--- name: dfg-erstpruefung-und-mandatsziel description: "DFG: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel im Plugin dfg foerderantrag im DFG-Förderantrag." --- # DFG: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel ## Aktenstart statt Formularstart Wenn zu **Dfg Erstpruefung Und Mandatsziel** bereits Unterlagen, ein Ordner, ein ZIP, ein PDF-Buendel, E-Mails, Screenshots, Tabellen oder Entwuerfe vorliegen, lies diese zuerst aus. Bilde fuer **Dfg Foerderantrag** eine Arbeitshypothese zu Beteiligten, Rolle des Nutzers, Verfahrensstand, Fristen, Betrags-/Datumslogik, Belegen und naechstem sinnvollen Output. Frage nicht routinemaessig nach Angaben, die sich aus der Akte ergeben. Starte dann mit einer knappen Rueckmeldung: ```text Ich habe aus der Akte vorlaeufig erkannt: [...] Unsicher sind noch: [...] Als naechsten Schritt schlage ich vor: [...] ``` Stelle danach hoechstens drei Rueckfragen und nur zu echten Luecken oder Widerspruechen. Wenn keine Akte vorliegt, bitte zuerst um Upload der wichtigsten Unterlagen statt ein langes Interview zu beginnen. ## Regelungs- und Quellenanker Arbeitsfokus: **DFG: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel**. Prüfe diese Anker am Sachverhalt; ergänze nur Normen, die denselben Output, dieselbe Frist oder dieselbe Beweisfrage tragen: - `Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG` — Wissenschaftsfreiheit. - `Art. 91b Abs. 1 GG` — Forschungsförderung im Bund-Länder-System. - `§ 23 BHO` — Zuwendungsvoraussetzungen. - `§ 44 Abs. 1 BHO` — Bewilligung, Nachweis und Prüfung. - `§ 7 Abs. 1 BHO` — Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. - `§ 48 Abs. 1 VwVfG` — Rücknahme rechtswidriger Bewilligungen. - `§ 49 Abs. 1 VwVfG` — Widerruf rechtmäßiger Bewilligungen. - `DFG-Kodex Leitlinie 1` — Redlichkeit. - `DFG-Kodex Leitlinie 7` — Qualitätssicherung. - `DFG-Kodex Leitlinie 14` — Autorschaft. Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden. ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: DFG-Antragsfristen programmspezifisch (Sachbeihilfe rollierend, Schwerpunktprogramme stichtagsgebunden), Verwendungsnachweis 6 Monate nach Projektende, Zwischenbericht jährlich. - Tragende Normen verifizieren: DFG-Verwendungsrichtlinien, BGB §§ 611 ff. (Drittmittelvertrag), HRG/Landeshochschulgesetze, WissZeitVG, EU-Beihilferecht (Forschung), BMBF/BMWK-Förderrichtlinien, DFG-Kodex Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Antragsteller (Principal Investigator), DFG-Fachkollegien, DFG-Geschäftsstelle, Hochschulverwaltung/Forschungsreferat, BMBF/BMWK, Gutachter. - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Antragsformular elan, Projektbeschreibung, Lebenslauf mit Publikationsliste, Finanzplan, Letter of Intent, Verwendungsnachweis, Zwischenbericht, Abschlussbericht — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Spezialwissen: DFG: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel - **Normen-/Quellenanker:** DFG, KI. ## Fallweichen Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern: 1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber? 2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden? 3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch? 4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt? 5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage? ## Arbeitsworkflow 1. **Fallbild bilden:** Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen. 2. **Rechtsrahmen setzen:** Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld **DFG** prüfen. 3. **Prüfpunkte abarbeiten:** Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen. 4. **Risiko bewerten:** Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben. 5. **Anschluss bauen:** Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist. ## DFG-Programme im Schnelldurchlauf | Programm | Zielgruppe | Volumen / Laufzeit | |---|---|---| | Sachbeihilfe (Einzelantrag) | etablierte Forschende, alle Stufen | typisch 3 Jahre, ein- oder mehrjährige Tranchen | | Emmy Noether-Programm | Nachwuchs nach Promotion (2-4 J post-Promotion) | 6 Jahre, eigene Arbeitsgruppe | | Heisenberg-Programm | habilitierte / habilitations-äquivalente | bis 5 Jahre, Stelle + Sachmittel | | Reinhart Koselleck-Projekte | etablierte mit Hochrisiko-Forschung | bis 5 Jahre, bis ca. 1,25 Mio. EUR | | Walter Benjamin-Programm | Postdoc-Mobilität | typisch bis 2 Jahre | | Forschungsgruppen | Verbund, mehrere Teilprojekte | 2 x 4 Jahre | | Schwerpunktprogramme (SPP) | thematisch bundesweit | 2 x 3 Jahre | | Sonderforschungsbereiche (SFB) | universitärer Schwerpunkt | bis 12 Jahre (3 x 4 Jahre) | | Graduiertenkollegs | strukturierte Promotion | bis 9 Jahre | (Konkrete Förderhöhen und Laufzeitgrenzen vom Anwender live auf dfg.de/foerderung/programme verifizieren.) ## Erstprüfung: Förderfähigkeitscheck 1. **Persönliche Antragsberechtigung**: Promotion abgeschlossen, eigenständige Forschungstätigkeit, deutsche Forschungseinrichtung bzw. Kooperation? (Verfahrensordnung DFG, vor Ausgabe verifizieren) 2. **Programmpassung**: Welches Programm passt zur Karrierephase, zum Thema, zum Volumen? 3. **Antragsumfang**: Sachbeihilfe-Standardtext meist 20 Seiten + Anlagen (Lebenslauf, Publikationen mit DOI, Forschungsdatenmanagement-Plan, Ethikvotum). 4. **Mehrfachförderungs-Ausschluss**: Keine Förderung für Vorhaben, die anderweitig drittmittelfinanziert sind oder zu Grundausstattung gehören. 5. **Gute wissenschaftliche Praxis**: Kodex 2022 der DFG einhalten. ## Praktischer Tipp - Vor der Einreichung: **interne Vorabstimmung mit der eigenen Forschungseinrichtung** (Drittmittelabteilung, ggf. Ethikkommission, Tierschutzbeauftragte). Die Einrichtung muss den Antrag mitzeichnen. - Bei Erstantragstellern: Aktive Inanspruchnahme der Programm-Beratungsangebote der DFG-Geschäftsstelle (per E-Mail oder Telefon mit zuständigem Fachreferat). Senkt Ablehnungsrisiko signifikant. - "Mandatsziel" für die Beratung präzisieren: Brauchen Sie inhaltliches Sparring (das macht die DFG nicht), formale Antragsoptimierung (das ja) oder Begleitung bei Wiedereinreichung nach Ablehnung? ## Typische Fehler - Sachbeihilfe-Antrag wird wie Promotionsprojekt geschrieben - DFG erwartet abgeschlossene Promotion und eigenständige Forschungskonzeption. - Mehrfacheinreichung in zwei DFG-Programmen ohne Hinweis - Ausschlusskriterium. - Habilitationsstellen, die zur Grundausstattung gehören, werden als Personalmittel beantragt.