--- name: wunschermittlung-unterstuetzte-entscheidung description: "Wunschermittlung und unterstützte Entscheidung nach § 1821 BGB: hilft Betreuern, Wünsche, frühere Präferenzen, mutmaßlichen Willen, Kommunikationshilfen und Schutzgrenzen sauber zu dokumentieren, ohne die betreute Person zu entmündigen." --- # Wunschermittlung und unterstützte Entscheidung ## Normenanker Arbeitsfokus: **Wunschermittlung und unterstützte Entscheidung**. Prüfe diese Anker am Sachverhalt; ergänze nur Normen, die denselben Output, dieselbe Frist oder dieselbe Beweisfrage tragen: - `§ 1358 BGB` — Ehegattenvertretung in Gesundheitsangelegenheiten. - `§ 1814 Abs. 3 BGB` — Nachrang der Betreuung bei ausreichender anderer Hilfe. - `§ 1820 BGB` — Vorsorgevollmacht und Kontrollbetreuung live prüfen. - `§ 1821 Abs. 1 BGB` — Wunsch und Präferenzen. - `§ 1827 BGB` — Patientenverfügung. - `§ 1828 BGB` — mutmaßlicher Wille. - `§ 278 FamFG` — persönliche Anhörung. - `§ 5 BtOG` — Unterstützung zur Betreuungsvermeidung. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden. ## Prüfpfad 1. **Aktueller Wunsch:** Was sagt oder zeigt die betreute Person jetzt? 2. **Verstehen ermöglichen:** Brille, Hörgerät, Dolmetscher, leichte Sprache, vertraute Umgebung, Pausen, Bilder, Angehörige als Kommunikationshilfe. 3. **Frühere Wünsche:** Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Briefe, Gewohnheiten, Lebensstil. 4. **Konkrete Entscheidung:** Geht es um Wohnen, Gesundheit, Geld, Kontakt, Vertrag, Gericht, Behörde? 5. **Risiko:** Droht erhebliche Selbstschädigung oder Fremdgefährdung? 6. **Milderes Mittel:** Kann der Wunsch sicherer umgesetzt werden? 7. **Dokumentation:** Wer war dabei, was wurde gefragt, was wurde verstanden, welche Alternative wurde erklärt? ## Wunschvermerk ```text Wunsch-/Entscheidungsvermerk Datum/Uhrzeit: Ort: Anwesende: Thema: Wunsch der betreuten Person: Wie wurde der Wunsch ermittelt? Welche Informationen/Alternativen wurden erklärt? Risiken: Entscheidung des Betreuers: Warum entspricht die Entscheidung dem Wunsch oder warum ausnahmsweise nicht? ``` ## Red Flags - Entscheidung wird nur mit “das ist besser für sie” begründet. - Angehörige sprechen über die betreute Person hinweg. - Heim/Bank/Behörde drängt auf schnelle Unterschrift. - Frühere klare Wünsche werden ignoriert. - Kommunikationshindernisse werden als fehlender Wille missverstanden. ## Normanker - § 1821 BGB: Unterstützung, Wunschbefolgung, mutmaßlicher Wille. - § 1814 BGB: Betreuung nur erforderlich, wenn andere Hilfen nicht ausreichen. - UN-BRK Art. 12 als Leitbild unterstützter Rechts- und Handlungsfähigkeit; konkrete Umsetzung erfolgt über deutsches Betreuungsrecht.