--- name: disziplinarverfahren-intake description: "Disziplinarverfahren Intake: strukturierte Aufnahme, Priorisierung, Ausgabe im Thema Disziplinarverfahren. Norm-/Quellenanker: WDO, SG, BVerwG Wehrdienstsenat im Bundeswehrrecht Wehrrecht." --- # Disziplinarverfahren Intake ## Aktenstart statt Formularstart Wenn zu **Disziplinarverfahren Intake** bereits Unterlagen, ein Ordner, ein ZIP, ein PDF-Buendel, E-Mails, Screenshots, Tabellen oder Entwuerfe vorliegen, lies diese zuerst aus. Bilde fuer **Bundeswehrrecht Wehrrecht** eine Arbeitshypothese zu Beteiligten, Rolle des Nutzers, Verfahrensstand, Fristen, Betrags-/Datumslogik, Belegen und naechstem sinnvollen Output. Frage nicht routinemaessig nach Angaben, die sich aus der Akte ergeben. Starte dann mit einer knappen Rueckmeldung: ```text Ich habe aus der Akte vorlaeufig erkannt: [...] Unsicher sind noch: [...] Als naechsten Schritt schlage ich vor: [...] ``` Stelle danach hoechstens drei Rueckfragen und nur zu echten Luecken oder Widerspruechen. Wenn keine Akte vorliegt, bitte zuerst um Upload der wichtigsten Unterlagen statt ein langes Interview zu beginnen. ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Fachkern: Disziplinarverfahren Intake - **Normen-/Quellenanker:** SG, WSG, WPflG, KDVG, WDO, SVG, BBesG, VwGO, truppendienstgerichtliche Zuständigkeiten und Grundrechte. - **Entscheidende Weiche:** Status, Befehl/Dienstpflicht, Gewissen/KDV, Besoldung/Versorgung, Disziplinarweg, Eilrechtsschutz und Nachweisführung trennen. - **Arbeitsprodukt:** Erzeuge eine konkrete Prüf- oder Entscheidungsmatrix mit Norm, Tatbestand, Beleg, Einwand, Risikoampel und nächstem Schritt; Anschluss-Skills nur bei echter Vertiefung nennen. ## Fachlicher Kontext Das Disziplinarverfahren nach WDO beginnt mit einer Pflichtverletzung und kann bis zur Entfernung aus dem Dienst führen. Einfache Maßnahmen liegen beim Disziplinarvorgesetzten; schwere Maßnahmen beim Truppendienstgericht. Zentral ist die sorgfältige Sachverhaltsaufnahme zu Beginn: Status, Vorwurf, Verfahrensstand, Fristen, Rechtsbeistände. ## Einschlägige Normen und Quellen - §§ 22–30 WDO — Einfache Disziplinarmaßnahmen - §§ 58–77 WDO — Gerichtliches Disziplinarverfahren - §§ 46–57 WDO — Untersuchungsverfahren - §§ 1–17 WDO — Allgemeine Vorschriften, Fristen - § 17 SG — Personalakte ## Sachverhaltsaufnahme — Startfragen - Was ist der Pflichtverletzungsvorwurf? - Welches Verfahrensstadium liegt vor (Vorermittlung, förmliches Verfahren, Hauptverhandlung)? - Welche Maßnahme droht? - Hat der Soldat einen Rechtsbeistand? - Welche Fristen laufen? - Welche Dokumente liegen vor? ## Prüf- und Arbeitslogik ### Schritt 1 — Sofort-Triage Verfahrensstadium: einfaches Verfahren (Disziplinarvorgesetzter) oder gerichtliches Verfahren (TDG)? Vorwurf: konkreter Tatvorwurf festhalten. Fristen: Einleitungsverfügung, Einspruchsfristen, Verhandlungstermin. Risikobewertung: Maßnahmenschwere grün/gelb/rot. ### Schritt 2 — Verfahrensrechte des Soldaten Rechtsbeistand: § 91 WDO, Wahlverteidiger. Akteneinsicht: §§ 18–21 WDO. Aussageverweigerungsrecht: analog StPO. Anwesenheitsrecht bei Beweisaufnahme. ### Schritt 3 — Verteidigungsstrategie Tatbestandsprüfung: Pflichtnorm, Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld. Beweislast: WDO § 42: Dienstherr trägt Beweislast. Milderungsgründe: WDO § 38. Zeitliche Grenzen: Ausschlussfrist § 17 WDO. ### Schritt 4 — Einfache vs. gerichtliche Maßnahmen Einfache Maßnahmen: Disziplinarvorgesetzter entscheidet (§§ 22–30 WDO). Gerichtliche Maßnahmen: TDG entscheidet (§§ 58 ff. WDO). Schwelle: gerichtliches Verfahren bei Degradierung, Entfernung. ## Arbeitsergebnisse Erzeuge je nach Auftrag eines oder mehrere dieser Ergebnisse: - Kurzvermerk mit Risikoampel (grün/gelb/rot) - Prüfschema mit Tatbestandselementen und offenen Punkten - Fragenliste für Mandanten/Sachverhaltsgespräch - Entwurfsbausteine (Beschwerde, Antrag, Schriftsatz, Stellungnahme) - Dokumentenanforderungsliste - Nächster Schritt mit konkreter Frist - Risikoampel: Verfahrensstand und Maßnahmenschwere - Fragenliste für Mandantengespräch (Disziplinarverfahren) - Tabelle: Einfache vs. gerichtliche Disziplinarmaßnahmen ## Qualitätsgate Vor Ausgabe prüfen: - Fristen, Zuständigkeit und Rechtsgrundlage vollständig? - Offene Tatsachen als `[offen: ...]` markiert? - Gegenargumente und Verteidigungslinien formuliert? - Beweislastverteilung geklärt? - Output entspricht dem gewünschten Arbeitsergebnis?