--- name: frauenrechte-und-rechtsgleichheit description: "Deutsche Rechtsgeschichte: Frauenrechte und Rechtsgleichheit. Rechtlose Frau im BGB 1900, Frauenbewegung, WRV Art. 119, GG Art. 3 Abs. 2 und Gleichberechtigungsgesetz 1957 als wichtigste Stationen im Deutsche Rechtsgeschichte." --- # Frauenrechte und Rechtsgleichheit ## Arbeitsbereich Deutsche Rechtsgeschichte: Frauenrechte und Rechtsgleichheit. Rechtlose Frau im BGB 1900, Frauenbewegung, WRV Art. 119, GG Art. 3 Abs. 2 und Gleichberechtigungsgesetz 1957 als wichtigste Stationen. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output. ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — Verjährung nach jeweiliger Quelle; heutige Relevanz über Art. 184 ff. EGBGB und Auslegungshilfe für Grundrechtsverständnis. - Tragende Normen verifizieren: Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, Carolina (CCC 1532), Preußisches ALR 1794, Code civil (1804), Sächsisches BGB 1865, BGB 1900, WRV 1919, GG 1949; rechtshistorische Quellen MGH, Constitutiones — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Rechtshistoriker, Quelleneditionen, Lehrstühle für deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsrechtler (Auslegungshintergrund), Restitutionsverfahren mit historischem Anker. - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Quellenedition, rechtshistorisches Gutachten, Vorlesungsskript, dogmenhistorischer Aufsatz, Verfassungsentstehungsgeschichte — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Worum es geht Das BGB 1900 sicherte Frauen keine Gleichberechtigung: Maennliches Entscheidungsrecht in der Ehe (§ 1354 BGB a.F.), eingeschraenkte Geschaeftsfaehigkeit verheirateter Frauen, keine eigene Berufswahl (§ 1356 BGB a.F. erlaubte dem Mann, Arbeitsverhaeltnis der Frau zu kuendigen). Die WRV 1919 Art. 109 Abs. 2 postulierte formale Gleichheit. Das GG 1949 Art. 3 Abs. 2 verbot Geschlechterdiskriminierung. BVerfGE 3, 225 (1953) zwang den Gesetzgeber zur Reform. Das Gleichberechtigungsgesetz 1957 schaffte die aeltesten Diskriminierungen ab. Das EheRG 1976 brachte das Zerruttungsprinzip. Das Gleichstellungsrecht entwickelte sich weiter bis zum AGG 2006. ## Kernnormen / Kernquellen - **BGB § 1354 a.F.** (1900): Maennliches Entscheidungsrecht in Eheangelegenheiten - **WRV Art. 109 Abs. 2** (1919): Gleiche Rechte von Maennern und Frauen - **GG Art. 3 Abs. 2** (1949): Verbot der Benachteiligung wegen Geschlechts - **Gleichberechtigungsgesetz 1957 (BGBl. I 1957, 609)**: Aufhebung maennlicher Vorrechte - **AGG 2006 (BGBl. I 2006, 1897)**: Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz ## Akteure und Institutionen - **Elisabeth Selbert** (1896-1986): Durchsetzte Art. 3 Abs. 2 GG im Parlamentarischen Rat - **Helene Weber** (1881-1962): CDU-Politikerin, Parlamentarischer Rat - **BVerfG**: BVerfGE 3, 225 als Reformkatalysator - **Frauenbewegung 1970er**: Treiber EheRG 1976 und AGG 2006 ## Typische Streitfragen / Forschungsfragen 1. BGB 1900 und Frauenrechte: War das ein bewusstes Programm oder Zeitgeist? 2. GG Art. 3 Abs. 2 und § 1354 BGB: Warum dauerte die Aufhebung bis 1957? 3. AGG 2006: Geht es weit genug oder ist es zu schwach? 4. Equality vs. Equity: Formale Gleichheit oder Gleichstellung durch Förderung? 5. Quote und GG Art. 3: Ist positive Diskriminierung verfassungskonform? ## Methodik - BGB Familienrecht historisch: Mugdan Bd. IV; aktuell gesetze-im-internet.de - GG Art. 3 Abs. 2: gesetze-im-internet.de; BVerfGE 3, 225: bverfg.de - Gleichberechtigungsgesetz 1957: BGBl. I 1957, 609 - AGG 2006: gesetze-im-internet.de ## Output - Zeitleiste Frauenrechte: BGB 1900 bis AGG 2006 - BVerfGE 3, 225 und Gleichberechtigungsgesetz 1957: Zusammenhang - GG Art. 3 Abs. 2: Inhalt, Grenzen, BVerfGE-Linie