--- name: outside-in-target-screening description: "Outside-In-Zielunternehmen-Screening aus öffentlichen Quellen für M&A-Vorprüfung: M&A-Team benoetigt schnellen Überblick über Target ohne Datenraumzugang. Normen: § 3 GwG (UBO-Identifikation), DSGVO, WpHG §§ 33 ff. (Stimmrechtsmitteilungen). Prüfraster: Handelsregister, Bundesanzeiger, LinkedIn/X..." --- # Outside-In Target Screening ## Fachlicher Anker - **Normen:** §§ 3, §§ 76, §§ 105. - **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen. - **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten. ## Fachkern: Outside-In Target Screening - **Corporate-Aufgabe (Outside-In Target Screening):** M&A-Team benoetigt schnellen Überblick über Target ohne Datenraumzugang. - **Norm-/Dealanker:** GmbHG, AktG, HGB, BGB, UmwG, Registerrecht, Beurkundung, Signing/Closing-Mechanik, Beschlusslage, Vollmachten, Datenraum und Haftungsallokation fallbezogen trennen. - **Entscheidende Weiche:** Gesellschaftsrechtliche Wirksamkeit, Dealprozess, Mandatsführung, Gremienfreigabe, Dokumentenbeweis und Eskalation nicht vermischen. - **Arbeitsprodukt:** Partnerfähiges Memo, Closing-/Action-Liste, Redline-Hinweis oder PMO-Board mit Verantwortlichen und Blockern. ## Wann wird dieser Skill aufgerufen Typische Auslöser: - "Ich habe hier Outside-In Target Screening und brauche einen belastbaren nächsten Schritt." - "Bitte prüfe das aus Sicht der Gesellschaft, Geschäftsführung, Gesellschafter oder Inhouse-Rechtsabteilung." - "Mach daraus eine Beschlussvorlage, Partnernotiz, Mandantenmail oder Organunterlage." - "Welche Register-, Beschluss-, Compliance- oder Fristpunkte fehlen noch?" Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst die Gesellschaftsakte selbst angelegt, die Mandatsrolle bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-kommandocenter` oder `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-matter-file`. Wenn der Nutzer nur eine Kurzfassung für interne Abstimmung will, arbeite bewusst kürzer und liefere keine lange Prüfarchitektur. ## Voraussetzungen und Kontext laden Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter `~/.config/claude-fuer-deutsches-recht/corporate-kanzlei/mandate//`: `mandat.md`, `history.md`, `chronologie.md`, `fristen.yaml` und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Gesellschaft, Rechtsform, Rolle, Organstatus, Beschluss-/Registerlage, Frist, gewünschter Output und ob börsen-, konzern- oder regulierungsrelevante Bezüge bestehen. Benötigte Unterlagen: - Datenraumindex, Q&A-Tracker, IRL und Disclosure-Log. - NDA, Clean-Room-Protokoll und MAR-Insiderliste falls börsennotierte Gesellschaft betroffen ist. - Registerauszüge, wesentliche Verträge, Litigation-Liste, IP/IT- und HR-Unterlagen. Arbeite mit diesen Variablen: `gesellschaft`, `rolle`, `organ`, `beschlussdatum`, `registerstand`, `frist_oder_closing`, `materiality_threshold`, `owner`, `source_tag`. ## Workflow 1. **Corporate-Kontext fixieren.** Bestimme Gesellschaft, Rechtsform, Organrolle, Anlass, Beschluss-/Registerstand und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Rechtsform fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit `[Annahme - prüfen]` weiter. 2. **Quellen inventarisieren.** Liste Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Register-/Urkunden-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als `[Mandant]`, Register als `[Register]`, Gerichts-/Behördenquellen als `[Primärquelle]` und Modellwissen als `[Modellwissen - prüfen]`. 3. **Organ- und Kompetenzebene trennen.** Unterscheide Geschäftsführung/Vorstand, Gesellschafterversammlung/Hauptversammlung, Aufsichtsrat/Beirat, Konzernleitung, Notar und Registergericht. 4. **Materiality-Schwelle setzen.** Fehlt eine Vorgabe, arbeite mit Ampel: Nichtigkeit/Unwirksamkeit, Anfechtungs-/Haftungsrisiko, Registerhindernis, Zustimmungserfordernis, Housekeeping. 5. **Normenprüfung durchführen.