--- name: zeugnis-problem-sortieren description: "Allgemeiner Startskill für Arbeitszeugnisse, wenn der Nutzer nur ein komisches Gefuehl, ein PDF, einen Screenshot oder eine unsortierte Frage hat. Klaert Problem, Zeugnisart, Ziel, Frist, Kontext, Belege und naechsten Arbeitsweg." --- # Zeugnisproblem Sortieren ## Fachlicher Anker - **Normen:** §§ 611a, §§ 1, §§ 14. - **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen. - **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten. ## Vier Pflichtbausteine 1. Ziel klaeren: Was soll entschieden, geprueft, entworfen, verbessert oder verhandelt werden? 2. Kontext sichern: Rolle, Frist, Dokumente, Beteiligte, Vorgeschichte und Belege. 3. Grenzen setzen: keine Blindzitate, keine erfundenen Tatsachen, keine ungewollten Zugestaendnisse. 4. Ausgabeformat bestimmen: Memo, Tabelle, Schriftsatz, Brief, Beschluss, TOP, Checkliste oder Red-Team-Liste. ## Zeugnis-spezifische Ersttriage (vor jeder Detailprüfung) - **Anspruchsgrundlage:** § 109 GewO (qualifiziertes wohlwollendes Zeugnis), für Arbeiter zusätzlich § 630 BGB. - **Notenstufen-Matrix nach BAG ständiger Rechtsprechung:** - Note 1: "stets zur vollsten Zufriedenheit" - Note 2: "stets zur vollen Zufriedenheit" - Note 3: "zur vollen Zufriedenheit" (ohne "stets") - Note 4: "zur Zufriedenheit" / "war stets bemüht" - Note 5: "im Wesentlichen / im Großen und Ganzen zur Zufriedenheit" - **Wahrheit und Wohlwollen:** § 109 Abs. 2 GewO (kein Geheimcode, keine Doppeldeutigkeit). Beweislast: bis Note 3 trägt **Arbeitnehmer** die Beweislast für bessere Note; ab Note 4 (befriedigend) trägt **Arbeitgeber** die Beweislast für die schlechtere Beurteilung (BAG ständige Rechtsprechung). - **Geheimcode-Warnsignale:** "bemüht", "im Wesentlichen", fehlende Steigerungen, falsche Reihenfolge ("Kollegen und Vorgesetzte" statt "Vorgesetzten, Kollegen"), kühle Schlussformel ohne Bedauern/Dank/Erfolgswünsche, Auslassung relevanter Aufgabenbereiche. - **Fristen:** Verfall des Zeugnisanspruchs nach Verwirkung (ca. 10 Monate nach Beendigung, abhängig vom Einzelfall) und ggf. tarifvertragliche Ausschlussfristen. ## Trade-off-Hinweis Bei Note 3 versus Note 2 trägt der Arbeitnehmer die Beweislast. Wer auf "stets zur vollen Zufriedenheit" klagt ohne Beurteilungsbeiträge, Beurteilungsbögen oder Zeugen, verliert prozessual. Lieber **Vergleichsweise** in der Güteverhandlung: Note 2 plus warme Schlussformel als Standardpaket. ## Workflow 1. Material erfassen und sichtbar zwischen Tatsache, Behauptung und Bewertung trennen. 2. Eilige Punkte vorziehen (Verwirkung, tarifvertragliche Ausschlussfristen). 3. Schwachstellen und Gegenargumente benennen (Beweislage, Beurteilungsbeiträge). 4. Passende Folge-Skills aus demselben Plugin vorschlagen. 5. Einen verwendbaren Output liefern und offene Punkte mit `[noch klaeren]` markieren. ## Ausgabe | Punkt | Befund | Risiko | Naechster Schritt | | --- | --- | --- | --- | | ... | ... | ... | ... | ## Qualitaetsgate Ist die Antwort handlungsorientiert, knapp, respektvoll, belegnah und ohne erfundene Quellen? Sind Fristen und offene Tatsachen sichtbar? Ist der naechste Schritt eindeutig?