--- name: lieferantenmapping-tier-single-source description: "Systematisches Lieferantenmapping bis Tier-3/Tier-n für China-Lieferketten: Datenerhebung, Tier-Klassifizierung, China-Exponiertheits-Score, LkSG-Risikoanalyse §§ 5-7, BAFA-Relevanzprüfung, Forced-Labour-Screening (XUAR). Output: Lieferanten-Mapping-Vorlage mit Risikoscore und Prüfungsplan im Fes..." --- # Lieferantenmapping Tier-1 bis Tier-n: China-Exposition erfassen ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Fachkern: Lieferantenmapping Tier-1 bis Tier-n: China-Exposition erfassen - **Normen-/Quellenanker:** AWG/AWV, EU-Dual-Use, Sanktionen, Zoll/USt, Incoterms, Lieferkette/LkSG/CSDDD, IP-/Know-how-Schutz, Datenschutz/Cybersecurity und lokale China-Compliance live prüfen. - **Entscheidende Weiche:** Ordne Lieferant, Werk, Datenfluss, Zahlungsweg, Exportgut, politisches Risiko, IP-Leck und Exit-Szenario getrennt. Dieser Skill begleitet Mandanten und Berater im Wirtschaftsverkehr mit der Volksrepublik China. Ausgangspunkt ist der konkrete Mandantenfall; Ergebnis ist stets ein verwertbares Arbeitsprodukt. ## Mandantenfall **Fall 1:** Ein Automobilzulieferer muss nach LkSG nachweisen, dass er seine mittelbaren Lieferanten in China kennt. **Fall 2:** Ein Elektronikhersteller will prüfen, ob Tier-2-Lieferanten Komponenten aus XUAR beziehen. **Fall 3:** Eine Beschaffungsabteilung sucht eine Vorlage für strukturiertes Lieferantenmapping für China-Einkauf. ## Erste Schritte 1. Direkte Lieferanten (Tier-1) identifizieren: Vertragspartner mit China-Bezug. 2. Tier-2 ermitteln: Selbstauskunft Tier-1 oder Einkaufsberichte anfordern. 3. Tier-3 und tiefer: Fokus auf Rohstoffquellen und XUAR-Bezüge. 4. China-Expositions-Score je Lieferant berechnen: Umsatzanteil, Substituierbarkeit, XUAR-Bezug. 5. LkSG-Risikoindikatoren ergänzen: Menschenrechts-, Umwelt-, Arbeitsrechtsrisiken. 6. BAFA-Relevanzprüfung: Dual-Use-Güter in der Lieferkette identifizieren. ## Rechtsrahmen Verbindliches Recht und anerkannte Soft-Law-Quellen für diesen Skill: - §§ 5-7 LkSG: Risikoanalyse, unmittelbare und mittelbare Zulieferer. - § 10 LkSG: Beschwerdeverfahren für Lieferkettenrisiken. - EU CSDDD (2024/1760) Art. 8: Sorgfaltspflichten für mittelbare Geschaeftsbeziehungen. - XUAR-Bezug: Uyghur Forced Labor Prevention Act (USA) als Compliance-Referenz (kein DE-Recht). - BAFA-Merkblatt Dual-Use: Güter in Lieferkette auf AL-Listung prüfen. Quellen sind getrennt nach deutschem Recht, EU-Recht und chinesischem Recht zu handhaben. Bei Widersprüchen gilt: Verbindliches Recht geht Soft Law vor; aktueller Stand ist zu prüfen. ## Prüfraster Schritt für Schritt abzuarbeiten, Ergebnisse dokumentieren: - Sind alle Tier-1-Lieferanten mit China-Bezug identifiziert? - Gibt es Hinweise auf XUAR-Ursprung von Materialien (Baumwolle, Polysilizium, Aluminium)? - Sind kritische Single-Source-Lieferanten in der Mapping-Matrix markiert? - Werden LkSG-Risikoindikatoren für jeden Lieferanten dokumentiert? - Gibt es Lücken im Mapping unterhalb Tier-2? ## Typische Fallstricke Aus der Beratungspraxis: Diese Fehler sollten aktiv vermieden werden. - Tier-1-Fokus als LkSG-Fehler: Mittelbare Zulieferer müssen bei konkreten Hinweisen ebenfalls geprüft werden. - Selbstauskünfte ungeprüft übernommen: Lieferanten-Fragebogen ohne Audit ist unzureichend. - XUAR-Bezug schwer nachweisbar: Kein Zertifikat belegt zweifelsfrei XUAR-Freiheit. ## Gegenposition Folgende Gegenargumente sind im Mandantengespräch zu adressieren: - Behörde (BMWK/BAFA): Behältst du den Ermessensspielraum der Behörde im Blick? - Vertragspartner China: Welche Interessen und Risikobewertungen hat die chinesische Seite? - Investoren/Aufsichtsrat: Sind ESG- und Menschenrechts-Anforderungen berücksichtigt? - Compliance: Wurde auf Exportkontroll- und Sanktions-Risiken geprüft? ## Quellen Nur frei prüfbare Quellen aus erlaubten Domains. Rechtsprechung nur mit Gericht und Datum. - [LkSG Volltext](https://www.gesetze-im-internet.de/lksg/) - [BAFA Außenwirtschaft](https://www.bafa.de/DE/Aussenwirtschaft/aussenwirtschaft_node.html) - [EU CSDDD EUR-Lex](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32024L1760) - [BMWK China-Strategie](https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Aussenwirtschaft/china-strategie.html) - [AWG Volltext](https://www.gesetze-im-internet.de/awg_2013/)