--- name: dual-sourcing-und-china-plus-one description: "Planung und Umsetzung von Dual-Sourcing-Strategien und China-Plus-One-Modellen: Alternativstandorte (Vietnam/Indien/Mexiko), Make-or-Buy-Analyse, LkSG-Konformität neuer Lieferanten, Kostenmodell, Vertragsstruktur Parallellieferanten, BAFA-Freigabe für Technologietransfer. Output: Dual-Sourcing-Bu..." --- # Dual-Sourcing und China-Plus-One: Planung und Umsetzung ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Fachkern: Dual-Sourcing und China-Plus-One: Planung und Umsetzung - **Normen-/Quellenanker:** AWG/AWV, EU-Dual-Use, Sanktionen, Zoll/USt, Incoterms, Lieferkette/LkSG/CSDDD, IP-/Know-how-Schutz, Datenschutz/Cybersecurity und lokale China-Compliance live prüfen. - **Entscheidende Weiche:** Ordne Lieferant, Werk, Datenfluss, Zahlungsweg, Exportgut, politisches Risiko, IP-Leck und Exit-Szenario getrennt. Dieser Skill begleitet Mandanten und Berater im Wirtschaftsverkehr mit der Volksrepublik China. Ausgangspunkt ist der konkrete Mandantenfall; Ergebnis ist stets ein verwertbares Arbeitsprodukt. ## Mandantenfall **Fall 1:** Ein Elektronikhersteller will Vietnam als Alternativstandort zu Shenzhen aufbauen und benötigt rechtliche Strukturierung. **Fall 2:** Ein Automobilzulieferer prüft, ob er seine China-Produktion zu 30 Prozent nach Indien verlagern kann. **Fall 3:** Eine Beschaffungsabteilung sucht einen Mustervertrag für Parallellieferanten mit technischen Spezifikationen. ## Erste Schritte 1. Alternativstandorte evaluieren: Vietnam, Indien, Mexiko, Thailand, Malaysia nach Kosten/Qualität/Risiko. 2. Make-or-Buy-Analyse: Eigenfertigung vs. neuer Lieferant im Zielland. 3. LkSG-Due-Diligence für neue Lieferanten im Alternativland. 4. BAFA prüfen: Erfordert Technologietransfer an Alternativlieferant eine Exportgenehmigung? 5. Vertragsstruktur festlegen: Technologie-Lizenzvertrag, Qualitätssicherungsvertrag, Abnahmeverpflichtung. 6. Kostenmodell erstellen: Anlaufkosten, Zertifizierungskosten, Logistikveränderungen. ## Rechtsrahmen Verbindliches Recht und anerkannte Soft-Law-Quellen für diesen Skill: - §§ 5-6 LkSG: Risikoanalyse und Präventionsmaßnahmen auch für neue Lieferanten. - §§ 55-62a AWV: Technologietransfer an Nicht-EU-Lieferant kann AWV-Prüfpflicht auslösen. - BAFA AL-Liste: Überprüfung ob Technologie zu Alternativlieferant genehmigungspflichtig. - EU-VO 2021/821 (Dual-Use-VO): Neue Abnehmerstruktur muss auf Endverbleib geprüft werden. - § 307 BGB: AGB-Kontrolle bei Lieferantenverträgen (Qualitäts- und Haftungsklauseln). Quellen sind getrennt nach deutschem Recht, EU-Recht und chinesischem Recht zu handhaben. Bei Widersprüchen gilt: Verbindliches Recht geht Soft Law vor; aktueller Stand ist zu prüfen. ## Prüfraster Schritt für Schritt abzuarbeiten, Ergebnisse dokumentieren: - Erfüllen Alternativlieferanten technische Mindestanforderungen (Qualität, Kapazität, Zertifizierung)? - Sind LkSG-Risikoindikatoren für Alternativstandorte geprüft? - Erfordert Technologietransfer BAFA-Exportgenehmigung? - Gibt es Produkthaftungsrisiken durch Qualitätsschwankungen beim Lieferantenwechsel? - Sind Abnahmeverpflichtungen gegenüber altem China-Lieferant vertraglich geregelt? ## Typische Fallstricke Aus der Beratungspraxis: Diese Fehler sollten aktiv vermieden werden. - China-Plus-One als Alibi: Lieferant in Vietnam bezieht Vorprodukte weiterhin aus China. - Technologietransfer ohne BAFA-Prüfung: Rüge und ggf. Bußgeld. - Qualitätsprobleme bei neuem Lieferant: Produktrückruf und Kundenhaftung. ## Gegenposition Folgende Gegenargumente sind im Mandantengespräch zu adressieren: - Behörde (BMWK/BAFA): Behältst du den Ermessensspielraum der Behörde im Blick? - Vertragspartner China: Welche Interessen und Risikobewertungen hat die chinesische Seite? - Investoren/Aufsichtsrat: Sind ESG- und Menschenrechts-Anforderungen berücksichtigt? - Compliance: Wurde auf Exportkontroll- und Sanktions-Risiken geprüft? ## Quellen Nur frei prüfbare Quellen aus erlaubten Domains. Rechtsprechung nur mit Gericht und Datum. - [LkSG Volltext](https://www.gesetze-im-internet.de/lksg/) - [BAFA Außenwirtschaft](https://www.bafa.de/DE/Aussenwirtschaft/aussenwirtschaft_node.html) - [EU Dual-Use VO 2021/821](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32021R0821) - [AWV Volltext](https://www.gesetze-im-internet.de/awv_2013/) - [BGB Volltext](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/)