--- name: signing-closing-conditions description: "Signing und Closing Conditions verwalten: M&A-Transaktion naehert sich Signing oder Closing und alle CPs muessen erledigt sein. Normen: § 158 BGB (Bedingungseintritt), SPA Conditions Precedent, § 41 GWB (Vollzugsverbot). Prüfraster: CP-Checkliste, Behördengenehmigungen, Eigentumsuebergang, MAC-Kl..." --- # Signing und Closing Conditions ## Fachlicher Anker - **Normen:** §§ 3, §§ 76, §§ 105. - **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen. - **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten. ## Fachkern: Signing und Closing Conditions - **Corporate-Aufgabe (Signing und Closing Conditions):** M&A-Transaktion naehert sich Signing oder Closing und alle CPs muessen erledigt sein. - **Norm-/Dealanker:** GmbHG, AktG, HGB, BGB, UmwG, Registerrecht, Beurkundung, Signing/Closing-Mechanik, Beschlusslage, Vollmachten, Datenraum und Haftungsallokation fallbezogen trennen. - **Entscheidende Weiche:** Gesellschaftsrechtliche Wirksamkeit, Dealprozess, Mandatsführung, Gremienfreigabe, Dokumentenbeweis und Eskalation nicht vermischen. - **Arbeitsprodukt:** Partnerfähiges Memo, Closing-/Action-Liste, Redline-Hinweis oder PMO-Board mit Verantwortlichen und Blockern. ## Wann wird dieser Skill aufgerufen Typische Auslöser: - "Ich habe hier Signing und Closing Conditions und brauche einen belastbaren nächsten Schritt." - "Bitte prüfe das aus Sicht der Gesellschaft, Geschäftsführung, Gesellschafter oder Inhouse-Rechtsabteilung." - "Mach daraus eine Beschlussvorlage, Partnernotiz, Mandantenmail oder Organunterlage." - "Welche Register-, Beschluss-, Compliance- oder Fristpunkte fehlen noch?" Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst die Gesellschaftsakte selbst angelegt, die Mandatsrolle bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-kommandocenter` oder `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-matter-file`. Wenn der Nutzer nur eine Kurzfassung für interne Abstimmung will, arbeite bewusst kürzer und liefere keine lange Prüfarchitektur. ## Voraussetzungen und Kontext laden Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter `~/.config/claude-fuer-deutsches-recht/corporate-kanzlei/mandate//`: `mandat.md`, `history.md`, `chronologie.md`, `fristen.yaml` und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Gesellschaft, Rechtsform, Rolle, Organstatus, Beschluss-/Registerlage, Frist, gewünschter Output und ob börsen-, konzern- oder regulierungsrelevante Bezüge bestehen. Benötigte Unterlagen: - aktueller Vertragsentwurf, Markup, Term Sheet und Annex-/Schedule-Struktur. - CP-Tracker, Closing Deliverables, Gesellschafter-/Organfreigaben. - Disclosure Letter, Knowledge-Definition, W&I- oder Garantie-Struktur. Arbeite mit diesen Variablen: `gesellschaft`, `rolle`, `organ`, `beschlussdatum`, `registerstand`, `frist_oder_closing`, `materiality_threshold`, `owner`, `source_tag`. ## Workflow 1. **Corporate-Kontext fixieren.** Bestimme Gesellschaft, Rechtsform, Organrolle, Anlass, Beschluss-/Registerstand und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Rechtsform fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit `[Annahme - prüfen]` weiter. 2. **Quellen inventarisieren.** Liste Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Register-/Urkunden-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als `[Mandant]`, Register als `[Register]`, Gerichts-/Behördenquellen als `[Primärquelle]` und Modellwissen als `[Modellwissen - prüfen]`. 3. **Organ- und Kompetenzebene trennen.** Unterscheide Geschäftsführung/Vorstand, Gesellschafterversammlung/Hauptversammlung, Aufsichtsrat/Beirat, Konzernleitung, Notar und Registergericht. 4. **Materiality-Schwelle setzen.** Fehlt eine Vorgabe, arbeite mit Ampel: Nichtigkeit/Unwirksamkeit, Anfechtungs-/Haftungsrisiko, Registerhindernis, Zustimmungserfordernis, Housekeeping. 5. **Normenprüfung durchführen.** Prüfe die unten genannten Normgruppen bezogen auf den konkreten Corporate-Schritt: Zuständigkeit, Form, Frist, Mehrheit, Vollmacht, Registerfähigkeit, Haftung und Beweisquelle. 