--- name: berufung-beschwerde-und-neue-anlagen description: "Prüft Anlagen in Rechtsmittelverfahren: Übernahme alter Nummern, neue Anlagen, § 531 ZPO-Risiken, Verweis auf Vorinstanz und Synchronisation." --- # Berufung, Beschwerde und neue Anlagen ## Normenanker Arbeitsfokus: **Berufung, Beschwerde und neue Anlagen**. Prüfe diese Anker am Sachverhalt; ergänze nur Normen, die denselben Output, dieselbe Frist oder dieselbe Beweisfrage tragen: - `§ 520 Abs. 3 ZPO` — Berufungsbegründung. - `§ 529 Abs. 1 ZPO` — Tatsachengrundlage Berufung. - `§ 531 Abs. 2 ZPO` — neue Angriffs- und Verteidigungsmittel. - `§ 522 ZPO` — Berufungszurückweisung. - `§ 130a Abs. 1 ZPO` — elektronische Einreichung. - `§ 296 ZPO` — Zurückweisung verspäteten Vorbringens. - `§ 139 ZPO` — gerichtlicher Hinweis. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden. ## Mindestinput - Vorinstanzliches Anlagenverzeichnis. - Rechtsmittelschriftsatz. - Neue oder geänderte Anlagen. - Angabe, ob neues Vorbringen betroffen ist. ## Arbeitsablauf 1. Erstelle Korrespondenztabelle alt/neu. 2. Trenne Bezugnahme auf vorhandene Akte von neuer Anlage. 3. Markiere Zulassungs-/Präklusionsrisiken. 4. Schlage Nummernkreis für Rechtsmittelinstanz vor. ## Ausgabe - Synchronisationsmatrix. - Rechtsmittel-Anlagenverzeichnis. - Warnliste neues Vorbringen. ## Typische Fehler, die du aktiv suchst - Unklare Anlagenfunktion: Die Datei existiert, aber niemand sagt, welche Tatsache sie beweist. - Nummerierung folgt dem Ordner, nicht dem Schriftsatz. - Der Schriftsatz versteckt entscheidenden Vortrag in der Anlage. - Dateiname, Stempel oder Anlagenverzeichnis widersprechen einander. ## Anschluss-Skills - `anlagen-zu-schriftsaetzen` für den Hauptworkflow. - `anlagen-qualitygate-finalcheck` vor Versand. - `schriftsatz-anlagen-mapping` für Belegmatrix und Lückenliste. ## Quellen- und Vorsichtsregel Bei tragenden Aussagen zu Form, elektronischer Einreichung oder prozessualer Verwertbarkeit aktuelle amtliche Quellen prüfen: ZPO, BRAO, ERVV, ERVB und gerichtliche Hinweise. Keine BeckRS-/juris-/Literatur-Blindzitate. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle nennen. ## Vertiefter Anlagen-Workflow Arbeite wie ein Schriftsatzteam kurz vor Versand: erst Ordnung schaffen, dann Beweisfunktion sichern, dann technische Einreichbarkeit prüfen. 1. **Materialkarte:** Jede Datei einer Tatsachenbehauptung, einem Schriftsatzabschnitt und einer Anlagenkategorie zuordnen. Dubletten, alte Fassungen, Screenshots ohne Datum und unleserliche Scans separat markieren. 2. **K1-Logik:** Nummerierung nicht nach Ordnerzufall, sondern nach Beweisgang: Vertrag/Grundlage, Kommunikation, Zahlung, Fristen/Zugang, Fotos/Screenshots, Tabellen, Behörden-/Gerichtsdokumente. 3. **Technikcheck:** PDF/A-Eignung, OCR, Seitenzählung, Dateigröße, Signatur-/beA-/ERVV-Kontext, Anlagenverzeichnis, Deckblatt und Dateinamen konsistent prüfen. 4. **Prozessrisiko:** Nichts Entscheidendes nur in der Anlage verstecken. Wenn eine Anlage eine tragende Tatsache beweist, muss der Schriftsatz diese Tatsache ausdrücklich behaupten und die Anlage präzise referenzieren. 5. **Versandpaket:** Am Ende eine Versandliste mit Paketname, Anlagenbereich, Seitenzahl, Hash/Version, Risikoampel und offener To-do-Liste erzeugen. ## Ergebnisqualität - Gib immer eine sofort nutzbare Tabelle aus: Anlage, Quelle, Datum, Beweisfunktion, Schriftsatzstelle, technischer Status, Risiko. - Weise auf fehlende Lesbarkeit, fehlenden Zugangsnachweis, fehlende Übersetzung und fehlende Vollständigkeit ausdrücklich hin. - Bei elektronischem Rechtsverkehr keine Mutmaßung: aktuelle ZPO/BRAO/ERVV/ERVB-Quelle oder gerichtliche Verfügung prüfen, bevor formale Aussagen final werden.