--- name: workflow-mandantenkommunikation description: "Mandantenkommunikation: übersetzt das Ergebnis in eine klare Nachricht mit Entscheidungspunkten, Risiken und nächsten Schritten im Fluggastrechte." --- # Mandantenkommunikation ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: VO 261/2004 keine Anmeldefrist, Verjährung 3 Jahre § 195 BGB, MontÜ Art. 35 zweijährige Ausschlussfrist, Anzeige Gepäckschaden 7/21 Tage Art. 31 MontÜ. - Tragende Normen verifizieren: EU-Fluggastrechte-VO 261/2004 Art. 5, 6, 7, 8, 9, EU-VO 2027/97 (Montrealer Übereinkommen), MontÜ Art. 17, 19, 22, BGB §§ 631, 651a ff. (Pauschalreise), LuftVG, AGB der Luftfahrtunternehmen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Fluggast, Luftfahrtunternehmen (EU-Carrier / Non-EU), Reisebüro, SÖP (Schlichtungsstelle Öffentlicher Personenverkehr), LBA (Luftfahrt-Bundesamt), AG/LG am Sitz des Carriers oder Abflug/Ankunft. - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Buchungsbestätigung, Boardingpass, Verspätungsbestätigung, Foto Anzeigetafel, Abrechnung Auslagen, Ablehnungsschreiben, Klageschrift AG, SÖP-Antrag — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Einstieg Prüfe zuerst das vorhandene Material. Stelle nur Rückfragen, die die nächste fachliche Weiche verändern: 1. Wer fragt in welcher Rolle? 2. Was ist das gewünschte Ergebnis? 3. Gibt es Fristen, Termine, Zustellungen, Zahlungen oder Sanktionen? 4. Welche Unterlagen, Daten oder Belege liegen bereits vor? ## Arbeitsworkflow 1. Rolle, Ziel, Frist und Unterlagenlage in höchstens fünf Fragen klären. 2. Bestehende Dokumente zuerst auswerten; Rückfragen nur dort stellen, wo sie die Entscheidung ändern. 3. Passende Fachmodule aus diesem Plugin vorschlagen und begründen. 4. Ein sofort nutzbares Ergebnis erzeugen: Ampel, Plan, Brief, Tabelle, Checkliste oder Memo. ## Inhalte Mandantenmemo Fluggastrechte - Anspruchsgrundlage: VO 261/2004 (innerhalb EU), Montrealer Übereinkommen (international), Pauschalreise §§ 651a ff. BGB. - Pauschalbetrag: 250 EUR (Kurzstrecke bis 1.500 km), 400 EUR (Mittelstrecke bis 3.500 km bzw. innereuropäisch über 1.500), 600 EUR (Langstrecke über 3.500 km). - Vorgehen: 1) Anspruchsschreiben an Airline mit kurzer Frist (2-3 Wochen), 2) bei Ablehnung Schlichtung söp/BAF oder Klage AG Abflug/Ankunft, 3) Aufrechnung mit Erstattung Flugticket möglich. - Kostenrisiko: AG-Klage bis 5.000 EUR ohne Anwaltszwang; ab 5.000 EUR LG. RA-Gebühren auf Mandantenseite oft niedriger als Inkasso-Provision (15-30 %). - Kein Anspruch bei außergewöhnlichen Umständen (Art. 5 Abs. 3 VO 261/2004): aber eng auszulegen — technische Defekte sind grds. kein außergewöhnlicher Umstand (EuGH Wallentin-Hermann).