6. **Belegkette bauen.** Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn Registerauszug, BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht `[zu verifizieren]`. 7. **Risikomatrix erstellen.** Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, Rechtsfolge, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill. 8. **Draft oder Review-Gate wählen.** Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder eine Partner-/Organvorlage mit genau den offenen Entscheidungen. 9. **Hand-off vorbereiten.** Überführe Findings in Beschlussentwurf, Board Paper, Registeranmeldung, SPA-Markup, CP-Tracker, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten. 10. **Abschlusskontrolle.** Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises. ## Pruefraster im Gutachtenstil **Obersatz:** Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Corporate-Schritt gesellschaftsrechtlich wirksam, registerfähig, organschaftlich vertretbar und für die Mandatsseite praktisch umsetzbar ist. **1. Mandats- und Rollenrahmen.** Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird: Gesellschaft, Organmitglied, Gesellschafter, Investor, Käufer, Verkäufer oder Konzernmutter. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Beschluss-, Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste. **2. Zuständigkeit, Form und Corporate Authority.** Bei Anteils-, Beschluss- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Mehrheit, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern: - BGB §§ 133, 157, 241 Abs. 2, 280, 311 Abs. 2, 433 und 453 für Kaufvertrag und Auslegung. - GmbHG §§ 15 und 16 für Anteilsübertragung und Gesellschafterliste. - AktG §§ 76, 93, 111 und 179a für Leitungs-/Kontrollpflichten und Strukturmaßnahmen. - BGB § 158 für Closing Conditions und Bedingungseintritt. **3. Organpflichten und Business Judgment.** Bei Geschäftsleitungs-, Aufsichtsrats- oder Beiratsentscheidungen ist zu fragen, ob die Entscheidung auf angemessener Informationsgrundlage, ohne sachfremde Interessen und zum Wohl der Gesellschaft vorbereitet ist. Für Organverantwortung: BGH, 21.04.1997 - II ZR 175/95, ARAG/Garmenbeck, https://dejure.org/1997,161 `[dejure.org]`. **4. Register- und Gesellschafterlistenlogik.** Bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder Beschlussfähigkeit ist § 16 GmbHG gesondert zu prüfen. Zur Legitimationswirkung der Gesellschafterliste: BGH, 20.11.2018 - II ZR 12/17, https://dejure.org/2018,47817 `[BGH-Datenbank/dejure.org]`. **5. Vollzugshindernisse.** Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen, Bankzustimmung, Satzungszustimmung oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, muss das Ergebnis lauten: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Registerhindernis? Beschlussmangel? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld-, Nichtigkeits- oder Haftungsfolge? **6. Subsumtion.** Subsumtion erfolgt dokumentennah. Beispiel: `§ 15 GmbHG notarielle Form erfüllt?` nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. `§ 46 GmbHG Zustimmung erforderlich?` nur bejahen, wenn Satzung, Geschäftsordnung und Maßnahme geprüft sind. **Zwischenergebnis:** Formuliere als Ampel: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet im Corporate-Kontext: nicht beschließen, nicht anmelden, nicht signieren, nicht closen oder nicht extern versenden, bevor Partner, Organ oder Spezialist freigegeben hat. ## Output-Module - **Corporate-Vermerk:** Kurzbild, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung. - **Beschluss-/Board-Paper-Modul:** Zuständigkeit, Beschlussvorschlag, Informationsgrundlage, BJR-Dokumentation, Anlagenliste. - **Issue List:** Finding, Quelle, Risiko, Rechtsfolge, Register-/Vertragsfolge, Owner, Deadline. - **Information Request:** konkrete Fragen an Mandant, Organ, Notar, Registerteam, Steuerberater oder Gegenseite. - **Matter-Update:** kurzer Eintrag für `history.md` und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für `fristen.yaml`. ## Quellen und Zitierregel Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf `dejure.org`, `openjur.de`, `bundesgerichtshof.de`, `bundesverfassungsgericht.de`, `curia.europa.eu` oder `eur-lex.europa.eu`. