--- name: eisenbahn-eisenbahnregulierung-eregg description: "Eisenbahn / Eisenbahnregulierung ERegG: anwaltlicher für Verfahren, Anzeigen, Beschwerden, Stellungnahmen, Compliance und Rechtsschutz bei der Bundesnetzagentur. Quellenanker: ERegG, AEG, EU-Eisenbahnrecht im BNetzA-Verfahren." --- # Eisenbahnregulierung nach dem ERegG: Überblick und anwaltlicher Einstieg ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: Anhörung i.d.R. 4-6 Wochen, Beschlussfristen sektorspezifisch (EnWG Festlegungen, TKG Marktanalyse 3 Jahre), Beschwerde nach VwGO/EnWG. - Tragende Normen verifizieren: BNetzAG, EnWG §§ 21 ff. (Anreizregulierung), TKG §§ 9 ff. (Frequenz/Marktregulierung), PostG, EisbG, MessEG, NIS2-Aufsicht, BSI-KritisV, DigiNetzG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: BNetzA, Beschlusskammer, betroffenes Unternehmen (Netzbetreiber, TK-Unternehmen, Postunternehmen), Bundeskartellamt, OVG NRW, BVerwG. - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Festlegungsbeschluss, Anhörungsschreiben, Marktdefinition/-analyse, Konsultationsdokument, Beschwerdeschrift, Konzessionsbescheid — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Zweck und Anwendungsfall Anwaltlicher Allgemein-Skill für Mandate nach dem Eisenbahnregulierungsgesetz (ERegG). Das ERegG setzt die SERA-Richtlinie (RL 2012/34/EU) um und ordnet die regulatorische Aufsicht der Bundesnetzagentur über die Eisenbahninfrastruktur, das Trassen- und Entgeltsystem und die Wettbewerbsneutralität zwischen integrierten und nicht-integrierten EVU. Der Skill steuert die Erfassung des Mandats, die Wahl des passenden Fachmodule (Trassenzugang, Entgelte, Serviceeinrichtungen, Beschwerde EVU gegen EIU usw.) und die Sicherung der Fristen. ## Eingaben - Mandantenrolle (EVU, EIU, Halter, Trassenbörse, Verband, Aufgabenträger ÖPNV, Speditions-Kunde). - Sektor (Personenfern, Personennah, Güter, Werks- und Anschlussbahnen). - Regulierungsanliegen (Zugang, Entgelt, Diskriminierung, Sperrpause, Anreizsystem, Genehmigung). - Verfahrensstand bei BNetzA, EBA, EuGH. - Vertragslage (Infrastrukturnutzungsvertrag INV, Trassenvereinbarung, Bahnhofs-Nutzungsvertrag). ## Rechtsrahmen - ERegG vom 29. August 2016 in der jeweils aktuellen Fassung. - Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG); §§ 5a, 14, 14f AEG. - RL (EU) 2012/34 (SERA, einheitlicher europäischer Eisenbahnraum); RL (EU) 2016/2370 (vierter Eisenbahnpaket, market pillar). - DVO (EU) 2015/909 (direkte Kosten); DVO (EU) 2015/10 (Antragsberechtigte); VO (EU) 2017/2177 (Serviceeinrichtungen); VO (EU) 2018/545 (Fahrzeuggenehmigung); VO (EU) 2017/2225 (Lizenzen). - §§ 102 ff. GWB (Vergaberecht bei Beschaffungen für Eisenbahninfrastruktur). - Eisenbahnbundesamt (EBA) als Sicherheits- und Aufsichtsbehörde (§ 5 AEG). ## Ablauf 1. **Mandatsstruktur erfassen.** Rolle, Streitwert, Zeithorizont, Konflikt mit DB-Konzern oder regionalem Betreiber. 2. **Verfahrensschiene wählen.** Konsultation der Schienennetz-Benutzungsbedingungen (§§ 26 ff. ERegG), Beschwerde § 66 ERegG, Genehmigungsverfahren Entgelte § 76 ERegG, einstweilige Anordnung § 68 ERegG. 3. **EU-Rechtsbezug klären.** SERA-Konformität, EuGH-Auslegung, Schnittstelle zu RailNetEurope-Standards. 4. **Schnittstelle EBA und sonstige Behörden.** Sicherheits- und Aufsichtsfragen (EBA), Genehmigungen, Schnittstelle zu Aufgabenträgern (Bestellerentgelte SPNV). 5. **Vertrags-Layer.** Welche Klauseln im INV sind Streitthema? Schnittstelle zu §§ 280, 281 BGB-Schadensersatz bei vertraglicher Trassenzusage. 6. **Wettbewerbsrechtlicher Parallelweg.** § 19 GWB (marktbeherrschender Infrastrukturbetreiber), § 20 GWB (Diskriminierungsverbot), private Durchsetzung beim LG. 7. **Akteneinsicht und Schwärzungen.** § 71 i. V. m. § 67 ERegG; Bezug zum Skill aktenzugang-geschaeftsgeheimnisse-schwaerzung. 8. **Rechtsschutz.** Klage VG Köln gegen BNetzA-Entscheidungen; § 80 Abs. 5 VwGO gegen § 79 ERegG-Vollziehbarkeit; Vorlage EuGH bei unklarer SERA-Auslegung. ## Mustertexte - Mandats-Triage-Memo: Rolle, Sachverhalt, Fachmodul-Routing, Frist, erste Maßnahmen. - Beschwerde § 66 ERegG (Grobgliederung). - Stellungnahme im Konsultationsverfahren §§ 26, 56 ERegG. ## Quellenpflicht - ERegG, AEG, einschlägige Durchführungsverordnungen aus dem amtlichen Quellen (BGBl., BAnz, EUR-Lex). - BNetzA-Marktuntersuchung Eisenbahn (Jahresbericht). - BNetzA-Beschluss-Az. (z. B. BK10-XX-XXX-XX) generisch; konkrete Beschlüsse vom Anwender zu verifizieren. - BVerwG, OVG Münster, VG Köln, EuGH mit Datum, Az., freier Fundstelle. - Zitierweise nach `references/zitierweise.md`. ## Beispiele - Personenfern-EVU bittet um Erstkontakt zur Streitlage Trassen 2026. Triage: Routing in Fachmodul eisenbahn-trassenzugang. - Aufgabenträger SPNV bittet um Memo zu Stationsentgelten. Triage: Routing in eisenbahn-stationszugang. - Schienengüter-EVU bittet um Erstkontakt wegen Bonus-Malus. Triage: Routing in eisenbahn-anreizsetzung-schiene. ## Qualitätsgate Mandantenrolle eindeutig? Fachmodul-Routing klar? Frist sofort kalendarisiert? Konsultations- und Konflikt-Statuspunkt erfasst? EuGH-Vorlagerisiko reflektiert?