** Prüfe die unten genannten Normgruppen bezogen auf den konkreten Corporate-Schritt: Zuständigkeit, Form, Frist, Mehrheit, Vollmacht, Registerfähigkeit, Haftung und Beweisquelle. 6. **Belegkette bauen.** Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn Registerauszug, BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht `[zu verifizieren]`. 7. **Risikomatrix erstellen.** Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, Rechtsfolge, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill. 8. **Draft oder Review-Gate wählen.** Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder eine Partner-/Organvorlage mit genau den offenen Entscheidungen. 9. **Hand-off vorbereiten.** Überführe Findings in Beschlussentwurf, Board Paper, Registeranmeldung, SPA-Markup, CP-Tracker, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten. 10. **Abschlusskontrolle.** Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises. ## Pruefraster im Gutachtenstil **Obersatz:** Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Corporate-Schritt gesellschaftsrechtlich wirksam, registerfähig, organschaftlich vertretbar und für die Mandatsseite praktisch umsetzbar ist. **1. Mandats- und Rollenrahmen.** Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird: Gesellschaft, Organmitglied, Gesellschafter, Investor, Käufer, Verkäufer oder Konzernmutter. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Beschluss-, Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste. **2. Zuständigkeit, Form und Corporate Authority.** Bei Anteils-, Beschluss- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Mehrheit, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern: - BGB §§ 311 Abs. 2, 241 Abs. 2 und 280 für vorvertragliche Aufklärungspflichten. - GeschGehG §§ 2, 4, 6 und 17 für Geschäftsgeheimnisse im Datenraum. - GWB §§ 35 ff. und § 41 sowie Art. 7 FKVO für Gun-Jumping und Clean-Room-Fragen. - MAR Art. 7, 17 und 18 bei börsennotierter Gesellschaft. **3. Organpflichten und Business Judgment.** Bei Geschäftsleitungs-, Aufsichtsrats- oder Beiratsentscheidungen ist zu fragen, ob die Entscheidung auf angemessener Informationsgrundlage, ohne sachfremde Interessen und zum Wohl der Gesellschaft vorbereitet ist. Für Organverantwortung: BGH, 21.04.1997 - II ZR 175/95, ARAG/Garmenbeck, https://dejure.org/1997,161 `[dejure.org]`. **4. Register- und Gesellschafterlistenlogik.** Bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder Beschlussfähigkeit ist § 16 GmbHG gesondert zu prüfen. Zur Legitimationswirkung der Gesellschafterliste: BGH, 20.11.2018 - II ZR 12/17, https://dejure.org/2018,47817 `[BGH-Datenbank/dejure.org]`. **5. Vollzugshindernisse.** Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen, Bankzustimmung, Satzungszustimmung oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, muss das Ergebnis lauten: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Registerhindernis? Beschlussmangel? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld-, Nichtigkeits- oder Haftungsfolge? **6. Subsumtion.** Subsumtion erfolgt dokumentennah. Beispiel: `§ 15 GmbHG notarielle Form erfüllt?` nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. `§ 46 GmbHG Zustimmung erforderlich?` nur bejahen, wenn Satzung, Geschäftsordnung und Maßnahme geprüft sind. **Zwischenergebnis:** Formuliere als Ampel: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet im Corporate-Kontext: nicht beschließen, nicht anmelden, nicht signieren, nicht closen oder nicht extern versenden, bevor Partner, Organ oder Spezialist freigegeben hat. ## Output-Module - **Corporate-Vermerk:** Kurzbild, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung. - **Beschluss-/Board-Paper-Modul:** Zuständigkeit, Beschlussvorschlag, Informationsgrundlage, BJR-Dokumentation, Anlagenliste. - **Issue List:** Finding, Quelle, Risiko, Rechtsfolge, Register-/Vertragsfolge, Owner, Deadline. - **Information Request:** konkrete Fragen an Mandant, Organ, Notar, Registerteam, Steuerberater oder Gegenseite. - **Matter-Update:** kurzer Eintrag für `history.md` und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für `fristen.yaml`. ## Quellen und Zitierregel Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf `dejure.org`, `openjur.de`, `bundesgerichtshof.de`, `bundesverfassungsgericht.de`, `curia.europa.eu` oder `eur-lex.europa.eu`. