--- name: simulation-bidder-steps-plan description: "Auktionsprozess und Bieter-Perspektive in M&A-Transaktionen simulieren: Verkaeufer-Kanzlei plant Bieter-Prozess oder Kaeufer bereitet NBO/BO vor. Normen: SPA, WpueG (Public M&A), Marktstandard M&A-Auktion. Prüfraster: Process Letter, Bieteranforderungen, NBO-Vergleich, Final Bid Instructions, Exk..." --- # Simulation Bieter-Prozess ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: BRAO, BORA, FAO, BNotO, StBerG, WPO, PAO; AO §§ 38, 42, 90, 93, 153, 162, 164, 169-171, 173, 233a, 370-378, UStG, EStG, KStG, GewStG, GrEStG, ErbStG, FGO; StaRUG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Fachlicher Kern — Gesellschaftsrecht und Corporate Law - **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Simulation Bieter-Prozess` und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind. - **Normenradar:** GmbHG §§ 3, 5, 13, 15, 16, 30, 34, 35, 40, 43, 46, 47, 49 ff.; AktG §§ 76, 93, 111, 119, 130, 243 ff.; HGB §§ 105 ff., 161 ff.; MoPeG/GesRÄndG-Folgen; UmwG; FamFG/Registerrecht; GWB/Fusionskontrolle bei Transaktionen. - **Verifizierte Anker:** BGH, Urteil vom 08.11.2022 - II ZR 91/21 (zutreffende Gesellschafterliste/Listenstreit); BGH, Beschluss vom 18.03.2025 - II ZB 11/24 (Registerordner/Gesellschafterliste, Prüfungsumfang); BGH, Urteil vom 11.12.2006 - II ZR 166/05 und Urteil vom 12.04.2016 - II ZR 275/14 (Treuepflicht, Zustimmungspflichten); BGH, Urteil vom 30.09.2025 - II ZR 154/23 (Drittvergleich/verdeckte Vermögenszuwendung, Organ-/Beschlusskontrolle). - **Arbeitsmodus:** Erst Gesellschaftsform, Organ, Beschlussweg, Vertretung, Registerlage, wirtschaftliches Ziel und Minderheitenposition sortieren; dann Treuepflicht, Kapitalerhaltung, Haftung, Transaktions-Closing und Beweis-/Vollzugsrisiko prüfen. - **Outputpflicht:** Beschluss-/Listenmatrix, Register-To-do, Board-/Beiratsvorlage, Closing-CP-Liste, Treuepflicht-Red-Team, Geschäftsführerhaftungsmemo oder Mandanten-Decision-Paper. - **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen. ## Fachkern: Simulation Bieter-Prozess - **Corporate-Aufgabe (Simulation Bieter-Prozess):** Verkaeufer-Kanzlei plant Bieter-Prozess oder Kaeufer bereitet NBO/BO vor. - **Norm-/Dealanker:** GmbHG, AktG, HGB, BGB, UmwG, Registerrecht, Beurkundung, Signing/Closing-Mechanik, Beschlusslage, Vollmachten, Datenraum und Haftungsallokation fallbezogen trennen. - **Entscheidende Weiche:** Gesellschaftsrechtliche Wirksamkeit, Dealprozess, Mandatsführung, Gremienfreigabe, Dokumentenbeweis und Eskalation nicht vermischen. - **Arbeitsprodukt:** Partnerfähiges Memo, Closing-/Action-Liste, Redline-Hinweis oder PMO-Board mit Verantwortlichen und Blockern. ## Wann wird dieser Skill aufgerufen Typische Auslöser: - "Ich habe hier Simulation Bieter-Prozess und brauche einen belastbaren nächsten Schritt." - "Bitte prüfe das aus Sicht der Gesellschaft, Geschäftsführung, Gesellschafter oder Inhouse-Rechtsabteilung." - "Mach daraus eine Beschlussvorlage, Partnernotiz, Mandantenmail oder Organunterlage." - "Welche Register-, Beschluss-, Compliance- oder Fristpunkte fehlen noch?" Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst die Gesellschaftsakte selbst angelegt, die Mandatsrolle bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-kommandocenter` oder `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-matter-file`. Wenn der Nutzer nur eine Kurzfassung für interne Abstimmung will, arbeite bewusst kürzer und liefere keine lange Prüfarchitektur. ## Voraussetzungen und Kontext laden Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter `~/.config/claude-fuer-deutsches-recht/corporate-kanzlei/mandate//`: `mandat.md`, `history.md`, `chronologie.md`, `fristen.yaml` und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Gesellschaft, Rechtsform, Rolle, Organstatus, Beschluss-/Registerlage, Frist, gewünschter Output und ob börsen-, konzern- oder regulierungsrelevante Bezüge bestehen. Benötigte Unterlagen: - aktueller Vertragsentwurf, Markup, Term Sheet und Annex-/Schedule-Struktur. - CP-Tracker, Closing Deliverables, Gesellschafter-/Organfreigaben. - Disclosure Letter, Knowledge-Definition, W&I- oder Garantie-Struktur. Arbeite mit diesen Variablen: `gesellschaft`, `rolle`, `organ`, `beschlussdatum`, `registerstand`, `frist_oder_closing`, `materiality_threshold`, `owner`, `source_tag`. ## Workflow 1. **Corporate-Kontext fixieren.** Bestimme Gesellschaft, Rechtsform, Organrolle, Anlass, Beschluss-/Registerstand und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Rechtsform fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit `[Annahme - prüfen]` weiter. 2. **Quellen inventarisieren.** Liste Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Register-/Urkunden-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als `[Mandant]`, Register als `[Register]`, Gerichts-/Behördenquellen als `[Primärquelle]` und Modellwissen als `[Modellwissen - prüfen]`. 3. **Organ- und Kompetenzebene trennen.** Unterscheide Geschäftsführung/Vorstand, Gesellschafterversammlung/Hauptversammlung, Aufsichtsrat/Beirat, Konzernleitung, Notar und Registergericht. 4. **Materiality-Schwelle setzen.** Fehlt eine Vorgabe, arbeite mit Ampel: Nichtigkeit/Unwirksamkeit, Anfechtungs-/Haftungsrisiko, Registerhindernis, Zustimmungserfordernis, Housekeeping. 5. **Normenprüfung durchführen.** Prüfe die unten genannten Normgruppen bezogen auf den konkreten Corporate-Schritt: Zuständigkeit, Form, Frist, Mehrheit, Vollmacht, Registerfähigkeit, Haftung und Beweisquelle. 6. **Belegkette bauen.** Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn Registerauszug, BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht `[zu verifizieren]`. 7. **Risikomatrix erstellen.** Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, Rechtsfolge, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill. 8. **Draft oder Review-Gate wählen.** Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder eine Partner-/Organvorlage mit genau den offenen Entscheidungen. 9. **Hand-off vorbereiten.** Überführe Findings in Beschlussentwurf, Board Paper, Registeranmeldung, SPA-Markup, CP-Tracker, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten. 10. **Abschlusskontrolle.** Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises. ## Pruefraster im Gutachtenstil **Obersatz:** Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Corporate-Schritt gesellschaftsrechtlich wirksam, registerfähig, organschaftlich vertretbar und für die Mandatsseite praktisch umsetzbar ist. **1. Mandats- und Rollenrahmen.** Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird: Gesellschaft, Organmitglied, Gesellschafter, Investor, Käufer, Verkäufer oder Konzernmutter. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Beschluss-, Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste. **2. Zuständigkeit, Form und Corporate Authority.