--- name: personalvertretung-zivile-beschaeftigte-schnittstelle description: "Personalvertretung zivile Beschäftigte Schnittstelle: prüft BPersVG-Mitbestimmung, Abgrenzung zu Soldatenbeteiligung, SBG und Verfahren. Norm-/Quellenanker: BPersVG, SBG, BetrVG im Bundeswehrrecht Wehrrecht." --- # Personalvertretung zivile Beschäftigte — Schnittstelle ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Fachkern: Personalvertretung zivile Beschäftigte — Schnittstelle - **Normen-/Quellenanker:** SG, WSG, WPflG, KDVG, WDO, SVG, BBesG, VwGO, truppendienstgerichtliche Zuständigkeiten und Grundrechte. - **Entscheidende Weiche:** Status, Befehl/Dienstpflicht, Gewissen/KDV, Besoldung/Versorgung, Disziplinarweg, Eilrechtsschutz und Nachweisführung trennen. - **Arbeitsprodukt:** Erzeuge eine konkrete Prüf- oder Entscheidungsmatrix mit Norm, Tatbestand, Beleg, Einwand, Risikoampel und nächstem Schritt; Anschluss-Skills nur bei echter Vertiefung nennen. ## Fachlicher Kontext Für zivile Beschäftigte gilt BPersVG (Personalrat), für Soldaten gilt SBG (Vertrauensmann). BetrVG ist für Bundesbehörden nicht anwendbar. Diese Abgrenzung ist praktisch wichtig. Gemischte Dienststellen (Soldaten + Zivilpersonal) haben beide Gremien nebeneinander. ## Einschlägige Normen und Quellen - BPersVG — Bundespersonalvertretungsgesetz - SBG — Soldatenbeteiligungsgesetz - § 75–79 BPersVG — Mitbestimmungsrechte - §§ 36–37 SBG — Vertrauensmann Soldaten - BetrVG (Abgrenzung) — nicht anwendbar auf Bundesbehörden ## Sachverhaltsaufnahme — Startfragen - Ist die Person Soldat oder ziviler Beschäftigter? - Geht es um Mitbestimmung bei einer konkreten Personalmaßnahme? - Hat der Personalrat zugestimmt oder Einwände erhoben? - Gibt es Streit über Zuständigkeit (Personalrat vs. Vertrauensmann)? ## Prüf- und Arbeitslogik ### Schritt 1 — Personalrat BPersVG — Zuständigkeit und Mitbestimmung §§ 75–79 BPersVG: Mitbestimmung bei Einstellung, Kündigung, Versetzung, Eingruppierung. Frist: Personalrat hat 10 Arbeitstage. Zustimmungsverweigerung: nur aus gesetzlichen Gründen. Einigungsstellenverfahren bei Blockade. ### Schritt 2 — Vertrauensmann SBG — Soldatenvertretung §§ 36–37 SBG: Vertrauensmann ist Ansprechpartner für Soldaten. Beteiligungsrechte bei Versetzungen, Beurteilungen. Kein Vetorecht — nur Anhörung und Stellungnahme. Unterschied: BPersVG hat echtes Mitbestimmungsrecht. ### Schritt 3 — Abgrenzung in gemischten Dienststellen Zivile Beschäftigte → Personalrat. Soldaten → Vertrauensmann. Paralleles Verfahren bei gemischten Maßnahmen. Keine Zuständigkeit von BetrVG. ### Schritt 4 — Fehler bei Personalratsbeteiligung Keine Beteiligung → Maßnahme rechtswidrig (Kündigung unwirksam). Verspätete Beteiligung → wie keine Beteiligung. Rechtsweg: VG für Personalvertretungsstreit (BPersVG). Kündigungsschutzklage: ArbG. ## Arbeitsergebnisse Erzeuge je nach Auftrag eines oder mehrere dieser Ergebnisse: - Kurzvermerk mit Risikoampel (grün/gelb/rot) - Prüfschema mit Tatbestandselementen und offenen Punkten - Fragenliste für Mandanten/Sachverhaltsgespräch - Entwurfsbausteine (Beschwerde, Antrag, Schriftsatz, Stellungnahme) - Dokumentenanforderungsliste - Nächster Schritt mit konkreter Frist - Tabelle: Personalrat (BPersVG) vs. Vertrauensmann (SBG) - Checkliste: Beteiligungsverfahren bei Kündigung ziviler Beschäftigter - Flussdiagramm: Mitbestimmungsverfahren ## Qualitätsgate Vor Ausgabe prüfen: - Fristen, Zuständigkeit und Rechtsgrundlage vollständig? - Offene Tatsachen als `[offen: ...]` markiert? - Gegenargumente und Verteidigungslinien formuliert? - Beweislastverteilung geklärt? - Output entspricht dem gewünschten Arbeitsergebnis?