--- name: softwarefehler-mangelhaftung-pruefen description: "Strukturierte Prüfung bei mangelhafter Software mit Vertragstyp-Einordnung: Anwendungsfall Software versagt und Mandant braucht Einordnung ob Kauf- Werk- oder Dienstvertragsrecht gi..." --- # Strukturierte Prüfung bei mangelhafter Software mit Vertragstyp-Einordnung ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: DSGVO Art. 5, 6, 7, 9, 12-22, 25, 28, 30, 32, 33-34, 35, 51-58, 77-83, BDSG §§ 22-25, 26, 30; DSGVO; BDSG; TTDSG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. **Fokus:** Strukturierte Prüfung bei mangelhafter Software mit Vertragstyp-Einordnung. Anwendungsfall Software versagt und Mandant braucht Einordnung ob Kauf- Werk- oder Dienstvertragsrecht gilt. Normen §§ 433 ff. BGB Kauf §§ 631 ff. BGB Werkvertrag §§ 535 ff. BGB Miete SaaS §§ 611 ff. BGB Dienst § 438 BGB Verjährung zwei Jahre Kauf § 634a BGB fuenf Jahre Werk. Prüfraster Vertragstyp Mangelbegriff Pflichtenhefte Spezifikation Nachbesserung Minderung Rücktritt Open-Source-GPL-Compliance. Output Mangel-Prüfprotokoll mit Vertragstyp-Einordnung Anspruchskette und Klagestrategie. Abgrenzung zu fachanwalt-it-recht-software-mangel und fachanwalt-it-recht-saas-vertrag-verhandlung. ### Softwarefehler — Mangelhaftung prüfen ## Kaltstart-Rückfragen 1. Was ist Gegenstand des Vertrages — Standardsoftware (ERP, Office, Antivirussoftware), Individualsoftware (Eigenentwicklung, Customizing), SaaS (cloud-basiert, Abonnement) oder Beratungsleistung? Begründung: Vertragstyp bestimmt Mängelregime. 2. Wann wurde geliefert / in Betrieb genommen / abgenommen (§ 640 BGB bei Werkvertrag)? Verjährungsbeginn? 3. Was ist der konkrete Mangel — Bug (Fehlfunktion), Performance-Problem, Schnittstellen-Defekt, Sicherheitslücke, fehlende Dokumentation, Datenmigrations-Fehler? 4. Gibt es ein Pflichtenheft, eine Spezifikation oder ein SLA, das die geschuldete Funktionalität beschreibt? 5. Wurden Mangelrügen erhoben (§ 377 HGB bei beidseitig kaufmännischem Geschäft: unverzüglich nach Entdeckung)? 6. Welche Nachbesserungsversuche wurden unternommen — wie viele, in welcher Frist? 7. Handelt es sich um ein B2C-Vertragsverhältnis (§§ 327 ff. BGB Digitale-Produkte-Regime)? 8. Liegt Open-Source-Komponente vor — welche Lizenz (GPL, AGPL, MIT, Apache)? - **Was will der Mandant wirklich erreichen?** (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.) ## Rechtsgrundlagen ### Vertragstypen und anwendbare Mängelregeln | Konstellation | Vertragstyp | Mangelnorm | Verjährung | |---|---|---|---| | Standardsoftware auf Datenträger (Kauf) | Kaufrecht §§ 433 ff. BGB | § 434 BGB | 2 Jahre § 438 BGB ab Übergabe | | Rechtsprechung live prüfen | Live-Verifikation erforderlich | Live-Verifikation erforderlich | keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren | | Individualsoftware-Erstellung | Werkvertrag §§ 631 ff. BGB | § 633 BGB | 2 Jahre § 634a BGB ab Abnahme; 5 Jahre bei Bauwerk-Bezug | | Customizing / Anpassung | Werkvertrag §§ 631 ff. BGB | § 633 BGB | 2 Jahre § 634a BGB | | B2C digitale Inhalte / SaaS | §§ 327–327u BGB (seit 01.01.2022) | § 327e BGB | § 327j BGB | | Wartungsvertrag mit Erfolgspflicht | Werkvertrag § 631 BGB | § 633 BGB | 2 Jahre ab Abnahme | | Beratung / Implementierung | Dienstvertrag § 611 BGB | § 280 Abs. 1 BGB | 3 Jahre §§ 195, 199 BGB | ### Zentrale Normen - **§ 433 BGB** — Kaufvertrag; Übergabe und Verschaffung mangelfreier Sache Pflicht. - **§ 434 BGB (n. F. seit 01.01.2022)** — Sachmangel: Abs. 1 subjektive Anforderungen (vereinbarte Beschaffenheit); Abs. 2 objektive Anforderungen (übliche Beschaffenheit vergleichbarer Software). - **§ 439 BGB** — Nacherfüllung; Verkäufer Wahlrecht Neulieferung oder Nachbesserung; Ausnahme wenn beide Arten unmöglich oder nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich. - **§ 440 BGB** — Fehlschlagen der Nachbesserung nach Zweiversuchsregel (§ 440 Satz 2 BGB). - **§ 633 BGB** — Werkvertrag Mangelbegriff; Abs. 2 analog zu § 434 BGB. - **§ 635 BGB** — Werkvertrag Nacherfüllung; Unternehmer Wahlrecht. - **§ 637 BGB** — Selbstvornahme Werkvertrag; Vorschussanspruch. - **§ 536 BGB** — Mietvertrag Mangelbegriff: Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufgehoben oder erheblich gemindert. - **§§ 327–327u BGB** — Digitale-Produkte-Richtlinie B2C: Aktualisierungspflicht § 327f BGB, Sachmangel § 327e BGB, Beweislastumkehr § 327k BGB ein Jahr. - **§ 377 HGB** — Untersuchungs- und Rügeobliegenheit bei beidseitig kaufmännischem Handelsgeschäft: unverzüglich nach Lieferung bei offensichtlichem Mangel, nach Entdeckung bei verborgenem Mangel; Verlust Mängelrechte bei Versäumnis. ### BGH-Rechtsprechung - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ## Prüfschema | Nr. | Prüfschritt | Norm | Kernfrage | |---|---|---|---| | 1 | Vertragstyp bestimmen | §§ 433, 535, 631, 611, 327 BGB | Kauf, Miete, Werk, Dienst, Digitale Produkte? | | 2 | B2C-Regime Digitale Produkte | §§ 327 ff. BGB | Verbraucher? Digitaler Inhalt oder digitale Dienstleistung? | | 3 | Mangelbegriff prüfen | §§ 434, 536, 633 BGB | Vereinbarte / übliche Beschaffenheit; konkret nachweisbarer Fehler | | 4 | Pflichtenhefte und SLA auswerten | § 434 Abs. 1 BGB | Vereinbarte Beschaffenheit dokumentiert? | | 5 | Rügeobliegenheit HGB | § 377 HGB | Beidseitig kaufmännisch? Unverzüglich gerügt? | | 6 | Abnahme (bei Werkvertrag) | § 640 BGB | Abnahme ausdrücklich oder konkludent erfolgt? Vorbehalt erklärt? | | 7 | Nacherfüllung und Fehlschlagen | §§ 439, 635, 440 BGB | Wie viele Versuche? Unzumutbarkeit? | | 8 | Sekundärrechte prüfen | §§ 437, 636, 636, 638 BGB | Minderung, Rücktritt, Schadensersatz, Selbstvornahme | | 9 | Verjährung | §§ 438, 634a BGB | 2 Jahre (Kauf/Werk) ab Übergabe/Abnahme; 5 Jahre Bauwerk; 3 Jahre SaaS | | 10 | AGB-Kontrolle | §§ 305 ff., 309 BGB | Haftungsfreizeichnung, verkürzte Verjährung, Pauschalschadensersatz wirksam? | | 