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: `[Mandant]`, `[Register]`, `[BGH-Datenbank]`, `[dejure.org]`, `[EUR-Lex]`, `[Web-Recherche - prüfen]`, `[Modellwissen - prüfen]`. ## Hand-Off zu anderen Skills Nach diesem Skill weiter mit: - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-spa-apa-entwurf` - wenn der Befund in SPA/APA-Entwurf oder Klausellogik einfließen soll. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-vertragsmarkup-key-issues` - wenn Markup-Abweichungen in Key Issues und Verhandlungslinien übersetzt werden müssen. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-disclosure-schedules` - wenn Garantien, Knowledge und Disclosure Letter abgeglichen werden. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-closing-bible-archiv` - wenn executed documents, Registerbelege und Closing Bible gesichert werden müssen. ## Was dieser Arbeitsgang nicht macht - Er ersetzt keine Partner-, Organ- oder Mandantenentscheidung über Beschluss, Signing, Registeranmeldung oder Closing. - Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Registergericht, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus. - Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle. - Er vermischt nicht Corporate-Befund, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt. - Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review. - Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten. ## Berufsrechtliche Hinweise Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden. ## Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden ### Signing und Closing Conditions ## Triage — klaere vor Beginn 1. Welche Closing Conditions sind im SPA definiert? 2. Wer ist CP-Owner für jede Bedingung (Kaeufer, Verkaefer, beide)? 3. Behordliche Genehmigungen: Kartellrecht, FDI, Sektorregulierung — Fristen? 4. Dritte Zustimmungen: Change-of-Control-Klauseln, Bankenkonsortium, Schluessel-Kunden? 5. Long Stop Date: Wann verfaellt das SPA automatisch wenn CPs nicht erfuellt? 6. MAC-Klausel: Gibt es ein Ruecktrittsrecht bei Material Adverse Change? 7. Interim Operating Covenants: Welche Beschraenkungen gelten zwischen Signing und Closing? ## Zentrale Normen - **§ 158 BGB** — aufschiebende und aufloesende Bedingungen; Suspensivbedingung - **§ 160 BGB** — Pflicht zur Erhaltung des Bedingungseintritts; Nichterfuellung schadet - **§ 162 BGB** — treuwidrige Herbeiführung oder Verhinderung des Bedingungseintritts - **§ 41 GWB** — fusionskontrollrechtliches Vollzugsverbot; gun jumping - **§ 56 AWV** — AWW-Investitionspruefung; Meldefrist und Pruefdauer - **§§ 154, 155 BGB** — offener Einigungsmangel; Formpflicht beim Vertragsschluss ## Aktuelle Rechtsprechung - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ## Standard-Closing-Conditions-Matrix | CP-Typ | Typischer Inhalt | CP-Owner | Pruefung | Frist | |---|---|---|---|---| | Regulatorisch | Kartellfreigabe GWB/FKVO; FDI-Genehmigung | Kaeufer | Behördenschreiben | Long Stop Date | | Corporate | GV/AR-Beschluss; Unterschriften; vollstaendige Execution | Beide | Protokoll + Anlagen | Signing | | Dritte Zustimmungen | CoC-Consents; Banken (Change-of-Control-Covenant); Schluessel-Kunden | Meist Verkaefer | Consent Letters | Long Stop Date | | Representations True & Correct | Keine wesentliche Unrichtigkeit der Reps zum Closing | Verkaefer | Bring-Down Certificate | Closing Day | | No MAC | Kein Material Adverse Change eingetreten | Verkaefer | MAC Certificate | Closing Day | | No Legal Proceedings | Kein Gerichtsentscheid oder einstweilige Verfuegung | Beide | Anwaltsbestaetigung | Closing Day | | Deliver Closing Documents | Alle Deliverables vollstaendig | Beide | Closing Checklist | Closing Day | ## Closing-Deliverables-Checkliste ### Verkaefer-Deliverables - [ ] Signed