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: `[Mandant]`, `[Register]`, `[BGH-Datenbank]`, `[dejure.org]`, `[EUR-Lex]`, `[Web-Recherche - prüfen]`, `[Modellwissen - prüfen]`. ## Hand-Off zu anderen Skills Nach diesem Skill weiter mit: - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-datenraum-aufbau` - wenn Dokumente, Datenraumlücken oder Clean-Room-Fragen der nächste Engpass sind. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-datenraum-gap-clean-room` - wenn Informationslücken, Wettbewerberdaten oder Clean-Room-Grenzen geklärt werden müssen. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-due-diligence-legal` - wenn aus Unterlagen ein Corporate-/Legal-DD-Befund gebaut werden soll. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-qa-information-requests` - wenn Findings in Information Requests und Q&A übersetzt werden müssen. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-due-diligence-reporting` - wenn ein adressatengerechter DD-Report entstehen soll. ## Was dieser Arbeitsgang nicht macht - Er ersetzt keine Partner-, Organ- oder Mandantenentscheidung über Beschluss, Signing, Registeranmeldung oder Closing. - Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Registergericht, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus. - Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle. - Er vermischt nicht Corporate-Befund, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt. - Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review. - Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten. ## Berufsrechtliche Hinweise Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden. ## Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden ### Outside-In Target Screening ## Triage — klaere vor Screening 1. Asset-Klasse: Strategischer Erwerb, Private Equity Add-On, Minderheitsbeteiligung, Distressed? 2. Sektor und Jurisdiktion des Targets? 3. Genehmigungen vorab eingeholen? (Insider-Log wenn Ziel borsennotiert) 4. Welche öffentlichen Quellen verfuegbar: Handelsregister, Bundesanzeiger, HR-Auszug, Jahresabschluss? 5. Bewertungsrahmen: Multiples-basiert, DCF, Vergleichstransaktionen? 6. Zweck: Vorab-Screening vor Kontaktaufnahme oder Vor-DD? ## Zentrale Normen - **§ 3 GwG** — UBO-Identifizierung; wirtschaftlich Berechtigter; auch im Screening erfassen - **Art. 14 DSGVO** — Informationspflicht bei Datenerhebung von Dritten; Grenzen öffentlicher Quellen - **§§ 33 ff. WpHG** — Stimmrechtsmitteilungen bei börsennotierten Gesellschaften; BaFin-Datenbank - **§ 325 HGB** — Offenlegungspflicht Jahresabschluss; Abrufbar im Bundesanzeiger - **§ 9 HGB** — Handelsregister-Einsichtsrecht; jedermann kann einsehen ## Aktuelle Rechtsprechung - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ## Outside-In-Quellen-Matrix | Quelle | Informationen | Verfuegbarkeit | Verlaesslichkeit | |---|---|---|---| | Handelsregister (HRB) | GF, Satzung, Kapital, Jahresabschluss-Hinterlegung | Kostenpflichtig (EUR 4.50 je Abruf) | Sehr hoch (amtlich) | | Bundesanzeiger | Jahresabschluesse, Bekanntmachungen | Kostenlos | Hoch (Pflichtveroeffentlichung) | | Transparenzregister | Wirtschaftlich Berechtigter | Kostenpflichtig; berufliche Legitimation | Hoch (gesetzlich) | | BaFin-Datenbank | Stimmrechtsmitteilungen, Insolvenzbekanntmachungen | Kostenlos | Hoch (BaFin) | | LinkedIn / XING | Management-Team, Wachstum, Karrieremuster | Kostenlos | Mittel (selbst deklariert) | | Pressearchiv (Factiva, LexisNexis) | Meldungen, Rechtsstreitigkeiten, Krisen | Kostenpflichtig | Mittel-Hoch | | Branchenberichte (Statista, IBISWorld) | Marktgroesse, Wettbewerb, Trends | Kostenpflichtig | Hoch | | Patentdatenbank (DPMA, EPO) | IP-Portfolio, Schutzrechte | Kostenlos | Sehr hoch (amtlich) | ## Finanzanalyse aus öffentlichen Quellen ### Aus dem Bundesanzeiger - Umsatz, EBITDA, EBIT, Jahresueberschuss - Bilanzsumme, Eigenkapitalquote - Mitarbeiterzahl - Abhaengigkeit von Hauptkunden (Anmerkungen im Anhang) - Risikobericht ### Bewertungsrahmen (Multiples-Ansatz) EV = EBITDA x Branchenm-Multiple Typische Multiples nach Sektor (indikativ): - Software/SaaS: 8-15x EBITDA oder 3-8x Revenue - Industrieproduktion: 5-8x EBITDA - Handel/Distribution: 4-7x EBITDA - Gesundheitswesen: 8-12x EBITDA - Immobilien: nettomietrendite-basiert ### Red Flags im Screening | Signal | Moegliches Problem | |---|---| | Jahresabschluss nicht eingereicht | § 325 HGB Verstos; finanzielle Probleme; Compliance | | GF-Wechsel haeufig | Managementkrise; Gesellschafterstreit | | Sinkende Eigenkapitalquote | Finanzierungsengpass; Kreditfaelligkeit | | Rueckstellungen stark gestiegen | Versteckte Risiken; Litigation | | Abschluss viele Monate spaet | Finanzierungsprobleme; Prueferstreit | ## Schritt-für-Schritt-Workflow 1. **Handelsregister-Abruf** — GmbH oder AG; GF-Daten; Kapitalstruktur; Satzung 2. **Bundesanzeiger-Analyse** — letzte 3 Jahresabschluesse; EBITDA-Trend; Bilanzqualitaet 3. **UBO-Identifizierung** — Transparenzregister-Abfrage; Gesellschafterliste falls verfuegbar 4. **Stimmrechts-Check** — bei borsennotierten Gesellschaften: BaFin-Stimmrechtsdatenbank 5. **Management-Recherche** — LinkedIn, Xing, Pressearchiv; CEO/CFO-Profil; Branchenerfahrung 6. **IP-Screening** — DPMA-Recherche; Patentportfolio; Markenschutzrechte 7. **Litigation-Check** — Pressearchiv; Insolvenzbekanntmachungen; BaFin-Sanktionen 8. **Bewertungsrahmen** — EV-Schaetzung auf Basis Multiples; Vergleichstransaktionen 9. **Screening-Memo** — Zusammenfassung; Empfehlung: Kontaktaufnahme ja/nein; naechste Schritte ## Output-Template Target-Screening-Memo **Adressat:** Investment Committee / Management — Tonfall klar, faktenbasiert ``` TARGET-SCREENING-MEMO Zielgesellschaft: [NAME, Sitz, Rechtsform, HRB-Nr.] Datum: [DATUM] Erstellt von: [KANZLEI / DEAL-TEAM] VERTRAULICH 1. UNTERNEHMENSUEBERBLICK Gruendungsjahr: [Jahr] Hauptgesellschafter: [Namen / Wirtschaftlich Berechtigter] Geschaeftsfuehrung: [Namen, Amtsdauer] Mitarbeiter: ca. [Zahl] (Quelle: Bundesanzeiger [Jahr]) Hauptstandorte: [Staedte] 2. FINANZIELLE KENNZAHLEN (aus Bundesanzeiger) | Jahr | Umsatz | EBITDA | EK-Quote | Bilanzsumme | |------|--------|--------|----------|-------------| | 2022 | [EUR Mio.] | [EUR Mio.] | [%] | [EUR Mio.] | | 2023 | [EUR Mio.] | [EUR Mio.] | [%] | [EUR Mio.] | 3. BEWERTUNGSINDIKATION (Multiples-Schaetzung) Angenommenes EBITDA: [EUR Mio.] Branchenm-Multiple: [x-y]x Indikative EV-Range: EUR [X] — EUR [Y] Mio. 4. VORHANDENE RISIKEN - [Risiko 1: z.B. Jahresabschluss 2023 noch nicht veroeffentlicht] - [Risiko 2: z.B. GF-Wechsel 2x in 3 Jahren] 5. STRATEGISCHE FIT-BEWERTUNG [2-3 Saetze: Synergien, Marktposition, Komplementaritaet] 6. EMPFEHLUNG [ ] Kontaktaufnahme empfohlen [ ] Weitere Analyse erforderlich: [Punkt] [ ] Kein Fit: [Begruendung] 7. NAECHSTE SCHRITTE [Konkrete Handlungen mit Datum und Owner] ``` ## Rote Schwellen - UBO ungeklärt → GwG-Pflicht; keine Mandatsannahme ohne vollständige UBO-Klärung - Jahresabschluss fehlt → grosses Risiko; § 325 HGB-Verstoss als Red Flag - Screening ohne Transparenzregister-Abfrage → wirtschaftlich Berechtigter unbekannt - DSGVO: Personendaten aus Screening speichern ohne Zweck → unzulaessige Verarbeitung (Art. 5 DSGVO) - Insider-Probleme bei börsennotierten Targets → Art. 14, 17, 18 MAR; Insider-Liste und Ad-hoc-Prüfung anlegen ## Quellen - § 3 GwG; § 9 HGB; § 325 HGB; §§ 33 ff. WpHG; Art. 14 DSGVO - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. - Holzapfel/Poellath, Unternehmenskauf (16. Aufl. 2022) Kap. 1