11 | Open-Source-Compliance | GPL, AGPL, MIT | Lizenzbedingungen eingehalten? Copyleft ausgelöst? | | 12 | DSGVO-Sicherheitsmangel | Art. 32 DSGVO | Sicherheitslücke = Mangel + DSGVO-Pflicht? | ## Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden) Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist **eine** moegliche Form — nicht die einzige. | Konstellation | Empfohlener Weg | |---|---| | Standard — Software-Mangel geltend machen | Mangelruege; Template unten | | Variante A — Mandant will weiter mit Anbieter arbeiten | Nacherfuellung § 439 BGB bevorzugen; Klage als letztes Mittel | | Variante B — SLA-Verletzung statt Mangel | Vertragsstrafe pruefen; anderes Skill | | Variante C — Open-Source-Komponenten betroffen | Lizenz-Compliance pruefen; Schadensersatz nach allg. Delikt | Wenn die Mandantenkonstellation **nicht** ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen. ## Schriftsatzbausteine ### Mangelrüge mit Fristsetzung (Käufer / Besteller) ``` An [Verkäufer / Auftragnehmer] Mangelrüge und Fristsetzung zur Nacherfüllung Wir ruegen nachfolgende Maengel an der Softwarelieferung / dem Softwarewerk vom [Datum]: 1. [Bug-Beschreibung: System stuerzt bei Ausfuehren von Funktion X ab; Fehlermeldung: [Code]; reproduzierbar bei: [Umgebung]] 2. [Performance: Antwortzeit bei 10 parallelen Nutzern > 30 Sekunden; vereinbart laut Pflichtenheft Punkt 4.2: < 3 Sekunden] 3. [Schnittstelle Y funktioniert nicht: Schnittstellendokumentation laut Spezifikation vom [Datum] nicht erfullt] Die Maengel unterschreiten die vereinbarte Beschaffenheit gemaess Pflichtenheft vom [Datum] sowie die objektive Beschaffenheit vergleichbarer Software am Markt. Wir fordern Sie auf, die vorgenannten Maengel zu beseitigen (Nacherfuellung gemaess § 635 BGB / § 439 BGB) bis spaetestens [Datum, Frist: 3–6 Wochen je nach Schwere]. Nach fruchtlosem Ablauf der Frist behalten wir uns vor: - Minderung des Werklohns / Kaufpreises - Ruecktritt vom Vertrag - Schadensersatz statt der Leistung §§ 437 Nr. 3, 281 BGB / §§ 636, 281 BGB - Selbstvornahme und Vorschussklage § 637 BGB (Werkvertrag) [Unterschrift] Anlagen: Fehlerprotokoll, Screenshots, Log-Auszuge ``` ### Klage auf Vorschuss für Selbstvornahme § 637 BGB ``` Klageschrift Klager: [Auftraggeber] Beklagter: [Auftragnehmer] I. Antrag Der Beklagte wird verurteilt, an den Klager EUR ____ nebst Zinsen in Hoehe von 5 Prozentpunkten uber dem Basiszinssatz seit Klagehangigkeit zu zahlen (Vorschuss Selbstvornahme § 637 BGB). II. Sachverhalt [Vertragsschluss, Lieferung, Maengel, Fristsetzung, Fehlschlagen] III. Rechtliche Wuerdigung Der Beklagte hat den Werkvertrag vom [Datum] erfullt; die abge- nommene Software weist nachfolgende Maengel auf: [Auflistung]. Nach zweimaliger erfolgsloser Nachbesserung [Datum 1, Datum 2] ist die Nacherfuellung gemaess § 637 BGB i.V.m. § 440 Satz 2 BGB als endgueltig fehlgeschlagen anzusehen. Die Kosten der Fremdfirma [X] zur Mängelbehebung betragen gemaess Kostenvoranschlag (Anlage K4) EUR ____. [Unterschrift] ``` --- vor Versand klaeren --- 1. Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung] 2. Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung] 3. Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung] ## Beweislast und Darlegungslast | Frage | Beweislast | Hinweis | |---|---|---| | Vorliegen des Mangels | Käufer / Besteller | Pflichtenheft; Sachverständiger; Fehlerprotokoll | | Mangel bei Übergabe vorhanden | Käufer; Ausnahme § 477 BGB (B2C: Beweislastumkehr 1 Jahr); § 327k BGB (Digitale Produkte: 1 Jahr) | Zeitnähe zur Übergabe wichtig | | Fristsetzung + Fehlschlagen | Käufer / Besteller | Schriftnachweis Rüge + Nachbesserungsversuche | | Unzumutbarkeit Fristsetzung | Käufer | Gravierende Mängel, Unzuverlässigkeit | | AGB-Inhaltskontrolle | Gericht von Amts wegen | § 306 BGB | | Open-Source-Lizenzverletzung | Kläger (Lizenzgeber) | Auskunftsanspruch § 242 BGB vorgelagert | ## Fristen und Verjährung | Frist | Dauer | Anker | |---|---|---| | Mangelrüge HGB (kaufmänn.) | Unverzüglich nach Entdeckung | § 377 HGB | | Verjährung Kaufrecht | 2 Jahre ab Übergabe | § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB | | Verjährung Werkvertrag | 2 Jahre ab Abnahme | § 634a Abs. 1 Nr. 1 BGB | | Verjährung Werk-Bauwerk | 5 Jahre ab Abnahme | § 634a Abs. 1 Nr. 2 BGB | | Verjährung SaaS Miete | 3 Jahre § 195 BGB (Regelverjährung) | §§ 195, 199 BGB | | Verjährung Digitale Produkte | 2 Jahre (Kauf-analog) | § 327j BGB | | Beweislastumkehr § 477 BGB B2C | 1 Jahr ab Übergabe | § 477 Abs. 1 BGB | | Fristsetzung Nacherfüllung | Angemessen: typisch 3–8 Wochen | § 323 Abs. 1 BGB | ## Typische Gegenargumente und Reaktion | Einwand | Reaktion | |---|---| | Rüge zu spät § 377 HGB | Prüfen ob Mangel erst nach Produktivbetrieb erkennbar (verborgener Mangel); dann Rügefrist nach Entdeckung | | Keine Abnahme erklärt — Verjährung noch nicht begonnen | Konkludente Abnahme bei Ingebrauchnahme ohne wesentliche Rüge (§ 640 Abs. 1 S. 3 BGB) kann Verjährung starten | | Pflichtenheft deckt Mangel nicht | Objektive Beschaffenheit § 434 Abs. 2 BGB: übliche Beschaffenheit vergleichbarer Software als Auffangtatbestand | | Zweiversuchsregel nicht erfüllt | § 440 Satz 2 BGB — zwei Nachbesserungsversuche grundsätzlich ausreichend; auch einseitiger Wechsel auf Lieferung möglich § 439 Abs. 1 BGB | | Pauschalschadensersatz im Vertrag | § 309 Nr. 5 BGB — unwirksam wenn überhöht; Angemessenheit durch Interessenabwägung | ## Streitwert und Kosten - Streitwert: Kaufpreis / Werklohn (Rücktritt oder Schadensersatz statt der Leistung); bei Minderung Differenz. - Vorschuss Selbstvornahme § 637 BGB: Höhe des Kostenvoranschlags. - Gerichtskosten: GKG-Anlage 1 Tabelle 1200 (Zivilsache erste Instanz); bei 50.000 EUR = ca. 1.638 EUR. - RVG Anwalt: 1,3-fache Verfahrensgebühr + 1,2-fache Terminsgebühr; bei 50.000 EUR ca. 3.500 EUR netto. - Sachverständigenkosten IT: 