** Bei Anteils-, Beschluss- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Mehrheit, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern: - BGB §§ 133, 157, 241 Abs. 2, 280, 311 Abs. 2, 433 und 453 für Kaufvertrag und Auslegung. - GmbHG §§ 15 und 16 für Anteilsübertragung und Gesellschafterliste. - AktG §§ 76, 93, 111 und 179a für Leitungs-/Kontrollpflichten und Strukturmaßnahmen. - BGB § 158 für Closing Conditions und Bedingungseintritt. **3. Organpflichten und Business Judgment.** Bei Geschäftsleitungs-, Aufsichtsrats- oder Beiratsentscheidungen ist zu fragen, ob die Entscheidung auf angemessener Informationsgrundlage, ohne sachfremde Interessen und zum Wohl der Gesellschaft vorbereitet ist. Für Organverantwortung: BGH, 21.04.1997 - II ZR 175/95, ARAG/Garmenbeck, https://dejure.org/1997,161 `[dejure.org]`. **4. Register- und Gesellschafterlistenlogik.** Bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder Beschlussfähigkeit ist § 16 GmbHG gesondert zu prüfen. Zur Legitimationswirkung der Gesellschafterliste: BGH, 20.11.2018 - II ZR 12/17, https://dejure.org/2018,47817 `[BGH-Datenbank/dejure.org]`. **5. Vollzugshindernisse.** Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen, Bankzustimmung, Satzungszustimmung oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, muss das Ergebnis lauten: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Registerhindernis? Beschlussmangel? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld-, Nichtigkeits- oder Haftungsfolge? **6. Subsumtion.** Subsumtion erfolgt dokumentennah. Beispiel: `§ 15 GmbHG notarielle Form erfüllt?` nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. `§ 46 GmbHG Zustimmung erforderlich?` nur bejahen, wenn Satzung, Geschäftsordnung und Maßnahme geprüft sind. **Zwischenergebnis:** Formuliere als Ampel: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet im Corporate-Kontext: nicht beschließen, nicht anmelden, nicht signieren, nicht closen oder nicht extern versenden, bevor Partner, Organ oder Spezialist freigegeben hat. ## Output-Module - **Corporate-Vermerk:** Kurzbild, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung. - **Beschluss-/Board-Paper-Modul:** Zuständigkeit, Beschlussvorschlag, Informationsgrundlage, BJR-Dokumentation, Anlagenliste. - **Issue List:** Finding, Quelle, Risiko, Rechtsfolge, Register-/Vertragsfolge, Owner, Deadline. - **Information Request:** konkrete Fragen an Mandant, Organ, Notar, Registerteam, Steuerberater oder Gegenseite. - **Matter-Update:** kurzer Eintrag für `history.md` und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für `fristen.yaml`. ## Quellen und Zitierregel Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf `dejure.org`, `openjur.de`, `bundesgerichtshof.de`, `bundesverfassungsgericht.de`, `curia.europa.eu` oder `eur-lex.europa.eu`. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: `[Mandant]`, `[Register]`, `[BGH-Datenbank]`, `[dejure.org]`, `[EUR-Lex]`, `[Web-Recherche - prüfen]`, `[Modellwissen - prüfen]`. ## Hand-Off zu anderen Skills Nach diesem Skill weiter mit: - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-spa-apa-entwurf` - wenn der Befund in SPA/APA-Entwurf oder Klausellogik einfließen soll. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-vertragsmarkup-key-issues` - wenn Markup-Abweichungen in Key Issues und Verhandlungslinien übersetzt werden müssen. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-disclosure-schedules` - wenn Garantien, Knowledge und Disclosure Letter abgeglichen werden. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-signing-closing-conditions` - wenn CPs, Closing Deliverables oder Signing Pack koordiniert werden. - `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-closing-bible-archiv` - wenn executed documents, Registerbelege und Closing Bible gesichert werden müssen. ## Was dieser Arbeitsgang nicht macht - Er ersetzt keine Partner-, Organ- oder Mandantenentscheidung über Beschluss, Signing, Registeranmeldung oder Closing. - Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Registergericht, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus. - Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle. - Er vermischt nicht Corporate-Befund, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt. - Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review. - Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten. ## Berufsrechtliche Hinweise Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden. ## Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden ### Simulation Bieter-Prozess ## Triage — klaere vor Simulation 1. Buy-Side (Kaeufer) oder Sell-Side (Verkaefer/Investmentbank)? 2. Auktionsprozess: breiter Prozess (5+ Bieter) oder bilateraler Deal? 3. Phase: Process Letter, Indicative Offer, Final Bid, Exklusivitaet? 4. Asset-Klasse: Unternehmensverkauf, Immobilien-Portfolio, Distressed-Sale? 5. Zeitplan: Wie viele Wochen bis Final Bid? 6. Stimmrecht-/Kontrollanalyse: Gibt es Vorabstimmungserfordernisse bei Gesellschaftern? ## Zentrale Normen - **§§ 154, 155 BGB** — Einigung ueber alle wesentlichen Punkte; Letter of Intent als Vorvertrag-Pruefung - **§ 311 II BGB** — vorvertragliche Schutzpflichten; Exklusivitaet; culpa in contrahendo - **§ 241 II BGB** — Rücksichtnahmepflicht; bei laufenden Verhandlungen schuetzwuerdiges Vertrauen - **§§ 307, 305 BGB** — AGB-Kontrolle; Process-Dokumente koennen AGB-Charakter haben - **Art. 18 MAR** — bei borsennotierten Zielgesellschaften: Insider-Log für alle Bieter ## Aktuelle Rechtsprechung - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ## Auktionsprozess: Phasen und Zeitplan | Phase | Typische Dauer | Inhalt | Ergebnis | |---|---|---|---| | 1. Vorbereitung | 4-8 Wochen | Teaser, IM, NDA-Entwurf, Datenraum aufbauen | Prozessbereit | | 2. Erster Kontakt | 2-4 Wochen | Teaser an selektierte Bieter; NDA unterzeichnen | Qualifizierte Interessenten | | 3. Phase-I-DD | 4-6 Wochen | IM, begrenzter Datenraum, Management Presentation | Non-Binding Offers (NBO) | | 4. Shortlist / Selection | 1-2 Wochen | NBO-Vergleich; Auswahl 2-4 Finalbieter | Shortlist-Brief | | 5. Phase-II-DD | 4-8 Wochen | Vollstaendiger Datenraum, Expert Sessions, Q&A, Management Access | Binding Offers (BO) | | 6. Final Bids | 1-2 Wochen | Binding Offer inkl. marktfaehigem SPA-Entwurf | Preferred Bidder | | 7. Exklusivitaet | 2-6 Wochen | Finale SPA-Verhandlung; Signing | Signing | ## Process Letter: Typische Pflichtinhalte ``` INFORMATION MEMORANDUM / PROCESS LETTER — [DEAL-NAME] STRENG VERTRAULICH 1. UEBERSICHT TRANSAKTION Zielgesellschaft: [NAME, Sitz, Beschreibung] Transaktionsgegenstand: [100 % / X % Anteile / Assets] Angestrebtes Closing: [QUARTAL / DATUM] 2. PROZESS-KALENDER NDA-Unterzeichnung bis: [DATUM] Non-Binding Offer bis: [DATUM] Management-Presentation: [KW] Binding Offer bis: [DATUM] Exklusivitaet: ab [DATUM], Dauer [X Wochen] 3. ANGEBOTSANFORDERUNGEN Das Angebot muss enthalten: a) Indikativen oder bindenden Kaufpreis (Enterprise Value und Equity Value) b) Transaktionsstruktur (Share Deal / Asset Deal) c) Wesentliche Vollzugsbedingungen (Kartellrecht, FDI, sonstige) d) Finanzierungsnachweis / Funding Commitment e) Geplantes Management-Konzept / Integrationsplan f) Markierter SPA-Entwurf (Phase II) 4. KONTAKTINFORMATION Prozessbevollmaechtigter: [INVESTMENTBANK / KANZLEI] Kontakt: [E-Mail] 5. HINWEISE - Alle Anfragen nur ueber die Prozessbeauftragten - Kein direkter Kontakt zum Management ohne Erlaubnis - Vertraulichkeit gemaess NDA; keine Weitergabe von Prozessinformationen ``` ## Bieter-Bewertungsmatrix | Kriterium | Gewichtung | Bieter A | Bieter B | Bieter C | |---|---|---|---|---| | Kaufpreis (EV) | 40 % | [EUR] | [EUR] | [EUR] | | Vollzugssicherheit (Funding, Regulatorik) | 25 % | [Hoch/Mittel] | [Hoch] | [Mittel] | | Closing-Timeline | 10 % | [Wochen] | [Wochen] | [Wochen] | | SPA-Qualitaet / Markup | 15 % | [Wenig Markup] | [Kaeufer-freundlich] | [Neutral] | | Management-Konzept / Synergien | 10 % | [Intern] | [Extern] | [Eigenst.] | | Gesamtbewertung | 100 % | [Punkte] | [Punkte] | [Punkte] | ## NBO-Vergleich: Vorlage ``` NON-BINDING OFFER SUMMARY Transaktion: [DEAL-NAME] Stand: [DATUM] | Punkt | Bieter A | Bieter B | Bieter C | Benchmark | |-------|----------|----------|----------|-----------| | Enterprise Value | EUR [X] | EUR [X] | EUR [X] | EUR [Zielwert] | | Equity Value (adj.) | EUR [X] | EUR [X] | EUR [X] | | | Kaufpreismechanik | Locked Box | Closing Acc. | Locked Box | | | Kartellrecht | Bundeskartellamt | EU-Komm. | — | | | Vollzugsrisiko | Niedrig | Mittel | Niedrig | | | Binding Offer: SPA | Ja | Nein | Ja | Ja erforderlich | | Management-Fortf. | Ja | Nein | Offen | | EMPFEHLUNG: [Bieter X auf die Shortlist; Begruendung] ``` ## Schritt-für-Schritt-Workflow 1. **Prozess-Design** — Breite oder schmale Auktion; Zeitplan; Datenraum-Readiness 2. **Bieter-Qualifikation** — strategische vs. Finanzinvestoren; regulatorische Risiken vorab pruefen 3. **Process Letter versenden** — an qualifizierte Interessenten nach NDA-Unterzeichnung 4. **Phase-I-DD organisieren** — IM; erste Datenraum-Zugaenge; Management Presentation 5. **NBO einsammeln und vergleichen** — Bewertungsmatrix; Shortlist-Entscheidung 6. **Phase-II-DD** — vollstaendiger Datenraum; Q&A; Expert Sessions; SPA-Entwurf verteilen 7. **Final Bids auswerten** — Preis, Struktur, Vollzugssicherheit, SPA-Markup 8. **Preferred Bidder auswaehlen** — Exklusivitaetsvereinbarung; Signing-Verhandlungen 9. **Signing** — SPA final; CPs identifiziert; Closing-Timeline ## Rote Schwellen - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. - MAR-Insider-Vorschriften bei borsennotierten Zielgesellschaften nicht eingehalten → Art. 14 MAR - Bieter direkt kontaktiert Management ohne Prozessbevollmaechtigten → Informationsungleichgewicht; Diskriminierungsrisiko - SPA-Entwurf nicht standardisiert → Bieter-Markups schwer vergleichbar; Zeitverlust ## Quellen - §§ 154, 311 II, 241 II BGB; Art. 18 MAR - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. - Holzapfel/Poellath, Unternehmenskauf (16. Aufl. 2022) Kap. 2