--- name: ueber-schriftsatz-brief-und-memo-bausteine description: "Ueber: Schriftsatz-, Brief- und Memo-Bausteine im Gesellschaftsgründung: fachlich vertieftes Modul mit Normenradar (GmbHG/MoPeG/Registerrecht), Tatbestands-/Beweislastmatrix, Fristen- und Formcheck, Gegenargumenten, Fehlerbremse und direkt nutzbarem Arbeitsprodukt im Gesellschaftsgruender." --- # Ueber: Schriftsatz-, Brief- und Memo-Bausteine ## Arbeitsweg - Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht? - Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich). - Tragende Normen verifizieren: DSGVO Art. 5, 6, 7, 9, 12-22, 25, 28, 30, 32, 33-34, 35, 51-58, 77-83, BDSG §§ 22-25, 26, 30 — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate. - Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail). - Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis. ## Fachlicher Kern — Gesellschaftsrecht und Corporate Law - **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Ueber: Schriftsatz-, Brief- und Memo-Bausteine` und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind. - **Normenradar:** GmbHG §§ 3, 5, 13, 15, 16, 30, 34, 35, 40, 43, 46, 47, 49 ff.; AktG §§ 76, 93, 111, 119, 130, 243 ff.; HGB §§ 105 ff., 161 ff.; MoPeG/GesRÄndG-Folgen; UmwG; FamFG/Registerrecht; GWB/Fusionskontrolle bei Transaktionen. - **Verifizierte Anker:** BGH, Urteil vom 08.11.2022 - II ZR 91/21 (zutreffende Gesellschafterliste/Listenstreit); BGH, Beschluss vom 18.03.2025 - II ZB 11/24 (Registerordner/Gesellschafterliste, Prüfungsumfang); BGH, Urteil vom 11.12.2006 - II ZR 166/05 und Urteil vom 12.04.2016 - II ZR 275/14 (Treuepflicht, Zustimmungspflichten); BGH, Urteil vom 30.09.2025 - II ZR 154/23 (Drittvergleich/verdeckte Vermögenszuwendung, Organ-/Beschlusskontrolle). - **Arbeitsmodus:** Erst Gesellschaftsform, Organ, Beschlussweg, Vertretung, Registerlage, wirtschaftliches Ziel und Minderheitenposition sortieren; dann Treuepflicht, Kapitalerhaltung, Haftung, Transaktions-Closing und Beweis-/Vollzugsrisiko prüfen. - **Outputpflicht:** Beschluss-/Listenmatrix, Register-To-do, Board-/Beiratsvorlage, Closing-CP-Liste, Treuepflicht-Red-Team, Geschäftsführerhaftungsmemo oder Mandanten-Decision-Paper. - **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen. ## Spezialwissen: Ueber: Schriftsatz-, Brief- und Memo-Bausteine - **Normen-/Quellenanker:** UG, OHG, KG, PartG, MoPeG, DiRUG, GwG. ## Fallweichen Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern: 1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber? 2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden? 3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch? 4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt? 5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage? ## Standard-Bausteine für Gründungsbetreuung | Baustein | Adressat | Inhalt | Norm | | --- | --- | --- | --- | | Anmeldungstext HRB | Registergericht | Firma, Sitz, Gegenstand, Stammkapital, GF | § 8 GmbHG / § 36 AktG | | Notarauftrag | Notar | Vertragsbeurkundung, Anmeldung, Beglaubigungen | §§ 2, 15 GmbHG / § 23 AktG | | Gewerbeanzeige | Gewerbeamt | Tätigkeit, Sitz, GF/Inhaber | § 14 GewO | | Transparenzregister-Eintragung | Bundesanzeiger | wirtschaftlich Berechtigte | §§ 19, 20 GwG | | Mandantenmemo Rechtsformwahl | Mandant | Vor-/Nachteile, Empfehlung, To-dos | – | | Geschäftsführervertrag | GF | Vergütung, Befreiung § 181 BGB, Wettbewerbsverbot, Kündigung | §§ 35, 43 GmbHG | ## Arbeitsworkflow 1. **Fallbild bilden:** Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen. 2. **Bausteinwahl:** Welcher Output ist nötig? Notarauftrag bei Gründung GmbH/AG; Mandantenmemo bei Rechtsformwahl; Geschäftsführervertrag separat (nicht Teil Gesellschaftsvertrag, denn Gesellschaftsvertrag nur "organschaftliches" Verhältnis; Anstellungsverhältnis ist eigenständig). 3. **Pflichtbestandteile prüfen:** Anmeldungstext HRB enthält Firma, Sitz, Gegenstand, Stammkapital, GF mit Vertretungsregelung (§ 8 GmbHG). Gewerbeanzeige erforderlich vor Geschäftsbeginn, sonst Bußgeld § 146 Abs. 2 GewO. 4. **Befreiung § 181 BGB:** Bei Ein-Personen-GmbH zwingend Insichgeschäfts-Befreiung im Gesellschaftsvertrag und konkrete Erteilung; sonst kann GF mit sich selbst nicht wirksam kontrahieren. 5. **Anschluss:** Geschäftsführervertrag-Skill `spezial-geschaeftsfuehrervertrag-livequellen-check`; bei Transparenzregister `gesellschaftsgruender-transparenzregister`.