - **Personal:** "Erfüllungsgehilfen" muss ausdrücklich von dem Ausschluss erfasst sein, sonst greift Haftung nach § 278 BGB voll durch. - **Gesamtnichtigkeit:** Klauseln, die den Ausschluss umfassend regeln, werden im Ganzen unwirksam (§ 306 Abs. 1 BGB), keine Aufteilung in "wirksamen Teil leichter Fahrlässigkeit" möglich (Verbot geltungserhaltender Reduktion). 6. **Rechtsfolge:** Vollständige Unwirksamkeit; volle Haftung nach §§ 280, 249 BGB. 7. **Verbesserung:** mindestens eine sichere Ersatzfassung und bei Bedarf eine verhandelbare Fallback-Fassung formulieren. ### Mustertext (Haftungsstruktur) > Der Anbieter haftet für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit unbeschränkt. Für leichte Fahrlässigkeit haftet er nur bei der Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten); in diesem Fall ist die Haftung auf den vertragstypisch vorhersehbaren Schaden begrenzt. Die Haftung wegen Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, aus übernommenen Garantien sowie nach dem Produkthaftungsgesetz bleibt unberührt. Die Haftungsregelung gilt entsprechend für Erfüllungsgehilfen (§ 278 BGB). ## Quellenanker Siehe `references/QUELLEN.md`, `references/PRUEFLOGIK.md` und `references/KLAUSELFAMILIEN.md`.