150–350 EUR/h; Gesamtgutachten 5.000–30.000 EUR. - Prozesskostenhilfe: für natürliche Personen ohne Vermögen §§ 114 ff. ZPO; Streitwertklausel prüfen. ## Strategische Empfehlung | Situation | Empfehlung | |---|---| | Frischer Mangel — Nachbesserung offen | Schriftliche Mangelrüge + angemessene Frist; Frist im Kalender | | Verjährung droht in 3 Monaten | Sofort Klage oder Güteantrag § 204 BGB zur Hemmung | | Sicherheitslücke | Parallel DSGVO-Pflichten prüfen; Mangelrüge + sofortige Gefahrenabwehr | | Open-Source-Lizenzverletzung | Abmahnverfahren (GPL = GNU GPL Enforcement Coalition); Auskunft vor Schadensersatz | | SaaS-Ausfall | Minderung Miete § 536 BGB; bei dauerhafter Unterschreitung SLA Sonderkündigungsrecht | ## Anschluss-Skills - `fachanwalt-it-recht-saas-vertrag-verhandlung` — SLA und AVV-Prüfung - `cyber-incident-response-72h` — bei Sicherheitslücke und Datenpanne - `fachanwalt-it-recht-ki-vo-hochrisiko-konformitaetsbewertung` — bei KI-Software ## Quellen - BGB §§ 280, 327–327u, 433–453, 535–548, 631–650 - HGB § 377 - DSGVO Art. 32 - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. - Marly Praxishandbuch Softwarerecht, 8. Aufl. - Schneider IT-Recht, 5. Aufl. ## Triage zu Beginn 1. Welcher Vertragstyp liegt vor — Kauf, Werkvertrag, SaaS-Miete, Digitale Produkte B2C (§§ 327 ff. BGB)? 2. Wann war Lieferung / Abnahme — laeuft Verjährungsfrist (2 Jahre Kauf/Werk, 3 Jahre SaaS)? 3. Wurde eine Mangelruege erhoben — bei kaufmaennischem Geschaeft § 377 HGB unverzueglich? 4. Wie viele Nachbesserungsversuche gab es — Zweiversuchsregel § 440 Satz 2 BGB erfuellt? 5. Liegt eine Open-Source-Komponente vor — welche Lizenz (GPL, AGPL, MIT, Apache)? 6. Ist die Sicherheitsluecke datenschutzrelevant — parallel DSGVO-Meldepflicht Art. 33 pruefen? ## Output-Template — Mangelruege mit Fristsetzung **Adressat:** Verkaeuer / Auftragnehmer — Tonfall: sachlich-juristisch ``` [KANZLEI] [ADRESSE] [DATUM] [NAME MANDANT] ./. [GEGNER] [AKTENZEICHEN] Betreff: Mangelruege und Fristsetzung zur Nacherfuellung Sehr geehrte Damen und Herren, wir vertreten [NAME MANDANT]. Die am [DATUM LIEFERUNG] geleistete Software / das am [DATUM ABNAHME] abgenommene Softwarewerk weist nachfolgende Maengel auf: 1. [MANGELBESCHREIBUNG 1: Funktion, Fehlermeldung, Reproduzierbarkeit] 2. [MANGELBESCHREIBUNG 2: Performance-Wert IST vs. SOLL laut Pflichtenheft Pkt. X] 3. [MANGELBESCHREIBUNG 3: Sicherheitsluecke — CVE-Nummer falls bekannt] Die Maengel unterschreiten die vereinbarte Beschaffenheit gemaess Pflichtenheft / Spezifikation vom [DATUM] sowie die objektive Beschaffenheit vergleichbarer Software (§ 434 Abs. 2 BGB / § 633 Abs. 2 BGB). Wir setzen Frist zur Nacherfuellung bis [DATUM] (Frist: [ZEITRAUM]). Nach Fristablauf behalten wir vor: Minderung, Ruecktritt, Schadensersatz (§§ 437, 636 BGB) sowie Selbstvornahme mit Vorschussklage (§ 637 BGB). [KANZLEI], [DATUM] Anlagen: Fehlerprotokoll, Screenshots, Log-Auszuege (Anlage K1–K3) ```