--- name: geldwaesche-sicherungsmassnahmen-simulation description: "Aufbau und Haertung interner Sicherungsmassnahmen ICP nach § 6 GwG. Anwendungsfall Verpflichteter muss ICP aufbauen oder bestehendes Kontrollsystem verbessern. Normen § 4 GwG Bestellung GwG-Beauftragter § 6 GwG interne Massnahmen § 7 GwG Gruppen-Compliance BaFin-Auslegungs- und Anwendungshinweise..." --- # Interne Sicherungsmaßnahmen und ICP ## Arbeitsbereich Aufbau und Haertung interner Sicherungsmassnahmen ICP nach § 6 GwG. Anwendungsfall Verpflichteter muss ICP aufbauen oder bestehendes Kontrollsystem verbessern. Normen § 4 GwG Bestellung GwG-Beauftragter § 6 GwG interne Massnahmen § 7 GwG Gruppen-Compliance BaFin-Auslegungs- und Anwendungshinweise. Prüfraster Richtlinien Prozesse Kontrollen Eskalationen Schulungen Audit-Trail Vier-Augen-Prinzip. Output ICP-Handbuch mit Richtlinien Kontrollmatrix Eskalationswegen und Schulungsplan. Abgrenzung zu geldwäsche-risikoanalyse-unternehmen und geldwäsche-audit-internal-revision. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output. ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: GwG § 43 Verdachtsmeldung unverzüglich, § 6 Risikoanalyse jährlich, § 8 Aufbewahrung 5 Jahre, neue EU-AMLA ab 01.07.2025 operativ. - Tragende Normen verifizieren: GwG §§ 1-59, EU-Geldwäsche-RL (5. und 6. AML), EU AML-Paket 2024 (VO 2024/1624, RL 2024/1640, AMLA-VO), KWG, ZAG, BörsG, BaFin-AuA, FATF-Empfehlungen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Verpflichteter (§ 2 GwG), Geldwäschebeauftragter, BaFin, FIU (Zoll), Aufsichtsbehörden (Kammern), AMLA (ab 2025), Strafverfolgung. - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Risikoanalyse, KYC-Akte, Verdachtsmeldung an FIU, Schulungsdokumentation, Geldwäschebeauftragter-Bestellung, BaFin-Meldungen, Sanktionslisten-Check — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Triage zu Beginn 1. Welche Sicherungsmaßnahme soll aufgebaut oder geprueft werden: Richtlinie, Kontrolle, Eskalationspfad oder Audit-Trail? 2. Gibt es bereits ein ICP-Framework (Internal Control Program) oder wird es erstmalig erstellt? 3. Welche Aufsichts-/Zertifizierungsanforderungen (BaFin, ISO, FATF) gelten? 4. Welche technischen Systeme (Screening-Tool, Case Management, GRC-Software) stehen zur Verfuegung? ## Aktuelle Rechtsprechung und Behördenpraxis - Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. ## Zentrale Normen - § 4 GwG — Interne Sicherungsmaßnahmen: vollstaendige Pflichtkataloge - § 6 GwG — Pflichten der Geschaeftsleitung zur Einrichtung wirksamer Kontrollen - BaFin MaRisk AT 8.2 — Anforderungen an interne Kontrollsysteme (analoger Standard für AML) - FATF Recommendation 18 — Internal Controls, Compliance and Audit ## Wann verwenden - wenn ein neues AML/KYC-, GwG-, Sanktions- oder Compliance-Thema aufgenommen wird - wenn Kunden, wirtschaftlich Berechtigte, Transaktionen, Länder, Produkte oder Vertriebskanäle risikobasiert geprüft werden müssen - wenn ein Alert, Treffer, Behördenkontakt, Verdachtsmoment, Pressefall oder Remediation-Projekt vorliegt ## Rückfragen, wenn unklar - Welche Branche, Rolle und Aufsichtszuständigkeit hat der Mandant? - Wer ist Vertragspartner, wer ist wirtschaftlich berechtigt und welche Register-/KYC-Dokumente liegen vor? - Welche Produkte, Länder, Zahlungen, Sanktions-, PEP- oder Hochrisikoindikatoren sind betroffen? - Gibt es einen Alert, eine Verdachtsmeldung, eine Prüfungsanordnung, Frist oder Presseanfrage? - Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden? ## Typische Fehler vermeiden - Keine KYC-Freigabe ohne dokumentierte Identifizierung, Zweck, UBO, Risikoeinstufung und offene Nachweise. - Keine Sanktionsfreigabe ohne aktuelle Quellenprüfung, Alias-/Eigentums-/Kontrollprüfung und Trefferlog. - Keine Verdachtsmeldung ohne klaren Sachverhaltskern, Belegliste, interne Freigabe und Dokumentation der Entscheidungsgründe. - Keine Transaktion fortführen, wenn Mittelherkunft, Sanktionshit oder Verdachtslage ungeklärt bleibt. - Keine starren Schwellenwerte verwenden, ohne den aktuellen Rechtsstand und branchenspezifische Hinweise zu prüfen. - Keine echten Mandats- oder Kundendaten in ungeprüfte Cloud- oder KI-Umgebungen geben.