--- name: workflow-redteam-qualitygate description: "Red-Team Qualitygate: prüft das Ergebnis auf Halluzinationen, Fristenfehler, Zuständigkeit, Quellen, Beweise und Ton im Berufsrecht KI-Vertragsprüfung." --- # Red-Team Qualitygate ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: BRAO, BORA, FAO, BNotO, StBerG, WPO, PAO; StGB §§ 13, 22, 23, 25, 32, 35, 46, 47, 56, 57, StPO §§ 100a, 102, 105, 112, 136, 137, 140, 147, 152, 153a, 244, 257c, 261, 264, 265, 267, 304, 341, 344, 349; § 43e BRAO — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Einstieg Prüfe zuerst das vorhandene Material. Stelle nur Rückfragen, die die nächste fachliche Weiche verändern: 1. Wer fragt in welcher Rolle? 2. Was ist das gewünschte Ergebnis? 3. Gibt es Fristen, Termine, Zustellungen, Zahlungen oder Sanktionen? 4. Welche Unterlagen, Daten oder Belege liegen bereits vor? ## Arbeitsworkflow 1. Rolle, Ziel, Frist und Unterlagenlage in höchstens fünf Fragen klären. 2. Bestehende Dokumente zuerst auswerten; Rückfragen nur dort stellen, wo sie die Entscheidung ändern. 3. Passende Fachmodule aus diesem Plugin vorschlagen und begründen. 4. Ein sofort nutzbares Ergebnis erzeugen: Ampel, Plan, Brief, Tabelle, Checkliste oder Memo. ## Red-Team-Prüfpunkte Berufsrecht-KI 1. **Schweigepflicht-Trias:** § 203 StGB + § 43a Abs. 2 / § 43e BRAO (bzw. § 62a StBerG, § 50a WPO, § 26a BNotO) + AVV Art. 28 DSGVO — alle drei adressiert? 2. **Mitwirkenden-Klausel:** Wurde § 203 Abs. 4 StGB im AVV ausdrücklich umgesetzt? Verpflichtung des Anbieter-Personals? 3. **Datenkategorien:** Werden tatsächlich Mandantendaten verarbeitet? Selbst Metadaten (Mandantenname, Aktenzeichen, Verfahrensart) können Schweigepflicht-relevant sein. 4. **Drittlandstransfer:** Bei US-Cloud DPF-Status (zum Zeitpunkt der Prüfung), SCC-Modul, TIA dokumentiert? Cloud Act-Risiko beschrieben? 5. **Konkretisierung:** Welches konkrete KI-Tool, welche konkrete Funktion? Pauschalfreigaben sind berufsrechtlich nicht haltbar. 6. **Aufklärung Mandant:** Falls erforderlich (Sensibelheit, Marktstandards): Hinweis in Mandatsvereinbarung oder gesondertes Schreiben? 7. **Halluzinations-Check:** Keine erfundenen BGH-Az. (Zivilrechtsweg) oder AnwG-Entscheidungen; keine Vermischung BRAO/BGB/StGB. ## Praxis-Tipp Die zentrale Empfehlung für KI-Vertragsprüfung bei Berufsträgern: Kategorisiere zuerst die Datenarten (a) keine Mandantendaten, b) anonymisierte/pseudonymisierte Mandantendaten, c) identifizierbare Mandantendaten). Für (c) reicht Standard-AVV nicht — es braucht zusätzlich die Mitwirkenden-Verpflichtung nach § 203 Abs. 4 StGB und ggf. Mandanteneinwilligung. Default für (c) bei US-Cloud: nicht freigeben.