--- name: regulatory-fdi-merger description: "Anmeldepflichten Fusionskontrolle und FDI prüfen: M&A-Transaktion erfordert Clearance. Normen: §§ 35 ff. GWB (deutsches Fusionskontrollrecht), Art. 1 ff. FKVO (EU-Fusionskontrolle), AWG/AWV (Investitionsprüfung), SektSchV (Sektorschutz), TKG, EnWG. Prüfraster: Umsatzschwellen, Marktanteile, Vollz..." --- # Regulatory, FDI und Fusionskontrolle ## Fachlicher Anker - **Normen:** §§ 3, §§ 76, §§ 105. - **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen. - **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten. ## Fachkern: Regulatory, FDI und Fusionskontrolle - **Corporate-Aufgabe (Regulatory, FDI und Fusionskontrolle):** M&A-Transaktion erfordert Clearance. - **Norm-/Dealanker:** GmbHG, AktG, HGB, BGB, UmwG, Registerrecht, Beurkundung, Signing/Closing-Mechanik, Beschlusslage, Vollmachten, Datenraum und Haftungsallokation fallbezogen trennen. - **Entscheidende Weiche:** Gesellschaftsrechtliche Wirksamkeit, Dealprozess, Mandatsführung, Gremienfreigabe, Dokumentenbeweis und Eskalation nicht vermischen. - **Arbeitsprodukt:** Partnerfähiges Memo, Closing-/Action-Liste, Redline-Hinweis oder PMO-Board mit Verantwortlichen und Blockern. ## Wann wird dieser Skill aufgerufen Typische Auslöser: - "Ich habe hier Regulatory, FDI und Fusionskontrolle und brauche einen belastbaren nächsten Schritt." - "Bitte prüfe das aus Sicht der Gesellschaft, Geschäftsführung, Gesellschafter oder Inhouse-Rechtsabteilung." - "Mach daraus eine Beschlussvorlage, Partnernotiz, Mandantenmail oder Organunterlage." - "Welche Register-, Beschluss-, Compliance- oder Fristpunkte fehlen noch?" Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst die Gesellschaftsakte selbst angelegt, die Mandatsrolle bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-kommandocenter` oder `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-matter-file`. Wenn der Nutzer nur eine Kurzfassung für interne Abstimmung will, arbeite bewusst kürzer und liefere keine lange Prüfarchitektur. ## Voraussetzungen und Kontext laden Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter `~/.config/claude-fuer-deutsches-recht/corporate-kanzlei/mandate//`: `mandat.md`, `history.md`, `chronologie.md`, `fristen.yaml` und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Gesellschaft, Rechtsform, Rolle, Organstatus, Beschluss-/Registerlage, Frist, gewünschter Output und ob börsen-, konzern- oder regulierungsrelevante Bezüge bestehen. Benötigte Unterlagen: - aktueller Vertragsentwurf, Markup, Term Sheet und Annex-/Schedule-Struktur. - CP-Tracker, Closing Deliverables, Gesellschafter-/Organfreigaben. - Disclosure Letter, Knowledge-Definition, W&I- oder Garantie-Struktur. Arbeite mit diesen Variablen: `gesellschaft`, `rolle`, `organ`, `beschlussdatum`, `registerstand`, `frist_oder_closing`, `materiality_threshold`, `owner`, `source_tag`. ## Workflow 1. **Corporate-Kontext fixieren.** Bestimme Gesellschaft, Rechtsform, Organrolle, Anlass, Beschluss-/Registerstand und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Rechtsform fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit `[Annahme - prüfen]` weiter. 2. **Quellen inventarisieren.** Liste Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Register-/Urkunden-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als `[Mandant]`, Register als `[Register]`, Gerichts-/Behördenquellen als `[Primärquelle]` und Modellwissen als `[Modellwissen - prüfen]`. 3. **Organ- und Kompetenzebene trennen.** Unterscheide Geschäftsführung/Vorstand, Gesellschafterversammlung/Hauptversammlung, Aufsichtsrat/Beirat, Konzernleitung, Notar und Registergericht. 4. **Materiality-Schwelle setzen.** Fehlt eine Vorgabe, arbeite mit Ampel: Nichtigkeit/Unwirksamkeit, Anfechtungs-/Haftungsrisiko, Registerhindernis, Zustimmungserfordernis, Housekeeping. 5. **Normenprüfung durchführen.