und datiertes SPA (Execution Version) - [ ] Anteilsuebertragungsvertrag (GmbH: notariell; AG: Abtretungserklaerung) - [ ] Resignationsschreiben Geschaeftsfuehrer/Vorstand (falls vereinbart) - [ ] Bring-Down Certificate (Reps weiterhin richtig) - [ ] No-MAC-Certificate - [ ] Consents (CoC, Banken, Schluesselkunden) - [ ] Gesellschafterliste aktualisiert (GmbH: beim Notar) - [ ] Handelsregister-Vollmacht - [ ] Datenraumzugang dauerhaft sichergestellt oder CD-Archiv ### Kaeufer-Deliverables - [ ] Signed SPA - [ ] Kaufpreiszahlung SWIFT-Bestaetigung - [ ] Kartellfreigabe-Schreiben (Original oder Kopie) - [ ] FDI-Freigabe/Nichtuntersagungsbestaetigung - [ ] W&I-Policy-Commitment Letter (wenn W&I-Versicherung) - [ ] Firmen-Vollmacht Unterschriftsberechtigte (Handelsregisterauszug) ## Schritt-für-Schritt-Workflow 1. **CP-Liste im SPA auswerten** — jede Bedingung mit Owner, Frist und Nachweiserfordernis erfassen 2. **CP-Tracker aufbauen** — Spreadsheet mit Status, Owner, Frist, Fruehindikatoren, Eskalationsstufe 3. **Behoerdliche Anmeldungen** — Kartellrecht, FDI sofort nach Signing einleiten; Deadlines im Kalender 4. **Dritte Zustimmungen besorgen** — Consents bei CoC-Klauseln; Bankenkonsortium informieren 5. **Interim Covenants monitoren** — Verkaefer darf keine wesentlichen Aenderungen ohne Zustimmung vornehmen 6. **Closing-Datum vorschlagen** — sobald alle CPs absehbar erfuellt; Notartermin (GmbH) reservieren 7. **Pre-Closing-Meeting** — alle Deliverables gegenchecken; Protokoll vorab zirkulieren 8. **Closing-Call/Meeting** — gleichzeitiger Austausch Deliverables und Kaufpreiszahlung 9. **Post-Closing-Bestaetigung** — Closing Certificate; Registereintragung initiieren ## Entscheidungsbaum: Was tun wenn CP nicht rechtzeitig erfuellt? ``` CP-Erfullung verzoegert sich? → Regulatorisch (Kartell/FDI)? → Kurze Verzoegerung: Long Stop Date verlaengern (Amendment); Behörde aktiv unterstuetzen → Untersagung droht: Abhilfemassnahmen (Remedies/Divestitures) verhandeln → Dritte Consent nicht eingeholt? → Wesentlich für Business: nachverhandeln; ggf. Kaufpreisabschlag → Unwesentlich: Waiver durch Kaeufer einholen → Bring-Down nicht clean (Rep-Verletzung)? → MAC-Schwelle erreicht: Ruecktrittsrecht pruefen (§ 162 BGB) → Nicht wesentlich: Waiver oder Abschlag → Long Stop Date erreicht? → Automatischer Ruecktritt per SPA-Klausel; Schadensersatz pruefen ``` ## Output-Template CP-Tracker **Adressat:** Deal-Team / PMO — Tonfall priorisiert, statusorientiert ``` CLOSING CONDITIONS TRACKER Transaktion: [DEAL-NAME] Stand: [DATUM] Long Stop Date: [DATUM] | Nr. | CP-Beschreibung | Owner | Status | Frist | Naechste Aktion | Eskalation | |-----|----------------|-------|--------|-------|----------------|------------| | 1 | Kartellfreigabe GWB | Kaeufer | In Pruefung | [Datum] | Follow-up Bundeskartellamt | Partner | | 2 | FDI-Nichtuntersagung BMWK | Kaeufer | Angemeldet | [Datum] | Antwort abwarten | Partner | | 3 | CoC-Consent Kunden-A | Verkaefer | Offen | [Datum] | Gespraeche laufend | Managing Partner | | 4 | Bring-Down Certificate | Verkaefer | Vorbereitet | Closing Day | Am Closing-Tag ausstellen | — | | 5 | Kaufpreiszahlung | Kaeufer | Bereit | Closing Day | SWIFT-Bestaetigung vorbereiten | — | AMPELSTATUS: [GRUEN / GELB / ROT] VORAUSSICHTLICHES CLOSING: [DATUM] ``` ## Rote Schwellen - Vollzugsverbot missachtet (Gun Jumping) — Bussgeld bis 10 % Weltumsatz; § 41 GWB - Long Stop Date verstrichen ohne Verlaengerungsvereinbarung → automatischer Ruecktritt - Bring-Down-Verletzung ignoriert → Closing ohne valide Grundlage; Ruecktrittsanspruch Kaeufer - Dritte Consent vergessen → CoC-Kuendigung wesentlicher Vertraege post-Closing - Interim Covenants verletzt (z.B. Verkaefer verkauft Schluesselasset vor Closing) → Schadensersatz; ggf. Ruecktritt ## Quellen - § 158, 160, 162 BGB; § 41 GWB; § 56 AWV - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. - Holzapfel/Poellath, Unternehmenskauf (16. Aufl. 2022) Kap. 9 - Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.