** Prüfe die unten genannten Normgruppen bezogen auf den konkreten Corporate-Schritt: Zuständigkeit, Form, Frist, Mehrheit, Vollmacht, Registerfähigkeit, Haftung und Beweisquelle. 6. **Belegkette bauen.** Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn Registerauszug, BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht `[zu verifizieren]`. 7. **Risikomatrix erstellen.** Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, Rechtsfolge, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill. 8. **Draft oder Review-Gate wählen.** Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder eine Partner-/Organvorlage mit genau den offenen Entscheidungen. 9. **Hand-off vorbereiten.** Überführe Findings in Beschlussentwurf, Board Paper, Registeranmeldung, SPA-Markup, CP-Tracker, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten. 10. **Abschlusskontrolle.** Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises. ## Pruefraster im Gutachtenstil **Obersatz:** Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Corporate-Schritt gesellschaftsrechtlich wirksam, registerfähig, organschaftlich vertretbar und für die Mandatsseite praktisch umsetzbar ist. **1. Mandats- und Rollenrahmen.** Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird: Gesellschaft, Organmitglied, Gesellschafter, Investor, Käufer, Verkäufer oder Konzernmutter. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Beschluss-, Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste. **2. Zuständigkeit, Form und Corporate Authority.** Bei Anteils-, Beschluss- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Mehrheit, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern: - BGB §§ 133, 157, 241 Abs. 2, 280, 311 Abs. 2, 433 und 453 für Kaufvertrag und Auslegung. - GmbHG §§ 15 und 16 für Anteilsübertragung und Gesellschafterliste. - AktG §§ 76, 93, 111 und 179a für Leitungs-/Kontrollpflichten und Strukturmaßnahmen. - BGB § 158 für Closing Conditions und Bedingungseintritt. **3. Organpflichten und Business Judgment.** Bei Geschäftsleitungs-, Aufsichtsrats- oder Beiratsentscheidungen ist zu fragen, ob die Entscheidung auf angemessener Informationsgrundlage, ohne sachfremde Interessen und zum Wohl der Gesellschaft vorbereitet ist. Für Organverantwortung: BGH, 21.04.1997 - II ZR 175/95, ARAG/Garmenbeck, https://dejure.org/1997,161 `[dejure.org]`. **4. Register- und Gesellschafterlistenlogik.** Bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder Beschlussfähigkeit ist § 16 GmbHG gesondert zu prüfen. Zur Legitimationswirkung der Gesellschafterliste: BGH, 20.11.2018 - II ZR 12/17, https://dejure.org/2018,47817 `[BGH-Datenbank/dejure.org]`. **5. Vollzugshindernisse.** Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen, Bankzustimmung, Satzungszustimmung oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, muss das Ergebnis lauten: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Registerhindernis? Beschlussmangel? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld-, Nichtigkeits- oder Haftungsfolge? **6. Subsumtion.** Subsumtion erfolgt dokumentennah. Beispiel: `§ 15 GmbHG notarielle Form erfüllt?` nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. `§ 46 GmbHG Zustimmung erforderlich?` nur bejahen, wenn Satzung, Geschäftsordnung und Maßnahme geprüft sind. **Zwischenergebnis:** Formuliere als Ampel: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet im Corporate-Kontext: nicht beschließen, nicht anmelden, nicht signieren, nicht closen oder nicht extern versenden, bevor Partner, Organ oder Spezialist freigegeben hat. ## Output-Module - **Corporate-Vermerk:** Kurzbild, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung. - **Beschluss-/Board-Paper-Modul:** Zuständigkeit, Beschlussvorschlag, Informationsgrundlage, BJR-Dokumentation, Anlagenliste. - **Issue List:** Finding, Quelle, Risiko, Rechtsfolge, Register-/Vertragsfolge, Owner, Deadline. - **Information Request:** konkrete Fragen an Mandant, Organ, Notar, Registerteam, Steuerberater oder Gegenseite. - **Matter-Update:** kurzer Eintrag für `history.md` und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für `fristen.yaml`. ## Quellen und Zitierregel Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf `dejure.org`, `openjur.de`, `bundesgerichtshof.de`, `bundesverfassungsgericht.de`, `curia.europa.eu` oder `eur-lex.europa.eu`. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: `[Mandant]`, `[Register]`, `[BGH-Datenbank]`, `[dejure.org]`, `[EUR-Lex]`, `[Web-Recherche - prüfen]`, `[Modellwissen - prüfen]`. ## Hand-Off zu anderen Skills Nach diesem Skill weiter mit: - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-spa-apa-entwurf` - wenn der Befund in SPA/APA-Entwurf oder Klausellogik einfließen soll. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-vertragsmarkup-key-issues` - wenn Markup-Abweichungen in Key Issues und Verhandlungslinien übersetzt werden müssen. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-disclosure-schedules` - wenn Garantien, Knowledge und Disclosure Letter abgeglichen werden. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-signing-closing-conditions` - wenn CPs, Closing Deliverables oder Signing Pack koordiniert werden. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-closing-bible-archiv` - wenn executed documents, Registerbelege und Closing Bible gesichert werden müssen. ## Was dieser Arbeitsgang nicht macht - Er ersetzt keine Partner-, Organ- oder Mandantenentscheidung über Beschluss, Signing, Registeranmeldung oder Closing. - Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Registergericht, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus. - Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle. - Er vermischt nicht Corporate-Befund, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt. - Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review. - Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten. ## Berufsrechtliche Hinweise Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden. ## Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden ### Regulatory, FDI und Fusionskontrolle ## Triage — klaere vor Beginn 1. Umsatzschwellen erreicht? → Bundeskartellamt (§§ 35 ff. GWB) oder EU-Kommission (Art. 1 FKVO)? 2. Auslaendischer Erwerber aus Nicht-EU-Land? → AWG/AWV-Investitionspruefung pruefen 3. Branche: Ruestung, Verteidigung, Kritische Infrastruktur, Medien, Gesundheit, Cloud? → SektSchV oder besondere Pruefpflichten 4. Timeline: Vollzugsverbot (Standstill Obligation) bis Freigabe; Gunst-Jumping-Risiko? 5. Mehrere Jurisdiktionen (USA HSR Act, UK NSI Act, China SAMR)? → Multijurisdiktioneller Koordinationsbedarf 6. FDI-Screening: Meldepflicht oder nur Pruefmoeglichkeit des BMWK? ## Zentrale Normen - **§§ 35-43 GWB** — Zusammenschlusskontrolle; Aufgreifschwellen; Anmeldepflicht - **§ 36 GWB** — Untersagungsvoraussetzungen; erhebliche Behinderung wirksamen Wettbewerbs - **§ 41 GWB** — Vollzugsverbot; bis zur Freigabe kein Vollzug; Bussgeld bis 10 % Weltumsatz - **Art. 1-21 FKVO (EG) 139/2004** — EU-Fusionskontrolle; Aufgreifschwellen; Alleinzuständigkeit - **§§ 55 ff. AWG i.V.m. §§ 55 ff. AWV** — Aussenhandelsgesetz; Investitionspruefung - **SektSchV (Sicherheitsueberprueefungsverordnung)** — Sektoren Kritische Infrastruktur; KRITIS-Unternehmen - **§ 56 AWV** — Meldefrist 2 Monate ab sicherem Abschluss; Erwerb ab 10 % bei kritischen Sektoren - **Verordnung (EU) 2019/452** — EU-FDI-Screening-Rahmen; nationale Stellen melden an EU-Kommission ## Aktuelle Rechtsprechung - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ## Fusionskontrolle: Aufgreifschwellen ### Bundeskartellamt (§ 35 GWB) - Kombinierter Weltumsatz aller Beteiligten > 500 Mio. EUR UND - Mindestens ein Beteiligter > 25 Mio. EUR Inlandsumsatz UND - Ein weiterer Beteiligter > 5 Mio. EUR Inlandsumsatz - ODER: 3. Aufgreifschwelle: Kaufpreis > 400 Mio. EUR + erhebliche Inlandstaetigkeit (§ 35 Ia GWB) ### EU-Kommission (Art. 1 FKVO) - Tier 1: Weltumsatz > 5 Mrd. EUR + EU-Umsatz > 250 Mio. EUR für mind. zwei Beteiligte - Tier 2: Weltumsatz > 2.5 Mrd. EUR + EU-Umsatz > 100 Mio. EUR in mind. drei Mitgliedstaaten ### Vollzugsverbot (§ 41 GWB / Art. 7 FKVO) Kein Vollzug bis zur Freigabe oder Ablauf der Pruefdauer. Ausnahme: vorherige Genehmigung (Dispensantrag). ## FDI-Screening (AWG/AWV): Sektoren und Schwellen | Sektor | Aufgreifschwelle | Rechtsgrundlage | |---|---|---| | Kritische Infrastruktur (Energie, Wasser, IT, Verkehr) | 10 % Stimmrechte | § 56 AWV | | Medien | 10 % | § 56 AWV | | Gesundheit / Pharma | 10 % | § 56 AWV | | Verteidigung / Ruestung | 10 % | § 60 AWV; SektSchV | | KI / autonome Fahrzeuge / Robotik | 10 % | § 56 Ia AWV | | Sonstige Unternehmen | 25 % | § 55 AWV | Meldefrist: 2 Monate nach Vertragsschluss. Pruefdauer: 4 Monate (verlaengerbar). ## Schritt-für-Schritt-Workflow 1. **Schwellentest** — Umsatzzahlen beider Parteien errechnen; GWB/FKVO/Drittlaender-Schwellen pruefen 2. **FDI-Check** — Nationalitaet des Erwerbers; Sektor der Zielgesellschaft; AWV-Schwellen 3. **Timeline festlegen** — Anmeldezeitpunkt (post-Signing); Pruefdauer Phase I (4 Wochen GWB; 25 Werktage FKVO) 4. **Gun-Jumping-Protokoll** — Informationsaustausch beschraenken bis Freigabe; Clean Team wenn noetig 5. **Anmeldungsformulare** — Bundeskartellamt: Formular A/B; EU-Kommission: Form CO/Short Form 6. **Pre-notification Contacts** — informelle Voranfrage bei Behörde; Zeitplan abklaeren 7. **Anmeldung einreichen** — mit vollstaendigen Informationen; Kooperationspflicht 8. **Phase-II-Risiko bewerten** — wenn Bedenken: Abhilfemassnahmen (Auflagen) verhandeln 9. **Freigabe-Erlangung dokumentiert** → dann Closing freigeben ## Entscheidungsbaum: Zuständigkeit ``` Umsaetze erreichen EU-Schwellen (FKVO Tier 1 oder 2)? → Ja: EU-Kommission zuständig (One-Stop-Shop) → Ausnahme: Art. 9 FKVO Verweisung an nationale Behörde beantragt? → Nein: GWB-Schwellen erreicht? → Ja: Bundeskartellamt; ggf. simultane Nicht-EU-Anmeldungen → Nein: Keine Anmeldepflicht — trotzdem FDI-Screening pruefen! ``` ## Output-Template Regulatory-Memo **Adressat:** Deal-Team / Mandant — Tonfall praezise, entscheidungsorientiert ``` REGULATORY MEMO — FUSIONSKONTROLLE UND FDI Transaktion: [DEAL-NAME] Datum: [DATUM] 1. FUSIONSKONTROLLE GWB-Schwellen: [Erreicht Ja/Nein; Details] FKVO-Schwellen: [Erreicht Ja/Nein; Details] Drittlaender-Anmeldungen: [USA HSR / UK / China / Sonstige] Vollzugsverbot: [Ja/Nein; ab wann aufgehoben] Erste-Phase-Dauer: [X Wochen] 2. FDI-SCREENING Erwerber-Nationalitaet: [Land] Zielsektor: [Sektor; AWV-Schwelle] Meldefrist: [Datum] Genehmigungspflicht: [Ja/Nein/Unsicher] 3. TIMELINE | Meilenstein | Datum | Zuständigkeit | |------------|-------|---------------| | Signing | [Datum] | Deal-Team | | Anmeldung | [Datum] | Kartellrecht-Team | | Phase-I-Frist | [Datum] | Behörde | | Voraussichtliches Closing | [Datum] | Alle | 4. EMPFEHLUNG [Strategie; Auflagen-Risiko; Zeitplan-Risiken] ``` ## Rote Schwellen - Vollzugsverbot missachtet — Gun Jumping; Bussgeld bis 10 % Weltumsatz - FDI-Meldefrist verpasst (2 Monate nach Vertragsschluss) → BMWK kann nachtraegliche Untersagung erwaegen - Phase-II-Risiko unterschaetzt → Closing verzoegert sich 6-18 Monate - Drittland-Anmeldungen (USA, China) vergessen → Separates Vollzugsverbot in diesen Ländern - SektSchV-Pruefung bei Ruestungsunternehmen vergessen → Genehmigungspflicht verpasst ## Quellen - §§ 35-43 GWB; Art. 1-21 FKVO (EG) 139/2004; §§ 55, 56, 60 AWV; Verordnung (EU) 2019/452 - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. - Immenga/Mestmaecker GWB (6. Aufl. 2020) §§ 35 ff.; Ohler AWG/AWV (2021)